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07.10.2025 | 05:30

Krebsforschung mit Milliarden-Potenzial: So könnten Bayer, Vidac Pharma und BioNTech ins Spiel kommen

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Bildquelle: pixabay.com

Der Onkologie-Markt brummt wie kaum ein anderer. Getrieben von technologischen Quantensprüngen und leider auch steigenden Fallzahlen, entwickelt sich die Krebsbehandlung zum lukrativen Innovationsmotor. Jährlich legt der Bereich um zweistellige Prozentraten zu. Experten rechnen damit, dass das globale Marktvolumen in zehn Jahren die 1 Billion USD Marke knackt. Kein Wunder also, dass der Wettlauf um die nächsten Therapiedurchbrüche in personalisierten Medikamenten und KI-gestützten Wirkstoffen heiß läuft. Für Anleger rücken dabei nicht nur etablierte Größen wie Bayer in den Fokus, sondern auch aufstrebende Spezialisten wie Vidac Pharma und mRNA-Pioniere wie BioNTech.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026

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Inhaltsverzeichnis:


    Bayer: Strategie statt Stillstand

    Bayer geht gezielt in die Offensive und baut seine Stellung im Onkologie-Markt systematisch aus. Seit August gibt es eine Kooperation mit dem US-Biotechunternehmen Kumquat Biosciences. Ziel dieser Partnerschaft ist die Entwicklung von Krebsmedikamenten, speziell des KRAS G12D-Inhibitors, der die Pipeline um vielversprechende Therapien gegen aggressive Krebsarten wie Bauchspeicheldrüsen- und Lungenkrebs bereichern könnte. Zuvor hatte sich Bayer bereits Lizenzen für einen PRMT5-Inhibitor gesichert und mit der Übernahme von Tavros Therapeutics eine Plattform für neuartige Krebstherapien an Bord geholt. All diese strategischen Schritte stärken das Portfolio nachhaltig.

    Doch der Konzern macht nicht nur in der Onkologie Dampf. Besonders spannend sind die Fortschritte im Kampf gegen Parkinson. Als erstes Unternehmen weltweit verfolgt Bayer hier parallel Ansätze mit einer Zell- und einer Gentherapie, die bereits in fortgeschrittenen klinischen Studien getestet werden. Diese Therapien haben das Zeug dazu, den Krankheitsverlauf tatsächlich zu verlangsamen oder sogar zu stoppen, was ein echter Meilenstein wäre. Auch bei der Bildgebung steht ein neues Produkt in den Startlöchern. Das Niedrigdosis-Kontrastmittel Gadoquatrane könnte bald in mehreren großen Märkten wie den USA und China grünes Licht erhalten.

    Trotz der operativen Stärke und innovativen Pipeline bleiben rechtliche Altlasten ein zentrales Thema für Investoren. Die PCB-Klagen in den USA belasten weiterhin das Risikoprofil, auch wenn das Unternehmen durch Vergleichsvereinbarungen wie jüngst am Sky Valley Education Center für etwas mehr Rechtssicherheit sorgt. Zusätzlich könnten neue globale Handelskonflikte, etwa drohende US-Zölle auf Pharmaprodukte, die Margen unter Druck setzen. Für Anleger ist Bayer somit nach wie vor eine Abwägung zwischen soliden Fundamentaldaten, starken Wachstumsfeldern und den nicht zu unterschätzenden juristischen und handelspolitischen Risiken. Die Aktie ist derzeit für 28,44 EUR zu haben.

    Vidac Pharma – verdient mehr Aufmerksamkeit

    Mitte September hat Vidac Pharma einen wichtigen regulatorischen Schritt bekannt gegeben. Die Einreichung eines Antrags auf eine klinische Studie bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA. Konkret geht es um eine Phase-2 Studie für den Wirkstoffkandidaten VDA-1102 bei fortgeschrittenen aktinischen Keratosen, einer potentiellen Vorstufe von Hautkrebs. Dieser Schritt unterstreicht, dass das Unternehmen sein klinisches Programm zielgerichtet vorantreibt. Die Studie, die an einem renommierten deutschen Studienzentrum durchgeführt werden soll, ist sorgfältig designt, um klare Daten für ein nachfolgendes Phase-3 Programm zu generieren. CEO Dr. Max Herzberg kommentierte: „Diese Einreichung ist das Ergebnis monatelanger sorgfältiger funktionsübergreifender Arbeit mit hervorragender Unterstützung unserer CRO-Partner, um sicherzustellen, dass die EMA-Prüfer klare und umfassende Belege für die wissenschaftliche Begründung, das Studiendesign und den Patientenschutz erhalten.“

    Ende September folgte dann eine Meldung über die Erteilung eines US-Patents, die die langfristige Positionierung des Unternehmens stärkt. Der Schutzumfang ist beachtlich und deckt die zugrundeliegende Technologieplattform ab, die Ablösung des Enzyms Hexokinase 2 von den Mitochondrien der Krebszellen. Dieser Mechanismus zielt darauf ab, den gestörten Zuckerstoffwechsel von Tumoren, den sogenannten Warburg-Effekt, zu normalisieren und so den programmierten Zelltod wieder einzuleiten. Ein solch breites Patent sichert Vidac nicht nur die kommerzielle Verwertung für verschiedene Wirkstoffklassen ab, sondern untermauert auch die Innovationskraft seines Ansatzes im aufstrebenden Feld der Krebsstoffwechsel-Therapeutika.

    Die Relevanz dieses Forschungsgebiets wird durch eine Studie untermauert, auf die auch die Analysten von Sphene Capital in ihrer jüngsten Bewertung hinweisen. Die Arbeit von Lin et al. zeigt, dass die Übertragung funktionsfähiger Mitochondrien in Krebszellen deren Empfindlichkeit gegenüber Chemotherapien erhöht. Dies bestätigt grundlegend den therapeutischen Ansatz von Vidac, der auf die Wiederherstellung einer gesünderen mitochondrialen Funktion abzielt. Sphene Capital stützt sein "Kaufen"-Rating auf ein Modell, das die beiden fortgeschrittensten Wirkstoffkandidaten separat bewertet. Das daraus abgeleitete Kursziel von 4,30 EUR liegt deutlich über dem aktuellen Kurs von 0,508 EUR und reflektiert die Erwartung, dass der Markt das Pipeline-Potenzial noch nicht vollständig eingepreist hat.

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    BioNTech - vom Impfstoff-Pionier zur KI-getriebenen Biotech-Plattform

    Die Pandemie-Umsätze brechen ein, die Bilanz zeigt rote Zahlen, doch BioNTech blickt nach vorn. Das Unternehmen vollzieht einen tiefgreifenden Wandel und setzt konsequent auf Künstliche Intelligenz, um sein Onkologie-Portfolio zu beschleunigen. Auf seinem 2. AI Day in London machte das Unternehmen klar, dass KI kein Nebenschauplatz ist, sondern das Fundament der künftigen Wirkstoffentwicklung. Die vollständige Übernahme des Spezialisten InstaDeep liefert dafür die technologische Basis und beeinflusst direkt die Pipeline in der Krebsforschung und bei Infektionskrankheiten.

    Das technische Rückgrat bildet eine eigene Supercomputer-Infrastruktur namens „Kyber“ mit optimierten GPU-Clustern. Darauf aufbauend ermöglichen maßgeschneiderte Software-Plattformen wie „AIchor“ den Betrieb extrem großer Modelle. Ein Beispiel ist der „Nucleotide Transformer“ (NTv3), der mit Genomdaten aus über 150.000 Spezies trainiert wurde. Dieses Modell kann nicht nur Genfunktionen vorhersagen, sondern auch gezielt neue DNA-Sequenzen mit gewünschten Eigenschaften entwerfen. Erste Resultate wurden bereits im Labor validiert.

    Für Investoren ist die Strategie entscheidend. BioNTech setzt nicht auf einzelne KI-Tools, sondern baut eine langfristige, skalierbare Plattform. Diese verbindet datenintensive Felder wie Genomik und Proteindesign in einer durchgängigen Pipeline. Durch diese Methodik kann die Entwicklung von neuen Wirkstoffen deutlich schneller und präziser vorangetrieben werden. Darüber hinaus bietet diese Plattform auch die Möglichkeit, künftig Kooperationen in der Biotechnologie zu ermöglichen. Momentan kostet die Aktie 89,95 EUR.


    Das Onkologie-Umsatzversprechen lockt, doch die Wege der Unternehmen könnten unterschiedlicher nicht sein. Bayer setzt auf strategische Partnerschaften und Zukäufe, um seine Pipeline mit vielversprechenden Krebstherapien nachhaltig zu stärken. Vidac Pharma treibt seinen neuartigen, auf den Krebsstoffwechsel zielenden Ansatz mit einer eingereichten Phase-2-Studie voran und sicherte sich dafür ein breites US-Patent. BioNTech transformiert sich konsequent zur einer KI-getriebenen Plattform, deren eigene Supercomputer-Infrastruktur die Wirkstoffentwicklung von mRNA-Impfstoffen bis zu Krebstherapien beschleunigen soll. Der Wettlauf um die Billion ist eröffnet.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    Medizinische Fortschritte bewegen uns alle. Auch die Onkologie ist im Wandel. Da herkömmliche Immuntherapien bei Hautkrebs zunehmend an Grenzen stoßen, rückt die Korrektur des fehlerhaften Tumorstoffwechsels in den Fokus der klinischen Forschung. Ein zentraler Ansatzpunkt ist dabei der sogenannte Warburg-Effekt, bei dem Krebszellen ihre Energiegewinnung auf aerobe Glykolyse umstellen, um ihr unkontrolliertes Wachstum zu befeuern. Dieses dynamische Entwicklungsumfeld wird durch eine drohende Patentklippe verschärft, die laut Berechnungen der Unternehmensberatung PwC bis zum Jahr 2028 Branchenumsätze in Höhe von 104 Mrd. USD gefährdet – viele Patente für Wirkstoffe laufen aus. Aktuell taxieren die Marktforscher von Fortune Business Insights das Volumen des globalen Onkologie-Marktes für 2026 auf 286,36 Mrd. USD. Während der Pharmagigant Roche seine Marktführerschaft absichert und die Galderma Group die dermatologische Standardversorgung dominiert, setzt das Biotechnologie-Unternehmen Vidac Pharma mit einem völlig neuartigen Wirkmechanismus an der metabolischen Lücke der Krebszellen an und will dem Krebs so den Stecker ziehen.

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    Die globalen Gesundheitsausgaben explodieren und der Onkologie Sektor verspricht überdurchschnittliche Renditen. Während aufgrund einer immer älter werdenden Bevölkerung die Zahl der Krebsneuerkrankungen bis 2040 auf über 30 Mio. jährlich ansteigt, kämpfen Pharmakonzerne um Marktanteile in diesem Billionenmarkt. Doch nicht die etablierten Medikamente von gestern versprechen die größten Gewinne, sondern radikale Technologiewechsel. Während BioNTech seine milliardenschwere mRNA-Plattform nun gegen Tumore in Stellung bringt verfolgt Vidac Pharma einen völlig neuartigen Ansatz, der Krebszellen aushungern soll. Gleichzeitig drängt Pfizer voller Wucht in dieses Feld. Wir beleuchten die aktuelle Situation der drei Unternehmen.

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