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22.08.2022 | 04:44

Joe Biden beflügelt Wasserstoff-Aktien: Nel ASA, Plug Power, dynaCERT im Rallye-Modus

  • Klimarettung
  • Wasserstoff
  • Technologie
Bildquelle: pixabay.com

Die Wasserstoff-Technologie scheint für die Dynamisierung unserer Klimaschutz-Bemühungen nun an Fahrt zu gewinnen. Joe Biden hat lang verhandeln müssen, doch nun steht seine Climate & Health Bill über 430 Mrd. USD in den Geschichtsbüchern. Mit der Unterzeichnung des Präsidenten ist das Gesetzespaket seit letzter Woche nun offiziell in Kraft. GreenTech ist in aller Munde, denn nicht zuletzt seit der Ukraine-Krise weiß die Welt um die gefährliche Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Schade nur, dass bei der Abstimmung im US-Senat tatsächlich jeder Republikaner gegen diese Beschlüsse gestimmt hat. Einige Aktien reagierten mit Freudensprüngen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

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Inhaltsverzeichnis:


    Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE
    "[...] Wir können Busse und LKW vollständig klimaneutral umbauen. Dabei gehen wir modular und inkrementell vor. So können wir mit allen gängigen Fahrzeugtypen arbeiten und zudem auf neue Technologie und Innovation reagieren [...]" Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE

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    Plug Power – Der Börsenliebling lässt ein wenig Luft ab

    Bidens ursprüngliche Pläne für Klimaschutz und Sozialreformen gehörten zu den Kernvorhaben seiner Amtszeit. Das jetzige Paket sieht zwar nach Regierungsangaben die umfassendsten Investitionen der USA zur Bekämpfung des Klimawandels vor, das vorliegende Paket ist wegen Streitigkeiten innerhalb der Demokraten aber ein Kompromiss. Denn es enthält nur einen Bruchteil dessen, was Biden einst durchsetzen wollte. Dass das Gesetz überhaupt verabschiedet wurde, ist für den Präsidenten dennoch ein Sieg – bis vor kurzem wurde kaum noch damit gerechnet. Die enthaltenen Maßnahmen zum Klimaschutz sollen zu einer Reduzierung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes der USA von rund 40% bis 2030 im Vergleich zum Jahr 2005 führen.

    Der H2-Börsenliebling Plug Power hatte schon vor der Gesetzesentscheidung eine ausgeprägte Rallye hinter sich gebracht. Seit den Tiefstständen im Mai konnte der Wert eine sagenhafte 120%-Erholung aufs Paket legen. Es beflügelten in erster Linie die Äußerungen für einen dekarbonisierte Mobilität rund um den um den Globus und einige gute Deals. Plug Power möchte von den öffentlichen Budgets eine gehörige Menge an Land ziehen und plant bei aktuellen Umsätzen von knapp 1 Mrd. USD in 2022 eine Umsatzvervierfachung bis 2026. Die Profitabilität möchte der Konzern aus Latham, New York bereits in 2025 erreichen. Auch wenn die Analysten ein mittleres Kursziel von 37,46 USD berechnen, ist ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 16,6 schon außergewöhnlich hoch und von viel Phantasie geprägt. In der letzten Woche hat der Wert erst mal 12% verloren, eine gesunde Konsolidierung nach der politisch induzierten Kaufpanik. Warten sie ab, wohin die aktuelle Konsolidierung führt.

    dynaCERT – Starker Rebound deutet auf anstehende Zertifizierung hin

    Schon oft besprochen haben wir das kanadische Technologie-Unternehmen dynaCERT. Nach einer starken Konsolidierung des Kurses wegen Corona-bedingter Showstopper, erlebt der Wert aktuell ein Revival. Vom ausgebombten Niveau bei etwa 0,10 kanadischen Dollar erholte sich der Wert bei riesigen Umsätzen bis Ende letzter Woche um ganze 80% auf 0,18 CAD.

    Hierfür gibt es mehrere Gründe: Das Unternehmen hat sich als einer der technologischen Vorreiter sehr früh mit den Vorteilen der Wasserstoff-Technologie befasst und verfügt jetzt über einen guten Bekanntheitsgrad und Marktzugang in Nordamerika. Das passt perfekt zu Joe Bidens verkündetem Climate Bill. Darüber hinaus läuft bei dynaCERT seit einigen Monaten der Zertifizierungsprozess von VERRA, dem weltweit anerkannten Institut für die Zulassung von CO2-Zertifikaten, die gerade für disruptive Technologien einen wichtigen Proof-of-Concept liefern. Die globalen Standards und Rahmenwerke von VERRA dienen als Dreh- und Angelpunkt für die Kanalisierung von Finanzmitteln in Aktivitäten, die einige der dringendsten Umweltprobleme unserer Zeit angehen. Die Zuteilung wird von der Börse wohl unmittelbar erwartet. Sollte sie kommen, ist der Weg frei für ein flächendeckendes Ausrollen der dynaCERT-Technologie. Verträge wie Plug Power zusammen mit Walmart wären dann für größere Flottenverbände in Nordamerika möglich. Wer die LKW-Dichte auf Nordamerikas Freeways kennt, kann die Dimensionen für eine potentielle Energie-Einsparung gut einschätzen.

    Auf der kommenden IAA für Nutzfahrzeuge in Hannover im September ist die Bühne frei für eine breite Vorstellung der technischen Lösungen, in die seit 2018 bereits über 50 Mio. CAD Entwicklungskosten geflossen sind. Die DYA-Aktie wird die zu erwartenden News und den Messeauftritt aber wohl schon vorher entsprechend feiern. Der Titel ist spekulativ, aber hochinteressant.

    Nel ASA – Nach den Zahlen erst mal in die Konsolidierung

    Das norwegische Wasserstoff-Unternehmen Nel ASA legte am 11.08. seine Halbjahreszahlen vor, die Aktien legten daraufhin erstmal den Rückwärtsgang ein. Denn die Erwartungen der Analysten konnten bei Weitem nicht erreicht werden. So ist der Umsatz im zweiten Quartal zwar um 12% von 163,7 auf 183 Mio. NOK gestiegen, die Experten hatten jedoch mit 244 Mio. NOK gerechnet. Unter dem Strich beträgt der Verlust immer noch 0,18 NOK pro Aktie, auch das weicht rund 25% von den Konsensus-Schätzungen ab.

    Das EBITDA stellte sich wegen hoher Investitionen auf -197 nach -120 Mio. NOK, der Auftragseingang erreichte im zweiten Quartal aber 236 Mio. NOK. Das ist immerhin 61% mehr als im Vorjahresquartal und mit 1,439 Mrd. NOK ist das Auftragsbuch so stark gefüllt wie nie. Durch eine weitere Kapitalerhöhung im ersten Halbjahr konnte Nel seine Kassenposition bis zum Stichtag auf über 3,6 Mrd. NOK ausdehnen, das hilft für die Annahme der zu erwartenden öffentlichen Aufträge. Nel ist auf diese angewiesen, denn die Investitionsbereitschaft der Privatwirtschaft in H2-Technologien ist noch auf sehr niedrigem Level.

    Mit einem aktuellen KUV von 24 ist die Aktie alles andere als günstig, charttechnisch sollte der volatile Wert nicht mehr unter die 1,47 EUR-Marke fallen, sonst droht Ungemach. Die Nel-Aktie ist insgesamt ein spekulatives Hoffnungspapier auf sprunghafte Entwicklungen innerhalb des H2-Sektors, Investierte setzen einen engen Stop. Auch researchanalyst.com hat hierzu ein Update veröffentlicht.


    Die Wasserstoff-Technologie hat eine Relevanz im Kampf gegen die Erwärmung der Atmosphäre. Der Sektor profitiert daher immer wieder von positiven Meldungen zu neuen Regierungsbudgets. Die aktuelle Bewertung der Branchen-Protagonisten ist entsprechend hoch. Wer diversifiziert investiert, senkt sein Portfolio-Risiko.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Kapitalerhöhung – Erhöhung des Eigenkapitals eines Unternehmens
    3. Wasserstoff – Technologie zur Nachrüstung von Diesel-Motoren für saubere Verbrennung und Senkung von Abgasemissionen

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    Angesichts der sich zuspitzenden Klimakrise ist der Bedarf an praktikablen Lösungen und Systemen zur Emissionsreduzierung größer denn je. Ein Bereich, der einen großen Einfluss auf die Emissionen hat, ist der Güterverkehr. Mit der steigenden Nachfrage nach Gütertransporten steigt auch die Menge der Emissionen, die in die Atmosphäre gelangen. Dies hat nicht nur schwerwiegende Auswirkungen auf die Umwelt, sondern beeinträchtigt auch die Nachhaltigkeit der Güterverkehrsbranche. Es stellt sich also die Frage, welche Art von Antriebssystem sich im Güterverkehr durchsetzen wird. Wird es der Elektroantrieb sein oder der Wasserstoffantrieb mit seinen Brennstoffzellen? Wir sehen uns drei Unternehmen an, die auf unterschiedliche Antriebe setzen.

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    Kommentar von Stefan Feulner vom 05.12.2022 | 05:10

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    Wasserstoff ist in Bezug auf die Energiewende ein zentraler Baustein und gilt als Schlüssel einer erfolgreichen Dekarbonisierung der Wirtschaft und des Verkehrssektors. Trotz der Förderprogramme der Politik für Wasserstoffstrategien weltweit und den positiven Zukunftsaussichten, stecken die an der Börse notierten Unternehmen weiterhin in der Korrektur. Dabei könnte der endgültige Durchbruch noch Jahrzehnte dauern. Von der langwierigen Umsetzung profitieren dagegen Brückentechnologien, die per sofort in verschiedensten Branchen einsetzbar sind.

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    • Gold
    • Exploration
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    Gold, Cannabis und Wasserstoff könnten zu den Top-Trends des kommenden Jahres gehören – auch an der Börse. Die Nel-Aktie könnte aufgrund der vollen Auftragsbücher vor einem Comeback in 2023 stehen. Zumindest ist der Umsatz bereits bis Mitte 2024 gesichert. Jetzt muss nur noch der Verlust reduziert werden, um das Kursziel von Analysten zu erreichen. Aurora Cannabis hat die Sanierung weitestgehend abgeschlossen und hofft auf Legalisierung in Europa und den USA. Getrieben von einem starken Goldpreis sind die Minenaktien bereits angesprungen. Jetzt sollten Explorationsunternehmen folgen. Zu ihnen gehört Tocvan Ventures. Und bei dem Goldexplorer können sich Anleger im kommenden Jahr auf einen regelmäßigen Newsflow freuen. Handelt es sich bei den drei Kandidaten um Comeback-Aktien 2023?

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