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30.04.2024 | 12:32

Große Unruhe im BioTech-Sektor! Evotec und Medigene vor Ausbruch, Bayer und BioNTech stottern!

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  • Pharma
  • TCR-T-Therapie
  • Krebsforschung
Bildquelle: pixabay.com

Der DAX 40-Index hat in 2024 bereits einen großen Lauf hinter sich gebracht. Getrieben von den Hightech-Werten der NASDAQ konnte Anfang April ein Hoch von 18.567 Punkten erreicht werden. Die ehemaligen Zugpferde aus den Sektoren Künstliche Intelligenz und Rüstung zeigen aber nun obere Wendeformationen, hier liegen Gewinnmitnahmen nahe. Mit der Erwartung der Marktteilnehmer von möglichen Zinssenkungen im Sommer, richtet sich der Blick nun auf BioTech-Sektor. Dieser konsolidiert nun schon seit zwei Jahren, einige Werte rücken mit einer wahrscheinlichen Branchen-Rotation aktuell ins Rampenlicht.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: MEDIGENE AG NA O.N. | DE000A1X3W00 , EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017

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Inhaltsverzeichnis:


    Dr. Aram Mangasarian, CEO, NOXXON Pharma N.V.
    "[...] nach Abschluss der Untersuchungen unseres Partners, besteht durch diese Vereinbarung die Möglichkeit einer starken Wertschöpfung für unser Unternehmen. [...]" Dr. Aram Mangasarian, CEO, NOXXON Pharma N.V.

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    Evotec – Kurz vor dem technischen Ausbruch?

    Mit einem Paukenschlag reagierten die Anleger auf die Geschäftszahlen für das Jahr 2023 bei Evotec. Mit einem Konzernumsatz von 781,4 Mio. EUR lag man bei den Erlösen sogar 6 % über dem Vorjahr, auch die Marge konnte mit 22,6 % knapp gehalten werden. Wegen einer schwerwiegenden Cyber-Attacke musste das Unternehmen aber 15,9 Mio. EUR aufwenden. Das bereinigte EBITDA landete mit 66,4 Mio. EUR deutlich unter den 101,7 Mio. EUR aus dem Vorjahr.

    Insgesamt konnte Evotec signifikante Fortschritte in den strategischen Partnerschaften mit Bristol Myers Squibb erreichen, die Kooperation in der Neurologie-Kooperation wurde um acht Jahre verlängert. Ein wichtiger wissenschaftlicher Fortschritt gelang auch in der Allianz mit BMS im Bereich Protein Degradation in Bezug auf die Entwicklung einer Pipeline von Molecular Glues. Neue Partnerschaften zwischen Sandoz und Just sowie mit Janssen im Bereich immunbasierter Therapien wurden ins Leben gerufen und der Evotec-Partner Jingxin erhielt die Zulassung für den Wirkstoff EVT201 in China.

    Als neuer CEO und Nachfolger von Dr. Werner Lanthaler kommt Dr. Christian Wojczewski zum 01. Juli 2024 ans Ruder. Evotec legt den Fokus für 2024 auf nachhaltiges und profitables Wachstum, möchte seine Organisation jedoch restrukturieren, der Umsatz und das EBITDA sollen dann wieder zweistellig wachsen. Die Analysten der Deutschen Bank haben ihre Einstufung auf „Buy“ belassen, das Kursziel wurde aber um 37 % von 19 auf 12 EUR angepasst. Nach einem 40 %-Absturz auf 8,63 EUR kann sich die Notiz wieder langsam Richtung 10 EUR erholen. Nach einer Kursdrittelung innerhalb von 12 Monaten sollte das Gröbste nun im Kurs enthalten sein.

    Medigene – Mit guten Aussichten ins Jahr 2024

    Das Münchener Biotech-Unternehmen Medigene zieht derzeit große Aufmerksamkeit auf sich. Denn mit der Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal 2024 bestätigt der Vorstand seine Zufriedenheit mit dem aktuellen Geschäftsverlauf. In den ersten drei Monaten erreichte der Umsatz aus den Partnerschaften 3 Mio. EUR, dem standen aber auch F&E-Aufwendungen von 3,2 Mio. EUR gegenüber. Für das Gesamtjahr sollen die Umsätze 9 bis 11 Mio. EUR betragen, gleichzeitig erwartet man F&E-Aufwendungen von 11 bis 13 Mio. EUR. Die Liquidität im Unternehmen lag Ende März bei 12,4 Mio. EUR, die finanzielle Reichweite wird weiterhin bis in den April 2025 taxiert.

    "Im ersten Quartal 2024 haben wir uns weiterhin auf die Umsetzung unserer Strategie konzentriert und die Entwicklung unserer einzigartigen TCR-T-Therapien für solide Tumore, wie unser Hauptprogramm MDG1015, vorangetrieben", kommentierte der CEO Selwyn Ho. "Unsere Kernkompetenz liegt in der Generierung optimaler TCRs. Wir sondieren daher auch Möglichkeiten, die Einsatzmöglichkeiten von TCRs über TCR-T-Zelltherapien hinaus zu erweitern."

    Um die finanzielle Position zu stärken und die Entwicklung der vielversprechenden TCR-T-Therapien weiter voranzutreiben, führt Medigene derzeit eine Kapitalerhöhung durch. Ziel ist es unter anderem, neue Partnerschaften anzustreben und die hauseigene End-to-End-Plattform auf TCR-basierte Therapien wie T-Zell-Engager (TCE) und TCR-Natural-Killer (TCR-NK)-Therapien ausweiten. BioNTech und Regeneron sind zwei prominente Partner dieser Plattform. Die neuen Aktien werden im Bezugsverhältnis 5:1 zum Kurs von 1,20 EUR angeboten, ein durchaus attraktiver Einstiegspreis. Die Bezugsrechte mit der WKN A35JR8 können noch bis Donnerstagmittag, 02. Mai 2024, gehandelt werden. Ein Mehrbezug ist zulässig, von der Platzierung sind 3 Mio. EUR über einen Investor garantiert. Hier bietet sich eine gute Gelegenheit, bei Medigene günstig aufzustocken.

    BioNTech und Bayer – Ist der Boden schon erreicht?

    Die Aktie des deutschen Life Science Unternehmens BioNTech kommt im Jahr 2024 nicht so richtig in die Gänge. Seit Januar stehen 24 % Kursverlust auf der Uhr, die ganze Hoffnung liegt auf der an verschiedenen Stellen beschworenen Pipeline in der Krebsbekämpfung. Das Geschäft mit Corona-Impfstoffen läuft langsam gegen Null, damit werden die Mainzer im laufenden Jahr wohl wieder rote Zahlen schreiben. Hinter den Kulissen besinnt man sich daher auf die eigenen Wurzeln und nimmt verstärkt Krebsmedikamente ins Visier. BioNTech informierte kürzlich über gut verlaufende Studienergebnisse zu individualisierten Krebsimpfstoffen auf Basis der mRNA-Technologie. Im Optimalfall entstehen hier neue Vakzine, die sich nach Bedarf an Patienten anpassen lassen und vielleicht sogar ohne operative Eingriffe für eine Heilung sorgen können. Mit 82,2 EUR ist der BioNTech-Kurs nicht weit von seinem Jahrestief bei 78,54 EUR entfernt. Für die BioNTech-Aktie sind nur 9 von 16 der Experten auf der Plattform Refinitiv Eikon positiv und vergeben eine Kaufempfehlung mit einer mittleren Kurserwartung von 112,5 USD oder 105 EUR. Den Bericht zum ersten Quartal gibt es am 06. Mai 2024. Das dürfte spannend werden.

    Für Bayer geht es zwar an der Börse wieder leicht nach oben, trotzdem hängen die Klagen in den USA in Zusammenhang mit dem Unkraut-Vernichtungsmittel Glyphosat weiterhin wie ein Damokles-Schwert über den Leverkusenern. Seit der Monsanto-Übernahme hat der Marktwert des Pharma-Unternehmens mehr als 100 Mrd. EUR verloren. Die Dividende für das Jahr 2023 wurde auf 0,11 EUR gekürzt, die nächsten Quartalszahlen gibt es am 14. Mai 2024. Nur noch 5 von 25 Analysten auf der Plattform Refinitiv Eikon sprechen eine Kaufempfehlung aus. Die mittlere Kurserwartung auf 12 Monate liegt bei 32,80 EUR – immerhin knapp 20 % über dem letzten Kurs.

    Ein wildes Chartbild zeigt sich im BioTech-Sektor in den letzten 12 Monaten. Während sich Medigene und BioNTech noch gut behaupten können, sind Bayer und Evotec weiter auf dem Sinkflug. Noch sind keine Kaufsignale in Sicht. Quelle: Refinitiv Eikon vom 30.04.2024

    Die Stimmung im Biotech-Sektor hellt sich nur langsam auf. Das liegt an der Erwartung an die Notenbanken, das Zinsumfeld für Refinanzierungen zur Jahresmitte einfacher zu gestalten. Wegen zuletzt hoher Inflationszahlen ist dieser Termin in den Sommer vorgerückt. Aussichtsreiche Kandidaten mit einer guten Pipeline wie Medigene, Evotec und BioNTech werden bei der anstehenden Sektor-Rotation viel Beachtung finden. Bayer wird wohl noch einige Quartale mit den Klagen zum Kämpfen haben.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Bank – Das Kreditwesengesetz (KWG) regelt in Deutschland die erlaubten Geschäfte einer Bank.
    3. Dividende – Die Ausschüttung an Aktionäre einer Aktiengesellschaft wird Dividende genannt.
    4. Kapitalerhöhung – Erhöhung des Eigenkapitals eines Unternehmens
    5. Vorstand – Das eigenverantwortliche und geschäftsführende Organ einer Aktiengesellschaft ist der Vorstand.

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    Der Kapitalmarkt ist ein dynamisches Umfeld, geprägt von Schwankungen, die Anleger gleichermaßen herausfordern und Chancen bieten. Ein zentrales Element für langfristigen Anlageerfolg ist dabei die Fähigkeit, Volatilität nicht nur zu verstehen und zu akzeptieren, sondern sie auch strategisch zu nutzen. Besonders Rücksetzer bei Aktien, die oftmals durch Marktkorrekturen, politische Unsicherheiten oder sektorspezifische Ereignisse ausgelöst werden, können interessante Kaufgelegenheiten darstellen. Denn hinter jedem Rücksetzer können sich fundamentale Stärken und langfristige Wachstumspotenziale verbergen, die einem temporären Abschwung trotzen. Wir haben drei Aktien herausgesucht, die zuletzt einen Rücksetzer hatten, und beleuchten ihre Zukunftspotenziale.

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    Das hatte zu Jahresanfang noch ganz anders ausgesehen. Nach einer fulminanten Rally des Nasdaq-Biotech-Index zum letzten Jahresende dachten Anleger, der Aufschwung könnte sich in 2024 fortsetzen. Bislang hat sich diese Hoffnung noch nicht bestätigt. Hauptaugenmerk für die Branche sind die Refinanzierungsbedingungen. Diese haben sich sukzessive verschlechtert, denn die hartnäckige Inflation sorgt für hohe Notenbankzinsen. Und so wie das Wording der Zentralbanker zu interpretieren ist, scheint die nächste Zinssenkung noch nicht auf dem Kalender vermerkt zu sein. Ist es allerdings im Sommer so weit, dürfte es schnell gehen mit der LifeScience-Riege. Dann ist schnelle Branchen-Rotation angesagt! Hier unsere Kaufliste für das kommende Event.

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