Menü schließen




22.03.2021 | 05:05

Plug Power, Almonty Industries, Everfuel – Das müssen Sie jetzt wissen!

  • Energie
Bildquelle: pixabay.com

Keine Frage, sowohl der Elektromobilität als auch der Wasserstofftechnologie gehört aufgrund der Energiewende die Zukunft. Auch wenn in den vergangenen Wochen die Aktienkurse der meisten Produzenten extrem an Wert verloren, sollte dies nur eine ausgeprägte Korrektur im gültigen Aufwärtstrend bedeuten. Aufwärts geht es durch die steigende Nachfrage auch mit den Rohstoffen, die für eine kohlenstofffreie Welt benötigt werden. Die angespannte Lage zwischen China und den USA beschleunigt diese Entwicklung.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: CA0203981034 , DK0061414711 , US72919P2020

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Monopol im Reich der Mitte

    Ob Lithium, seltene Erdmetalle oder Wolfram. China produziert etwa 80% der Rohstoffe und besitzt deshalb ein Quasi-Monopol. Der Rest der Welt ist abhängig vom Reich der Mitte. Obwohl Wolfram von den westlichen Regierungen bereits seit längerem als kritisches Metall eingestuft wurde, fehlen Alternativen, um diesen Nachfrageengpass entgegenwirken zu können. Das kanadische Unternehmen Almonty Industries ist auf den Abbau und die Verarbeitung von Wolfram spezialisiert. Neben Minen im Los Santos in Westspanien und Panasqueira in Portugal entwickelt das Unternehmen ein weiteres Zinn- und Wolframprojekt in Valtreixal im Nordwesten Spaniens. Mit der Errichtung der größten Wolframmine der Welt steht nun Almonty Industries vor dem Durchbruch. In Südkorea, genauer gesagt in Sangdong, soll die größte Wolframmine der Welt entstehen und bei voller Produktionskapazität in 5 Jahren für 7-10% des weltweiten Angebots verantwortlich sein.

    Aufgaben abgearbeitet

    Die Finanzierung des Megaprojekts steht, letzte Punkte dürften in den nächsten Wochen über die Bühne gehen. Die Projektfinanzierung, die einen Umfang von 75,1 Mio. USD, wird von der KfW-IPEX Bank getragen. Die österreichische Plansee-Gruppe, die sich auf die pulvermetallurgische Herstellung von Werkstoffen wie Molybdän und Wolfram sowie deren Weiterverarbeitung zu Werkzeugen und Formteilen konzentriert, hat die Abnahme der produzierten Konzentrate langfristig garantiert und stieg nebenbei zum größten Aktionär der Almonty Industries auf. Daneben bleibt der strategische Investor, die Deutsche Rohstoff AG, mit 12,8% weiterhin einer der größten Anteilseigner. Vergangenen Woche vermeldete das Unternehmen noch einen wichtigen Schritt vor dem finanziellen Abschluss des Sangdong-Projekts. So wurde sich mit den Kreditgebern geeinigt, die langfristigen Schulden zu gleichen Bedingungen weit über das Datum der Inbetriebnahme des Großprojekts bis zum Ende des vierten Quartals 2023 zu verlängern, was zum einen Almontys Bilanz deutlich stärkt und zum anderen die Planbarkeit in Zukunft deutlich verbessern.

    Stille Reserven im Boden

    Neben den enormen Wolframvorkommen schlummern in Sangdong weitere Schätze im Boden, die für die Kanadier noch einen weiteren Hebel versprechen. So soll Mitte April mit einem Molybdän-Projekt gestartet werden. Das Bohrprogramm soll 6 Monate dauern und sich auf die 12,5 km langen Kernbohrungen erstrecken, die von Korea Tungsten und KORES in den 1980er Jahren durchgeführt wurden. Damals wurden Hinweise auf die vorläufige hochgradige Erzreserveschätzung mit Gehalten von mehr als 0,40 % MoS2 bei einer Tonnage von mehr als 16,30 Mio. Tonnen gezeigt. Sollte sich dies bestätigen, würde damit eines der weltweit größten langlebigen hochgradigen Molybdänprojekte entstehen. Der Molybdän-Erzkörper befindet sich nur 150 Meter unterhalb der Wolfram-Lagerstätte. Die Marktkapitalisierung von Almonty beträgt aktuell 153,88 Mio. EUR. Almonty kann durch die Sangdong-Projekte langfristig zu einem der wichtigsten Player auf dem Wolfram- und Molybdänmarkt avancieren. Durch die in den nächsten Jahren erwarteten Preissteigerungen dürfte das Unternehmen extrem profitieren.

    Die Uhr tickt

    Die Aktien von Plug Power zählten in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern. Kein Wunder, wurden doch Unregelmäßigkeiten in der Bilanz entdeckt. Von Betrugsvorwürfen spricht sich das Unternehmen jedoch frei. Vielmehr wurde von der Geschäftsführung festgestellt, dass die Jahresabschlüsse des Unternehmens für den vorangegangenen Zeitraum aufgrund von Fehlern in der Rechnungslegung, die sich in erster Linie auf mehrere nicht zahlungswirksamen Posten beziehen, angepasst werden müssten. Betroffen hiervon sind die Jahresabschlüsse für die Geschäftsjahre 2018 und 2019 sowie die Quartalsabschlüsse für 2019 und 2020.

    Nun bekam der US-Brennstoffzellenhersteller Post von der Nasdaq. Demzufolge erfüllt Plug Power derzeit nicht die Regeln für ein weiteres Listing an der US-Börse, weil das Unternehmen seinen Jahresbericht auf Formular 10-K für das am 31. Dezember 2020 endende Jahr noch nicht bei der Aufsichtsbehörde SEC) eingereicht hat und gibt Plug Power nun bis zum 17. Mai 2021 Zeit, um dieses Formular bei der SEC einzureichen. Unter Umständen könnte es für diese Frist nochmals eine Verlängerung von 180 Kalendertagen geben, bevor der Ausschluss von der Börse droht. Obwohl wir auf aktuellem Absturzniveau noch von einem Kauf absehen, sieht die Investmentbank Cowen eine „einzigartige Kaufgelegenheit“. Eine Revision der Ergebnisse sei zwar nie als positives Zeichen zu werten, jedoch glaubt der Analyst Jeffrey Osborne an einen richtigen Fehler in der Sales-Leaseback-Buchhaltung und geht nicht von betrügerischen Machenschaften aus.

    Im freien Fall

    Ohne fundamentale Gründe fiel der dänische Wasserstoffspezialist Everfuel von seinem Allzeithoch bei über 18 EUR auf aktuell 7,50 EUR. Wir hatten Sie schon seit längerem auf das extrem hohe Niveau der meisten Wasserstoffunternehmen hingewiesen. Aktuell haben die Dänen immer noch einen Börsenwert von 580 Mio. EUR. Somit ist, auch charttechnisch, weiteres Downside-Potenzial gegeben. Die Tochter von Nel ASA, die aus einem Spin-Off im vergangenen Herbst an die Börse kam, besitzt einen reinen Free Float von lediglich zirka 5%.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Bank – Das Kreditwesengesetz (KWG) regelt in Deutschland die erlaubten Geschäfte einer Bank.

    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 09.11.2022 | 04:44

    Energieversorgung in Deutschland: Nordex, Siemens Energy, TubeSolar, JinkoSolar – Mit grüner Kraft voraus!

    • GreenTech
    • Technologie
    • Energie

    Der kalendarische Winter ist nicht mehr weit. Die Bundesregierung proklamiert, dass mit den getroffenen Maßnahmen eine Überwinterung in Deutschland möglich ist. Angesichts von aktuell zu 98,5% gefüllten Gasspeichern, scheint die Not augenscheinlich bewältigt. Experten rechnen aber spätestens im Januar mit Versorgungsengpässen und der Notwendigkeit, die vorhandene Gasmenge gerecht auf ihre Abnehmer zu verteilen. Bekommt dann BASF seine benötigte Gasmenge und alle Haushalte eben 8,7% weniger – oder wie sieht die Rechnung aus? Schwierig – hier zeigt sich das Dilemma, in dem Mitteleuropa steckt. Der Wegfall der russischen Energielieferungen ist in Kürze nicht behebbar – langfristig sind es jedoch die GreenTech-Alternativen, die unsere Versorgungssicherheit schaffen könnten. Wir schauen uns nach geeigneten Anlagemöglichkeiten um.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 27.09.2022 | 04:44

    Energie für die Börse! Siemens Energy, TubeSolar, Nel ASA, Plug Power – Jetzt braucht es grüne Innovationen!

    • GreenTech
    • Energie
    • Wasserstoff

    Um die kolossale Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren, arbeiten viele innovative Unternehmen an nachhaltigen Lösungen, manchmal mit Erfolg, manchmal mit weniger Beachtungswert. Für Anleger ist wichtig zu beachten, dass bei den meisten Ideen eine deutsche Ingenieursleistung dahintersteckt, ein Beweis für unser hochleistungsfähiges Schul- und Ausbildungssystem. Manche sehr kreative Start-Ups gehen schnell und mutig an die Börse, um sich zu refinanzieren. Andere große Unternehmen sind bereits lange gelistet und müssen nun zusehen, wie die vormals üppige Bewertung in der Sonne dahinschmilzt. Wichtig ist die Auswahl der Portfoliowerte, daher empfiehlt es sich, immer Standard- mit Hoffnungsaktien zu mischen, das senkt die Risiken. Wir treffen eine Auswahl.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 16.09.2022 | 04:44

    Deutscher Wirtschaft droht Absturz: E.ON, Globex Mining, Deutsche Bank und Commerzbank im Fokus

    • Rohstoffe
    • Banken
    • Energie
    • Strom

    Der marktwirtschaftliche Niedergang Deutschlands setzt sich vehement fort. Nachdem in den letzten Jahren ca. 40% des importierten Gases verstromt wurden, mangelt es den örtlichen Stadtwerken nun an wirklichen Alternativen. Die Preise steigen dramatisch, insbesondere kennt Gas wohl nur eine Richtung – nach oben! Die Abhängigkeit von Energieimporten und die gewollte Sanktionierung wird zum Preistreiber der lokalen Versorger, der Stromproduktion und damit der gesamten Wirtschaft. Von den Vorteilen der besagten Klimawende ist bislang wenig zu spüren, bislang sind nur die Kostensteigerungen spürbar. Aktionäre sollten wachsam sein, welche Bereiche demnächst betroffen sein könnten.

    Zum Kommentar