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07.09.2021 | 04:20

Nvidia, AMD, BrainChip, Infineon – Knappheit: Diese Chipwerte explodieren!

  • Technologie
  • E-Mobilität
Bildquelle: pixabay.com

Die weltweiten Chipmärkte bleiben angespannt und auch eine aktuelle PwC-Studie sagt dem globalen Halbleitermarkt weiterhin sehr wachstumsstarke Jahre voraus. Die Autoren prognostizieren, dass die Chipumsätze schon bis 2022 auf 575 Mrd. USD ansteigen werden. Ausgehend von den 481 Mrd. USD im bisherigen Rekordjahr 2018 entspräche dies einem durchschnittlichen Jahreswachstum (CAGR) von 4,6% - nicht mal die Pandemie bremste diesen Anstieg merklich. In Europa wird sich die Automobilindustrie zum Hauptabsatzmarkt für Chiphersteller entwickeln. Ein neuer Wachstumstreiber sind Halbleiter zur Unterstützung Künstlicher Intelligenz (KI) im Bereich autonomer Mobilität. Wir stellen ein paar Branchenvertreter vor.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: US0079031078 , BRAINCHIP HOLDINGS LTD | AU000000BRN8 , NVIDIA CORP. DL-_001 | US67066G1040 , INFINEON TECH.AG NA O.N. | DE0006231004

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Inhaltsverzeichnis:


    Nvidia – Die klare Nummer 1 bei Grafikchips

    Die Aktien von Nvidia haben sich dank der robusten Nachfrage nach seinen leistungsstarken Grafikkarten seit Anfang 2020 fast vervierfacht. Sie werden in einer Vielzahl von Anwendungen gebraucht, wenn Rechenpower und Detailtreue eine Rolle spielen. Spezielle Anwendungsgebiete sind neben den PCs auch die Rechenzentren, Mining-Hubs und die Automobilindustrie. Die dominante Position des Chipherstellers auf dem lukrativen Markt für Videospiele ist einer der Hauptgründe für das enorme Umsatzwachstum der letzten Quartale. Das Segment ist mittlerweile für 47% des Gesamtumsatzes verantwortlich und damit für das Unternehmen von höchster Bedeutung. Mit einer außerordentlichen Marktstellung dürfte es hier weiterhin dynamisch nach oben gehen.

    AMD – Verlust von Marktanteilen gegenüber dem Marktführer

    Nvidias nächstgelegener Konkurrent, Advanced Micro Devices (AMD), kommt in diesem milliardenschweren Bereich nur schwerlich voran, wie die neueste Marktanalyse von Jon Peddie Research zeigt. Dort ist zu lesen, dass der Anteil von Nvidia am Markt für diskrete Grafikprozessoren (GPUs) im zweiten Quartal 2021 bei 83% lag, während AMD den Rest auf sich vereinen konnte. Das ist gegenüber den beiden Vorquartalen eine nochmalige Steigerung um je einen Prozentpunkt. Im Ergebnis nimmt Nvidia seinem Konkurrenten AMD sukzessive Marktanteile ab. Da entwickelt sich schon fast eine Monopolstellung.

    AMD versucht derweil, seine neuen Desktop-CPUs mit einer integrierten Grafikeinheit auszustatten. Das wäre ein Novum für die bekannte Ryzen-Reihe, denn bisher konnten lediglich die separaten APU-Modelle mit dem Namenszusatz „G“ auf dieses Feature zurückgreifen. Für Nutzer der Prozessoren wäre das eine nette Ergänzung. Auf diese Weise sind sie nicht auf eine dedizierte Grafikkarte angewiesen, um ihren PC zu nutzen – das würde sich vor allem für den Einsatz von Office-Rechnern lohnen. Die Besitzer der AMD-Aktie gehen in Feierlaune wohl von einer Sonderkonjunktur für ihr Unternehmen aus, denn der Marktwert von AMD konnte sich seither um 50% nach oben schwingen.

    BrainChip Holdings – Fast wie das menschliche Gehirn

    BrainChip Holdings ist ein australisches Halbleiterunternehmen, das einen revolutionären neuromorphen Prozessor mit dem Namen „Akida“ herstellt. Dieser Chip ist der erste, voll digitale Computerchip, der auf die gleiche Weise funktioniert, wie das menschliche Gehirn, d.h. er verarbeitet sogenannte Spikes anstelle von herkömmlichen Computerdaten.

    Der Akida-Prozessor kann auch während des Einsatzes selbständig lernen, denn er verbessert die Gesamtleistung von Systemen mit künstlicher Intelligenz, indem er die Latenzzeit und den Stromverbrauch erheblich reduziert. Da Akida den größten Teil seiner Verarbeitung auf dem Chip und nicht in Rechenzentren erledigt, wird keine ständige Internetverbindung benötigt. Damit hebt er das sogenannte Edge-Computing auf eine ganz neue Stufe.

    Der neue Chip mit KI-Fähigkeiten steht für ein breites Spektrum an Anwendungsbereichen, darunter die Steuerung von autonomen Fahrzeugen, IoT-Geräten und Drohnen. Weitere Einsatzbereiche finden sich in der Robotik, in der medizinischen Diagnostik und in der Sicherheitstechnik. Die ersten Akida-Chips wurden von TSMC in Taiwan hergestellt und im August 2021 geliefert. Nach dem kommerziellen Start erwartet das Management, dass BrainChip einige der großen Namen der Halbleiterindustrie sowie Endkunden und Elektronikunternehmen gleichermaßen auf sich aufmerksam macht.

    Die BRN-Aktie ist in Australien beheimatet und wird auch in Deutschland aktiv gehandelt. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell rund 500 Mio. EUR – für einen Chipbauer der nächsten Generation ist das nicht zu viel. Das Researchhaus Pitt Street sieht ein Kursziel von 1,45 AUD, was per heute ein Potenzial von knapp 200% darstellt.

    Infineon – Weiter auf der Überholspur

    Infineon (IFX) ist der größte Chiphersteller aus Deutschland. Für das laufende Fiskaljahr zeichnet sich ein stürmisches Wachstum ab, auch wenn das Unternehmen künftig wieder langsamer expandieren sollte. Medial wird über die Knappheit an Computerchips schon seit Jahresbeginn intensiv diskutiert und der Megatrend E-Mobilität spielt IFX voll in die Karten. Laut letztem Quartalsbericht profitierte Infineon von den stark steigenden Preisen für Halbleiterprodukte. Demnach konnte IFX seine Erlöse gegenüber der Vorjahresperiode von 2,17 auf 2,72 Mrd. EUR ausbauen, was einem Plus von 25% entspricht. Gleichzeitig konnte die Gesellschaft mit 245 Mio. EUR wieder in die Gewinnzone vorrücken, nachdem vor 12 Monaten noch ein Verlust von 128 Mio. EUR verbucht werden musste.

    Besonders stark entwickelte sich die Automotive-Sparte, die ihre Erlöse binnen Jahresfrist um 49% auf 1,21 Mrd. EUR ausbauen konnte. Entsprechend sind die Produkte von Infineon momentan besonders in dieser Branche begehrt. Weltkonzerne wie Bosch, Continental und Denso ordern regelmäßig, da immer mehr elektronische Hightech-Features in den Fahrzeugen verbaut werden. Der Chart von Infineon zeigt unablässig nach oben, erst diese Woche wurde mit 37,4 EUR ein neues Hoch erreicht.


    Knappheit bewegt die Gewinne der Chiphersteller. Nach der Abarbeitung des Lieferstaus dürfte die Wachstumsdynamik zwar etwas abflachen, dennoch wird der Megatrend E-Mobilität für weitere Schübe sorgen. Produzenten wie Nvidia, AMD und Infineon sind bereits bestens positioniert, die australische BrainChip kommt gerade mit einer neuen Technologie auf den Markt – das sorgt für Spannung!


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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