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28.07.2026 | 05:20

Schluss mit Zockerei: Mit Allianz, RE Royalties und der Deutschen Telekom sichern Sie sich satte Ausschüttungen

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Die Suche nach attraktiven Renditen wird für Anleger zunehmend zur Herausforderung. Während Zinsentscheidungen und Konjunkturdaten die Märkte durcheinanderwirbeln, bleibt ein alter Grundsatz bestehen: Wer auf verlässliche Dividenden setzt, schläft ruhiger. Drei Branchen stechen derzeit besonders hervor: Versicherungen profitieren vom Zinsumfeld, Erneuerbare-Energie-Projekte liefern stabile, staatlich gesicherte Erträge, und Telekommunikationskonzerne wandeln ihre Infrastruktur in kassastarke Cashflows um. Wir sehen uns heute daher die Allianz, den kanadischen Royalty-Spezialisten RE Royalties und die Deutsche Telekom genauer an. Sie eint eine überdurchschnittliche Aktionärsorientierung.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ALLIANZ SE NA O.N. | DE0008404005 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , DT.TELEKOM AG NA | DE0005557508

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Inhaltsverzeichnis:


    Allianz - Asien-Deal und schlankerer Vorstand

    Die Allianz treibt ihr Aktienrückkaufprogramm in diesem Sommer in einem ungewöhnlich hohen Tempo voran. Das im März aufgelegte Volumen von bis zu 2,5 Mrd. EUR wird deutlich schneller ausgeschöpft als geplant. Bis Ende April wurden Papiere im Wert von rund 1,5 Mrd. EUR vom Markt genommen, das entspricht rund 60 % des Gesamtvolumens. Dabei schwankten die wöchentlichen Rückkäufe teils stark. Mit dem konsequenten Nachkauf auch bei steigenden Kursen zeigt das Management, dass es die eigene Bewertung für günstig hält. Für Anleger ist dies ein klares Bekenntnis zur aktionärsfreundlichen Kapitalallokation.

    Das 1. Quartal lieferte mit einem operativen Rekordergebnis von 4,5 Mrd. EUR die Basis für den positiven Trend. Das Schaden-Unfall-Geschäft zeigte sich mit einer verbesserten Combined Ratio von 91,0 % besonders profitabel. Gleichzeitig geht der Konzern offensive Schritte. Die Übernahme der HSBC-Lebensversicherung in Singapur für 2 Mrd. EUR sichert eine exklusive Vertriebspartnerschaft und erweitert den Zugang zum wachsenden asiatischen Markt. Diese Akquisition soll mittelfristig die Rendite stärken. Gleichzeitig unterstreicht das Investment den strategischen Fokus auf die Region.

    Der Vorstand wird zum Jahresende auf 8 Mitglieder verkleinert. Dadurch soll eine Effizienzsteigerung und die Bündelung von Kompetenzen erreicht werden. Für einkommensorientierte Investoren bleibt das Papier ein interessanter Titel. Die Dividende für 2025 von 17,10 EUR bedeutet bei einem aktuellen Kurs von 430,60 EUR eine Dividendenrendite von fast 4 %. Berücksichtigt man den laufenden Aktienrückkauf, steigt die gesamte Kapitalrückführung für 2026 weiter an. Das ist ein attraktives Gesamtpaket, das den Aktionärsfokus des Konzerns unterstreicht, ohne die Kapitalstärke zu gefährden.

    RE Royalties - Finanzierer der Energiewende

    Das kanadische Unternehmen RE Royalties hat sich mit einem unkonventionellen Ansatz im Markt für erneuerbare Energien etabliert. Statt klassischer Kredite bietet der Finanzierer Projektentwicklern Kapital gegen einen Anteil an zukünftigen Erlösen. Seit 2016 flossen über 80 Mio. CAD in mehr als 135 Projekte. Die Bandbreite reicht von Solar- und Windkraft bis zu Energiespeichern und erneuerbarem Gas. Zwischen Januar und Februar 2026 flossen 3,8 Mio. USD für das erste von zwei geplanten Solarportfolios von Solaris Energy. Die Gesamtzusage für beide liegt bei bis zu 9 Mio. USD. Ende März 2026 wurde eine strategische Prüfung eingeleitet, um Optionen wie einen Unternehmensverkauf oder neue Kapitalpartnerschaften auszuloten. Begleitet wird dieser Prozess von PricewaterhouseCoopers. Mit etwa 20 Mio. CAD an konkreten Absichtserklärungen und weiteren 200 Mio. CAD in der Pipeline bleibt das Wachstumspotenzial intakt.

    Das Geschäftsmodell zielt auf eine Marktlücke. Mittelständische Entwickler mit Projektvolumina zwischen 10 und 30 Mio. CAD werden von Banken oft übergangen. Hier springt RE Royalties ein. Die unverschuldete interne Rendite liegt seit Gründung bei über 19 %, das Umsatzwachstum der letzten 5 Jahre bei jährlich rund 60 %. Über 80 % des Portfolios befinden sich in Nordamerika, was geografische Risiken begrenzt. 41 % der Pipeline stammen von Bestandskunden. Das ist ein Zeichen für Vertrauen und wiederkehrende Geschäfte. Der hohe Insiderbesitz signalisiert zudem, dass Management und Aktionäre an einem Strang ziehen. Die Kombination aus langfristigen Royalty-Vereinbarungen und kurzfristigen Darlehen verschafft dem Unternehmen Flexibilität.

    Für Einkommensinvestoren bleibt RE Royalties ein spannender Fall. Das Unternehmen zahlte zuletzt 0,01 CAD je Aktie im Quartal. Das sind hochgerechnet 0,04 CAD jährlich. Bei einem aktuellen Kurs von 0,39 CAD ergibt das eine mögliche Dividendenrendite von rund 10,3 %. Das Management hat die Steuerung der Ausschüttungen bewusst flexibler gestaltet. Künftige Dividenden werden nicht mehr quartalsweise, sondern jährlich vom Board beschlossen, abhängig von Liquidität, Cashflow und Kapitalallokation. Diese Umstellung gibt dem Unternehmen mehr Spielraum für Wachstumsinvestitionen, ohne die attraktive Ausschüttungspolitik aus den Augen zu verlieren. Die Kombination aus hoher Rendite, strategischer Neuausrichtung und einem wachsenden Markt für umsatzbasierte Finanzierungen macht das Investment für langfristig orientierte Anleger interessant.

    Deutsche Telekom - zwischen Rückkauf-Rhythmus und Wachstumssorgen

    Die Deutsche Telekom treibt ihr Aktienrückkaufprogramm unvermindert voran. Die dritte Tranche 2026 mit bis zu 560 Mio. EUR läuft bis Ende September. Zwischen dem 13. und 17. Juli erwarb der Konzern 1,35 Mio. eigene Aktien zum Durchschnittskurs von 26,73 EUR. Seit Juli summiert sich die Zahl auf 3,67 Mio. Stück. Der Konzern stützt den Kurs durch kontinuierliche Nachfrage und demonstriert Vertrauen in die eigene Bewertung. Vorstandsmitglied Rodrigo Francisco Diehl kaufte zudem 2.999 Aktien zu 24,64 EUR. Das ist für Anleger ein klassisches Vertrauenssignal in schwierigen Marktphasen.

    Die US-Tochter T-Mobile bleibt der zentrale Werttreiber, doch die Dynamik bröckelt. Im 2. Quartal kamen 277.000 neue Postpaid-Kunden hinzu, 13 % weniger als im Vorjahr. Der Postpaid-Service-Umsatz wuchs zwar um 13 %, der Gesamtumsatz von 22,8 Mrd. USD verfehlte jedoch leicht die Erwartungen. Die Börse reagierte verhalten. Die Analysten senkten teilweise die Kursziele, beispielsweise die Deutsche Bank Research von 42 auf 40 EUR. JPMorgan hielt an den 40 EUR fest. Zudem spürt die US-Tochter den wachsenden Konkurrenzdruck durch Satelliteninternet-Anbieter wie Starlink und KI-Infrastrukturprojekte. Diese verändern zunehmend das Wettbewerbsumfeld klassischer Netzbetreiber.

    Die Halbjahreszahlen am 6. August werden zum Prüfstein. Entscheidend ist, ob sich der Konkurrenzdruck tatsächlich in den Zahlen niederschlägt. Für Dividendeninvestoren bleibt die Telekom attraktiv. Die Ausschüttung von 1,00 EUR je Aktie für 2025 wurde bereits ausgezahlt, steuerfrei aus dem Einlagekonto. Die Politik von 40 - 60 % des bereinigten Gewinns bleibt intakt, ergänzt um das laufende Rückkaufprogramm von rund 2 Mrd. EUR. Das EBITDA soll 2026 bei 47,5 Mrd. EUR liegen, der Free Cashflow bei 19,8 Mrd. EUR. Momentan kostet die Aktie 26,87 EUR.


    Alle drei vorgestellten Kandidaten sind interessante Dividendentitel. Die Allianz überzeugt mit Rekordgewinnen, beschleunigtem Aktienrückkauf und einer soliden Rendite von knapp 4 %, was sie zum stabilen Anker macht. RE Royalties hingegen adressiert mit seinem Nischenmodell die Energiefinanzierung und lockt mit einer üppigen Rendite von potenziell über 10 %, steht aber strategisch vor einem Verkauf oder einer Neuausrichtung. Die Deutsche Telekom schließlich beeindruckt durch großzügige Kapitalrückgaben, muss jedoch zunehmend Wachstumssorgen bei ihrer US-Tochter T-Mobile ausräumen. Das wird der Prüfstein für den weiteren Kurs sein.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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