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10.05.2024 | 05:00

TUI, Medigene, Palantir – Kursrücksetzer zum Kauf nutzen

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Bildquelle: pixabay.com

Der Kapitalmarkt ist ein dynamisches Umfeld, geprägt von Schwankungen, die Anleger gleichermaßen herausfordern und Chancen bieten. Ein zentrales Element für langfristigen Anlageerfolg ist dabei die Fähigkeit, Volatilität nicht nur zu verstehen und zu akzeptieren, sondern sie auch strategisch zu nutzen. Besonders Rücksetzer bei Aktien, die oftmals durch Marktkorrekturen, politische Unsicherheiten oder sektorspezifische Ereignisse ausgelöst werden, können interessante Kaufgelegenheiten darstellen. Denn hinter jedem Rücksetzer können sich fundamentale Stärken und langfristige Wachstumspotenziale verbergen, die einem temporären Abschwung trotzen. Wir haben drei Aktien herausgesucht, die zuletzt einen Rücksetzer hatten, und beleuchten ihre Zukunftspotenziale.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: TUI AG | DE000TUAG505 , MEDIGENE AG NA O.N. | DE000A1X3W00 , PALANTIR TECHNOLOGIES INC | US69608A1088

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Inhaltsverzeichnis:


    TUI - finanzielle Erholung im Fokus

    Der globale Reisemarkt hat in jüngster Zeit erhebliche Schwankungen erlebt, was sich besonders auf Unternehmen wie TUI auswirkt, das stark in Regionen wie dem Nahen Osten aktiv ist. Angesichts der Herausforderungen hat sich das Management des Konzerns entschieden, vorübergehend auf Dividendenzahlungen zu verzichten und stattdessen die Verschuldung zu reduzieren und das Wachstum zu fördern. Laut CEO Sebastian Ebel ist das Hauptziel, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen und die Finanzstruktur des Unternehmens zu stärken, während Finanzvorstand Mathias Kiep betont, dass die Priorität auf der Optimierung der Finanzierungskosten durch den eigenen Cashflow liegt.

    Seit Anfang Mai sind Flugreisen aus Deutschland aufgrund erhöhter Ticketsteuern teurer geworden. Dies betrifft sowohl Direktflüge als auch Pauschalreisen, wobei die Unternehmen diese Mehrkosten üblicherweise an die Kunden weitergeben. TUI hat allerdings klargestellt, dass rückwirkende Preiserhöhungen für bereits gebuchte Reisen nicht vorgenommen werden. Dennoch könnte diese Steuererhöhung mittel- bis langfristig eine Dämpfung der Buchungszahlen zur Folge haben, trotz einer derzeit starken Nachfrage nach Sommerurlauben unter den Deutschen.

    Trotz der aktuellen Herausforderungen scheint TUI auf einem guten Weg zu sein. Die Analystenprognosen deuten auf einen Umsatzanstieg und eine Rückkehr in die Gewinnzone im Vergleich zum Vorjahr hin. Dies spiegelt sich in den Investitionsplänen des Unternehmens wider, das jährlich rund 500 Mio. EUR in sein Wachstum stecken möchte. Die Konzentration auf eine gesunde Bilanz und strategische Investitionen könnte es TUI ermöglichen, seine Verschuldung in den kommenden Jahren signifikant zu reduzieren. Trotz des jüngsten Rückgangs des Aktienkurses zeigt der Ausblick für den Sommer und darüber hinaus, dass TUI gut positioniert ist, um vom wieder erstarkten Reisemarkt zu profitieren. Ein Anteilsschein kostet aktuell 6,652 EUR.

    Medigene - Kapitalerhöhung als Beschleuniger für die Zukunft

    Die Medigene Aktie ist Mitte März aus ihrer Seitwärtsphase nach oben ausgebrochen und kletterte bis auf 2,74 EUR. Seitdem konsolidiert die Aktie, was auch einer Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht geschuldet ist. Das im immunonkologischen Sektor agierende Unternehmen verzeichnete eine außerordentliche Beteiligungsquote von 84,52 %. Die Kapitalerhöhung konnte nicht nur komplett platziert werden, ohne die vorab vereinbarte Backstop-Garantie eines Investors in Anspruch zu nehmen, sie war sogar deutlich überzeichnet. Damit fließt dem Unternehmen ein Bruttoemissionserlös von rund 5,9 Mio. EUR in die Kasse. Diese finanzielle Injektion ist u.a. für vorbereitende Arbeiten hin zur klinischen Entwicklung des Hauptforschungsprogramms MDG1015 vorgesehen.

    Die Kernkompetenz von Medigene liegt in der Entwicklung von T-Zell-Rezeptor-modifizierten T-Zell-Therapien (TCR-T) zur Behandlung von Krebserkrankungen. Mit einem Fokus auf solide Tumore greift das Unternehmen auf ein breites Repertoire an proprietären Technologien zurück, um hochspezifische und effektive Therapieoptionen zu entwickeln. Insbesondere das Flaggschiffprogramm MDG1015 verspricht, durch die Integration des kostimulatorischen PD1-41BB-Switch-Proteins sowohl die Wirksamkeit, als auch die Sicherheit der Behandlung zu steigern. Das Unternehmen steht kurz vor der Erlangung der IND/CTA-Zulassung und plant die Initiierung der ersten klinischen Versuche Ende 2024.

    Am 2. Mai erhielt das Unternehmen ein Patent vom Europäischen Patentamt zum Schutz seines T-Zell-Rezeptors (TCR), der sich gegen ein bekanntes Krebs-Testis-Antigen namens NY-ESO-1 richtet. Die derzeitigen Entwicklungen und der Ausbau der patentgeschützten End-to-End-Plattform positionieren das Unternehmen hervorragend für zukünftige Herausforderungen und Marktchancen. Es ist als Zeichen der Stärke zu werten, dass Medigene als 1. deutsches Smallcap Biotech-Unternehmen eine erfolgreiche Kapitalerhöhung durchführen konnte. Durch diese finanzielle Stärkung verbessert sich die Liquidität des Unternehmens deutlich länger. Wie lange genau, prüft derzeit das Management. Dr. Anthony Man aus dem Aufsichtsrat der Medigene geht von günstigen Einstiegskursen aus und hat zuletzt 2.500 Aktien zu 1,55 EUR gekauft. Die Aktie handelte immer über dem Ausgabepreis von 1,20 EUR für die neuen Aktien und ist derzeit für 1,485 EUR zu haben.

    Palantir - ein Diamant im Rohzustand?

    Die Aktien von Palantir Technologies haben einen scharfen Abschwung erlebt, da der Ausblick des Unternehmens hinter den Erwartungen zurückblieb. Dabei konnte das Unternehmen die Erwartungen mit einem Quartalsumsatz von 634,33 Mio. USD um 16,72 Mio. USD übertreffen und verzeichnet ein Wachstum von 20,8 % im Jahresvergleich. Zudem legte die Kundenzahl um 42 % im Jahresvergleich zu. Selbst die Prognose für das laufende Jahr wurde auf rund 2,7 Mrd. USD Umsatz bei einem bereinigten Betriebsergebnis von 868 bis 880 Mio. USD angehoben. Trotz eines kurzfristigen Rückgangs scheint die langfristige Perspektive des Unternehmens im Bereich der Künstlichen Intelligenz und Big-Data-Analysen vielversprechend. Die aktuelle Schwäche könnte sich als attraktive Einstiegsgelegenheit für Anleger erweisen.

    Die jüngste strategische Partnerschaft von Palantir mit Parexel unterstreicht das Bestreben des Unternehmens, neue Märkte zu erschließen und seine Palette an Anwendungen zu erweitern. Diese Kollaboration zielt darauf ab, den klinischen Forschungsprozess durch fortschrittliche Datenanalytik zu revolutionieren und zeugt von der vielseitigen Einsatzfähigkeit der Palantir-Technologie. Mit signifikanten Investitionen in Forschung und Entwicklung und einer starken Pipeline von Innovationen hat Palantir gezeigt, dass es bereit ist, auf dem Markt für Künstliche Intelligenz eine führende Rolle zu spielen.

    Trotz einer anfänglich enttäuschenden Prognose für den zweiten Quartals- und Jahresausblick, der unter den Markterwartungen lag, bleiben die langfristigen Aussichten für Palantir positiv. Die anhaltende Nachfrage nach KI-Lösungen, eine solide Umsatzsteigerung und die Erweiterung des Kundenstamms deuten darauf hin, dass Palantir in einem stark wachsenden Markt gut positioniert ist. Die Fähigkeit des Unternehmens, kontinuierlich Gewinne zu generieren und neue strategische Partnerschaften einzugehen, stellt eine solide Grundlage für zukünftiges Wachstum dar. Nach den Zahlen sackte die Aktie von 25,21 USD bis auf 21,06 USD ab und erholte sich danach bis auf 21,56 USD.


    Alle drei hier vorgestellten Kandidaten mussten zuletzt Federn lassen, aber die Zukunftsaussichten sind positiv. Bei der TUI fokussiert man sich auf den Abbau der Schulden und die Investition in Wachstumspläne. Medigene entwickelt gefragte Krebs-Therapien gegen solide Tumore. Die Behandlung von Krebs stellt einen Milliardenmarkt dar. Gleichzeitig hat das Unternehmen seine finanzielle Situation deutlich verbessert. Bei Palantir stehen die Zeichen auf Wachstum und das bei positiven Betriebsergebnissen. Mittlerweile 6 Quartale in Folge konnte der Tech-Riese einen Gewinn ausweisen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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