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03.01.2023 | 04:55

Neuer COVID-Ausbruch in China: Die Aktien von BioNTech, Cardiol Therapeutics, CureVac, Valneva erneut im Fokus 2023

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Bildquelle: pixabay.com

Die nächste COVID-Welle rollt auf Europa zu, Vertreter der EU-Staaten wollen deshalb am Mittwoch über ein einheitliches Vorgehen wegen der neuesten Entwicklung in China beraten. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie mit Einreisenden aus China umgegangen werden soll. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin sagte, man beobachte die Situation genau und stimme sich auch mit den EU-Partnern ab. Man darf also wieder gespannt sein. An französischen Flughäfen werden Einreisende aus China bereits generell auf das Virus getestet. Auch Italien und Spanien haben mit entsprechenden Regelungen reagiert. Die Bundesregierung sieht dazu bislang keine Veranlassung. Ist Deutschland wieder zu langsam oder ist Besonnenheit angesagt?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , CUREVAC N.V. O.N. | NL0015436031 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851

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Inhaltsverzeichnis:


    BioNTech – Pipeline gefüllt, steht in 2023 der große Sprung an?

    Wer auch die offiziell für beendet erklärte Pandemie immer im Blick hat, ist das Unternehmen BioNTech. Die Mainzer hatten mit ihrem Partner Pfizer von Anfang an die internationale Impfszene dominiert und zusammen mit Moderna die größten Umsatzerfolge im Bereich „Vakzine“ erreichen können. Weltweit wurden über 12 Mrd. Impfdosen produziert und größtenteils an die Besteller-Regierungen verkauft. Auch Deutschland sitzt nach den zuletzt verfügbaren Informationen noch auf Bestellungen von über 600 Mio. Impfdosen. Ob diese nun wirklich ausgeliefert werden oder unter Inkaufnahme von Vertragsstrafen erstmal auf Halde gelegt werden, erfährt der deutsche Bürger nicht. Die Impfbereitschaft hat sich indes aber stark ermäßigt. Laut Statista haben sich in Deutschland bis zum 13. November 2022 rund 63,5 Mio. Menschen und damit 76,4% der Gesamtbevölkerung einer vollständigen Impfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 unterzogen. Bisher ließen sich aber nur 12,8% ein viertes Mal impfen, die persönliche Einstellung der Bürger hat sich offenbar gedreht.

    BioNtech hat mehrmals angekündigt, die rund 20 Mrd. EUR schwere Kasse in andere Forschungsbereiche zu investieren. Auch die onkologische Forschung steht auf der Liste. Nach dem großen ökonomischen Erfolg mit COVID-19 dürfen den Mainzern im neuen Jahr daher ein oder mehrere Neuentwicklungen zugetraut werden. Eine klinische Studie zu einem möglichen Malaria-Impfstoff-Kandidaten wurde noch vor Weihnachten gestartet. Nach einem Tiefststand von 111 EUR zur Mitte 2022 konnte sich der Kurs zum Jahresende wieder auf 143 EUR stabilisieren, trotzdem klaffte auf Jahressicht ein Minus von 30%. Analysten halbierten die 2023er Umsatzschätzung gegenüber 2022 auf 8,7 nach 16,5 Mrd. EUR und unter dem Strich sollen etwa 3,8 Mrd. EUR Gewinn in der Kasse landen. Die Aktie ist mit rund 34 Mrd. EUR Marktkapitalisierung und einem KGV von 9 kein Schnäppchen, dennoch sollte man die Mainzer mit ihren starken Investoren Strüngmann immer auf dem Radar haben.

    Cardiol Therapeutics – Dem Herzen zugewandt

    Cardiol Therapeutics Inc. (CRDL) ist ein Biotechnologieunternehmen, das sich auf die Erforschung und klinische Entwicklung von innovativen Therapiemethoden für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen spezialisiert hat. Der aussichtsreiche Produktkandidat des Unternehmens, CardiolRx (Cannabidiol), ist eine pharmazeutisch hergestellte orale Lösungsformulierung, die für den Einsatz bei Herzkrankheiten klinisch entwickelt wurde. Cannabidiol hemmt bekanntermaßen die Aktivierung des Inflammasom-Signalweges, von dem bekannt ist, dass er eine wichtige Rolle bei Entzündungen und Fibrose in Verbindung mit Myokarditis, Perikarditis und Herzinsuffizienz spielt.

    Im Dezember hat das Unternehmen eine Phase-2-Pilotstudie zur Behandlung von rezidivierender Perikarditis gestartet. David Elsley CEO von Cardiol kommentiert diesen wichtigen Milestone: "Die rezidivierende Perikarditis ist eine entzündliche Herzerkrankung mit Symptomen wie stechenden Brustschmerzen, Kurzatmigkeit und Müdigkeit, die die körperliche Aktivität und die Lebensqualität der Betroffenen einschränken. Die Daten von Patienten, die an der Studie in unseren kooperierenden Forschungszentren teilnehmen, werden weitere Informationen zur Unterstützung der Anwendung von CardiolRx als neuartige Therapie für diese entkräftende und häufig unterbehandelte Erkrankung liefern.“ In die Phase-II-Pilotstudie des Unternehmens werden voraussichtlich 25 Patienten in klinischen Zentren der Vereinigten Staaten aufgenommen, die auf die Behandlung von Perikarditis spezialisiert sind.

    Cardiol entwickelt außerdem eine neuartige, subkutan verabreichte Arzneimittelformulierung von Cannabidiol, die zur Verwendung bei Herzinsuffizienz, eine der führenden Ursachen für Tod und Krankenhausaufenthalte in den Industrieländern bestimmt ist. Allein in den USA verursacht die Krankheit jährlich Gesundheitskosten in Höhe von über 30 Mrd. USD. Cardiol leistet einen wichtigen Beitrag in der Erforschung dieser Indikation und deren Behandlung.

    Der Kurs der CRDL-Aktie machte im Dezember 2022 bei hohen Umsätzen einen 50%-Sprung nach oben. Aktuell konsolidiert der Kurs bei ca. 0,72 CAD. Mit einer Marktkapitalisierung von nur 45,8 Mio. CAD steht die Aktie weit unter dem Kassenbestand von 65,5 Mio. CAD aus dem letzten Finanzbericht vom 30. September 2022. Das Unternehmen hat keine nennenswerte Verschuldung, damit liegt der berechnete Unternehmenswert bei minus 20 Mio. CAD. Nach Forschungsaufwendungen jenseits der 50 Mio. CAD sollte der Aktienkurs eigentlich weit über der 2,00 CAD-Grenze notieren. Die Analysten von Leede, Jones & Gable votieren mit „Speculative Buy“ und einem Kursziel von 4,50 CAD. Laufen auch die Studien gut, könnte Cardiol ein Top-Pick für 2023 sein.

    CureVac und Valneva – Warum Aktionäre auch diese Werte noch auf der Liste haben sollten?

    Ziemlich still geworden ist es um die Impfstoff-Forscher CureVac und Valneva. Beide Aktien erlebten in 2022 ein wahres Waterloo. Valneva musste 75% abgeben, bei CureVac messen wir 83% Minus. Die Probleme beider Unternehmen waren dabei hausgemacht. Während Valneva zu viel Zeit benötigte, um einen Totimpfstoff auf den Weg zu bringen, war es bei CureVac die verminderte Wirksamkeit des entwickelten Vakzins, worauf man die Forschungen kurzfristig beendete.

    CureVac verzeichnete daraufhin in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2022 einen Vorsteuerverlust 120,4 Mio. EUR (2021: 407,9 Mio. EUR). Die Umsatzerlöse gingen im selben Zeitraum auf 55,7 Mio. EUR zurück. Zusammen mit dem britischen Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline forscht CureVac aber weiterhin an Grippe-Impfstoffen. Für diese hat man insgesamt vier Phase-1-Studien begonnen. Die neuen Impfstoffkandidaten basieren dabei auf der zweiten Generation von CureVacs mRNA-Gerüst und werden derzeit als Auffrischungsimpfung getestet. Die Studien sollen voraussichtlich im ersten Quartal 2023 klinische Daten liefern.

    Die österreichisch-französische Valneva hat operativ sehr stark auf die COVID-EU-Schlappe reagiert. Durch eine Verkleinerung der Geschäftsbereiche ist nun mit jährlichen Einsparungen von etwa 12 Mio. EUR zu rechnen. 20 bis 25 Prozent der weltweit 750 Mitarbeiter sollen freigesetzt werden. In den ersten 9 Monaten hat Valneva die Erlöse auf 249,9 Mio. EUR (Vorjahr: 69,8) mehr als verdreifacht. Unter dem Strich reduzierte sich der Verlust auf rund 99 Mio. EUR nach 228 Mio. EUR im Vorjahr. Für das Gesamtjahr bekräftigte der Konzern das Umsatzziel von 340 bis 360 Mio. EUR. Die Prognose stützt sich darauf, dass mit einer anhaltenden Erholung bei Reiseimpfstoffen gerechnet wird. Darüber hinaus erwartet man weiteren Zahlungen für die Lieferung des Totimpfstoffes gegen Corona.

    Nach den starken Verlusten in 2022 wäre für beide Aktien eine technische Erholung gepaart mit spekulativen Käufen im Zusammenhang mit der neuen Corona-Welle möglich.


    Die Forschungsaufwendungen im Bereich Impfstoffe und Herz-Kreislauf-Krankheiten sind sehr weitläufig und kostenintensiv. Wichtig für die konkurrierenden Protagonisten erscheint eine gute Refinanzierung. Gerade diese ist bei BioNTech und Cardiol Therapeutics vorhanden.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von MustGrow Biologics Corp.

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