27.03.2026 | 05:00
Gold als System-Anker: Desert Gold als Geheimtipp, Probleme bei Blue Owl Capital, Newmont
Die weltweite Finanzarchitektur steckt in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Während Aktienmärkte dank KI scheinbar resilient sind, zeigen sich im Kreditwesen und den Staatshaushalten alarmierende Schieflagen. Die weltweite Verschuldung hat die Marke von 340 Bio. USD erreicht, was etwa dem Drei- bis Vierfachen der Welt-Wirtschaftsleistung entspricht. In dieser Gemengelage stellt Gold seine Rolle als Wertspeicher unter Beweis: Daten des World Gold Council (WGC) verdeutlichen, dass die Nachfrage im vergangenen Jahr erstmals die Marke von 5.000 t überschritt. Auch nach temporären Ausverkäufen bleibt das Edelmetall extrem gefragt, wobei Notenbanken aus China, Indien oder Polen als Käufer auftreten. Prognosen renommierter Geldinstitute sehen den Goldpreis mittelfristig wieder jenseits der Marke von 6.000 USD. Während Warnsignale vom Private-Credit-Markt Investoren in etablierte Produzenten wie Newmont flüchten lassen, rücken auch Werte aus der zweiten Reihe in den Fokus. Für risikobewusste Anleger bietet Desert Gold einen attraktiven Hebel.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066 , BLUE OWL CAPITAL CORPORATION | US69121K1043 , DESERT GOLD VENTURES INC | CA25039N4084 | TSXV: DAU , OTCQB: DAUGF
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Inhaltsverzeichnis:
"[...] Wir wussten, dass die Welt sich rasch elektrifiziert und urbanisiert und dafür erhebliche Mengen an Kupfer benötigt. [...]" Nick Mather, CEO, SolGold PLC
Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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Blue Owl Capital: Hiobsbotschaften vom Private-Credit-Markt
Der Markt für Private Credit, der auf ein Volumen von rund 2 Bio. USD angewachsen ist, zeigt deutliche Anzeichen einer Überhitzung. Lange als lukrative Alternative zu traditionellen Anleihen gepriesen, führen steigende Ausfallraten bei mittelständischen Unternehmen zu einer Neubewertung von Risiken. Ein Beispiel liefert Blue Owl Capital, ein Asset Manager mit Assets in Höhe von 165 Mrd. USD. Der hauseigene Flaggschiff-Fonds geriet im ersten Quartal 2026 unter Druck, als die Rückgabewünsche der Investoren das Limit von 5 % deutlich überschritten. Analysten warnen in diesem Zusammenhang vor einem Liquiditäts-Mismatch: Während die zugrunde liegenden Unternehmenskredite hochgradig illiquide sind, bieten die Fondsstrukturen quartalsweise Rückgabemöglichkeiten an. Die Abwertung von Krediten an Software-Unternehmen illustriert die Fragilität dieses Segments: Wegen der Fortschritte rund um Künstliche Intelligenz schwinden die Chancen vieler SaaS-Geschäftsmodelle. Profitieren können im Gegenzug Sachwerte wie Gold, die anders als Anleihen kein Kontrahentenrisiko aufweisen.
Newmont als Gold-Grundversorger
Im klassischen Bergbau gilt Newmont als verlässlicher Global Player. Als weltgrößter Goldproduzent profitiert das Unternehmen direkt von höheren Preisen bei Edelmetallen. Das Geschäftsjahr 2025 schloss der Konzern mit einem Umsatz von 16,5 Mrd. USD und einem bereinigten EBITDA von 6,2 Mrd. USD ab. Durch striktes Kostenmanagement gelang es Newmont, die operativen Erhaltungskosten auf 1.450 USD pro Unze zu stabilisieren, was bei Goldpreisen jenseits der Marke von 5.000 USD oder gar darüber zu enormen freien Cashflows führt. Für Aktionäre zahlt sich diese finanzielle Stärke in Form einer beständigen Dividende aus, die zuletzt bei 0,25 USD je Quartal lag. Analysten von Zacks Investment Research sehen die Aktie als klassisches Basisinvestment, das den Goldpreis mit einem moderaten operativen Hebel nachbildet. Für Anleger, die auf der Suche nach einem größeren Renditepotenzial sind, stoßen die Papiere der Gold-Blue-Chips aufgrund ihrer hohen Marktkapitalisierung jedoch an Grenzen.
Desert Gold: Mali als unterschätzter Standort für Gold-Entdecker
Wer als Investor die maximale Hebelwirkung sucht, muss den Blick auf Explorer werfen, die umfassende Ressourcen in noch unvollständig bewerteten Regionen kontrollieren. Hier rückt das westafrikanische Mali als geografischer Geheimtipp in den Fokus. Die Senegal Mali Shear Zone (SMSZ) gilt unter Geologen als eine der goldreichsten Strukturen des afrikanischen Kontinents. Branchengrößen wie Barrick Mining mit dem Loulo-Gounkoto-Komplex oder B2Gold mit der Fekola-Mine betreiben hier seit Jahren hochprofitable Großanlagen. Obwohl Westafrika von risikoaversen Investoren oft gemieden wird, hat die malische Regierung durch die Verabschiedung neuer Bergbau-Gesetze im vergangenen Jahr dringend benötigte regulatorische Klarheit geschaffen. Auch einigte man sich im Streit mit Barrick Mining. Diese neue Rechtssicherheit ermöglicht es Bergbauunternehmen, ihre Projekte verlässlich zu planen und wirtschaftlich voranzutreiben, was den Risikoabschlag auf Projekte in dieser Region mittelfristig deutlich verringern dürfte. So viel ist klar: Auch die Regierung Malis hat ein Interesse an erfolgreichen Bergbau-Projekten.

Desert Gold steht vor dem Sprung zur Produktion
In der wohl aussichtsreichsten Region Malis entwickelt das kanadische Unternehmen Desert Gold Ventures sein SMSZ-Projekt. Mit einer Fläche von 440 Quadratkilometern verfügt das Unternehmen über das größte nicht-produzierende Landpaket der Region, umgeben von bestehenden Weltklasse-Minen. Die bisherige Explorationsarbeit hat bereits eine bestätigte Ressource von 1,1 Mio. Unzen Gold aufgezeigt. Der strategische Wendepunkt für Desert Gold ist der für die zweite Jahreshälfte 2026 geplante Übergang vom Explorer zum aktiven Produzenten.
Das Management plant die Errichtung einer günstigen Haufenlaugungsanlage für die Zonen Barani East und Gourbassi West, welche zunächst eine Jahresproduktion von 30.000 bis 40.000 Unzen avisiert. Das Analysehaus GBC Research hat das Coverage des Unternehmens mit einer klaren Kaufempfehlung gestartet. Die Analysten betonen den großen Hebel des im Boden befindlichen Goldes und rufen ein Kursziel von 0,26 CAD auf. Bei aktuellen Notierungen von rund 0,07 CAD entspricht dies einem rechnerischen Renditepotenzial von über 270 %. Anleger finden rund um die Aktie von Desert Gold ein Setup, bei dem der anhaltende Gold-Boom auf einen baldigen Produktionsstart in einer vom Markt verkannten Region trifft. Risikobewusste Anleger sollten bei Desert Gold am Ball bleiben und den Wert unbedingt auf der Watchlist haben.
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