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28.07.2025 | 06:00

Krieg, Rohstoffknappheit, Krebs: Mit Rheinmetall, Antimony Resources, Merck KGaA die Megatrends kapitalisieren

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Bildquelle: pixabay.com

2025 treiben drei Mega-Trends globale Märkte an. Revolutionäre Technologien wie KI und Cybersicherheit verändern Verteidigung fundamental. Gleichzeitig explodiert die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen für Rüstung, High-Tech-Anwendungen und die Energiewende, die neue, nachhaltige Lieferketten erfordert. Parallel durchlebt die Pharmabranche einen dramatischen Wandel durch KI-gestützte Forschungssprünge und verschärften Wettbewerb. Diese Kräfte formen die Zukunftschancen von Unternehmen entscheidend. Wer hier strategisch positioniert ist, gewinnt – wie die Schlüsselplayer Rheinmetall, Antimony Resources und Merck KGaA zeigen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: RHEINMETALL AG | DE0007030009 , ANTIMONY RESOURCES CORP | CA0369271014 , MERCK KGAA O.N. | DE0006599905

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Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall – Verkauf des Automobilgeschäfts?

    Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall meldet zuletzt mehrere operative Meilensteine. Ein europäischer NATO-Staat vergab den größten Einzelauftrag der Firmengeschichte an Rheinmetall Denel Munition über mehrere hundert Mio. EUR für 155-mm-Artilleriegeschosse und Treibladungen. Die Lieferungen sollen bis 2027 laufen. Parallel wurde die 4. mobile Rettungsstation Typ Role 2 an die Ukraine ausgeliefert, inklusive Ausbildung des Personals. Das modulare System aus 3 LKW-Zügen bildet binnen Minuten ein vollfunktionales Feldkrankenhaus nahe der Front.

    Ansonsten dominieren technologische Fortschritte das Bild. Auf den RMMV Mobility Days in Wien stellte das Joint Venture mit MAN den neuen geschützten TGS-Mil-LKW (6x6/8x8) vor, der durch modulare Schutzsysteme und zivile Komponentenbestände den weltweiten Einsatz vereinfacht. Ebenfalls neu ist die automatische 40-mm-Granatwaffe SSW40, die erstmals im Scharfschutz getestet wurde. Mit Reichweiten bis 900 m und Airburst-Fähigkeit soll sie Infanteriegruppen revolutionieren. In den USA firmieren alle Aktivitäten nun unter „American Rheinmetall“, was einen Schritt zur vereinheitlichten Markenwahrnehmung darstellt.

    Rheinmetall sondiert den Verkauf seines zivilen Automobilgeschäfts, wobei derzeit wohl 7 Interessenten im Rennen sind. CEO Papperger achtet dabei vor allem auf eine faire Bewertung und Arbeitsplatzgarantien. Parallel werden Kooperationen mit Industriepartnern forciert wie etwa mit Volkswagen zur Nutzung von Kapazitäten im Werk Osnabrück. Der Konzern weiß, dass man die Produktionskapazität erhöhen muss, um das Wachstum am Laufen zu halten. Die Ausbauziele bleiben ambitioniert. Bis 2027 sollen jährlich 1,5 Mio. Artilleriegeschosse produziert werden. Der Höhenflug der Aktie, die derzeit bei 1.735,00 EUR notiert, scheint vorläufig gestoppt.

    Antimony Resources – das unsichtbare Schlüsselmetall

    Antimon ist ein strategischer Rohstoff. Bei Rüstungsfirmen wie Rheinmetall macht es Munition härter und präziser, bei Chemiekonzernen wie Merck ist es unersetzlich für Flammschutzmittel und Halbleiter. Doch die Versorgung hängt an einem Faden. China und Russland kontrollieren bis zu 80 % des Marktes und Chinas Exportdrosselung treibt Preise in die Höhe. Für westliche Firmen wird die Abhängigkeit von diesen Quellen zur strategischen Achillesferse, besonders vor dem Hintergrund globaler Spannungen und steigender Rüstungsausgaben. Genau hier setzt Antimony Resources aus Kanada an. Ihr Projekt Bald Hill in New Brunswick könnte zum westlichen Hoffnungsträger werden.

    Anfang Juli lieferten erste Bohrungen spektakuläre Werte. Bohrloch BH-25-04 traf auf 28,8 % Antimon, das hochgradigste Vorkommen Nordamerikas. Mitte Juli folgte der nächste Coup. Die erste Bohrphase über mehr als 3.150 m und 16 Bohrlöchern zeigte in 70 % der Bohrlöcher massive Stibnit-Mineralisierung, darunter eine durchgängige 20 m Zone. Bei Prospektionsarbeiten wurde außerdem eine antimonhaltige Stibnitmineralisierung über 400 m gefunden. Das bestätigt, dass Bald Hill eine robuste Lagerstätte ist. Historische Daten deuten auf bis zu 1 Mio. t mit 4,11–5,32 % Antimon hin. Für Rheinmetall, Merck & Co. könnte das die Rettung sein. Die Industrie braucht dringend unabhängige Quellen – und Antimony Resources liegt mit ganzjährig bohrbarer Infrastruktur ideal.

    Am 24. Juli wurde der nächste Baustein gesetzt. Das Unternehmen schloss eine Finanzierung mit einem strategischen Bergbauinvestor ab über 575.000 CAD. Das Geld fließt direkt in weitere Exploration. CEO Jim Atkinson kommentierte: „Mit diesem neuen strategischen Rohstoffinvestor an unserer Seite bemühen wir uns nach wie vor darum, zu bestätigen, dass wir über eine der hochgradigsten Antimonlagerstätten in Nordamerika verfügen.“. Das ist genau richtig, denn die Uhr tickt. Mit jedem neuen Bohrergebnis wächst die Chance, dass hier Nordamerikas nächste Antimon-Mine entsteht. Klug positioniert, hochgradig und politisch gewollt spielt Antimony Resources alle Stärken aus, während der Markt nach Alternativen zu China schreit. Die Aktie hat sich seit Ende Juni bereits verdoppelt, da der Markt die Wichtigkeit von Antimon langsam erkennt. Die Aktie kostet aktuell 0,21 CAD.

    Merck- 3 Säulen im Fokus

    Mit 62.000 Mitarbeitern und 21,2 Mrd. EUR Umsatz in 2024 bleibt Mercks Life-Science-Sparte das Fundament des Konzerns. Der Bereich für Laborchemie und Biotech-Ausrüstung kämpft zwar mit Währungseffekten und Handelsunsicherheiten, profitiert aber von der Aufhebung US-chinesischer Sonderzölle. Neue Automatisierungslösungen wie die AAW™-Plattform, entwickelt mit der Opentrons-Technologie, optimieren Laborabläufe und stärken die Wettbewerbsposition. Die digitale M-Trace®-Software und ChemisTwin®-Plattform unterstreichen dabei den Fokus auf reproduzierbare Forschungsergebnisse.

    Die milliardenschwere Übernahme von SpringWorks Therapeutics wurde am 1. Juli abgeschlossen und katapultiert Merck in die erste Liga für seltene Tumoren. Das akquirierte Portfolio umfasst Ogsiveo® gegen Desmoidtumoren und Ezmekly®, die erste EU-weit zugelassene Therapie für Neurofibromatose-Typ-1-Patienten. Parallel liefert die eigene Pipeline vielversprechende Daten. Antikörper-Wirkstoff-Konjugate wie M9140 bei Darmkrebs und der Phase-3-Kandidat Pimicotinib ergänzen die Strategie. Partnerschaften wie die mit der Washington University in St. Louis beschleunigen zudem die Translation von Forschung in Therapien.

    Im Halbleitergeschäft setzt Merck auf Kooperation statt Alleingang. Das Bündnis mit Siemens, Intel, TRUMPF und ZEISS zielt darauf ab, Europas Rolle in der KI-basierten Chipfertigung zu stärken. Der Fokus liegt auf Materialinnovationen und skalierbaren Produktionsprozessen, was kritisch für leistungsfähige Halbleiter ist. Trotz Fachkräftemangels und regulatorischer Hürden sieht sich der Konzern hier als Enabler für Technologieführerschaft. Die Investition von 250 Mio. USD am Standort St. Louis unterstreicht dabei den langfristigen Ansatz. Momentan kostet ein Anteilsschein 112,50 EUR.


    Die Megatrends Verteidigung, kritische Rohstoffe und pharmazeutische Innovation dominieren 2025. Rheinmetall profitiert massiv von geopolitischen Spannungen durch Rekordaufträge und fortschrittliche Rüstungstechnik, während es gleichzeitig den Verkauf seines Automobilgeschäft sondiert. Antimony Resources positioniert sich mit spektakulären Bohrungsergebnissen und guter Infrastruktur als strategischer Hoffnungsträger für westliche Antimon-Versorgung. Merck stützt sich auf drei Säulen: starke Life-Science-Basis, Wachstum durch gezielte Übernahmen wie SpringWorks Therapeutics und Halbleiter-Allianzen zur Stärkung der europäischen Chipfertigung.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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