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28.01.2021 | 05:20

Fresenius, Q&M Dental Group, IBU-tec: Tägliche neue Kurs-Explosionen!

  • Gesundheit
Bildquelle: pixabay.com

Selten war die Börse so volatil und aufgeregt wie in den letzten Tagen. Wegen der Aktie von GameStop musste nun der Hedgefonds Melvin Capital das Zepter werfen, nun droht mit AMC Entertainment wohl die nächste Welle. Ganze 270% ging es gleich zur Eröffnung durch die Decke, auch hier lagen laut New York Stock Exchange (NYSE) tausende von Kauforders schon zur Eröffnung vor. Wiederum hatte es eine Empfehlung in einem Social-Media-Kanal gegeben. An der Nasdaq sprang es dann gleich zum Opening rasant nach zuvor 5 auf 21 USD hoch – sowas sieht man selten. Bei GameStop übrigens geht es nach dem gestrigen Debakel heute munter weiter! Nach mehrmaligen Handelsaussetzungen explodierte der Wert weiter von 149 auf 380 USD nach gut einer Stunde Handel. Das dürfte für viele neue Marktteilnehmer das Ende der Trading-Schule gewesen sein. Da staunt man echt Bauklötze!

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: André Will-Laudien

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Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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Q&M Dental Group – Ein Asset Deal und neue COVID-Test Center

Die Q&M Dental Group vermeldet einen Asset Deal. Unter Zustimmung der Börse Singapur reduziert man die Anteile an der Konzerntochter Aidite Qinhuandao Technology um ca. 12,25%, der Gesamtpreis der Transaktion beläuft sich auf 122,5 RMB. Aidite möchte 6,1 Mio. Stammaktien zurückkaufen, der Gewinn der Q&M Dental Group wird aus der Transaktion mit ca. 5 Mio. SGD angegeben. Q&M ist ein in Singapur ansässiger Dental-Dienstleister mit dem Hauptprodukt Invisalign, welches auch in Europa erfolgreich zur Korrektur von Zahnschiefstellungen eingesetzt wird. Neben allgemeiner und spezialisierter zahnmedizinischer und medizinischer Versorgung hat die Gruppe mit der Gründung der Q&A School auch in die postgraduale Ausbildung investiert.

Da während des Lockdowns in der COVID-Pandemie die Zahnarztpraxen geschlossen bleiben, hat man sein Leistungsportefeuille um mehrere COVID-Schnelltest-Center erweitert. Mit der 51%-Tochtergesellschaft Acumen Diagnostics Pte werden klinische Labortests für die Virusfamilie SARS CoV-2 RNA angeboten. Q&M rechnet nach voller Inbetriebnahme mit 1.000-2.000 Besuchern pro Tag. Ein Schnelltest kostet in Singapur etwa 150-200 SGD und bietet sehr hohe Margen, für Q&M dürften pro Test etwa 50 SGD hängen bleiben. Aber damit nicht genug: Grundsätzlich denkt Q&M auch über mehrere Export-Kooperationen nach. Malaysien und Indonesien sind bereits adressiert, aber auch andere ASEAN Länder und Südamerika sind auf den Plan gekommen.

Die Phantasie des COVID-Testcenter-Geschäfts und der Exportchancen muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Denn schon allein mit 1000 Tests pro Tag und das gerechnet auf 300 Jahrestage spült je nachdem wie lange wir die Notwendigkeit dieser Tests noch ansetzen, einen Umsatz von 15 Mio. SGD pro Jahr zusätzlich in die Bücher. Dabei rechnen wir konservativ mit nur 1.000 Testvorfällen, das kann also noch richtig Fliegen! Bei einem aktuellen Kurs von 0,48 SGD beträgt die Marktkapitalisierung aktuell ca. 360 Mio. SGD. Damit ist Q&M bei einem geschätzten Vorsteuergewinn von 20 Mio. SGD plus COVID-Erträge bei einem KGV von 7. Das lädt zum Einkauf ein!

Fresenius SE – Noch nicht so recht in der Spur

Der Markt hadert immer noch mit der Fresenius SE, denn man erwartet nach wie vor ein geschmälertes Wachstum ggü. den Vorjahren. Die Aktie konnte sich von den März-Tiefstständen zwar um rund 60% erholen, hinkt aber immer noch hinter seiner internationalen Peergroup hinterher. Bis zum Geschäftsjahr 2017 konnte das Unternehmen den Umsatz und den Gewinn pro Aktie in einem beeindruckenden Tempo steigern, zwischen 1984 und 2017 betrug das Umsatzwachstum im Schnitt 17,2% (CAGR) pro Jahr und in der Dekade vor 2017 lag die CAGR nur noch bei 11,6 %. Doch seit 2017 hat sich das Wachstum auf einen niedrigen einstelligen Wert noch mehr verlangsamt.

In den letzten vier Quartalen sahen wir Umsatzwachstumsraten, die meist im mittleren bis hohen einstelligen Bereich lagen (mit Ausnahme von Q2/2020), und es scheint, dass Fresenius trotz COVID-19 seine Umsatzprognose für 2020 mit einem Wachstum zwischen 4% und 7% erreichen wird. Das Management schätzt, dass der negative Effekt auf den Umsatz in den ersten drei Quartalen zwischen 2% und 3% lag, ergebnisseitig wird dies zwischen 6% und 10% kosten. Wer hätte erwartet, dass die ehemalige Wachstumsperle Fresenius mal so aus dem Takt geraten würde?

Dies führt uns zu einem zweiten Problem, mit dem Fresenius derzeit konfrontiert ist - die COVID-19-Pandemie, die die Fresenius SE in ihrem operativen Geschäft sehr stark belastet, vor allem bei Fresenius Helios und Fresenius Vamed. Bei Fresenius Helios hatten die Kliniken in Deutschland und auch in Spanien zuletzt erhebliche Probleme. Während des ersten Lockdowns im Frühjahr dauerte es von Februar bis Juni 2020, bis die elektiven Behandlungen wieder das Niveau des Vorjahres erreichten.

Summa summarum wird COVID-19 auch im Jahr 2021 einen negativen Einfluss auf das Geschäft haben, somit ist fraglich ob man die Aktie bei rund 38 EUR anfassen sollte. Manchmal bietet es sich auch an, eine Entwicklung etwas länger zu beobachten. Das denkt sich sicher auch der Shorty in GameStop.

IBU-tec – Batteriephantasie schwappt nach Weimar

Der kleine Spezialchemiewert IBU-tec advanced materials AG aus Weimar hat sich Jahre lang recht bedeckt gehalten. Dann realisierte der Markt die Möglichkeiten der Batteriesparte und schon gab es kein Halten mehr. Die IBU-tec Gruppe setzt sich aus der IBU-tec advanced materials AG und der BNT Chemicals GmbH zusammen. Die Gruppe bietet eigene Produkte in den Bereichen Batteriematerialen und Spezialchemie sowie Entwicklungs- und Produktionsdienstleistungen für Hersteller an. In ihrem Produktportfolio befinden sich neben den hochwertigen Batteriestoffen auch zinnorganische und kundenspezifische Katalysatoren. Zusätzlich bietet man auch mikro- und nanoskalige Metalloxide in Pulverform oder als Suspension. IBU-Tec ist ein breit aufgestellter Partner für die Industrie und Experte im Umgang mit spezifischen Stoffen.

Getuschelt wurde zuletzt um die Langfristprognose von IBU-tec. Nun endlich ist es soweit und das Spezialchemie-Unternehmen legt die Karten in Form der Strategie IBU 2025 auf den Tisch. Demnach rechnet die Gesellschaft für die kommenden Jahre mit einem Wachstum von im Mittel 20 bis 25 Prozent. Konkret sollen die Erlöse bis 2025 so auf eine Bandbreite von 80 bis 100 Mio. EUR anwachsen – bei einer EBITDA-Marge von beachtlichen 20%. In absoluten Zahlen würde das auf ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 16 bis 20 Mio. EUR hinauslaufen.

Gut möglich, dass die Zahlen am Ende sogar noch spürbar besser ausfallen. „Bei unserem Ziel haben wir keine Best Case-Szenarien unterstellt“, sagt CEO Ulrich Weitz. „Batteriematerialien werden über viele Jahre unser wichtigster Wachstumstreiber sein und mit unserem eigenen Produkt, das wir ab Herbst vermarkten können, wachsen wir dort noch einmal in eine neue Dimension.“ Der Erlösanteil im Batteriegeschäft wird bald bis zu 30% des Umsatzes ausmachen. Für Fantasie an der Börse hatte hier bereits die Zusammenarbeit mit Varta gesorgt. Aber auch der Name Tesla fällt regelmäßig im Zusammenhang mit der kleinen IBU-tec aus Thüringen. Es lohnt sich die Aufnahme in die Watchlist.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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Lexikon:

  1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
  2. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

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