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08.12.2021 | 06:30

NIO, Defense Metals, BASF – Handelskrieg mit China

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Bildquelle: pixabay.com

Das Delisting von Didi Global an der New Yorker Börse nach nicht einmal sechs Monaten Zugehörigkeit, zeigt einerseits die große Regulierungswut der chinesischen Regierung, andererseits aber auch die Spannungen zwischen den USA und China. Dieser Handelskrieg läuft seit 2018 und selbst der Präsidentenwechsel in den USA hat keine Entspannung gebracht. Immerhin haben sich beide Seiten Mitte November ausgetauscht und wollen keinen Kalten Krieg. Auch Europa wurde von China vor zu viel Unabhängigkeit gewarnt. Es wird aber spätestens seit der Corona-Krise deutlich, wie abhängig viele Länder von China sind. Ein Umdenken ist erkennbar, auch weil durch die hohen Containerkosten Importe teilweise nicht mehr rentabel sind. Wir sehen uns heute drei Unternehmen an, die zumindest indirekt vom Handelsstreit betroffen sind.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061 , DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111

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Inhaltsverzeichnis:


    NIO – von der Digi Meldung nach unten gezogen

    NIO ist ein chinesischer Elektroautohersteller und wurde wie alle chinesischen Wachstumsaktien aufgrund der Delisting-Meldung von Digi in die Tiefe gezogen. Innerhalb von fünf Handelstagen gab die Aktie um über 20% nach. Die Angst ging um, dass sich alle chinesischen Unternehmen von den US-Börsen verabschieden könnten. Diese erste Panik scheint unbegründet und selbst wenn es so käme, würden die Aktien in Hongkong weiter gehandelt. Operativ läuft es beim Unternehmen sehr gut, wie die jüngsten Zahlen zur November-Auslieferung belegen.

    Am 1. Dezember konnte Nio einen neuen monatlichen Auslieferungsrekord mit 10.878 Fahrzeugen vermelden. Vergleicht man die elf Monate dieses Jahres mit denen des letzten Jahres konnten bislang 80.940 Fahrzeuge ausgeliefert werden, was einem Plus von über 120% entspricht. Ende November wurde eine Kooperation mit Shell bekannt gegeben mit dem Ziel, Batterielade- und Wechselstationen zu errichten und zu betreiben. Bis 2025 sollen 100 Wechselstationen in China entstehen. Shell stellt NIO sein europäisches Ladenetz zur Verfügung.

    Die Aktie konnte am vergangenen Montag die Supportmarke von 30,71 USD verteidigen, auch wenn die Aktie im Tief 29,66 USD erreichte. Der Schlusskurs lag mit 32,34 USD dann deutlich höher. Sollte der doppelte Boden halten, ist ein Test des Widerstands bei 37,45 USD zu erwarten. Verdrängen die Anleger ihre Sorgen bezüglich einem Delisting oder der Omikron-Variante, sind auch deutlich höhere Preise möglich. Der Präsident von Nio bekräftigte in einem Interview, dass das Ziel des Unternehmens darin besteht, einen größeren Anteil am Premium EV-Markt zu gewinnen.

    Defense Metals – PEA vorgelegt

    Der kanadische Explorer Defense Metals besitzt das Rare Earth Projekt in Wicheeda, Kanada. Seltene Erden sind als strategischer Rohstoff einzuordnen, da China 90% der weltweiten Produktion besitzt. Will die Welt unabhängiger vom Reich der Mitte werden, benötigt man Alternativen. Eine dieser Alternativen ist Defense Metals, das bereits Seltene Erden in Form von LREO (Leichtes Seltene Erden Oxid) auf ihrer 1.708 Hektar großen Liegenschaft in British Columbia nachgewiesen hat.

    Am 9. November konnte das Unternehmen den Abschluss seines Ressourcenerweiterungsbohrprogramms bekannt geben. Insgesamt wurden 29 Löcher mit einer Gesamtlänge von 5.349m gebohrt, um die bekannte Lagerstätte zu erweitern. Die Proben werden aktuell von ALS Canada untersucht und man kann im ersten Quartal 2022 mit den Ergebnissen rechnen. Die aktuellen Mineralressourcen belaufen sich auf 4,9 Mio. Tonnen LREO mit einem durchschnittlichen Gehalt von 3,02%, sowie abgeleiteten Ressourcen von 12,1 Mio. Tonnen LREO mit einem Gehalt von 2,90%.

    Die Ergebnisse der vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung durch SRK Consulting veröffentlichte das Unternehmen am 24. November. Das Projekt hat einen Kapitalwert von 765 Mio. Kanadischen Dollar (CAD). Es wird von einer Lebensdauer von 19 Jahren ausgegangen und die Umsatzerlöse pro Jahr sollen bei 397 Mio. CAD liegen bei Kosten in Höhe von 137 Mio. CAD. Die Investitionskosten sollen sich innerhalb von fünf Jahren amortisiert haben. Die operative Marge liegt bei gut 65%. Die Mineralressourcenschätzung wurde auf 29,5 Mio. Tonnen LREO angehoben. Nach den guten Nachrichten gab es ein „Sell on good news“ und so notiert die Aktie bei 0,225 CAD in der Nähe von einem wichtigen Supportlevel 0,21 CAD, das schon mehrfach gehalten hat.

    BASF – Jahresprognose erhöht

    BASF ist ein weltweit führendes Chemieunternehmen und hat in den vergangenen Jahren immer wieder vor einem Handelsstreit mit China gewarnt, da dieser massiven Einfluss auf die Geschäfte der BASF hätte. Das Unternehmen investiert aktuell 8 Mrd. EUR in einen neuen Betrieb in China. Ein Konflikt mit China könnte den Konzern also auch direkt treffen. Schon jetzt sind die Lieferketten gestört, aber noch trotzt der Chemie-Riese dem Problem genauso wie den steigenden Rohstoff- und Energiepreisen.

    Das erkennt man an der Prognoseerhöhung nach den Zahlen für das dritte Quartal. Der Umsatz wird nicht wie erwartet zwischen 74 und 77 Mrd. EUR liegen, sondern zwischen 76 bis 78 Mrd. EUR. Im Vorjahresvergleich kletterte der Umsatz um 43% auf rund 19,7 Mrd. EUR. Das Ergebnis vor Sondereinflüssen lag mit 1,86 Mrd. EUR mehr als 1,2 Mrd. EUR über dem Vorjahresquartal. Um langfristig Kosten zu sparen, will man größere Standorte über Erneuerbare Energien versorgen. Da überrascht der Verkauf der Hälfte der Anteile an einem Windpark an die Allianz.

    Ob man auch im kommenden Jahr kräftige Preiserhöhungen durchdrücken kann, bleibt abzuwarten. Die Analysten rechnen mit einem Rückgang des Umsatzes im kommenden Jahr. Die Kursziele liegen zwischen 74 und 85 EUR. Die Aktie befindet sich aktuell in einem Abwärtstrend, scheint aber Unterstützung am Oktober-Hoch 2020 zu finden. Vor einem Einstieg sollte man den Bruch der Trendlinie abwarten. Dividendenjäger können auch schon zum jetzigen Preis zuschlagen und sich auf über 5% erwartete Dividende freuen.


    Ein Handelsstreit hilft den wenigsten Unternehmen. NIO wäre dann auf dem chinesischen Markt „gefangen“ und müsste sich mit viel Konkurrenz auseinandersetzen. Defense Metals würde sehr von einem Konflikt profitieren, da Seltene Erden außerhalb von China rar sind. Bei BASF halten sich Vor-und Nachteile die Waage. Das Werk in China hätte vermutlich Probleme. Andererseits würde ein großer Kunststoffproduzent wegfallen, was wiederum dem Konzern hilft.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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