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31.03.2022 | 04:44

Varta, Phoenix Copper, JinkoSolar, Nordex: Zahlen über Zahlen, wo steckt der Sprengstoff?

  • Greentech
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  • Klimawende
Bildquelle: pixabay.com

Der Kupferpreis hatte am 07.03.2022 seinen vorläufigen Höchststand bei etwa 10.730 USD erreicht. Seitdem erleben wir eine normale Konsolidierung von 3-4%, das ist im vorliegenden Aufwärtstrend kein ungewöhnlicher Vorgang. Damit ist das begehrte Metall seit Anfang 2020 um über 100% explodiert. Große Bergbaukonzerne und Kupferminen konnten in der gleichen Zeit oft ein Vielfaches dieser Performance für sich verbuchen. Für viele Marktteilnehmer bleibt das mittelfristige Aufwärts-Szenario für das Industriemetall gesetzt. Denn seit dem politischen Schulterschluss zur E-Mobilität, schießt die Nachfrage nach Kupfer und Batterie-Metallen regelrecht durch die Decke. Minenbetreiber und Regierungen weltweit sind alarmiert, denn die aktuell förderbaren Kapazitäten decken gerade mal 85% des Bedarfs des laufenden Jahres. Wer kann die Lücke schließen?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: PHOENIX COPPER LTD. | VGG7060R1139 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

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Inhaltsverzeichnis:


    Ryan McDermott, CEO, Phoenix Copper
    "[...] Wenn wir unsere Ziele gewissenhaft verfolgen, wird der Markt seine Bewertung auch anpassen, da bin ich mir sicher. Oftmals braucht es nur einen Auslöser. [...]" Ryan McDermott, CEO, Phoenix Copper

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    Varta – Höchste Spannung vor den Zahlen

    So spannend war es selten. Varta liefert heute die Jahresergebnisse für 2021. Wir haben uns bereits im Vorfeld mit den Zahlen befasst und wollen hier eine kleine Zusammenfassung dessen bieten, mit welcher Erwartung Marktteilnehmer und Experten in die heutige Veröffentlichung gehen.

    Der Batteriehersteller steht vor wirklich wichtigen Tagen, denn der Kurs dümpelt seit der letzten Gewinnwarnung im Herbst nun rund 40% tiefer zwischen 85 und 95 EUR hin und her. In den Hochzeiten des Sommers 2021 wurden für die Aktie bis zu 166 EUR bezahlt. Durch die starke Kurskorrektur der letzten Monate ist nun entscheidend, dass die analytisch nicht günstige Varta-Aktie einen guten Ausblick auf 2022 und Folgejahre geben kann. Insbesondere wartet der Markt auf die Super-Batterie V4Drive und weitere Deals mit den bekannten Premium-Herstellern.

    Zuletzt hatte Varta die überzogenen Markterwartungen immer wieder gedämpft. Der Umsatz soll laut Marktkonsens bei etwa 900 Mio. EUR landen. Beim operativen Gewinn (EBITDA) erwarten Vorstand und Analysten übereinstimmend rund 275 Mio. EUR, was einer operativen Rendite von ziemlich genau 30% entspricht. Beim Ausblick wird eine Aussage zum E-Batteriegeschäft erwartet, ebenso ist der Zeitpunkt der Marktreife entscheidend, denn die Konkurrenz, vor allem aus Asien, eilt mit großen Schritten voraus. Bisher preisen die Börsianer nur rund 12% Umsatzanstieg für 2022/23 ein, das ist für einen Wachstumswert zu gering. Immerhin wird der geplante Umsatz aktuell mit Faktor 3,5 bewertet.

    Es lohnt sich daher heute bei Varta genau hinzuschauen. Verhelfen die Zahlen der Aktie wieder über die 100-EUR-Marke oder geht es womöglich weiter nach unten? Technisch sollte der Kurs nicht unter 78 EUR fallen, sonst droht mittelfristig Ungemach.

    Phoenix Copper – Der nächste Lieferant aus Idaho ist in den Startlöchern

    Kupfer-Lieferanten kann man derzeit nicht genug haben. Denn die Produzenten von Greentech haben in allen elektrischen Bauteilen einen riesigen Bedarf an dem elektrischen Leitmetall CU. Gerade die Hersteller von Energieanlagen und Hightech-Produkten ringen nach günstigen Langfristverträgen für die Versorgung mit dem selten gewordenen Industriemetall.

    Die in London notierte Phoenix Copper Ltd., mit operativer Liegenschaft in Idaho (USA), besitzt die Rechte am Bergbauvorkommen Alder Creek. Bereits Mitte 2023 könnte nach heutiger Planung mit der Tagebau-Förderung begonnen werden, die Explorationsarbeiten hierfür sind noch voll im Gange. Der gesamte Umfang der Phoenix-Claims erhöhte sich inklusive der Gold-Liegenschaft Navarre Creek auf nunmehr 32,5 qkm, eine positive Machbarkeitsstudie mit einem Umsatzpotenzial von 836 Mio. USD konnte für die geplante Kupfermine bereits finalisiert werden.

    In der letzten Woche gab es Neuigkeiten zu den operativen Zahlen. Im Jahr 2021 wurde ein leicht verringerter Verlust von 969.250 USD ausgewiesen. Das Nettovermögen in der Empire Mine wuchs von 13,8 auf 37,8 Mio. USD, ganze 26,1 Mio. USD wurden in die Weiterentwicklung der Liegenschaft investiert. In der Bilanz standen zum Jahresende noch 13 Mio. USD Cash, es liegt keine Verschuldung vor. Das Management hat seine Beteiligung am Unternehmen durch die Ausübung von Warrants leicht erhöht. Die Aktie ist nun auch in den USA am OTCQX-Board notiert und konnte seit Mitte März um stolze 30% zulegen. Die Idaho-Kupfer-Story läuft mit der immanenten Kupfer-Knappheit am Markt trotz der Ukraine-Krise derzeit wie geschnitten Brot. Einsteigen!

    Jinko Solar versus Nordex – Welchen Greentech-Wert jetzt bevorzugen?

    Die Greentech-Spezialisten JinkoSolar und Nordex haben wir regelmäßig auf dem Radar. Bei beiden Unternehmen gab es jetzt die Jahreszahlen 2021. Wir wollen kurz beleuchten, wie sich die Unternehmen fundamental entwickelt haben.

    Jinko berichtete am 23.03. sein Zahlenwerk für 2021. Auf der Umsatzseite standen 40,8 Mrd. CNY zu Buche, im Vorjahr hatte das Unternehmen niedrigere 35,3 Mrd. CNY umgesetzt, das ist ein gesunder Anstieg von 15,5%. Der Gewinn je Aktie lag für das Gesamtjahr bei 10,84 CNY. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Überschuss von 21,51 CNY je Aktie vermeldet. Während der Umsatz enttäuschte, lag das Ergebnis im Rahmen der Erwartungen. Die Aktie kam unter Druck und verlor bis gestern ca. 10% auf 44,8 EUR, erholte sich dann aber wieder stark auf über 47,50 EUR.

    Das Management von Nordex ist wegen der schwierigen Lieferketten-Thematik vorsichtig geworden. Der Windturbinenhersteller wird nach Einschätzung von Konzernchef Jose Luis Blanco im laufenden Geschäftsjahr erneut ein Minus einfahren. In 2021 hatte Nordex nun einen Nettoverlust von 230 Mio. EUR gemeldet nach einem Minus von 130 Mio. EUR im Jahr zuvor. Das erste Quartal wird schwach verlaufen, ist aber bereits einkalkuliert. Die Hoffnung ruht auf einer generelle Entspannung im zweiten Halbjahr, denn der Konzern versucht die gestiegenen Kosten für Energie, Rohstoffe und Transport an die Kunden weiter zu reichen und trifft damit langsam auch auf Verständnis.

    Die Ukraine-Krise ist in ihren globalen Auswirkungen aber kaum absehbar. Nordex versucht derzeit die noch nicht begonnenen Projekte in der Ukraine in andere Länder zu verlagern. Die indirekten Folgen des Kriegs sind aber gravierend. Hierzu zählen etwa die Auswirkungen der hohen Stahl- und Logistikpreise, auf russische Reedereien wird nun gänzlich verzichtet. Im laufenden Jahr peilt Nordex bei Umsatz und Rendite mindestens das Vorjahresergebnis an. Die Erlöse sollen bei 5,4 bis 6,0 Mrd. EUR liegen, bei einer knappen EBITDA-Marge von 3,5%, welche langfristig auf 8% steigen soll.

    Charttechnisch geben wir Nordex-Aktie bei 15,7 EUR den Vorzug, fundamental sieht Jinko Solar aber besser aus. Beide Unternehmen hängen am gleichen Thema: Rohstoffknappheit und hohe Kosten! Im aktuellen Umfeld wird die Volatilität hoch bleiben.


    Die Hightech-Hersteller leiden unter hohen Rohstoff- und Logistikkosten. Wenn die Zinsen weiter steigen, könnten auch die Investitionen der öffentlichen Auftraggeber unter Druck kommen. Die wirklichen ökonomischen Effekte der Ukraine-Krise sind derzeit noch gar nicht kalkulierbar. Varta, JinkoSolar und Nordex hängen an einem stabil wachsenden Umfeld. Phoenix Copper kann mit seinen gezeigten Ergebnissen in diesem Umfeld brillieren und seine Projekte mit gefüllter Kasse fortsetzen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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