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26.10.2021 | 05:10

Nel Asa, First Hydrogen, Nikola – Voll im Plan

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Die Zeit drängt: Ab 2025 gelten strengere, durch die Europäische Union ausgegebene Emissionsziele, die Benzin- und Dieselmotoren nicht erfüllen können. Durch die Energiewende und die Dekarbonisierung setzen Autobauer global auf mit Batterie betriebene Elektroautos. Für den Transportverkehr ist die Elektromobilität aufgrund der geringen Reichweite und der langen Ladezeit jedoch ungeeignet. Hier liegt der Vorteil aktuell ganz klar auf der Brennstoffzellen-Technologie.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , NIKOLA CORP. | US6541101050 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

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Inhaltsverzeichnis:


    Der Katalysator für den Wandel

    Die Abkehr von fossilen Brennstoffen ist unausweichlich, aber nichts außer Wasserstoff kann sie in großem Maßstab ersetzen. In Kombination mit Wind- oder Solarenergie werden die Preise für Wasserstoff in den nächsten drei Jahren voraussichtlich um über 50 % sinken, wodurch er deutlich billiger als Diesel wird. Als sauberste Treibstoffquelle der Zukunft sind auch die großen Öl- und Gaskonzerne dabei, die größte Umstellung vorzunehmen, die die Welt je gesehen hat - weg von Erdölprodukten hin zu "blauem Wasserstoff" mit Kohlenstoffabscheidung.

    First Hydrogen, vormals Pure Extraction, änderte seinen Namen, um den Geschäftsinhalt des Unternehmens besser zum Ausdruck zu bringen. Und der Name ist Programm. Als ein Team von Führungskräften mit weltweit anerkannter Erfahrung sind die Kanadier mit der Vision gestartet, der führende Konstrukteur und Hersteller von emissionsfreien wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen mit großer Reichweite in Großbritannien, der EU und Nordamerika zu werden.

    Das Beste von den Besten

    Die Strategie dahinter ist einfach zu erklären. Bei First Hydrogen besitzen Investoren die Möglichkeit, in ein von Grund auf neues, sauberes Wasserstoffmobilitätssystem zu investieren - ohne die typischen OEM-Altlasten aus fossilen Brennstoffen oder früheren EV-Investitionen. Eine Design- und Integrationsstrategie sowie die Nutzung eines bewährten Fahrgestells verschaffen First Hydrogen enorme Produktions- und Kostenvorteile. Zudem wurden bereits im Juni zwei für die Strategie enorm wichtige Marktführer an Bord geholt. Ballard Power, ein globaler Anbieter von innovativer sauberer Energie mit einer Wasserstoff-Brennstoffzellenflotte, wurde für die Technologie gewonnen. Für das Design konnte mit AVL Powertrain UK, dem weltweit größten unabhängigen Unternehmen für Entwicklung, Simulation und Tests in der Automobilbranche, eine endgültige Vereinbarung geschlossen werden.

    Nun gab First Hydrogen bekannt, dass die Erstentwicklung seiner leichten Nutzfahrzeuge zu Demonstrationszwecken für den britischen Markt erfolgreich abgeschlossen wurde. Nun soll mit der Weiterentwicklung und dem Bau von zwei wasserstoffbetriebenen leichten Nutzfahrzeugen zu Demonstrationszwecken in den AVL-Werken im Vereinigten Königreich begonnen werden. Die Auslieferung soll laut Management von First Hydrogen im dritten Quartal 2022 erfolgen.

    Mit diesen Fahrzeugen ist First Hydrogen in der Lage, potenziellen Kunden die Funktionsparameter eines emissionsfreien Wasserstofftransporters - wie kombinierte Reichweite und Nutzlast, Abschleppfunktion und Betankungsgeschwindigkeit - zu demonstrieren sowie die Anforderungen der Kunden im Detail zu ermitteln und Aufträge für das maßgeschneiderte Design für den britischen, europäischen und nordamerikanischen Markt zu sichern.

    Als zweites Standbein wird First Hydrogen auch brennstoffzellenbetriebene Systeme zur CO2-Extraktion anbieten, die es den Nutzern ermöglichen, die Systeme auch an entlegenen Orten zu betreiben, an denen kein Stromnetz verfügbar bzw. die Stromversorgung instabil ist. Dieses bereits entwickelte superkritische CO2-Extraktionssystem ist voll funktionsfähig und kann durch das firmeneigene, voll integrierte Software-Betriebssystem aus der Ferne überwacht und unterstützt werden. Das Unternehmen, das auch in Frankfurt gehandelt wird, besitzt im Augenblick einen Börsenwert von lediglich 42,26 Mio. EUR. Im Vergleich zur Konkurrenz aus den USA besteht bei First Hydrogen nach erfolgreichem Bau der Prototypen deutliches Kurspotenzial.

    Zurück zur Normalität

    Nachdem der norwegische Wasserstoff-Spezialist Nel Asa in der vergangenen Woche mit Rekordzahlen glänzen konnte - der Umsatz wurde um 55% auf 23,63 Mio. EUR gesteigert, dafür vergrößerte sich der Verlust im EBITDA von -4,34 Mio. EUR auf -11,64 Mio. EUR aufgrund von Anlaufkosten für die neue Anlage in Heroya - kehrt wieder Ruhe ein. Nach einer fulminanten 20%-Rallye schoss der Aktienkurs der Norweger auf das Niveau von 1,72 EUR. Hier lag jedoch ein markanter Widerstand, der den Kurs zurück auf 1,59 EUR sacken ließ. Ein Kaufsignal generieren würde die Aktie bei einem nachhaltigen Überwinden der 1,73 EUR-Marke. Dagegen hätte ein Bruch der Marke von 1,50 EUR ein Ende der Bodenbildungsphase und ein nochmaliges Testen der Jahrestiefs zur Folge.

    Bis 2025 hat sich Nel Asa zum Ziel gesetzt, dass ein kg grüner Wasserstoff 1,50 USD kosten soll. Um dieses zu erreichen, will Nel Asa die Elektrolyseur-Kapazität seiner Anlagen in Norwegen erweitern. Momentan beträgt die Kapazität dank der Anlage in Notodden 40 MW pro Jahr. Doch bei der Fertigstellung des Großprojekts in Heroya sollen es insgesamt 500 MW pro Jahr sein. Zusätzlich soll es in Heroya so viel Raum geben, dass die Elektrolyseur-Kapazität Nel Asas in Norwegen auf 2 GW pro Jahr aufgestockt werden könnte.

    Die Aussage des CEOs von Nel Asa, Jon André Lokke, dürfte Anlegern neue Hoffnung gegeben haben: „Wir sind stolz darauf, dass wir im dritten Quartal die erste Elektrodencharge in unserer neuen, vollautomatischen Produktionsanlage auf Herøya hergestellt haben, und wir sind bereit, im vierten Quartal mit der Produktion der Aufträge für Nikola und Everfuel zu beginnen“.


    Wasserstoff ist das fehlende Puzzleteil bei der Energiewende. Wird bei PKWs auf mit Batterie betriebene Fahrzeuge gesetzt, geht im Schwerlastverkehr nichts an der Brennstoffzelle vorbei. First Hydrogen ist mit seinen Partnern der Durchbruch gelungen, bei Nel Asa wird sich in den nächsten Monaten durch den Start der vollautomatischen Produktionsanlage zeigen, wohin der Weg führt.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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