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09.10.2023 | 06:00

ThyssenKrupp, Almonty Industries, Rheinmetall – gute Kaufchancen

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Bildquelle: pixabay.com

Wir sehen uns heute drei Unternehmen an, die gute Kaufchancen bieten. Für ThyssenKrupp gab es zuletzt die positive Meldung, dass die Gewerkschaften vorerst keine 4-Tage-Woche fordern. Almonty Industries profitiert davon, dass Wolfram in immer mehr neuen Technologien Verwendung findet. Unter anderem steigt die Nachfrage durch die Verwendung von Wolfram in den Akkus für Elektrofahrzeuge. Rheinmetall könnte nach dem Rücksetzer ein interessanter Kaufkandidat sein. Wo die Stärken der drei Kanditen liegen erfahren Sie im Artikel.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

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Inhaltsverzeichnis:


    Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG
    "[...] Die Dominanz Chinas ist unter anderem ein Grund dafür, weswegen wir uns so stark auf dem Wolfram-Markt engagieren. Hier sind rund 85% der Produktion in chinesischer Hand. [...]" Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG

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    ThyssenKrupp – ordnet Portfolio neu

    Seit dem 1. Juni ist Miguel Ángel López Borrego der neue CEO von ThyssenKrupp und seitdem weht ein neuer Wind. Er will mit dem APEX Performance Programm den Konzern profitabler machen und zusätzlich das Portfolio optimieren. Gerüchte um ein Spin-Off der Stahlsparte gibt es schon seit Jahren, doch die Zeichen verdichten sich, dass es auch umgesetzt werden könnte. In einem Interview sagte die Chefin der Krupp Stiftung Ursula Gather, dass man von einer baldigen Entscheidung hinsichtlich des Stahlgeschäfts ausgeht. Das Handelsblatt berichtete über Gespräche mit dem tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky. Der Verkauf von 50 % der Stahlsparte steht im Raum.

    Über die EP Holding von Kretinsky könnten die Essener Zugang zu günstigem Strom bekommen, denn die Holding ist im Besitz von Energieproduzenten in Ostdeutschland. Neben der Stahlsparte steht das Marineunternehmen im Fokus. Dieser Bereich könnte, wie zuvor Nucera, an die Börse gebracht werden. Aber auch ein Verkauf steht zur Debatte. Der Bund hat Interesse an einer Beteiligung. Das bestätigte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius. Mit diesen Deals könnte der Konzern seine Finanzprobleme lösen. Darüber hinaus sorgen die steigenden Zinsen dafür, dass Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen aufgelöst werden können.

    Die aktuelle Marktkapitalisierung liegt bei 4,15 Mrd. EUR, addiert man die Werte der einzelnen Segmente von ThyssenKrupp kommt man auf einen deutlich höheren Wert. Das sehen auch die Analysten der Baader Bank so und vergeben eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 16 EUR je Aktie. Fundamental betrachtet ist der Titel bei einem aktuellen Börsenkurs von 6,67 EUR ein Kauf. Aufgrund des Energiehungers des Konzerns, den hohen Strompreisen und den hohen CO2-Emissionen steht die Aktie in der Gunst der Aktionäre nicht in erster Reihe. Rein von den Zahlen her betrachtet ist ThyssenKrupp unterbewertet und letztendlich setzen sich die fundamentalen Daten meistens durch.

    Almonty Industries – präsentiert auf dem IIF

    Nicht nur die Automobilindustrie benötigt Wolfram für die Elektrofahrzeuge, sondern auch die Robotertechnik, die durch Sensoren und die Künstliche Intelligenz einen Aufschwung erfährt. Um Roboterteile herzustellen benötigt man Wolframcarbid-Schneidwerkzeuge. Auch in den Roboterarmen und anderen stark beanspruchten Maschinen ist Wolfram aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften, wie einem hohen Schmelzpunkt, der Dichte und der Leitfähigkeit, unverzichtbar. Auch bei diesem kritischen Rohstoff dominiert China die Lieferkette, doch Almonty Industries könnte mit seiner Sangdong Mine in Südkorea helfen, diese Abhängigkeit zu verringern. Die Lebensdauer der Mine wird mit über 90 Jahren angegeben und bei voller Auslastung könnte man bis zu 15 % des weltweiten Wolframbedarfs decken.

    Der Liegenschaft kommt der hohe Wolframgehalt zu Gute, der mit 0,44 bis 0,49 % um das 2,5-fache höher liegt als der Durchschnitt anderer Projekte. Darüber hinaus hat man einen Abnahmevertrag mit der Plansee Group, die 50 % der Produktion zu mindestens 235 USD/t abnehmen wird, oder entsprechend dem Marktpreis, der aktuell bei etwa 315 USD liegt. Das Projekt ist auch weiter ausbaufähig, weil es über ein zusätzliches Molybdän-Vorkommen verfügt und der Bau einer Nano-Wolframoxid-Anlage zusätzliche Absatzmärkte schaffen würde. Zum einen dient Wolframoxid zur Herstellung von Wolframhexafluorid, das zur Produktion von Halbleitern benötigt wird, zum anderen ist es das Material zur Produktion von Anoden und Kathoden für die Batterieindustrie. Dabei sollte man im Hinterkopf haben, dass Südkorea zu den größten Herstellern von Elektroauto-Batterien gehört.

    Almonty ist ein Spezialist beim Wolframabbau und hat mit der Panasqueira-Mine in Portugal bereits eine Mine in Produktion. Auch die Los Santos Mine soll noch in diesem Jahr wieder in Betrieb gehen. Über den aktuellen Stand der Minenerschließung können sich interessierte Investoren auf dem International Investment Forum am 10. Oktober um 16 Uhr informieren. Dort präsentiert CEO Lewis Black das Unternehmen, wird über die Fortschritte berichten und stellt sich den Fragen der Aktionäre. Am 7. Oktober konnte das Unternehmen vermelden, dass es 500.000 CAD, 733.333 USD und 550.000 AUD frisches Kapital durch die Ausgabe von rund 3,3 Mio. neuer Aktien einnehmen wird. Das besondere an der Platzierung ist, dass sowohl der CEO 500.000 CAD, als auch Daniel D’Amato, ein Director des Unternehmens, 366.666,63 USD investiert hat. Das zeugt von Vertrauen in die Zukunft von Almonty Industries. Freitag ging die Aktie mit 0,465 CAD aus dem Handel.

    Almonty Industries präsentiert auf dem 8. International Investment Forum

    Rheinmetall – das Geschäft brummt

    Vom 9. bis 11. Oktober präsentiert Rheinmetall seine Produkte auf der Fachmesse AUSA in Washington, D.C. Dort werden Prototypen präsentiert und man kann davon ausgehen, dass am Ende auch wieder neue Bestellungen eingehen werden, auch wenn es vom Prototyp bis zur Auslieferung noch dauert. Bestes Beispiel ist der Panther Panzer, der 2022 vorgestellt wurde und nun von der ungarischen Armee genutzt werden soll. Das Handelsblatt berichtete, dass die Panzer auch in Ungarn gebaut werden sollen. Seitdem viele Staaten die Ukraine mit Panzern unterstützt haben, benötigen die Länder Nachschub.

    Operativ läuft es sehr gut. Seit dem 26. September konnte der Konzern 3 neue Aufträge vermelden. Den Anfang machte eine Bestellung im automobilen Leichtbau, dessen Wert im dreistelligen Millionenbereich liegt. Die Bundeswehr bestellte 13 luftgestützte Aufklärungssysteme LUNA NG für über 200 Mio. EUR. Aus der Ukraine wurden ebenfalls Aufklärungssysteme im zweistelligen Millionenbereich geordert. Jüngst wurde aus einem Rahmenvertrag 155mm-Artilleriemunition abgerufen, die für ukrainische und deutsche Streitkräfte gedacht sind. Hier fließt ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag in die Kassen des Unternehmens.

    Die Nachfrage nach Rüstungsgütern wird so schnell nicht abebben, wie der neue Konflikt rund um Israel zeigt. Es gibt immer mehr Krisenherde und dementsprechend werden die Verteidigungsausgaben hochgefahren. Die Jahresziele sollte der Konzern erreichen und im Idealfall sollte sogar ein neuer Auftragsrekord möglich sein. Jetzt, nachdem die Aktie seit Anfang April in der Spitze fast 20 % gefallen ist, bietet sich eine Kaufchance. Auch Berenberg sieht das Kursziel bei 300 EUR und empfiehlt den Kauf. Derzeit notiert die Aktie bei 233,80 EUR.


    Jedes der drei Unternehmen hat eine gute Zukunftsperspektive. ThyssenKrupp ist fundamental betrachtet zu günstig und hat einiges Aufwärtspotenzial. Almonty Industries produziert mit Wolfram einen Rohstoff, der für Hightech-Entwicklungen dringend benötigt wird, genauso wie für Stahllegierungen, die Rüstungsindustrie oder die Batterieindustrie. Sobald die Sangdong Mine in Betrieb geht, steht eine Neubewertung der Aktie an. Rheinmetall erhält Auftrag um Auftrag und profitiert von den geopolitischen Spannungen und seiner Expertise im Bereich Aluminium, was für die Automobilindustrie wichtig ist.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    • Elektromobilität
    • Batterien

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