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07.05.2021 | 04:28

Royal Dutch, BP, Saturn Oil + Gas, NEL: Schwarzes Gold – Die Perlen

  • Rohstoffe
  • Dekarbonisierung
  • Oel
Bildquelle: pixabay.com

Einer der letzten Rohstoffe, der noch zur Höchstform aufläuft, ist Öl. Am Dienstag präsentierte Ölriese Saudi Aramco seine Zahlen für das jüngst abgelaufenen Quartal. Der Nettogewinn des größten Ölproduzenten der Welt kletterte im ersten Quartal 2021 dank steigender Ölpreise gegenüber dem Vorjahresquartal um 30% von 16,7 auf 21,7 Mrd. USD. Beim Umsatz wies der Ölgigant ein Plus von 20,6% auf 72,6 Mrd. USD aus. Solche Zahlen hören wir selten, aber unter den Ölförderern macht sich weltweit wieder Optimismus breit.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: André Will-Laudien
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Inhaltsverzeichnis:


    Shell – neuen Sprit mit BOSCH und VW entwickelt

    Das ist mal eine Weiterentwicklung in der Welt der Treibstoffe: Bosch, Shell und VW haben einen erneuerbaren Ottokraftstoff entwickelt. Blue Gasoline nennt sich der futuristische Brennstoff. Er enthält bis zu 33% erneuerbare Anteile. Pro Kilometer sollen sich mindestens 20% Kohlendioxid einsparen lassen. Der 'Dekarbonisierung' ist also Rechnung getragen. Modellrechnung: Bei 1.000 VW Golf 1,5 TSI mit einer jährlichen Laufleistung von 10.000 km, so könnte man insgesamt mehr als 230 Tonnen CO2 einsparen. Der neue Kraftstoff soll bereits im Laufe des Jahres an deutschen Tankstellen erhältlich sein.

    Kehrseite der Medaille: Der hohe Preis. Für die CO2-Einsparung müssen die Fahrer verglichen mit dem bekannten E10 oder Super 95 beim Literpreis deutlich drauflegen, denn der vergleichsweise 'saubere Sprit' wird preislich in der Premiumregion von Shell V-Power und Co. liegen – derzeit sind das etwa rund 25 Cent Aufschlag gegenüber Super E10.

    Laut Bosch sind erneuerbare, CO2-reduzierte Kraftstoffe zwar kein Ersatz für die Elektromobilität, aber eine Ergänzung. Ob der Preis die guten Vorsätze der Konsumenten behindert, bleibt abzuwarten. Bislang funktionieren 'grüne Modelle' fast nur durch staatliche Subvention. Die Shell-Aktie hat es sich zwischen 16 und 18 EUR gemütlich gemacht, mit einer Dividendenrendite von 3,8% ist sie ein aussitzbarer Wert. Das Tief bei unter 10 EUR scheint nun wirklich Geschichte zu sein.

    British Petroleum (BP) – Gute Zahlen und ein Aktienrückkauf

    Ölmulti BP hat seinen Quartalsgewinn aufgrund einer außergewöhnlichen Gasvermarktung, deutlich höherer Ölpreise und Raffineriemargen gut verdreifacht. Der bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten lag für das erste Quartal bei 2,6 Mrd. USD. Ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 0,8 Mrd. USD für den gleichen Zeitraum im Jahr 2020. Operatives Highlight des Quartals war die Aufnahme der Produktion aus zwei neuen Gasprojekten - Raven in Ägypten und dem Satellite Cluster in Indien.

    Überraschen konnte überdies der gute Cashflow. Er erreichte ganze 6,1 Mrd. USD. Desinvestitionen und andere Erlöse beliefen sich im Quartal auf 4,8 Mrd. USD. Darin enthalten waren 2,4 Mrd. USD aus der Veräußerung eines 20-prozentigen Anteils am Oman-Block 61 und die Vereinnahmung der letzten Tranche in Höhe von 1,0 Mrd. USD für den Verkauf des Petrochemiegeschäfts an Ineos.

    Mindestens 60 Prozent des überschüssigen Cashflows sollen durch Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückzugegeben werden, vorbehaltlich einer gewissen Entschuldung zur Beibehaltung eines starken Investment-Grade-Ratings. BP steht mit 3,68 EUR nicht mehr weit vor dem charttechnischen Ausbruch mit einem Ziel bei ca. 4,25 EUR.

    Saturn Oil & Gas – klein und flexibel

    Mit Blick auf den Markt fallen auf kleine Förderer positiv auf. Saturn Oil & Gas aus Sasketchewan (Kanada) ist in guter Verfassung. Das aktuelle Umfeld spricht für kleinere flexible Anbieter, die sich den wechselnden Begleitumständen der Pandemie anpassen können. Von den großen politischen Themen rund um das Schwarze Gold ist man bei Saturn allerings weit entfernt.

    Der WTI-Ölpreis hat sich über der 60 USD-Marke stabilisiert, was Ruhe in das operative Geschäft bringt. Pumpen vor Ort brauchen regelmäßige Wartungsbesuche, sonst erfolgt der Abtransport über Kontraktlogistiker, d.h. die Verwaltung der Ölfelder erfolgt nach Angaben mit geringem Einsatz, auch wenn es wieder pandemiebedingte Einschränkungen geben sollte. Zahlen zum ersten Quartal stehen zwar noch aus. Saturn Oil & Gas produziert den umgerechneten Barrel inklusive des Gases zu etwa 12 USD, da bleibt beim derzeitigen Spotpreis von rund 64 USD Einiges in der Kasse des Unternehmens mit einer Bewertung von knapp 21 Mio. EUR.

    Die Lage im 'Rohstoffland par excellence', niedrige Produktionskosten, eine schlanke Unternehmensaufstellung und das Expansionspotenzial in naher Umgebung. Gute strategische Faktoren für Saturn Oil & Gas und eine Entwicklung, die der aktuelle Aktienkurs von 0,12 CAD und ein Börsenwert von knapp 21 Mio. EUR keinesfalls wiederspiegeln.

    Nel ASA – Latente Gefahr

    Bei Nel ASA läuft es derzeit nicht so richtig. Die technische Verfassung wurde bereits in zurückliegenden Veröffentlichungen angemerkt. Nun erfolgte der Durchbruch. Die am Dienstag vorgelegten Zahlen für das erste Quartal sollten den Kurs eigentlich aus seiner Lethargie reißen – immerhin pendelte die Aktie vorher wochenlang zwischen 2,40 und 2,60 EUR – doch das ging ordentlich nach hinten los.

    Die Norweger konnten ihre Umsätze zwar im Vorjahresvergleich um knapp 24% auf 157 Mio. NOK steigern (entspricht rund 15,5 Mio. EUR), doch auch der Verlust je Aktie ging deutlich nach oben. Das war so nicht erwartet. Da Erwartungen von Analysten deutlich verfehlt wurden, geht es für die Aktie seitdem kräftig nach unten. Nach Abschlägen von 15% vor den Zahlen, ging es für die Aktie mit der Meldung weitere 15% runter. 30% Abschlag in einer Woche ist harter Tobak.

    Von einer Gegenbewegung fehlt bisweilen jede Spur. Nel ASA notiert damit auf dem gleichen Niveau wie zuletzt im Herbst 2020. Den kommenden Handelstagen sollte man besondere Beachtung schenken. Bei rund 1,50 EUR liegt die nächste Unterstützung. Eine Korrektur von oben macht nun exakte 50 Prozent aus.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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