Menü schließen




17.06.2021 | 05:10

Volkswagen, Defense Metals, Salzgitter AG – Katastrophale Folgen!

  • Energie
  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Der Nato-Gipfel in Brüssel zeigte die sich immer weiter verhärtenden Beziehungen zwischen den USA auf der einen - sowie China und Russland auf der anderen Seite. Dabei scheinen die Nato-Mächte zu unterschätzen, wie abhängig sie im Kontext der Energiewende etwa vom 'Reich der Mitte' sind. Durch die Kappung des Zugangs zu seltenen Mineralien, die für Elektrofahrzeuge, Windturbinen und Drohnen unerlässlich sind, droht den westlichen Staaten ein Engpass, der die Entwicklung neuer Technologien stark beeinflussen wird.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: CA2446331035 , DE0006202005 , DE0007664039

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Biden spürt den Druck

    Seltene Erden mit Namen wie Neodym, Praseodym und Dysprosium sind entscheidend für die Herstellung von Magneten, die in Zukunftsindustrien für Windturbinen und Elektroautos eingesetzt werden. Außerdem sind die Metalle in Konsumgütern wie Smartphones, Computerbildschirmen und Teleskoplinsen enthalten. Ein Elektroauto benötigt etwa sechsmal so viel Minerale wie ein Verbrenner, eine Offshore-Windkraftanlage sogar 13mal mehr als ein Gaskraftwerk mit vergleichbarer Leistung.

    Um die aktuellen Klimaziele zu erreichen, so Experten, benötigen wir für erneuerbare Energieträger im Jahr 2040 eine mindestens viermal so große Menge an seltenen Erdmetallen wie heute. Das erwartete exponentielle Wachstum der Nachfrage nach Mineralien, die mit sauberer Energie verbunden sind, erhöht den Druck auf die USA und Europa, die Abhängigkeit zu China zu mindern. Im Jahr 2019 importierten die Vereinigten Staaten 80% ihrer Seltenerdmetalle aus China, die Europäische Union bezieht sogar 98% ihres Bedarfs von der asiatischen Wirtschaftsmacht.

    Als Folge des Ressourcenproblems verabschiedete der US-Senat in der vergangenen Woche ein Gesetz zur Verbesserung der amerikanischen Wettbewerbsfähigkeit, das Bestimmungen zur Verbesserung der Lieferketten für kritische Mineralien enthält. Washington will die Produktion und Verarbeitung von Seltenen Erden und Lithium, einem weiteren wichtigen Mineralbestandteil, ankurbeln und gleichzeitig mit Verbündeten und Partnern zusammenarbeiten, um die nachhaltige globale Versorgung zu erhöhen und die Abhängigkeit von geopolitischen Konkurrenten zu verringern.

    Bestehende Projekte kaum vorhanden

    Zudem sollen bestehende Projekte, wie die seit 2017 wieder in Betrieb genommene Mountain Pass-Mine, das Angebotsdefizit verringern. Eine der wenigen aussichtsreichen Projekte außerhalb Chinas unterhält Defense Metals. Das kanadische Explorationsunternehmen fokussiert sich auf die Weiterentwicklung des Wicheeda Rare Earth Project mit einer Größe von rund 1.708 Hektar im Bundesstaat British Columbia.

    Durch die erstklassige Infrastruktur kann Defense Metals mit Bohrkosten weit unter dem Branchendurchschnitt kalkulieren. Laut Management liegen die Mineralressourcen dort bei 4,9 Mio. Tonnen mit einem durchschnittlichen Gehalt von 3,02% LREO (leichte Seltenerdmetalle) und abgeleitete Mineralressourcen von 12,1 Mio. Tonnen mit einem durchschnittlichen Gehalt von 2,90% LREO. Weitere 12 Mio. Tonnen werden auf dem Gebiet vermutet.

    Um die Lagerstätte zu erweitern, wurden vom Kapitalmarkt 5,0 Mio. CAD eingeworben. Defense Metals sieht hier das Potenzial, zusätzliche oberflächennahe Ressourcen aufzuspüren. Das Unternehmen plant, mindestens 2.000m und bis zu 5.000m an Diamantbohrungen durchzuführen, um die Lagerstätte zu erweitern und die bestehenden Ressourcen weiter abzugrenzen. Der darauffolgende Schritt ist zudem das Erstellen einer Machbarkeitsstudie. Aufgrund einer Kapitalmaßnahme, verlor die Aktie von Defense Metals rund 50% im Kurs und notiert aktuell bei 0,18 CAD mit einem Börsenwert von lediglich 21 Mio. CAD. Sieht man das knappe Angebot in den westlichen Industrieländern, ist die Aktie auf aktuellem Niveau mehr als interessant.

    Autobauer spüren Knappheit

    Einen Vorgeschmack auf die Knappheit von Gütern erleben wir aktuell bei vielen Rohstoffen. Ob Holz, Plastik oder Kupferrohre, die Regale sind leer und die Preise steigen exorbitant. Den Chipmangel bekommt aktuell vor allem die Automobilbranche zu spüren. So drosselte der chinesische Elektroautobauer Nio bereits im März seine Produktion deutlich. VW berichtete bereits Ende des vergangenen Jahres, dass man die Produktion im ersten Quartal um bis zu 100.000 Fahrzeuge kürzen müsse, weil man Halbleiterprodukte, die in den Fahrzeugen eine immer größere Rolle spielen, nicht in ausreichender Menge zur Verfügung habe. Seitdem hat sich die Lage noch einmal deutlich zugespitzt.

    Sowohl Daimler als auch Volkswagen setzen nun in einigen ihrer Werke auf Kurzarbeit. So kommt es laut einem Firmensprecher zu Kurzarbeit in der Tiguan-, Touran- und Tarraco-Fertigung sowie in der Golf-Fertigung in Spät- und Nachtschicht. Bei Daimler seien in dieser Woche die Fabriken in Bremen und Rastatt betroffen.

    Profiteure des Preisanstiegs

    Des einen Freud, des anderen Leid. Der Stahlhersteller Salzgitter AG prognostiziert aufgrund der steigenden Stahlpreise für das Gesamtjahr einen höheren operativen Gewinn. Durch das stark verlaufende Handelsgeschäft werden nun Vorsteuergewinne in Höhe von 400 bis 600 Mio. EUR ausgerufen. Ursprünglich lag die Aussicht zwischen 300 und 400 Mio. EUR. Die Analysten von JP beließen die Aktie auf „overweight“ mit einem Kursziel von 28, 50 EUR. Auch die Investmentbank Jefferies beließ das „buy“-Rating und sieht das Papier unverändert bei 38 EUR.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.

    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Stefan Feulner vom 09.04.2024 | 05:10

    Palantir, Globex Mining, Bayer - Der Trend zeigt nach oben

    • Edelmetalle
    • Künstliche Intelligenz
    • Rohstoffe

    Nach einem erfolgreichen ersten Börsenquartal des Jahres 2024 gönnten sich DAX und Dow Jones in der vergangenen Woche eine wohl verdiente Verschnaufpause. Dagegen setzten die Edelmetallmärkte um Gold und Silber ihre Aufwärtsbewegung fort. Gold markierte zudem mit 2.354 USD je Unze neue Höchststände. Nachdem Goldproduzenten wie Barrick Gold oder Newmont noch im Winterschlaf verharrten, folgen diese seit einigen Wochen dem steigenden Basispreis. Aktuell bietet sich zudem eine Chance bei kleineren Rohstoffwerten, an der Aufwärtsbewegung überproportional zu partizipieren.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 08.04.2024 | 04:45

    Jetzt KI verkaufen und Turnaround-Aktien zulegen: Nel ASA, Royal Helium, Linde und Plug Power

    • Technische Gase
    • Künstliche Intelligenz
    • Rohstoffe
    • Turnaroundwerte

    Die Börse gibt und nimmt. In Sachen Künstliche Intelligenz und Hightech haben Anleger in den letzten Monaten bis zu 600 % einfahren können. Titel wie Nvidia und Super Micro Computer stehen auf der Hitliste aller Fondsmanager weltweit. Doch nun ist das erste Quartal vorbei und es besteht kein direkter Anlass die überteuerten KI-Titel weiter zu kaufen. Am letzten Donnerstag gab es bereits den ersten Schuss vor den Bug, der NASDAQ 100-Index stürzte binnen 3 Stunden um über 2 % in die Tiefe. Technisch lässt das Aufwärts-Momentum bereits nach, das führt zu verstärkten Gewinnmitnahmen. Machen es viele Anleger gleichzeitig, mündet das Ganze in eine saftige Korrektur. Warten sie nicht zu lange, wir präsentieren ein paar interessante Umschichtungsideen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 02.04.2024 | 05:10

    Glencore, Almonty Industries, Albemarle - Rohstoffe vor dem Rebound

    • Rohstoffe
    • Rebound
    • Lithium
    • Kupfer
    • Wolfram

    Das erste Quartal des Börsenjahres 2024 ist bereits Geschichte und verlief, entgegen vieler Störfaktoren besser als von vielen erwartet. So erreichte der deutsche Leitindex DAX einen Zuwachs von knapp 11 % und notiert auf einem neuen Allzeithoch. Auch das Edelmetall Gold erreichte per Quartalsende mit 2.233 USD je Unze den höchsten Stand seiner Geschichte. Dagegen hängen wichtige Rohstoffe, die für die Klima- und Zeitenwende benötigt werden, zurück. Nach monatelangen Bodenbildungsphasen bieten sich bei Kupfer, Wolfram oder Lithium auf aktuellem Niveau attraktive Einstiegsmöglichkeiten.

    Zum Kommentar