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2021-10-01 06:02

JinkoSolar, Memiontec, Encavis – Wie man von der Bundestagswahl profitiert

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Bildquelle: pixabay.com

Seit der Bundestagswahl am 26. September scheint klar zu sein, dass die Grünen mit in der Regierung sitzen werden. Egal ob eine Ampel- oder Jamaika-Koalition, ohne die Grünen bleibt nur die GroKo übrig, und das ist mit der CDU als Junior Partner so gut wie ausgeschlossen. Annalena Baerbock hat schon klargestellt, dass ihre Partei Forderungen bezüglich der Nachhaltigkeit durchsetzen will. Deutschland wird seine Kraftanstrengungen also noch einmal erhöhen müssen. Erneuerbare Energien werden weiter gefördert, CO2 Ausstoß bestraft. Dieses Vorgehen kann man fast überall auf der Welt beobachten. Grund genug, um sich drei Unternehmen näher anzusehen, die sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben haben.

Lesezeit: ca. Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007 , Memiontec Holdings Limited | SGXE56008290 , ENCAVIS AG INH. O.N. | DE0006095003

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Inhaltsverzeichnis:


    Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE
    "[...] Wir können Busse und LKW vollständig klimaneutral umbauen. Dabei gehen wir modular und inkrementell vor. So können wir mit allen gängigen Fahrzeugtypen arbeiten und zudem auf neue Technologie und Innovation reagieren [...]" Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE

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    JinkoSolar – Börsengang der Tochter birgt Potential

    JinkoSolar ist bekanntermaßen einer der größten Photovoltaik Anbieter weltweit. Während Deutschland lange Zeit als Vorreiter bei der Solarenergie galt, so sind inzwischen chinesische Unternehmen führend. Im Zuge der Energiewende ist Solarstrom ein wichtiges Element, da es reichlich Flecken auf der Erde gibt, wo nahezu den ganzen Tag die Sonne scheint. Die Zukunftsaussichten sind also hervorragend. Trotzdem leidet auch JinkoSolar unter dem Margendruck der Branche.

    Die letzten Quartalszahlen überraschten die Analysten positiv. Die Erwartungen wurden übertroffen, lediglich beim Ausblick sah es ein wenig schlechter aus, da die Bruttomarge im dritten Quartal von rund 17% bis auf 12% sinken könnte. Hier spielen die hohen Rohstoffpreise und auch die Chipkrise eine Rolle. Nichtsdestotrotz investiert das Unternehmen 500 Mio. USD in Vietnam, um eine weitere Produktionsstätte mit bis zu 7 Gigawatt aufzubauen.

    Die Gerüchte um einen Börsengang der Tochter Jiangxi Jinko scheinen sich zu bestätigen. Der Antrag wurde bereits im Juni gestellt und die Tochter hat Schätzungen für die ersten neun Monate des Jahres vorgelegt. Der Umsatz liegt bei etwa 3,6 Mrd. USD und der Gewinn soll bei etwa 99 Mio. USD liegen. Zuletzt wurde die Tochter mit einem Marktwert von 1,7 Mrd. USD bewertet, während die Mutter JinkoSolar aktuell auf lediglich 2,1 Mrd. USD kommt. Ein Börsengang würde den Wert von JinkoSolar deutlich aufwerten. Aktuell liegt die Aktie bei 41,85 USD. Oberhalb von 44,26 USD klärt sich das Chartbild langsam auf.

    Memiontec – Wasser ist wertvoll

    Memiontec ist aktuell vor allem in Singapur, Indonesien und China aktiv. Das Unternehmen ist ein Spezialist für Wasserlösungen aller Art und seit fast drei Jahrzehnten am Markt tätig. Ein Meilenstein wurde 2016 erreicht, als die ersten Boot- und Toot-Projekte an Land gezogen werden konnten. Diese Verträge haben eine Laufzeit von bis zu 25 Jahren und garantieren wiederkehrende Einnahmen. Neben diesen Projekten, die hauptsächlich mit Kommunen abgeschlossen werden, hat das Unternehmen namhafte Kunden wie Nike, Singapur Airlines, Danone Aqua, Pepsico oder auch Micron.

    Am 30. August konnte das Unternehmen zwei Ausschreibungen in Singapur für sich gewinnen mit einem Gesamtvolumen von 12,7 Millionen Singapur-Dollar (SGD). Ein Teil wurde durch das Public Utilities Board beauftragt, die bereits im April einen Auftrag über 21,7 Mio. SGD an Memiontec vergeben hatten. Die Kunden sind also scheinbar sehr zufrieden mit ihrem Partner. Der Auftragsbestand klettert damit auf 91,6 Mio. SGD. Das Management rechnet in den kommenden Jahren mit einigen großen Ausschreibungen für verschiedene Wasseraufbereitungsanlagen und Wasserwerke.

    Memiontec kann die komplette Wertschöpfungskette der Wasserindustrie abdecken und verfügt bereits über alle notwendigen Lizenzen, um an diesen Ausschreibungen teilnehmen zu können. Durch die ersten erfolgreichen Projekte und die damit entstandenen Kontakte kann man von Unternehmensseite her den Ausschreibungen zuversichtlich entgegensehen. Die Aktie konnte sich seit Anfang August mehr als verdoppeln. Als interessierter Anleger sollte man auf einen Rücksetzer zum Einstieg warten. Das Unternehmen schüttet sogar schon eine Dividende aus.

    Encavis – legt neuen Fond auf

    Die deutsche Encavis könnte direkt von einer Regierungsbeteiligung der Grünen profitieren, denn wie bereits erwähnt, werden dann die Investitionen in erneuerbare Energien hochgefahren werden. Da Deutschland anders als andere Industriestaaten nicht auf Atomstrom zurückgreifen kann um den CO2-Ausstoß zu verringern, bleibt nur die Investition in Wind- und Solarstrom. Hier ist Encavis sehr gut aufgestellt. 75% des gewonnenen Stroms wird aus Sonnenenergie gewonnen, 25% steuert die Windkraft bei.

    Am vergangenen Montag wurde bekannt, dass die 100%ige Tochter Encavis Asset Management 5 Windparks in Frankreich übernommen hat, deren Windräder alle mit neuen modernen Turbinen ausgestattet sind und so eine Leistung von 74,5 Megawatt bringen. Finanziert wird die Transaktion aus dem Spezialfonds EIF II, der zusammen mit der BayernLB aufgelegt wurde und Dezember letzten Jahres mit 480 Mio. EUR Kapital ausgestattet wurde. Dieser Fonds richtet sich ausschließlich an Kreditinstitute. Aufgrund der Nullzinspolitik war die Nachfrage riesig. Nun wird der nächste Fond an den Start gebracht, wie das Unternehmen am 29. September mitteilte. Dieses Mal sollen 500 Mio. EUR eingeworben werden. Der Fond verspricht eine durchschnittlich 5%ige jährliche Ausschüttung.

    Das Management hat die Jahresziele von 320 Mio. EUR Umsatz und das bereinigte operative Ergebnis von 240 Mio. EUR bekräftigt. Die Aktionäre erhalten aktuell etwa 1,8% Dividendenrendite, wobei man beachten sollte, dass das Unternehmen die Dividende in den vergangenen Jahren stetig gesteigert hat. Die Aktie läuft schon seit Anfang Juni in einer 3 EUR Spanne seitwärts. Vor einiger Zeit haben Organe des Unternehmens auf etwa diesem Level Aktien zugekauft. Das ist meistens ein gutes Zeichen.


    Alle Unternehmen arbeiten letztlich an mehr Nachhaltigkeit. JinkoSolar versorgt die Kunden mit den entsprechenden Solaranlagen. Memiontec versucht die Wasserverschwendung so gut es geht zu reduzieren und den Menschen Zugang zu Trinkwasser zu ermöglichen. Encavis versorgt seine Kunden mit grünem Strom. Sollten die Grünen an der Regierung beteiligt werden, ist hier voraussichtlich am meisten Potential vorhanden.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Börsengang – Der Hauptzweck eines Börsenganges ist die Eigenkapitalbeschaffung, häufig die größte Eigenkapitalaufnahme in der Unternehmensgeschichte.
    3. Dividende – Die Ausschüttung an Aktionäre einer Aktiengesellschaft wird Dividende genannt.
    4. Fonds – Fonds werden von Kapitalanlagegesellschaften gegründeten, um Anlegern themenspezifisch Investitionsinstrumente zu bieten.
    5. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.
    6. Organe – Die Aktiengesellschaft (AG) besteht aus drei Organe.

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    Kommentar von Armin Schulz vom 03.01.2022 | 05:20

    Bayer, Memiontec, Deutsche Telekom – Mit Standardwerten durch die Inflation

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    Als die Inflationsraten in den USA und Deutschland anfingen zu steigen, hieß es zuerst von allen Seiten, dieses Phänomen sei vorübergehender Natur. Mittlerweile zeichnet sich ab, dass die Experten danebengelegen haben. Die Inflation ist gekommen um zu bleiben und bringt Inflationsraten wie wir sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen haben. Im November lag sie in Deutschland bei 5,2%. Normalerweise wäre es die Aufgabe der EZB die Inflation zu steuern, doch der sind aufgrund der Zinsproblematik die Hände gebunden. Somit bleibt für Anleger die Frage, wie sie ihr Geld am besten schützen. Eine Möglichkeit sind Standardwerte, von denen wir heute drei genauer beleuchten.

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