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15.10.2021 | 05:08

First Majestic, Silver Viper, Barrick Gold – Beste Aussichten für Edelmetalle

  • Edelmetalle
  • Gold
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Bildquelle: pixabay.com

Erstmals seit Dezember 1993 erreichte die Inflationsrate in Deutschland wieder einen Wert von über 4%. Auch in den USA stieg die Rate auf zuletzt 5,4%, obwohl Volkswirte eigentlich mit einem Absinken gerechnet hatten. Trotzdem werden von den Notenbanken aktuell keine Anstalten gemacht, der Teuerung durch eine Erhöhung der Leitzinsen entgegenzuwirken. Niemand möchte das zarte Pflänzchen Konjunktur nach dem verheerenden Corona-Jahr gefährden. Auf den ersten Blick verwunderlich, steigen die Preise für Edelmetalle als „Krisenwährung“ nicht in dem Maße, wie es zu erwarten wäre. Aber es gibt deutliche Anzeichen, dass die Nachfrage stark zulegen wird.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: SILVER VIPER MINER. CORP. | CA8283341029 , FIRST MAJESTIC SILVER | CA32076V1031 , BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084

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Inhaltsverzeichnis:


    First Majestic Silver – Rekordproduktion im dritten Quartal

    Mit Veröffentlichung der Produktionszahlen für das dritte Quartal konnte der kanadische Gold- und Silberproduzent First Majestic eine Rekordproduktion von 7,3 Mio. Unzen Silberäquivalenten vermelden. Diese setzten sich aus 3,3 Mio. Unzen Silber und 54.525 Unzen Gold zusammen. Den Hauptanteil trug dazu eine 17%ige Produktionssteigerung des Goldprojekts „Jerritt Canyon Mine“ in Nevada bei, das erstmals während des gesamten Quartals in Produktion war. Zusätzlich sorgte an dem Standort ein 14-tägiger Wartungsstillstand der Hochöfen dafür, dass etwa 30.000 Tonnen Erz auf Halde gelegt werden mussten. Die Verarbeitung wird dann in Q4 erfolgen.

    Gleichzeitig gab das Unternehmen bekannt, dass aufgrund des aktuell schwachen Silberpreises der Silberverkauf zum dritten Mal in der Firmengeschichte komplett eingestellt wurde. 1,4 Mio. Unzen Silber werden damit aktuell dem Markt vorenthalten. Das Unternehmen rechnet mit einem Wiederanziehen der Preise und geht davon aus, dass der Verkauf im vierten Quartal wieder aufgenommen werden kann. Diese Vermutungen werden von einer aktuellen Studie des Silver Institute in Washington, D.C. gestützt. So gehen die Experten nach dem coronabedingt starken Nachfrageeinbruch von 2020 von einer Steigerung der Nachfrage in 2021 um 15% aus, während das Angebot aufgrund neuer Minenprojekte und einer Erhöhung der Recyclingvolumina lediglich um 8% steigen wird.

    Auch First Majestic wird seine Produktion zukünftig weiter ausbauen. Aktuell betreibt das Unternehmen 27 Bohrgeräte und stellte damit im abgelaufenen Quartal Explorationsbohrungen mit einer Gesamtlänge von 50.472m fertig. Auch steht das Projekt Santa Elena kurz vor einer bedeutenden Steigerung des Outputs durch die Verarbeitung von Erzen aus der Ermitaño-Region. Analysten zeigen sich aktuell uneinig bezüglich der Aktie der Kanadier. Zwar sieht die Konsensschätzung das Kursziel mit rund 18,50 CAD mehr als 20% über dem aktuellen Kursniveau und somit als Kauf, mehrheitlich raten die Experten allerdings dazu, bereits im Depot vorhandene Papiere zu halten.

    Silver Viper Minerals Corp. – Vielversprechendes Explorations-Update

    Es war still geworden um den spannenden kanadischen Junior Explorer Silver Viper. Nach der erfolgreichen Privatplatzierung von insgesamt 6 Mio. CAD im Juli sowie der NI43-101 konformen Ressourcenschätzung über 154.300 Unzen Gold und 6.929.000 Unzen Silber (abgeleitet 246.300 Unzen Gold und 12.489.800 Unzen Silber) hatte das Unternehmen lange nichts mehr von sich hören lassen. Der Aktienkurs geriet unter Druck. Doch am 1. Oktober gab es ein vielversprechendes Update. So informierten die Verantwortlichen über den Explorationsfortschritt entlang der Struktur „El Rubi“ sowie in den daran angrenzende Explorationszonen „La Colmena“ und „Paredones“.

    So habe man bei aktuellen Bohrungen ein besseres Verständnis über die Bodenstruktur erhalten und potenzielle Bohrziele für weitergehende Untersuchungen identifizieren können. Als nächster Schritt erfolgt eine TITAN-160 Tiefbohrung direkt über dem El Rubi Gebiet. Zu diesem Zweck wurde das erfahrene Unternehmen Quantec Geoscience kontraktiert. Mithilfe spezieller Untersuchungsmethoden wie der DC-Widerstandsmessung mit induzierter Polarisation („DCIP“) und der Sammlung magnetotellurischer Daten („MT“) ist eine Untersucheng der Strukturen bis in 1.500m Tiefe zu erreichen. Silver Viper geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass sich die tieferen Mineralisierungen hauptsächlich in rhyolithischem Gestein befinden.

    Laut Unternehmensangaben sollen die Untersuchung Ende Oktober beginnen. Damit nähert sich Silver Viper weiter seinem Ziel, das Interesse eines größeren Mining-Unternehmens zu wecken, welches das Projekt übernehmen könnte, wie von CEO Steve Cope in einem früheren Interview geäußert. Anleger scheinen das auch so zu sehen: seit Veröffentlichung der News konnte der Kurs um rund 20% zulegen. Aktuell ist die Gesellschaft mit 45 Mio. CAD bewertet.

    Barrick Gold – Kurs auf unerklärlichem Tiefststand

    Auch der kanadische Goldproduzent Barrick Gold konnte mit einer Produktionssteigerung im dritten Quartal aufwarten. So stieg die Goldproduktion um rund 5%, von 1,05 auf 1,09 Mio. Unzen. Dies war hauptsächlich der verbesserten Performance der argentinischen Veladero-Mine zu verdanken. Auch der weitere Newsflow des weltweit zweitgrößten Goldproduzenten liest sich durchweg positiv. Ebenso geben Barricks Fundamentaldaten keinen Anlass zur Sorge: Der Break-Even liegt bei einem Goldpreis von rund 1.040 USD je Unze, der aktuelle Preis liegt jedoch bei rund 1.798 USD.

    Damit schreibt das Unternehmen satte Gewinne und könnte mit seinem aktuellen Cash-Bestand sämtliche Unternehmensschulden auf einen Schlag tilgen. Trotzdem befindet sich der Aktienkurs seit Monaten im Sinkflug. Und dass trotz eigentlich für Edelmetalle positiver Begleitumstände wie Niedrigzinsen und steigender Inflation. Diese Entwicklung ist nicht plausibel zu erklären. Analysten sehen die Sache genauso und empfehlen, die Aktie ins Depot zu legen. Das mittlere Kurspotenzial der Konsensschätzung liegt bei über 50%.


    Edelmetalle sind seit langer Zeit klassische Anlageformen, um Krisen zu trotzen. Wer nicht direkt in Edelmetalle investieren möchte, ist mit Rohstoffaktien gut bedient. Die aktuelle wirtschaftliche Situation sowie die Anforderungen der Politik („Klimawende“, „Elektromobilität“) werden die Nachfrage nach Gold und Silber zukünftig zusätzlich anheizen. Eine Preisrallye dürfte unmittelbar bevorstehen. Wer auf Nummer sicher gehen will, deckt sich jetzt mit Aktien etablierter Produzenten wie First Majestic oder Barrick Gold ein. Wer mehr Risiko eingehen möchte und nach potenziellen Verdopplern sucht, sollte sich kleinere Junior-Explorer anschauen. Hier ist Silver Viper sicherlich eines der interessantesten Unternehmen.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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