Menü schließen




26.04.2022 | 04:44

Varta, Nordex, Nevada Copper, JinkoSolar: Lieferkette defekt, Kupfer ist das neue Gold!

  • Greentech
  • Solaranlagen
  • Wind
  • Kupfer
  • E-Mobilität
Bildquelle: pixabay.com

Die weltweiten Kupferbestände und Förderraten befinden sich aktuell unter dem Niveau der letzten Jahre. Das liegt an der wenigen Verfügbarkeit von neuen Projekten, die erst langsam in Produktion gehen können und noch einiges an Investitionen verschlingen werden. Beim Kupfer-Recycling kommt die Industrie voran, die notwendigen Steigerungsraten für die Versorgung neuer Märkte bleiben aber zu niedrig. Dann kommen die angeschlagenen Lieferketten hinzu, die eine Verbringung größerer Mengen von Rohmaterial momentan erschwert. In den ersten vier Monaten 2022 lagen die Kupferbestände an den Warenterminbörsen unter dem Niveau von 2021. Die LME-Lagerbestände in London werden wegen des Nachfragesogs wohl weiter sinken. Die physische Kupferknappheit ist keine Hysterie – sie ist an der Börse mit Spot-Preisen über 10.000 USD nun Realität geworden. Wo liegen die Chancen für risikobereite Investoren?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: NEVADA COPPER CORP. | CA64128F7039 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Nick Mather, CEO, SolGold PLC
    "[...] Wir wussten, dass die Welt sich rasch elektrifiziert und urbanisiert und dafür erhebliche Mengen an Kupfer benötigt. [...]" Nick Mather, CEO, SolGold PLC

    Zum Interview

     

    Varta – Gut finanziert im Rennen um die Hochleistungsbatterie

    Varta konnte zwar in der letzten Woche die wichtige Marke von 90 EUR zurückerobern, doch schon gestern ging es wieder darunter. Technisch liegt das Augenmerk nun auf der Zone 80 bis 85 EUR, hier sollte die Aktie nicht durchfallen. Leider zeigt der Trend bei Wachstumsaktien seit den starken Zinssteigerungen nach unten. Varta müsste nun eine Überraschung liefern, um den Trend ins Positive zu drehen.

    Die vor Ostern angekündigte Offensive sorgt bei Varta trotzdem weiter für Phantasie. Varta will im Bereich CoinPower wieder so schnell wie möglich auf den Wachstumspfad zurückkehren, denn hier hat man ein gutes Standing und verfügt über einen signifikanten Marktanteil. Die Cashflows aus diesem Geschäft könnten so anderweitig in Investitionen umgeleitet werden. Die steigenden Rohstoffpreise und die anhaltenden Schwierigkeiten bei den Lieferketten haben die Ellwanger im ersten Quartal 2022 aber ausgebremst. Varta plant, die aktuell höheren Kosten über Preiserhöhungen an seine Kunden weiterzugeben. Dies hängt natürlich von der Konkurrenzlage am Batteriemarkt ab.

    Vor Ostern hat sich Varta ein Darlehen in Höhe von 250 Mio. EUR zu sehr günstigen Konditionen gesichert. Mit den frischen Mitteln und dem Cashflow aus dem laufenden Geschäft ist der Konzern insgesamt solide aufgestellt, um den Ausbau der Lithium-Ionen-Kapazitäten zu finanzieren. Ein Schwerpunkt wird die großformatige Rundzelle V4Drive bilden, hier warten die Automobilhersteller auf erste gebrauchsfähige Prototypen.

    Die Analysten sind derzeit etwas gespalten. Das Analysehaus Warburg hat das Kursziel für Varta von 113 auf 110 EUR gesenkt, aber die Einstufung auf “Buy” belassen. Berenberg hingegen sieht nur eine Halteposition mit Kursziel 105 EUR. Wir bleiben bei unserer Beobachten-Empfehlung, derzeit drängt sich kein Investment in Varta auf. Setzen sie einen engen Stop bei 83,80 EUR.

    Nevada Copper – Die ausgelieferte Kupfermenge steigt

    Mit dem deutlichen Committent der europäischen Regierungen zugunsten der Klimawende ist die Industrie nun auf Greentech eingeschwenkt. Die hohen Preise für fossile Brennstoffe verstärken den Investitionsdruck in den alternativen Bereichen noch zusätzlich. Wenn nun Wirtschaftsminister Habeck von deutlich geringeren Genehmigungszeiten spricht, könnte es tatsächlich in der Breite losgehen.

    Bei der kanadischen Nevada Copper gab es in den letzten Monaten nur positive Meldungen. Das ehemalige Sorgenkind fördert aus dem US-Bundesstaat Nevada. Nun sind die Finanztransaktionen für den Minenaufbau getan und seit einigen Wochen läuft die Produktion im firmeneigenen Projekt Pumpkin Hollow langsam hoch. In der Untertagemine wurden alleine im März 3.000 Tonnen kupferhaltiges Gestein täglich abgebaut. Der betriebliche Schwerpunkt liegt nun auf der Aufrechterhaltung und Steigerung der Förderrate. Es ist weiterhin geplant, im dritten Quartal 2022 eine Kapazität von 4.500 bis 5.000 Tagestonnen zu erreichen. Der Ramp-Up verläuft bislang sehr positiv.

    Die Erschließungsraten des ersten Quartals 2022 sind im Vergleich zum vierten Quartal 2021 schon mal um 32% gestiegen. Die geförderten Erztonnagen liegen im Quartalsvergleich Q1 zu Q4 bereits um 73% höher. Neben Kupfer gibt es in den Liegenschaften auch Gold- und Silbervererzungen. Im nahegelegenen Kupfer-Tagebauprojekt ist nun das technische Gerät eingetroffen, das Bohrprogramm startet planmäßig. Das vollständig genehmigte Projekt ist wie auch ein potenzielles Solarprojekt Teil einer größeren Machbarkeitsstudie im Jahr 2022.

    Die NCU-Aktie handelt derzeit im engen Band zwischen 0,60 bis 0,70 CAD und hat an deutschen Börsen gute Umsätze. Der neue Kupferproduzent ist damit aktuell 270 Mio. CAD an der Börse wert. Mit den Fortschritten in der Mine sollte es auch mit den Aktien bald wieder zur Sache gehen.

    Nordex SE versus JinkoSolar – Auf welche Greentech-Aktie jetzt setzen?

    In der aktuellen Börsenphase geht es mit den Greentech-Aktien auf und ab. Probleme der Branche sind die große Abhängigkeit von der Verfügbarkeit von Hightech-Metallen und die aktuellen Probleme in den Lieferketten. Die Auftragslage ist teilweise als üppig zu bezeichnen, die Lieferfähigkeit ist allerdings eingeschränkt. Damit verlieren alle Titel an berechneten Wachstumspotenzialen.

    Der Windanlagenbauer Nordex ist ein großer Weiterverarbeiter von Kupfer und anderen Metallen. Auf der Beschaffungsseite haben sich die Preise so stark erhöht, dass die zugesagten Installationen nach der Fertigstellung kaum mehr Gewinn in die Bücher spülen. Teilweise kommt es wegen gestörter Lieferketten auch zu erheblichen Verzögerungen, dies drückt auch permanent auf die EBIT-Marge. Operativ sieht es so aus, als wenn das vorliegende Szenario noch einige Monate anhalten wird.

    JinkoSolar produziert vorwiegend in China und hier gibt es gerade den nächsten Corona-Lockdown. Seinen Umsatz hat der Photovoltaik-Hersteller im vergangenen Geschäftsjahr weiter kräftig gesteigert. JinkoSolar setzt verstärkt auf seine „n-type“-Produkte und die dezentralen Photovoltaik-Anlagen, wofür es weltweit eine große Nachfrage gibt. Im laufenden Jahr sind bereits einige Meilensteine erreicht worden. So ist die wichtigste operative Tochtergesellschaft Jiangxi Jinko mittlerweile erfolgreich an der Shanghai Stock Exchange notiert. Dies hat JinkoSolar Einnahmen von 1,5 Mrd. EUR gebracht, welche vor allem in die schnellere Weiterentwicklung der Technologie und die Geschäftsexpansion fließen werden. Für das erste Quartal strebt der chinesische Photovoltaik-Hersteller nun einen Absatz zwischen 7,5 und 8,0 Gigawatt an. Das wäre eine konsequente Fortsetzung des zuletzt gezeigten Wachstums.

    Während die Nordex-Aktie nach ihrem schnellen Anstieg im März bereits wieder stark konsolidiert, kann sich JinkoSolar ganz gut im oberen Chartbereich festsetzen. Für Nordex besteht im Bereich 12,50 bis 13,50 eine gute technische Kaufzone, mit 50% Chance nach oben. JinkoSolar sollte mit einem Stop-Kurs bei 45 EUR versehen werden, damit wertvolle Gewinne in den Büchern bleiben.


    Mit der Öl- und Gaspreis-Explosion in 2022 begann die Rallye bei den Greentech-Aktien. Aktuell leiden aber alle Wachstumsaktien unter den stark steigenden Zinsen und negativen technischen Trends der NASDAQ. Nevada Copper kommt gerade aus den Startlöchern und kann in 2022 sein ganzes Potenzial ausspielen.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.

    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Juliane Zielonka vom 05.08.2022 | 05:32

    Meta Materials, Jinkosolar, BioNTech - Smarte Technologien als Wachstumsbooster

    • BioNTech
    • CleanTech
    • Solaranlagen

    Solar- und Photovoltaik-Unternehmen sind seit den Verschiebungen am Energie-Markt heiß im Rennen an den Finanzmärkten. So startet der chinesische Anbieter Jinkosolar nun mit Solarbatterien für den Hausgebrauch. Smarte Gebäude sind ein wichtiger Bestandteil in der urbanen Städteplanung. Dort, wo viel Sonne vorhanden ist, wird dessen Energie für den eigenen Bedarf umgewandelt und australische Bewohner profitieren von der Jinkosolar-Technik. Um solche Energieträger effizienter zu machen, bietet Meta Materials innovative Lösungen, die Solaranlagen noch kostengünstiger werden lassen. Dank zahlreicher Patente verfügt das Unternehmen auch über ein für langfristige Anleger interessantes sowie auf Wachstum ausgelegtes Geschäftsmodell. Eher unerfreulich sind hingegen die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung für den kommenden Herbst und Winter. Maske oder Impfung - so lautet das Kalkül, das zumindest BioNTech-Aktionären etwas Freude bringen wird.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 03.08.2022 | 05:50

    Alpha Copper, Nordex, Volkswagen – hat der Kupferpreis seinen Boden gefunden?

    • Alpha Copper
    • Nordex
    • Volkswagen
    • VW
    • Kupfer
    • Molybdän
    • Windkraft
    • Elektromobilität
    • Elektroauto

    Am 15. Juli notierte der Kupferpreis kurzfristig unter 7.000 USD je Tonne. Seitdem ist der Preis wieder kräftig bis auf über 7.800 USD je Tonne gestiegen. Kupfer hat den Ruf, ein Frühindikator für die Wirtschaft zu sein, da das Metall in nahezu allen Industriebereichen und elektrischen Produkten Anwendung findet. Die Angst vor der Rezession ist schon länger an den Märkten präsent, getrieben von Inflation und zuletzt steigenden Zinsen. Hinzu kommt die Zero-Covid Politik der Chinesen, was für sinkende Nachfrage aus dem rohstoffhungrigen China führt. Die jüngsten Aussagen von FED-Chef Jerome Powell lassen die Märkte hoffen, dass das schlimmste überwunden ist. Der Kupferpreis bestätigt bislang diese Ansicht.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 01.08.2022 | 05:45

    Barrick Gold, Tocvan Ventures, Newmont – Goldaktien vor der Renaissance?

    • Barrick Gold
    • Tocvan Ventures
    • Newmont
    • Gold
    • Silber
    • Kupfer
    • Blei
    • Zink
    • Goldmine

    Der starke Dollar hat den Goldpreis in den vergangenen Wochen belastet. Die Stärke des US Dollars ist aber eher eine Schwäche des Euros. Während die FED die Zinsen anhob, um die Inflation zu bekämpfen, zauderte die EZB. Während die EZB die Zinsen zuletzt um 50 Basispunkte anhob, waren es in den USA jetzt 75. Hinzu kommt die Energiekrise in Europa, vor allem in Deutschland, die den Euro zusätzlich belastet. Für die Exporte der USA sind das keine guten Nachrichten. Daher nahmen die Märkte die Aussagen von Jerome Powell dankbar an. Der Vorsitzende der FED will das Tempo der Zinserhöhungen verlangsamen. Auch der Goldpreis sprang daraufhin an. Wir sehen uns drei Unternehmen an, die von einem steigenden Goldpreis profitieren sollten.

    Zum Kommentar