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13.04.2022 | 05:00

Infineon, BrainChip, Nvidia – Chipmarkt vor nächster Welle

  • Halbleiter
  • Chips
Bildquelle: pixabay.com

Aufgrund der aktuellen Ereignisse im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt und den angekündigten Sanktionen gegen Russland werden bestimmte Güter des Alltags knapp. Aktuell stehen die Konsumenten zum Beispiel bei Sonnenblumenöl vor leeren Supermarktregalen. Fast vergessen scheint, dass es auch bei Halbleitern noch immer ein zu knappes Angebot gibt. Diese Krise könnte aufgrund des Krieges noch einmal eine Verschlimmerung hervorrufen. Grund sei, dass das für die Chip-Produktion nötige Edelgas Neon ausgehen könnte. Der Intel-Chef Gelsinger geht hingegen davon aus, dass die Chip-Knappheit noch bis ins Jahr 2023 reichen wird.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BRAINCHIP HOLDINGS LTD | AU000000BRN8 , NVIDIA CORP. DL-_001 | US67066G1040 , INFINEON TECH.AG NA O.N. | DE0006231004

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Inhaltsverzeichnis:


    BrainChip auf attraktivem Niveau

    Sie war ohne Zweifel einer der Outperformer im ersten Monat des laufenden Börsenjahres. Die Aktie des australischen Unternehmens BrainChip Holdings, das zudem Niederlassungen in den USA, Indien und Frankreich betreibt, konnte sich innerhalb eines Monats von 0,71 AUD auf 2,25 AUD fast vervierfachen. Für regelrechte Kaufpanik sorgte die Ankündigung, dass Mercedes Systeme entwickeln will, die auf der Akida-Hardware und -Software von BrainChip basieren. Die Technologie macht unter anderem die "Hey, Mercedes"-Sprachsteuerung im EQXX fünf- bis zehnmal effizienter, als die herkömmliche Sprachsteuerung.

    Seit Anfang Februar befindet sich der Titel in einer starken Konsolidierungsphase, die für ein derartig innovatives Technologieunternehmen nicht ungewöhnlich ist. Bei 0,805 AUD wäre das 78,6%-Korrekturniveau angesiedelt, was langfristig eine interessante Einstiegschance bieten könnte. Aktuell notiert der Titel, der neben Australien auch in Frankfurt und den USA gehandelt wird, bei 0,865 AUD, umgerechnet 0,59 EUR. Der Börsenwert ist auf 1,12 Mrd. EUR geschmolzen.

    „Effizienteste Lösung, die es je gab“

    Fundamental arbeitet BrainChip, der weltweit erste kommerzielle Hersteller von neuromorphen KI-Chips, weiter an der Optimierung des Akida-Chips, der laut dem Management „die effizienteste KI-Lösung, die jemals produziert wurde“ darstellt. Der Akida-Prozessor ist extrem stromsparend und hochleistungsfähig und unterstützt das Wachstum der Edge-KI-Technologie durch die Verwendung einer neuromorphen Architektur, einer Art künstlicher Intelligenz, die von der Biologie des menschlichen Gehirns inspiriert ist. Bei jeder Transaktion lernt Akida dadurch eigenständig dazu. Damit eignet sich die Technologie hervorragend für moderne Edge-Geräte und soll beim autonomen Fahren, IoT-Geräten, in der Robotik, der medizinischen Diagnostik oder der Sicherheitstechnik eingesetzt werden.

    Mit SiFive, dem Begründer und Marktführer des RISC-V-Computings, wurde nun eine Partnerschaft vermeldet. So wurden die jeweiligen Technologien kombiniert, um Chipdesignern optimierte KI/ML-Rechenleistung am Rande des Netzwerks anzubieten. Für BrainChip ist die Erweiterung des Produktportfolios die Möglichkeit, die Akida-Technologie in ein marktführendes Produktangebot zu integrieren und so eine effiziente Kombination für Edge Computing zu schaffen.

    Weiteres Rückschlagpotenzial

    Dass es mit Korrekturen nicht nur innovative und neue Technologieunternehmen trifft, zeigt die Aktie des größten Entwicklers von Grafikprozessoren und Chipsätzen für Personal Computer, Server und Spielkonsolen, Nvidia. Nach Höchstständen von 347,00 USD kamen die US-Amerikaner bis auf aktuell 219 USD mehr als 35% unter die Räder. Dabei scheint die Korrektur noch bei weitem nicht ausgestanden. So verläuft der seit dem Corona-Tief Anfang März 2020 ausgebildete Aufwärtstrend aktuell bei 207,00 USD. Sollte dieser gebrochen werden, wären Kurse im Bereich von 150,00 USD durchaus im Bereich des Möglichen.

    Für rote Kurse sorgte das Analystenhaus Baird, dass Nvidia auf „neutral“ von zuvor „outperform“ herunterstufte. Zudem wurde das Kursziel massiv von 360,00 USD auf aktuell 225,00 USD gekürzt.

    Analysten senken den Daumen

    Ebenfalls nach unten schraubte das britische Investmenthaus Barclays das Kursziel für Infineon, und zwar von 45,00 EUR auf aktuell 30,00 EUR. Die Einstufung wurde bei „equal weight“ belassen. Nach dem überaus starken Wachstum in den Jahren 2020 bis 2022 gebe es zunehmend Signale für einen kurzfristigen Abschwung in der Halbleiterbranche, ist Analyst Keagan Bryce-Borthwick der Meinung. Langfristig bleibt er indes mit Blick auf die gesamte Branche zuversichtlich.

    Vergrößern wollen die Münchner dagegen die Fertigung von Chips für die Autoindustrie. Aufgrund dessen soll das Werk in Indonesien erweitert werden. Durch eine Übernahme an Werksgebäuden am Standort Bantam konnte die Produktionsfläche verdoppelt werden. Die Fertigung solle 2024 starten, teilte Infineon am Dienstag mit. Autospartenvorstand Thomas Kaufmann verwies auf den steigenden Bedarf an Halbleitern für Automobile.

    Charttechnisch hat sich das Bild deutlich eingetrübt. Bei Unterschreiten des Jahrestiefs bei 25,69 EUR wäre der nächste markante Widerstand erst bei 22,50 EUR zu finden.


    Die Halbleiterkrise dürfte uns laut Branchenexperten noch bis mindestens 2023 beschäftigen. BrainChip arbeitet mit seiner Akida-Technologie an einer echten Innovation und hat seine Korrektur weitgehend hinter sich. Bei Nvidia und Infineon dagegen sendet das technische Bild noch keine Entspannungssignale.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Software – Oberbegriff für unterschiedliche Arten von Programmen, die für den Betrieb von Computern notwendig sind.

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 07.09.2022 | 04:44

    Künstliche Intelligenz mit diesen Aktien einkaufen: Infineon, BrainChip, Porsche, VW

    • E-Mobilität
    • Künstliche Intelligenz
    • Automobile
    • Halbleiter

    In Hightech-Anwendungen von Morgen sind sie nicht mehr wegzudenken: Kleine, miniaturisierte Chips, welche die intelligente Steuerung unserer modernen Gerätschaften übernehmen. Die flinken Wunderwerke müssen dabei nicht nur ihre programmierte Aufgabe lösen, sondern auch strom- und platzsparend sein. Ingenieurs-Zentren weltweit versuchen Chips zu entwickeln, die durch exogene Einflüsse lernen, das heißt, ihre Umwelt durch Spracherkennung oder entsprechende Sensorik erfassen, Zustände auswerten und Reaktionskategorien entwickeln. Wenn beispielsweise ein Objekt in der Größe eines Balles vom rechten Straßenrand quer zur Fahrbahnmitte rollt, sollen solche Systeme mit Hilfe von Optik und Sensorik eine Bremsung auslösen. Bravo, wenn es klappt - wo liegen die Chancen im derzeitigen Aktienabschwung?

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    Kommentar von Stefan Feulner vom 17.08.2022 | 05:10

    Positive Zeichen – Infineon, Defence Therapeutics, Morphosys

    • Halbleiter
    • Biotechnologie

    Eine bekannte Regel besagt, dass Börsen die Zukunft handeln. Aktuell kämpfen Politik und Währungshüter zum einen um die Eindämmung der ausufernden Inflation, zum anderen gegen das Eintreten einer globalen Rezession. Dazu kommen geopolitische Spannungen in der Ukraine und in Taiwan. Doch der Kapitalmarkt zeigt sich seit Wochen robust, allein der DAX legte seit Anfang Juli im diesjährigen Sommerloch rund 1.500 Punkte zu. Kommt es doch anders, als die wieder im Vordergrund stehenden Crash-Propheten prognostizieren? Die Anzeichen verdichten sich, dass der Aktienmarkt seine Tiefs bereits gesehen hat.

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    Kommentar von Armin Schulz vom 08.08.2022 | 05:50

    Infineon, BrainChip, Nvidia – Chipmangel bleibt auch 2022 bestehen

    • Infineon
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    • Künstliche Intelligenz

    Der Chipmangel ist nicht nur in der Automobilbranche allgegenwärtig. Zuletzt konnte die AOK ihren Versicherten keine elektronischen Gesundheitskarten mehr ausstellen, weil die Chips fehlten. Die Halbleiterbranche soll laut McKinsey bis 2030 jährlich um 6-8% wachsen. Der Besuch von Nancy Pelosi in Taiwan könnte die Chipkrise in Zukunft zusätzlich befeuern. Dazu muss man wissen, dass der Inselstaat etwa zwei Drittel aller weltweit benötigten Mikrochips produziert. Es besteht eine latente Gefahr, dass China Taiwan annektieren will. Die USA versuchen sich bereits von Asien unabhängiger zu machen. Dazu wurde ein Gesetzentwurf zur Förderung der Halbleiterfertigung über 369 Mrd. USD durch den Kongress verabschiedet. Wir sehen uns heute drei Unternehmen an, die von den Investitionen profitieren werden.

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