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30.11.2021 | 05:55

Varta, Manganese X Energy, Nordex, Siemens Energy: Das könnte ein Crash à la Tesla werden!

  • E-Mobilität
  • Rohstoffe
  • Energiewende
Bildquelle: pixabay.com

Klimaschutz, Green Energy & Mobility sowie digitale Infrastruktur waren die Hype-Themen des Hausse-Jahres 2021. Kursentwicklungen wie im laufenden Jahr gab es zuletzt zur Techno Bubble im Jahr 2000. Höher, größer, schneller, weiter – das olympische Konzert bescherte bis zum US-Erntedankfest durchweg zwei- bis dreistellige Kursgewinne, manche Aktien aus dem Wasserstoffbereich schafften sogar die magische 1.000%-Hürde. Nun sind aber parallel die Inflationsraten stark gestiegen und das in den Hintergrund geratene Virus ist auf einmal in einer hochansteckenden Variante namens Omikron wieder in aller Munde. Wie die Börsen mit diesem Thema umgehen werden, muss sich noch zeigen. Wir blicken auf wohlbekannte Protagonisten aus dem Bereich „Green Energy“.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , MANGANESE X ENERGY | CA5626783008 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0

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Inhaltsverzeichnis:


    Varta – Technisch ist der Zug nun abgefahren

    Die Varta AG aus Ellwangen muss in ihrem Ausblick zurückrudern. Nach einem schwächeren dritten Quartal kassierte der schwäbische Batterie-Spezialist seine Umsatzprognose für das laufende Jahr. Ursprünglich waren 940 Mio. EUR an Erlösen avisiert, jetzt sollen es bloß noch 900 Mio. EUR werden. Schon im zweiten Quartal hatte Varta mit 193 Mio. EUR die Erlösschätzungen verfehlt, auch der operative Gewinn blieb unter den Analystenerwartungen. Damals versprach Varta-Chef Herbert Schein noch fürs Gesamtjahr: "Unsere Planungen gehen voll auf." Die Börse merkt sich solche Aussagen und votiert wegen der Nichteinhaltung von Prognosen entsprechend, wie ein detaillierter Beitrag beschreibt.

    Als Grund für die Vorsicht gibt Varta weiterhin Engpässe in den Lieferketten bei Kunden an, Elektronikfirmen produzieren wegen des weltweiten Chipmangels deutlich weniger Geräte als geplant. Mit dieser erneuten Enttäuschung wurde viel Vertrauen am Kapitalmarkt verspielt. Hinzu kommt: Hauptaktionär Michael Tojner verkaufte zuletzt im fallenden Trend sogar noch Aktien. Das ist sicherlich das falsche Signal zu einem unguten Zeitpunkt.

    Als letzte Woche der Ausverkauf an der NASDAQ einsetzte, gab es für die Varta AG charttechnisch kein Halten mehr und der Kurs beendete die Woche nahe dem Monats-Tief. Erschwerend kommt nun hinzu, dass die Aktie charttechnisch wieder an der unteren Begrenzung des Trading-Korridors 130 bis 110 EUR angekommen ist. Wir hatten ihnen zuletzt einen Stop bei 127,50 EUR ans Herz gelegt. Charttechnisch darf nun keinesfalls die Zone 100 bis 105 EUR-Marke unterschritten werden, denn hier liegt die „letzte Bastion“.

    Manganese-X Energy – Der Rohstoff Mangan wird immer wichtiger

    Der Rohstoff-Sektor kommt auch nicht in den Entspannungsmodus. Letzten Freitag kam es im Ölmarkt zum größten Tages-Rückgang seit 18 Monaten. Beide Ölsorten verloren zwischen 11 und 13%. Bei den kritischen Batteriemetallen herrscht nach wie vor ein Nachfrageüberhang. Das ist für die Einkäufer der Hightech-Industrie zu einem ernsten Problem geworden, denn für batterierelevante Metalle sind z.B. die Beschaffungspreise in den letzten sechs Monaten um teilweise 200% gestiegen und immer noch gibt es kaum Ware. Im nächsten Jahr dürfte es daher auch in den langfristigen Lieferkontrakten zu Anpassungen kommen, was der Inflation einen weiteren Schub verleihen wird. Der vor allem in Südafrika geschürfte Rohstoff Mangan ist äußerst knapp, sein Oxid ist aber ein Standardbaustein von Lithium-Ionen-Batterien und anderen dezentralen Energiespeichersystemen.

    Ein noch relativ unbekannter Player im Manganbereich ist das junge kanadische Unternehmen Manganese X Energy Corp. (MN) mit seinem 1.228 Hektar großen Metall-Projekt Battery Hill in New Brunswick. Es ist das derzeit einzige börsennotierte Manganunternehmen in Nordamerika, welches die Kommerzialisierung einer aussichtsreichen Manganlagerstätte anstrebt. Der technische Report NI 43-101 liegt bereits vor, er weist eine geschätzte und vermutete 2,5% Mangan-FE-Resource von ca. 60 Mio. Tonnen aus. Weiterhin besitzt man eine 2.568 Hektar große Kupfer-Nickel-Kobalt Liegenschaft namens Peter Lake Property in Quebec. Die Erfolgsaussichten in beiden Projekten sind sehr gut.

    Ein weiteres interessantes Asset entpuppt sich im Bereich Luftreinigung. Manganese X plant über seine 100% Tochter Disruptive Battery Corp. den Erwerb eines Patents für die Zirkulation von Luftdesinfektionsmitteln. Die Erfindung stellt ein Verfahren zur Reduzierung der mikrobiellen Belastung mittels HVAC-Reinigungssysteme im Inneren eines Gebäudes dar. Ein guter Ansatz in Hinblick auf die Pandemie-Bekämpfung.

    Die MN-Aktie ist noch relativ neu auf dem Frankfurter Kurszettel, dafür ist der Wert aber sehr liquide. In Kanada kostet die Aktie 0,35 CAD und hat mit rund 124 Mio. Aktien eine Kapitalisierung von gerademal 43 Mio. CAD. Viel Phantasie für einen überschaubaren Preis – eine passende Beimischung für fortschrittlich denkende Anleger.

    Nordex versus Siemens Energy – Diese Aktien nutzen die grüne Welle

    Auch Siemens Energy und Nordex nutzen die grüne Welle aus Berlin und ziehen einen Auftrag nach dem anderen aus dem Hut. Nur welche Aktie ist besser und verspricht mehr Gewinn für ihr Depot? Eine kleine fundamentale Gegenüberstellung.

    Siemens Energy gehört zu den weltweit führenden Unternehmen der Energietechnologie. Das Unternehmen arbeitet gemeinsam mit seinen Kunden und Partnern an den Energiesystemen der Zukunft und unterstützt so den Übergang zu einer nachhaltigeren Energieversorgung. Geschätzt ein Sechstel der weltweiten Stromerzeugung basiert auf Technologien von Siemens Energy. Siemens Energy erzielte im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von ca. 28,5 Mrd. EUR. Gerade hat man einen Großauftrag für den Erweiterungs-Bau eines hochmodernen 1,7 GW Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerks (GUD) für den brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro erhalten. Mit einer Gesamtleistung von 3 GW werden die beiden Kraftwerke dann rund 14 Millionen Haushalte mit elektrischer Energie versorgen können. Das gesamte Projektvolumen beläuft sich auf rund 1 Mrd. EUR. Mit einer Marktkapitalisierung von 17,5 Mrd. EUR bezahlt man in der Aktie nur 60% der Umsatzleistung, der Buchwert liegt bei ca. 21 EUR.

    Nordex hat in 2021 ein Auf und Ab hinter sich. Nach einer starken Kurskorrektur wegen der Ankündigung einer größeren Kapitalerhöhung fiel der Wert zur Jahresmitte bis auf 12,73 EUR zurück. Aber bei dem Windturbinenbauer gibt es viele neue Aufträge zu vermelden, die Geschäfte laufen nach Angaben von Beobachtern gut. Mit Blick auf die Bewertung bezahlt man nur 40% der Umsätze, jedoch liegt der Buchwert je Aktie wegen der Verschuldung bei niedrigen 8,5 EUR.

    Richtiger Gewinn wird bei Nordex wohl erst im Jahr 2023 erzielbar sein, bei Siemens Energy lässt sich wenigstens für 2022 schon ein KGV von ca. 28 ableiten. Charttechnisch sind beide Werte eher unten, die höhere Dynamik wird der Nordex-Aktie zugesprochen, allerdings sind auch hier die Margen anfälliger für Störungen in den Lieferketten. In der zuletzt starken Korrektur konnte sich der Siemens-Ableger besser gegen den Sturm behaupten, als der Windanlagenbauer Nordex. Beide Werte sind spekulativ, passen aber durchaus in ein grünes Wachstumsdepot.


    Die Börsenkorrektur trifft natürlich auch auf die Favoriten der Klimadiskussion zu. Da gerade die Energiebranche als sehr stark fremdkapitalfinanziert gilt, sind Schwankungen beim langfristigen Zins keine zu unterschätzende Kalkulationsgröße. Varta, Nordex und Siemens sind „Klimaschutz“-Standardwerte, die noch unbekannte Manganese X Energy kann mit vielen Themen noch von sich reden machen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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