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25.04.2022 | 04:44

PlugPower, First Hydrogen, Daimler Truck, Ballard Power – Revolution des Transports: Wasserstoff versus Öl und Gas!

  • Wasserstoff
  • E-Mobilität
  • Logistik
  • Transport
Bildquelle: pixabay.com

Mehr Argumente für Wasserstoff lassen sich nun kaum mehr finden! Das Element verbrennt sauber, es lässt sich unendlich aus der Natur produzieren und ist aktuell angesichts der hohen Preise für Öl und Gas sogar wettbewerbsfähig. Nun müssen die Regierungen handeln und ihre einseitige Befeuerung der E-Mobilität auch in Richtung Wasserstoff lenken. Das Jahr 2022 sollte in Hinblick auf die Rohstoffkrise als initialer Aufbruch in die Zukunft definiert werden. Die letzte Klimakonferenz in Glasgow 2021 hat die Marschrouten bereits vorgegeben – jetzt bitte nicht stehenbleiben, sondern raus mit den Budgets. Was der Umwelt hilft, ist letztlich auch gut für die Konjunktur. Der Wasserstoffantrieb als Alternative zur ökologisch bedenklichen Batterie-Produktion! Als Investor sollte man diese Aktien im Blick haben…

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , Daimler Truck Holding AG | DE000DTR0013 , BALLARD PWR SYS | CA0585861085

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Inhaltsverzeichnis:


    Daimler Truck Holding – Chipmangel und autonomes Fahren

    Das frischgebackene DAX-Mitglied Daimler Truck Holding gibt sich sehr fortschrittlich, denn neben den umfangreichen Überlegungen zu Wasserstoffantrieben setzt man in den USA auch auf das autonome Fahren. Dabei stehen nicht die Stadt oder die Kurzstrecke im Fokus, sondern die sogenannte Hub-to-Hub-Strecke von 300 bis 500 km. Es geht um Standardisierung, die Entlastung der Fahrer und um eine Gleichschaltung des Verkehrs auf den sowieso überfüllten Straßen.

    Noch spielt bei diesen Überlegungen viel Phantasie mit, denn neben sehr leistungsfähigen Kommunikationsnetzen benötigt die Industrie weitere Standards für Straßensensoren oder Chips, die über ausreichend künstliche Intelligenz verfügen, um jede Verkehrssituation auch sicher zu machen. In den letzten zwei Jahren verschärfte sich das Thema Chipmangel immer mehr, d.h. selbst normale Hochleistungs-Chips ohne autonome Funktionen sind derzeit Mangelware.

    Um komplett auf die Zukunftsschiene zu kommen, benötigt Daimler Truck ausreichend Tankstellen für E-Motoren oder Zapfsäulen für Wasserstoff. Ohne diese Infrastruktur, die der Staat wohl erst installieren muss, wird die Industrie nicht in teure Entwicklungen investieren. Ein wesentlicher Aspekt ist aber heute die Kostenparität: Den Sieg auf der Landstraße fährt der Spediteur ein, der den günstigsten Lieferpreis bieten kann - und da muss der elektrisch- oder wasserstoffbetriebene LKW eben einen Betriebsvorteil liefern. Das geht aktuell nur mit heftigen Subventionen durch den Staat.

    Die Daimler Truck Holding ist seit der DAX-Aufnahme erst mal gefallen. Derzeit ist der Kurs technisch zwischen 23 und 26 EUR gefangen. Angesichts eines KGVs von etwa 7 und einer Ausschüttung von über 4% ist der Wert nicht teuer. Die Lieferkettenprobleme dürften das aktuelle Wachstum allerdings belasten.

    First Hydrogen – Ein gutes Setup für Infrastruktur und Transporter

    Der starke Preisanstieg der fossilen Energieträger führt auch in der Politik zum Umdenken. Denn die Ökonomien stehen vor großen Herausforderungen, die künftige Mobilität sowohl sauber als auch bezahlbar zu gestalten. Bei Nutzfahrzeugen und Schiffen, die für rund 40% der weltweiten Verkehrsemissionen verantwortlich sind, finden sich erstklassige Ansatzpunkte für die H2-Brennstoffzellen-Technologie. Denn man verzichtet wegen des hohen Leistungsbedarfs auf bislang fragwürdige Batterielösungen. Schiffe müssen sich sicher und autark auf den Weltmeeren bewegen können, der notwendige Treibstoff darf bei stürmischer See keinesfalls ausgehen.

    Das kanadische Unternehmen First Hydrogen hat die Notwendigkeiten des Marktes erkannt und frühzeitig eine zweigleisige Strategie eingeschlagen. Neben der Entwicklung eines serienreifen kommerziellen Transporters mit Brennstoffzellenantrieb arbeitet man auch an der Bereitstellung von Betankungspunkten. Ballard Power und AVL Powertrain sind die Fahrzeug-Technologiepartner, ein Prototyp soll schon im Sommer vorführbereit sein. Im Kraftstoffbereich kooperiert man mit der deutschen FEV Consulting GmbH aus Aachen, um eine adäquate Flüssigwasserstoff-Tankstelle zu entwickeln. Gleichzeitig geht man mit dem Erwerber des neuen Lasten-Vehikels eine Bindung auf der Service-Ebene ein. Die Zeit drängt: Denn ab 2025 gelten strengere, durch die EU ausgegebene Emissionsziele, welche herkömmliche Verbrenner-Motoren im Güterverkehr derzeit nicht erfüllen können. Die Strategie von First Hydrogen besteht darin, die inländische Versorgung mit grünem Wasserstoff zu Festpreisen langfristig zu sichern. Diese Paketlösung wird ihre Anhänger finden, denn das Transportgewerbe braucht dringend gute Dekarbonisierungs-Ansätze, um im Wettbewerb bestehen zu können.

    Seit Einführung der FHYD-Aktie in Kanada und Deutschland steigt der Kurs unablässig nach oben. In der letzten Woche erreichte der Preis mit 3,56 CAD einen 12-Monatshöchststand. Mit 55,4 Mio. Aktien ist das Unternehmen nun rund 170 Mio. CAD wert. Das dürfte noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Die Aktie ist recht volatil und umsatzstark, setzen sie sich daher ein persönliches Limit.

    Plug Power und Ballard Power – Die Fortbewegung der Zukunft ist grün

    Wasserstoff-Aktien standen im vergangenen Jahr 2021 nur temporär hoch im Anlegerkurs. Nach einer Traum-Rallye im ersten Quartal mit Anstiegen von mehreren 100% fielen die Kurse dann bei einigen Titeln um über 70% vom Top zurück. Die beiden bekanntesten nordamerikanischen Vertreter der Wasserstoffbranche sind Plug Power und Ballard Power, sie erlebten ihren großen Ausverkauf im Januar 2022. Nun ist es wieder Zeit, die Werte in die engere Beobachtung zu nehmen.

    Plug Power setzt moderne Antriebskonzepte um. So hat man jüngst einen großen Teil der Walmart Gabelstapler mit einer Brennstoffzelle ausgerüstet. Neben Wasserstoff für seine bereits im Einsatz befindlichen 9.500 Gabelstapler bietet Plug Power auch Lösungen für stationäre Energie und andere Fahrzeugtypen. Der US-Handelsgigant weitet seine Wasserstoff-Infrastruktur aus, um seinen CO2-Fussabdruck zu reduzieren, das macht das Unternehmen mehr ESG-konform.

    Die kanadische Ballard Power, seit 2021 auch ein Partner von First Hydrogen, hat gerade die erste Typenzulassung für sein Brennstoffzellenmodul für die Schifffahrt erhalten. Diese behördliche Genehmigung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Kommerzialisierung der H2-Technologie für die Schifffahrt und ein entscheidender Faktor für die Einbeziehung von Brennstoffzellen in emissionsfreie Lösungen für Schwerlasttransporte zu Wasser. Das von Ballard entwickelte FCwaveTM-Hochleistungsmodul wird als flexible Lösung angeboten, die den Energiebedarf verschiedener Schiffstypen sowie eine mögliche Energieversorgung an Land abdecken könnte. Das skalierbare 200-kW-Leistungsmodul bietet einen Plug-and-Play-Ersatz für herkömmliche Dieselmotoren.

    Für Plug und Ballard wird es entscheidend sein, wieviel Aufträge man aus den öffentlichen Investitionsbudgets zugunsten der Klimaneutralität einfahren kann. Nur dann lässt sich eine seriöse Schätzung über die operative Entwicklung in der nahen Zukunft treffen. Unbestritten bleiben die weiterhin nötigen Investitionen in Forschung und Entwicklung, welche vorerst wohl noch keine Nettogewinne für die Aktionäre zulassen. Plug Power ist der Platzhirsch, analytisch etwas günstiger als Ballard und verfügt aus den letzten Kapitalerhöhungen über deutlich mehr flüssige Mittel.


    Die kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine liefert die besten Argumente sich in der Energieversorgung und Mobilität von der fossilen Seite abzuwenden. Die börsennotierten H2-Unternehmen können derzeit noch keine Gewinne ausweisen, hier muss noch viel geforscht und entwickelt werden. Für eine Investition sollte man neben Standardtiteln wie Plug und Ballard auch die zweite Reihe wie First Hydrogen in Betracht ziehen, denn hier ist das Überraschungspotenzial deutlich größer.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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