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22.04.2022 | 05:40

Explodierende Zinsen: Nordex, Hong Lai Huat, Deutsche Bank, Commerzbank – Wie der Inflation entkommen?

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  • Asien
  • Klimaschutz
Bildquelle: pixabay.com

Und wieder mal Lockdown in China. Ein längerer Abschwung in Asien würde dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge deutliche Bremsspuren in der Weltwirtschaft hinterlassen. Die Aufwärtsentwicklung der Ökonomien wird schon dauerhaft belastet durch gestörte Lieferketten, explodierende Lieferantenpreise und nun auch noch durch stark steigende Zinsen. Eigentlich wäre dies der programmierte Abgesang auf die Aktienmärkte. Doch weit gefehlt: Seit vier Wochen geht es an den Börsen sukzessive nach oben, der DAX liefert aktuell sogar Kaufsignale. Anleger spekulieren wohl auf die üppige Dividendensaison und ein baldiges Kriegsende in der Ukraine. Bis dahin stehen die Bänder in einigen Industrien aber auch mal still. Wo liegen die aktuellen Chancen und Risiken?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: HONG LAI HUAT GROUP LIMITED | SG1EE1000009 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008 , COMMERZBANK AG | DE000CBK1001

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Inhaltsverzeichnis:


    Dylan Ong, General Manager und Executive Director, Hong Lai Huat
    "[...] Gerade Investoren aus dem Rest Asiens fühlen sich wohl, wenn sie als Partner von Hong Lai Huat in einen aufstrebenden Markt wie den kambodschanischen investieren. [...]" Dylan Ong, General Manager und Executive Director, Hong Lai Huat

    Zum Interview

     

    Steigende Zinsen – Was bedeutet das für die deutschen Großbanken?

    Die deutschen Bundesanleihen erleben derzeit einen unvergleichlichen Ausverkauf. In nur sechs Wochen explodierte die Durchschnittsrendite der 10-jährigen Bonds von -0,08% auf ganze 0,92%. Das ist ein Delta von 100 Basispunkten. Parallel dazu stieg der Referenzsatz für die Bauwirtschaft, der 10-jährige Hypothekenzins, um gut 130 Basispunkte von 1,10 auf 2,45%. Wer seine Immobilien-Finanzierung nicht rechtzeitig unter Dach und Fach bekommen hat, steht nun vor erheblich höheren Finanzierungskosten, die neben den enorm anziehenden Baukosten viele Eigenheimerwerber zur Verzweiflung treiben. Der jahrelang boomende Immobilienmarkt dürfte somit wohl auch absehbar in eine Konsolidierung münden.

    Für die deutschen Großbanken ist dieses Szenario trotzdem ein Grund zum Jubeln. Denn zum einen entspannt sich das Thema Minuszins durch erwartete Anpassungen beim EZB-Leitzins im Sommer, zum anderen lebt die zuvor stark gedrückte Zinsmarge im Kreditgeschäft wieder auf. Eine doppelte Entlastung für die Erfolgsbilanz der Kreditinstitute. Das originäre Aktivgeschäft ist endlich zurück. Damit dürfte auch die lange Durststrecke im Finanzsektor langsam beendet sein. Banken waren die Underperformer des letzten Jahrzehnts und sind jetzt wieder kaufenswert.

    Die Deutsche Bank schreitet in ihrer Neuaufstellung voran. In 2022 sollen die Integrationsarbeiten rund um die Postbank abgeschlossen sein, allein auf der IT-Seite wird man sich durch diesen Schritt mehr als 300 Mio. EUR im Jahr einsparen. Hinzu kommen weitere Filialschließungen, denn das Angebot vor Ort wird zugunsten eines breiteren digitalen Angebots gestärkt. Die DBK-Aktie bekommt über 12,20 EUR technisch erst richtig Luft. Immerhin gibt es im Mai eine Ausschüttung von fast 2%. Die Commerzbank strebt erst für das Geschäftsjahr 2022 die Zahlung einer Dividende an, wenn ein Konzernergebnis von mehr als 1 Mrd. EUR eingefahren wird. Voraussetzung ist ebenso eine harte Kernkapitalquote, die auch nach der Zahlung einer Dividende mindestens 200 Basispunkte über der regulatorischen Anforderung liegt. Charttechnisch muss bei der CBK-Aktie jetzt nur noch die 7,5 EUR-Marke überwunden werden.Beide Finanzwerte sind auf dem aktuellen Niveau interessant.

    Hong Lai Huat – Kambodscha auf gutem Weg

    Kambodscha ist eines der Ausnahmeländer des asiatischen Kontinents. Lange war es ruhig um das Land mit rund 16,5 Mio. Einwohnern. Wirtschaftlich ist es bislang auch ein Winzling, denn das Brutto-Inlandsprodukt (BIP) von etwa 26 Mrd. USD bedeutet eine Pro-Kopf-Wertschöpfung von 1.620 USD pro Jahr. Zum Vergleich: Deutschland als weltweite Nr. 4 im BIP-Ranking hat eine Leistung von ca. 3,8 Bio. USD vorzuweisen und eine Bruttowertschöpfung je Einwohner von 45.700 USD jährlich. Kambodscha zählt wegen der relativen Höhe zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt, bleibt aber auch eines der ärmsten Länder Asiens. Mit den ersten größeren Industrieansiedlungen rund um die Hauptstadt Phnom Penh kommt nun der Immobilienmarkt langsam in Schwung. In China wie auch in Hongkong, Singapur und Japan boomt der Gewerbe-Immobilienmarkt seit einem Jahrzehnt. Dicht dahinter wächst aber auch Kambodscha mittlerweile sehr auffällig.

    Die Hong Lai Huat Group ist ein Immobilienentwickler aus Singapur, mit operativem Schwerpunkt in Kambodscha. Wegen einem guten Marktzutritt hat man hat sich dort in den letzten Jahren eine perfekte Pipeline aufgebaut und operiert mit guten Margen. Entwickelt und verkauft werden Wohnungen und Gewerbeeinheiten an Einheimische wie auch Ausländer. Im Vorzeigeprojekt D´Seaview konnte das Unternehmen zuletzt 737 Wohneinheiten erfolgreich vermarkten. Zielgruppe bleibt die aufstrebende Mittelschicht in Kambodscha, nach deren Bedarf orientieren sich die Bauvorhaben mehrheitlich. Aktuell realisiert das Unternehmen mit dem Agri-Hub ein Milliardenvorhaben in der Größe eines Siebtels von Singapur. Hieraus werden stark steigende Gewinne für die nächsten Jahre erwartet.

    Anfang April kam es wegen der Gewinnverdoppelung in 2021 zu einer Dividendenzahlung von 0,002 SGD pro Aktie. In Ergänzung des Geschäftsmodells plant das Unternehmen in einem Joint Venture auch einen Rohstoff-Abbau in Agri-Hub durchzuführen. Der behördliche Antrag läuft bereits. Die Hong Lai Huat-Aktie steht an der Heimatbörse Singapur bei 0,095 SGD und wird auch in Frankfurt quotiert. Das Setup für die nächsten Jahre ist hervorragend.

    Nordex – Alternative Stromerzeugung auf dem Vormarsch

    Nicht weniger kapitalinvestiv als die Immobilienbranche ist der Windanlagenbau. Das Thema der sich verteuernden Finanzierung haben derzeit fast alle Branchen. Das bringt die Margen unter Druck, denn in den Kalkulationen der letzten zwei Jahre war mit weiterhin niedrigen Zinsen gerechnet worden. Nordex hatte zuletzt auch darunter gelitten, dass die Materialpreise explodieren und die Kunden teilweise sehr lange auf die Fertigstellung der Anlagen warten mussten. Mit den gestörten Lieferketten und den hohen Transportkosten verschärfen sich diese Umstände weiter.

    Nordex kann für das erste Quartal dennoch relativ gute Auftragszahlen abliefern. Bestellungen für 229 Turbinen mit einer Gesamtleistung von 1.165 MW sind schon mal eingegangen, das ist nur knapp unterhalb des Vorjahresniveaus von 1.247 MW. Der Anteil der effizienten und margenstarken Delta4000-Windenergieanlagen belief sich dabei auf 91% nach 73%. Die Orders für die Gruppe stammten aus zehn europäischen Ländern, insgesamt entfielen 89% aller Aufträge auf die Region Europa vor allem Deutschland, Finnland und Kroatien. Nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine hat sich das Sentiment für alternative Stromerzeugung stark dynamisiert.

    Nordex ist im Alternativmarkt zur fossilen Energieerzeugung bestens aufgestellt und dürfte in den nächsten Jahren damit über Gebühr wachsen können. Fraglich bleiben die Finanzierung, die hohen Materialpreise und Transportkosten. Die Aktie konnte seit Kriegsbeginn aber satte 50% zulegen und konsolidiert aktuell wieder leicht. Als Klimaschutz-Aktie bleibt sie im zentralen Anleger-Fokus.


    Inflation, gebrochene Lieferketten und steigende Zinsen könnten die Weltwirtschaft in eine Stagflation führen, so argumentierte Professor Clemens Fuest bei Markus Lanz. Die richtige Börsenstrategie in einer politischen Krise mit starken ökonomischen Dämpfungswirkungen zu finden ist deshalb kein einfaches Unterfangen. Banken sehen derzeit gut aus, Greentech-Titel sind immer gefragt. Hong Lai Huat ist in einer speziellen Region mit exzellenten Wachstumsaussichten engagiert und sehr erfolgreich.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Bank – Das Kreditwesengesetz (KWG) regelt in Deutschland die erlaubten Geschäfte einer Bank.
    3. Dividende – Die Ausschüttung an Aktionäre einer Aktiengesellschaft wird Dividende genannt.
    4. Immobilienmarkt – Angebot und Nachfrage an Flächen werden auf dem Immobilienmarkt zusammengebracht.

    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 06.07.2022 | 04:44

    PlugPower, First Hydrogen, ThyssenKrupp, Nel ASA – Klima-Rettungs-Aktien im Fokus!

    • Wasserstoff
    • Technologie
    • Klimaschutz
    • E-Mobilität

    Wer in Zukunft an Fortbewegung denkt, sollte die E-Mobilität und in zweiter Linie den Wasserstoff im Auge haben. Auf dem letzten EU-Gipfel im Juni wurde der Verbrenner-Ausstieg bis 2035 verankert, die Ausnahme bilden sogenannte E-Fuels. In der Herstellung von E-Fuels werden verschiedene Verfahren diskutiert, welche zu einem synthetischen Kraftstoff führen. Dieser verbrennt zwar nicht gänzlich schadstofffrei, aber immerhin wurde er 100% klimaneutral erzeugt. Beim sogenannten grünen Wasserstoff kommt die Industrie nun Schritt für Schritt weiter. Noch sind die Verfahren sehr teuer und nur bedingt konkurrenzfähig, wenn man die aktuellen Preise für fossile Energieträger heranzieht. Spannend wird es nun bei folgenden Aktien.

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    Kommentar von Juliane Zielonka vom 09.06.2022 | 05:22

    Aktien: wallstreet:online, Alibaba, Novavax - Digitalpioniere und alte Hasen

    • Neo Broker
    • Asien
    • FIntech
    • LifeSciences

    Die Zahl der jungen Investoren in Deutschland steigt kontinuierlich. Bisher liegt sie bei 49.000 Menschen, die sich aktiv für ihre Altersvorsorge einsetzen. Sowohl Privatanleger als auch institutionelle Investoren entdecken das Feld der Neobroker als Investment. Die wallstreet:online AG ist ein Kandidat aus dem Bereich, sogar mit eigener Community. Dass Geld in Bewegung bleiben muss, damit es fließt, hat Alibaba Gründer Jack Ma erkannt und launcht die erste Digitalbank in Singapur. Eher gemächlich geht es in der Pharmabranche zu: mit Novavax haben US-Amerikaner nun vier Vakzine zur Auswahl.

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    Kommentar von Fabian Lorenz vom 02.06.2022 | 05:55

    Alibaba, Jinko Solar und Hong Lai Huat: Aktien für das Konjunkturpaket

    • Immobilien
    • Technologie
    • Value

    Asiatische Aktien standen in den vergangenen Monaten aufgrund der strikten Null-Covid-Strategie der chinesischen Regierungen mit harten Lockdowns wie in der Wirtschaftsmetropole Shanghai unter Druck. Jetzt könnten sie von den Lockerungen und einem Konjunkturprogramm profitieren. Um das BIP-Wachstumsziel von 5,5% in 2022 doch noch zu erreichen, hat die Regierung in Peking ein Konjunkturpaket geschnürt. Mit 33 Maßnahmen soll der private Konsum – u.a. Kauf von Autos und Haushaltsgeräten – angekurbelt und Investitionen in Großprojekte gefördert werden. Davon sollten nicht nur chinesische Aktien wie Alibaba und Jinko Solar profitieren. Auch der Immobiliensektor im gesamten asiatischen Raum sollte aufatmen und damit die Aktie von Hong Lai Huat.

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