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27.04.2023 | 04:44

Künstliche Intelligenz ist das neue Gold - TUI, Lufthansa, Star Navigation Systems mit 100 % Chance!

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Bildquelle: pixabay.com

Die Welt im Flug- und Reise-Verkehr ist im Umbruch. Denn Künstliche Intelligenz nimmt Einzug in die Entscheidungswelt der Menschen. Ganz unbewusst schleichen sich diverse Empfehlungen in die E-Mail-Fächer der Bürger. Sie orientieren sich an dem aus Big Data gewonnenen Nutzungsverhalten der letzten Monate oder gar Jahre. Denn die bekannten IT-Riesen sammeln Daten aus unseren Konsum- und Zahlungsgewohnheiten, sie analysieren besuchte Websites und bauen im Hintergrund gezielte Werbung, die uns in allen Lebenslagen quasi „zufällig“ über den Bildschirm wandert. Zwar ist hier niemand mehr wirklich erstaunt, dennoch kommen mittlerweile 30 % unseres Kaufverhaltens aus der Big Data-Maschinerie. Einige Aktien machen hier von sich reden.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: TUI AG NA O.N. | DE000TUAG505 , LUFTHANSA AG VNA O.N. | DE0008232125 , STAR NAVIGATION SYS GRP | CA8551571034

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Inhaltsverzeichnis:


    Star Navigation Systems – Flugsicherheit und Überwachung neu gedacht

    Das kanadische Unternehmen Star Navigation Systems Ltd. hat die Herausforderungen der modernen Flugindustrie angenommen. Positions- und Bewegungsdaten in Echtzeit sind heute zum Standard in der Flugsicherung geworden, sie entwickeln sich auch permanent weiter, um auch militärischen Anforderungen zu genügen. Ein wichtiges Unterstützungstool ist dabei die Ausnutzung von Big Data und Künstlicher Intelligenz. Denn viele Ereignisse sind reproduzierbar und ähneln in ihrer Erscheinungsweise gewissen Mustern aus der Vergangenheit. So kann ein gutes Analyse-System gewisse Handlungen von Piloten oder Verkehrsteilnehmern mit hoher Wahrscheinlichkeit voraussagen und vorwegnehmen. Das verkürzt die Reaktionszeiten, wenn es am Himmel einmal brenzlig wird und andere Systeme an ihrem überholten Standard scheitern.

    Das In-Flight Safety Monitoring System (STAR-ISMS) ist das Herzstück des STAR-A.D.S.-Systems. Es bietet Echtzeitfunktionen zur Verfolgung, zur Darstellung von Leistungstrends und der wahrscheinlichkeitsorientierten Vorhersage von Vorfällen. Damit erhöht es aktiv die Flugsicherheit und das Flotten-Management der Luftfahrtgesellschaften wird erheblich einfacher und günstiger. Der Wettbewerb in der Luft ist seit Beendigung der COVID-Maßnahmen wieder voll entbrannt und zwingt die Betreiber zur strikten Kosten- und Margenkontrolle. Je mehr Daten vorliegen, desto besser stellt sich deren Analyse dar. Star Navigation entwickelt in ihrem Bereich Military & Defence auch hochsensible, leistungsstarke, missionskritische Flachbildschirme für Cockpits der Luftverteidigung sowie für die kommerzielle Luftfahrt weltweit.

    Nach der jüngsten Börsen-Notiz in Frankfurt sagte der Interims-CEO Anoop Brar: "Wir verfügen über ein Ökosystem von Hardware- und Softwarelösungen, die die Luftfahrtindustrie modernisieren und optimieren können. Sie ist bereit für ein modernes, vernetztes Flugzeug und sucht die Zusammenarbeit mit Star Navigation als Partner für die digitale Transformation." Herausragend ist die Vertriebsleistung der letzten Monate vor allem in Afrika. Viele Absichtserklärungen könnten den Umsatz demnächst dramatisch nach oben bringen. Die Aktie notiert in Kanada bei etwa 0,04 CAD, damit ist das Unternehmen mit etwa 37,8 Mio. CAD bewertet. Hochinteressant!

    Lufthansa – Kundenanalysen steuern das Angebot

    Big Data ist auch bei Lufthansa ein großes Thema. In ihrer Division „Industry Solutions“ helfen ausgiebige Datenanalysen und personalisierte Angebote die Kundenbindung zu erhöhen und Abrechnungsvorgänge zu verschlanken. Die Digitalisierung hält bei den Frankfurtern schon seit gut 10 Jahren Einzug und hat so manche Vorgänge des Bookings, Ticketings und auch der Gepäck-Annahme und -Verfolgung extrem vereinfacht. Ein Check-In dauert auf der Website mittlerweile nur noch etwa 5 Minuten, das vorangemeldete Reisegepäck ist innerhalb von 2 Minuten am elektronischen Terminal aufgegeben.

    Für Airlines ist der hohe Digitalisierungsgrad wichtig, den Kostenkampf in der Luft zu bestehen. Denn die Reisebudgets der Kundschaft leiden unter der hohen Teuerung, das Flugerlebnis wird allmählich zum Luxusgut. Die Basis für neue Möglichkeiten bilden Big Data, Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning. Damit können Luftfahrtunternehmen ihre Wertschöpfung extrem verbessern. Die Revolution zieht sich aber durch alle Branchen. In Deutschland erzielen viele Unternehmen bereits erste Erfolge mit KI, indem sie beispielsweise Geschäftsrisiken reduzieren oder Produkte individueller auf ihre Kunden zuschneiden. Das Potenzial von Big Data wird durch den zunehmenden Einsatz von maschinellen Lernprozessen besonders deutlich.

    Die Lufthansa-Aktie ist gut ins erste Quartal 2023 gestartet und liegt in der 12-Monatsbetrachtung ganze 33 % im Plus. Ein kurzer Ausflug nach oben lieferte neue Höchstkurse über 11 EUR, aktuell konsolidiert der Kurs leicht bei 9,40 EUR. Charttechnisch ist über 8,50 EUR alles in Butter. Am 3. Mai gibt es Zahlen zu Q1 und bereits am 9. Mai ist Hauptversammlung. Die LHA-Aktie ist mit einer Marktkapitalisierung von 11,7 Mrd. EUR nur mit Faktor 0,3 zum erwarteten Umsatz von 37,7 Mrd. EUR bewertet. Das ist unseres Erachtens nach unverhältnismäßig günstig.

    Die Aktie von Star Navigation hatte in den letzten 12 Monaten gegenüber TUI und Lufthansa einen guten Stand. TUI fiel zuletzt wieder auf ein 52-Wochen-Tief. Quelle: Refinitiv Eikon vom 26.04.2023

    TUI – Es gab schon bessere Kapitalerhöhungen

    Die letzte „Not-Kapitalerhöhung“ bei TUI geht als Enttäuschung in die Geschichtsbücher ein, denn trotz einer wachsenden Reiselust nach der Corona-Pause kommt der Aktienkurs des Touristikkonzerns einmal mehr unter die Räder. Eigentlich will der Konzern nur seine Staatshilfen begleichen, die Börse sieht aber weitere Risiken und setzt den Kurs auf ein neues Jahrestief von 5,70 EUR. Das Bezugsrecht war während der 3-wöchigen Bezugsfrist sogar von anfänglich 7 EUR auf 0,58 EUR am letzten Tag eingebrochen. Banken zeichneten die Reste nur mit deutlichen Kursabschlägen in einer sogenannten Rumpf-Platzierung.

    Mit der Ausgabe von rund 329 Millionen neuen Aktien holte TUI trotzdem wie geplant 1,8 Mrd. EUR in die Kassen. Allerdings haben die Hannoveraner in den letzten 5 Jahren nun 90 % ihrer Kapitalisierung verbrannt, denn der um alle Kapitalmaßnahmen bereinigte Chart zeigt einen Höchststand von etwa 58 EUR an. Die aktuelle Aktienanzahl beträgt nun rund 650 Mio. Stück, was den Marktwert auf immerhin 3,82 Mrd. EUR setzt. Leider schlummern in der Bilanz noch Verbindlichkeiten von rund 10 Mrd. EUR. Eine Krux bei der Kapitalbeschaffung war diesmal der Ausschluss des langjährigen Großaktionärs Alexej Mordaschow, der vor der Kapitalerhöhung auf Familiensicht noch etwas mehr als 30 % sein Eigen nennen konnte. An vielen Kapitalmaßnahmen hatte sich der russische Oligarch in der Historie maßgeblich beteiligt und damit auch zur Rettung des Konzerns während der Pandemie beigetragen. Durch die abgeschlossene Kapitalerhöhung sinkt der Anteil des russischen Investors nun signifikant.

    Auf der Plattform Refinitiv Eikon kann man 9 Anlageurteile zur TUI-Aktie zu finden. Nur 3 davon liegen im Bereich „Kauf“ – das berechnete Mittel aller Kursziele weist aber immer noch hohe 9,11 EUR aus. Die Aktie bleibt ein Zocker-Titel auf einen sich erholenden Reisemarkt, der aber nach gewissen Nachholeffekten wohl weiter mit den sinkenden Haushaltsbudgets der Bürger straucheln wird.


    „Know your Customer“ lautet das Schlagwort der Unternehmensberater, wenn es um die Effizienz der Kundenbeziehungen und deren bestmöglichen Ausnutzung geht. Künstliche Intelligenz schleicht sich dabei langsam in alle Planungs-Tools ein und wird sich wohl in spätestens 5 Jahren zur nicht mehr wegzudenkenden digitalen Schaltzentrale entwickeln. Star Navigation und Lufthansa sind vorne dabei, wenn TUI die Investitionen stemmen kann, wird es auch hier zu steigenden Margen führen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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