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05.07.2022 | 04:44

Klima-Aktien: BASF, Erin Ventures, Nordex, BYD – Der Stoff aus dem die Träume sind!

  • Klimawende
  • Rohstoffe
  • Batterie
  • E-Mobilität
Bildquelle: pixabay.com

Deutschland und Europa müssen sich für den kommenden Winter offenbar warm anziehen, denn eine stabile Energieversorgung scheint aus heutiger Sicht mehr als gefährdet. Private Haushalte sind dem Szenario wohl weitestgehend ausgeliefert, die großen Industriestandorte feilen hingegen schon seit einigen Monaten an alternativen Sicherungs-Konzepten. Für die lokale Energiespeicherung sollte auch die Batterie-Technologie weiter vorangetrieben werden. Ein wichtiger Stoff für die Akkumulatoren ist Bor, ähnlich notwendig wie Lithium, aber scheinbar wissen das nur Wenige. Wir beleuchten einige interessante Aspekte für Investoren.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , ERIN VENTURES INC | CA29570H2000 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

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Inhaltsverzeichnis:


    Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG
    "[...] Die Dominanz Chinas ist unter anderem ein Grund dafür, weswegen wir uns so stark auf dem Wolfram-Markt engagieren. Hier sind rund 85% der Produktion in chinesischer Hand. [...]" Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG

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    Erin Ventures – Bor, dieser wichtige Batteriestoff wird oft vergessen

    Bor ist eines der vielseitigsten Elemente auf der ganzen Welt, es trägt die Ordnungszahl 5 mit dem Kürzel „B“ im Periodensystem! Hunderte Produkte begegnen uns im täglichen Leben, sie alle enthalten Bor. Prominente Beispiele sind Glas, Keramik, Dämmmaterial für Häuser oder Glasfaserkabel, Smartphones, Computerbildschirme sowie Solarpanels auf dem Dach.
    Wichtig erscheint auch die Anwendung rund um die Elektromobilität sowie in Brennstoffzellen, hier spielt Bor eine ebenso wertige Rolle wie das allgemein verfolgte Lithium. Rein mengenmäßig steckt in Batterien für E-Autos fast so viel Bor, wie Lithium. In großen Windrädern finden sich mehr als sechs Tonnen Bor und in der Atomwirtschaft kommt Bor als Strahlenschutz zum Einsatz. Damit nimmt das Element einen entscheidenden Platz in der Dekarbonisierung ein.

    Der Rohstoff wird überwiegend von den beiden großen Bor-Produzenten Edi Maden in der Türkei und Rio Tinto in Kalifornien bereitgestellt, die restlichen Lieferanten sind weltweit stark fragmentiert und eher klein. Seit Jahren dominieren diese beiden Bergbauriesen den Markt, doch nun tut sich in Serbien eine neue Liegenschaft auf - kürzlich wurde die Vormachbarkeitsstudie (PEA) veröffentlicht. Dort wird berechnet, dass die Nachfrage sich bald verzehnfachen wird. Für den kanadischen Explorer Erin Ventures könnten die Karten nicht besser stehen, denn mit einem Invest von 80 Mio. USD ergibt sich ein Nettobarwert für die geplante Mine von 525 Mio. USD.

    Es gibt nur wenige Peer-Unternehmen, die sich mit Lithium- und Borprojekten befassen. Deswegen hat das Researchhaus MMG Capital eine Bewertung von Erin Ventures durchgeführt. Unter Einbezug aller Parameter für einen 3-jährigen Minenaufbau sowie eines Teilverkaufs von 50% an den Joint-Venture Partner Temas, ergibt sich ein Bewertungsziel von 122,3 Mio. kanadischen Dollar. Auf die aktuelle Aktienzahl von 151,6 Mio. Stück liefert dies einen rechnerischen Fair Value von 0,79 CAD je Aktie. Beim aktuellen Kurs von 0,09 CAD, ein Fast-Verzehnfacher laut der jüngsten MMG-Analyse. Da gerade Europa im Bereich Klimaschutz weltweit am engagiertesten unterwegs ist, könnte dieses Bor-Projekt eine sehr wichtige Rolle für die europäische Industrie spielen. Nehmen Sie ruhig ein paar Stücke bei 0,09 CAD günstig ins Portfolio.

    BASF – Der Chemieriese switcht von Gas auf Wärmepumpe

    Der Ludwigshafener Chemieriese BASF ist einer der größten Gasverbraucher in Deutschland, das kann aufgrund von Knappheiten noch zu betrieblichen Einschränkungen führen, wenn nicht rechtzeitig ausgewichen werden kann. Für die Energiegewinnung in der gesamten BASF-Gruppe wird aber nun weitergedacht. Denn zusammen mit MAN will man eine riesige Wärmepumpe im Ludwigshafener Stammwerk des Chemiekonzerns installieren. Die Anlage soll Dampf erzeugen und dafür die Abwärme aus dem Kühlwassersystem nutzen.

    Mit der Wärmepumpe will BASF bis zu 150 Tonnen Dampf pro Stunde für Europas größten Chemiestandort erzeugen. Noch ist das ganze eine Idee und ob die Anlage in der angedachten Form gebaut werden kann, wollen MAN Energy Solutions und BASF bis Jahresende in einer Machbarkeitsstudie klären. Wasserdampf ist für die Produktion in der chemischen Industrie essenziell, BASF bezifferte ihren Bedarf in Ludwigshafen auf gut 20 Millionen Tonnen im Jahr.

    Zwei Fliegen mit einer Klappe: Für etwa die Hälfte ihrer Produktionskapazitäten ist BASF bislang noch auf Gas angewiesen, um das nötige Wasser zu erhitzen. Die Wärmepumpe könnte nun einen Teil dieses großen Bedarfs decken, der Gasverbrauch würde sinken und auch die CO2-Emissionen könnte man um bis zu 390 000 Tonnen pro Jahr verringern. Die BASF-Aktie ist nun schon seit Januar 2022 auf Talfahrt. Derzeit gibt es wohl keine guten Kaufargumente. Doch das Sentiment ist jetzt schon stark auf der negativen Seite. Bei 41,50 EUR stehen nun 39% Minus auf 12 Monats-Basis auf der Uhr, das KGV sinkt auf unter 7 und auch der Buchwert von 46 EUR wurde zuletzt unterschritten. So günstig sind Standardwerte selten!

    Nordex – Schon wieder schlechte Zahlen des Windkraftwerk-Herstellers

    Der Windturbinenhersteller Nordex startete wiederum mit hohen Verlusten ins Jahr, im ersten Quartal machte man ein Minus von 151 Mio. EUR nach einem Fehlbetrag von 55 Mio. EUR im Vorjahr. Keine guten Nachrichten für die geplagten Aktionäre, die in ihrem Wert eine gute Positionierung in der Klimadebatte vermuteten. Schuld sind laut Vorstand die hohen Kosten für die Neuausrichtung der Rotorblattfertigung, einer geringeren Installationsleistung sowie gestiegenen Rohstoff- und Logistikkosten begründet wird. Nordex lieferte die Zahlen aufgrund eines Hackerangriffs um einige Wochen verspätet und musste deshalb schon seine SDAX-Notiz aufgeben.

    Die Ende Mai gesenkte Jahresprognose bleibt unverändert, die operative Marge soll zwischen minus vier und null Prozent liegen. Mittelfristig sollen 8% Marge erreicht werden, hierfür müssen aber dringend Preiserhöhungen durchgesetzt werden. Der Nordex-Aktienkurs sucht aktuell nach einem tragfähigen Boden. Anfang Juli ging es schon mal auf 7,93 EUR runter, macht einen 12-Monatsverlust von über 53%. Wir hatten dauerhaft von einem Engagement abgeraten und warten auf eine technische Bodenbildung in der Hoffnungszone 6 bis 8 EUR. Der risikobewusste Investor muss hier erst mal viel Geduld mitbringen.

    BYD – Operativ herausragend, auch der Chart zeigt Stärke

    Die Zahlen für Juni zeigen, dass BYD im Segment New Energy Vehicle (NEV), das hauptsächlich aus Plug-in Hybrid- und reinen Elektrofahrzeugen besteht, im letzten Monat insgesamt 134.036 Fahrzeuge nach 41.366 Units im Vorjahr ausgeliefert hat. Die Hauptkonkurrenten von BYD als da NIO, Li Auto und XPeng zu nennen sind, konnten nicht Schritt halten und auch das China-Geschäft von Tesla kann von diesen Zahlen nur träumen. BYD peilt nach 641.350 Einheiten zum Halbjahr nun einen Absatz von 1,5 Mio. Fahrzeugen in 2022 an. So sieht Wachstum aus!

    BYD ist sehr klug aufgestellt, Dreh- und Angelpunkt könnte die vertikale Produktionsstruktur sowie der gesicherte Zugang zum wichtigen Lithium sein. Die Aktie setzt jedenfalls ihren Höhenflug fort und erreichte jüngst mit 39,90 EUR ein neues Alltime-High auf EURO-Basis. Zur Gewinnsicherung sollten sie den Sicherheits-Stop nun auf 37,50 EUR nachziehen, der Chart zeigt derzeit beachtliche Stärke.


    Der DAX bleibt unter Verkaufsdruck, das gilt fast für alle Standardwerte im Index. Schlimmer fielen aber zuletzt die Wachstumswerte. Der chinesische Tech-Riese BYD hält sich bravourös, BASF und Nordex stehen noch unter Druck. Seit der jüngsten MMG-Studie hat der Kanadier Erin Ventures einen Satz von 30% nach oben gemacht.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.
    3. Vorstand – Das eigenverantwortliche und geschäftsführende Organ einer Aktiengesellschaft ist der Vorstand.

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    • Lithium
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    Parallel zum Elektroautoboom sind auch viele Rohstoffpreise explodiert. Lithium hat sich seit Anfang 2021 in chinesischen Yuan immerhin um 1.200% verteuert und Nickel ist seitdem um 40% im Preis gestiegen. Vor dem Hintergrund der anhaltend hohen globalen Nachfrage nach E-Fahrzeugen werden viele leistungsfähige Batterien benötigt. Daher plant so gut wie jeder Automobilhersteller mit eigenen Vorgaben, wie mit der Batteriebeschaffung umgegangen wird. BYD, VW, Daimler und Tesla haben bereits eigene Gigafabriken oder planen sie gerade. Lithium ist neben Nickel, Kobalt, Graphit und Kupfer einer der wichtigsten Rohstoff-Bestandteile einer Batterie. Die verfügbaren Mengen an den Märkten sind jedoch begrenzt, denn auch die Produzenten sind noch dünn gesät. Wir beleuchten einen Markt, der von Knappheiten bestimmt ist.

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    • Gold
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    Das Setup für steigende Edelmetalle könnte derzeit nicht besser sein. Durch die enormen Preisschübe bei Energie und technischen Ausstattungen erhöhen sich die Betriebskosten von Minen und auch die Exploration wird teurer. Das müsste mittelfristig zu einer sinkenden Produktion im Edelmetall-Sektor führen, zumal die Preise seit einiger Zeit signifikant nachgeben. Die physische Verfügbarkeit ist zu den niedrigen Spotpreisen aber nicht gegeben, denn eine Unze Silber wird derzeit immer noch zwischen 23 und 28 EUR gehandelt, der umgerechnete Spotpreis würde bei etwa 19 EUR liegen. Wir haben interessante Rohstofftitel im Fokus.

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