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07.10.2021 | 05:08

JinkoSolar, Meta Materials, Encavis – Here comes the sun!

  • Innovationen
  • Solar
  • Erneuerbare Energien
Bildquelle: pixabay.com

Klima ist das beherrschende Thema unserer Zeit. Nicht nur die Bevölkerung hat dies verstanden und den Grünen bei der vergangenen Bundestagswahl ein Rekordergebnis beschert, auch viele Unternehmen aus traditionellen Branchen wie der Automobilindustrie oder der Schwerindustrie haben inzwischen akzeptiert, dass nur eine grüne, nachhaltige Technologie dauerhaftes Wachstum verspricht. Klimaneutrale Energieträger sind das zentrale Element. Damit verbunden sind die Herausforderungen Energie-Speicherung und Erhöhung des Wirkungsgrades, welcher aktuell noch weit davon entfernt ist, um fossile Energieträger komplett zu ersetzen. Diese drei Aktien werden von den Umwälzungen profitieren.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: Meta Materials Inc. | US59134N1046 , JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007 , ENCAVIS AG INH. O.N. | DE0006095003

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Inhaltsverzeichnis:


    JinkoSolar – Tochter geht an die Börse

    2020 konnte JinkoSolar mit 24,79% einen neuen Weltrekord beim Wirkungsgrad seiner monokristallinen n-Typ-Solarzellen vermelden. Zwar wurde dieser Rekord zwischenzeitlich von einem Projekt des Fraunhofer Instituts mit rund 26% übertroffen, dennoch bleiben die Chinesen nach aktuellem Stand Rekordhalter im Bereich der Serienfertigung. Diese soll nun massiv ausgebaut werden. So ließ sich das Unternehmen Anfang 2021 den Bau einer neuen Fertigungsanlage mit einer Jahreskapazität von sieben Gigawatt in Vietnam von der dortigen Regierung genehmigen. Die Investition von mehr als 500 Mio. USD in eine Produktionsstätte für Wafer und Ingots soll die Inbetriebnahme der Anlage im ersten Quartal 2022 ermöglichen.

    JinkoSolar wird damit seinen Jahresumsatz nach Meinung von Analysten auf rund acht Mrd. USD steigern und zudem seine internationale Lieferkette diversifizieren können. Damit trägt der Konzern der weltweit stark wachsenden Nachfrage nach Solarzellen Rechnung. Außerdem plant der chinesische Solarpionier den Börsengang seiner Tochter Jiangxi Jinko am STAR-Markt der Shanghaier Börse. Hierzu wurden bereits im Juni die erforderlichen Unterlagen eingereicht und zwischenzeitlich auch von der Börse akzeptiert. Als nächster Schritt steht nun das Registrierungsverfahren bei der chinesischen Wertpapieraufsichtsbehörde an. Der Konzern, der aktuell etwa 73% an der mit 1,7 Mrd. USD bewerteten Tochter hält, würde sich maximal auf einen Anteilsbesitz von knapp 55% verwässern lassen.

    Meta Materials – Gute Perspektiven dank innovativer Materialien

    Der Wirkungsgrad von Solarzellen beschreibt, wie viel des einfallenden Lichts eine Solarzelle imstande ist in elektrische Energie umzusetzen. Um den Output zu maximieren muss also die Menge des einfallenden Lichts so groß wie möglich sein. Flexible System verfügen daher über eine Nachführungssteuerung, welche Ausrichtung und Stellwinkel der aktuellen Sonnenposition anpassen. Bei fest installierten Solarzellen muss hingegen ein Kompromiss gefunden werden, sodass möglichst das Maximum des Sonnenlichts eingefangen werden kann. Hier setzt das im kanadischen Nova Scotia beheimatete Unternehmen Meta Materials mit seinen Spezialbeschichtungen an.

    Die von der an der NASDAQ gelisteten Gesellschaft in mehr als zehn Jahren Forschungsarbeit entwickelten und zum Großteil patentierten Nanomaterialien sind in der Lage, Licht, Schall, Wärme oder Funkwellen mithilfe von faktisch unsichtbaren Beschichtungen „umzuleiten“. Damit ist es möglich, die Menge von einfallendem Licht auf die Oberflächen von Solarzellen ohne die Notwendigkeit von Nachführungssystemen oder Konzentratoren signifikant zu erhöhen und die produzierte Strommenge so zu steigern. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Solarzellen bei gleichem Output so zu verkleinern, dass sie beispielsweise für mobile Anwendungen geeignet sind.

    Aber die Anwendung der von Meta Materials produzierten Werkstoffe ist nicht nur auf die Solarbranche beschränkt, sondern auch für dutzende andere Bereiche geeignet. So ist beispielsweise ebenfalls die transparente Beschichtung von Fensterscheiben möglich, die sich dann als Antennen für die Verbesserung des Empfangs der 5G-Mobilfunktechnik nutzen lassen. Das Unternehmen hat inzwischen 149 Patentanträge eingereicht, für 82 Anträge wurde das Patent bereits erteilt. Anleger zeigten sich zwischenzeitlich fasziniert, die Aktie kletterte im Juni bis auf 22 USD. Danach setzte eine deutliche Kurskorrektur in den Bereich von aktuell 5,30 USD ein, womit die Gesellschaft nun mit knapp 1,5 Mrd. USD. bewertet ist.

    Ein weiterer Bereich, in dem Meta Materials zukünftig Fuß fassen will, ist das Thema Sicherheit. So vermeldeten die Kanadier kürzlich die vollständige Übernahme der Nanotech Security Corp. für rund 91 Mio. CAD, einem führenden Unternehmen in der Entwicklung nanooptischer Sicherheitsfunktionen, die z.B. zum Schutz vor Fälschungen bei Banknoten oder zur Überwachung von Markenrechten eingesetzt werden. Für die nächsten zwei Jahre hat Meta Materials die Absicht bekundet, seine Produktionskapazitäten von aktuell rd. 7 Mio. qm auf 15 Mio. qm pro Jahr mehr als zu verdoppeln.

    Encavis – Wann steigt die Aktie wieder?

    Einer der größten börsennotierten deutschen Solarparkbetreiber ist die in Hamburg ansässige Encavis AG. Neben Solarparks betreibt das Unternehmen ebenfalls zahlreiche On-Shore Windparks. Das Verhältnis Solar zu Windkraft liegt aktuell bei etwa 3:1. Der Kursverlauf enttäuschte in diesem Jahr massiv. Jüngst konnte die Gesellschaft aber gute Neuigkeiten vermelden. So ist es Encavis gelungen, für seine 21 Freiflächen- Windparks im Italien (Gesamtleistung: rund 41,7 MWp) eine günstige Refinanzierung zu realisieren. Mit der BayernLB wurde zudem ein neuer, ausschließlich an Kreditinstitute gerichteter Spezialfonds mit einem Volumen von 500 Mio. EUR aufgelegt, nachdem der Vorgängerfonds wegen hoher Nachfrage zunächst von 200 Mio. EUR auf 400 Mio. EUR verdoppelt, und mit 480 Mio. EUR im Dezember 2020 geschlossen wurde.


    Solar ist und bleibt ein brandaktuelles Thema. JinkoSolar und Encavis sind aufgrund ihres aktuellen Portfolios attraktiv. Kurzfristig wird niemand die chinesische Dominanz bei der Herstellung von Solarmodulen brechen können. Und der deutsche Solar- und Windparkbetreiber dürfte mit der neuen Bundesregierung – egal aus welchen Parteien diese bestehen wird – sicherlich Rückenwind bekommen. Die innovative Technologie von Meta Materials bietet zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten und adressiert damit einen riesigen Markt. Nach der Kurskorrektur ist der Titel definitiv einen genaueren Blick wert.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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