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30.07.2026 | 05:00

Wasserstoff-Wahnsinn: Wie sich NEL und Plug Power gesund schrumpfen – dynaCERT in spannender Phase

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Bildquelle: KI

Wenn schwere LKW und riesige Maschinen in Tagebau-Minen stundenlang unter Volllast laufen, verbrennen sie Unmengen an fossilem Treibstoff. Während Energiesektor und Industrie den Umbau zu sauberen Alternativen gemessen an der medialen Berichterstattung durchaus vorantreiben, bremsen die erschwerten Bedingungen im Bergbau sowie hohe Zinsen und die unsichere Wirtschaftslage viele ambitionierte Klimaprojekte in der Wirtschaft noch immer aus. Wer in dieser Phase nicht im großen Stil investieren kann oder will, sucht nach Übergangslösungen, die Kosten senken und Emissionen zumindest teilweise senken. Wir stellen drei spannende Unternehmen rund um diese Thematik vor.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

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Inhaltsverzeichnis:


    Nel bremst den Expansionsdrang und setzt den Rotstift an

    Der norwegische Wasserstoff-Spezialist Nel spürt den Gegenwind im Sektor besonders deutlich. Kunden schieben Großaufträge wegen unklarer Regulierungsfragen in Europa sowie Nordamerika vor sich her. Im Geschäftsjahr 2025 schrumpften die Einnahmen aus Kundenverträgen um 31 % auf 963,1 Mio. NOK. Hohe Sonderabschreibungen auf Produktionsanlagen und Technologiebereiche brockten Nel 2025 einen Nettoverlust von rund 1,27 Mrd. NOK ein. Das Management reagierte mit einem eisernen Sparkurs. Nach der Abspaltung der Tankstellensparte Cavendish fokussiert man sich jetzt auf die Fertigung von Elektrolyseuren. Mit einer verbliebenen Liquidität von etwa 1,62 Mrd. NOK Ende 2025 und frischen Aufträgen über 686 Mio. NOK im vierten Quartal versucht Nel, sein Geschäft zu stabilisieren und die Durststrecke zu überwinden.

    Plug Power will miese Margen hinter sich lassen

    Der US-Konzern Plug Power ist bekannt dafür, eine geschlossene Wertschöpfungskette von der Erzeugung bis zur Brennstoffzelle aufbauen zu wollen. Jahrelange Fehlkalkulationen bei Lieferverträgen bescherten dem Unternehmen jedoch enorme Verluste und ließen die Bruttomarge 2024 auf dramatische -92 % abstürzen. Unter neuem Management drückte Plug Power mit dem Restrukturierungsprogramm Project Quantum Leap jedoch stark auf die Bremse und konnte den Jahresumsatz 2025 wieder um 12,9 % auf rund 710 Mio. USD steigern. Im vierten Quartal 2025 erwirtschaftete Plug Power erstmals wieder eine positive Bruttomarge von 2,4 %. Trotz eines Fehlbetrags von 245,3 Mio. USD im ersten Quartal 2026, der stark durch buchhalterische Effekte aus Wandelanleihen geprägt war, peilt das Management für das vierte Quartal 2026 ein positives bereinigtes EBITDAS an. Ein positives operatives Ergebnis erwartet man erst Ende 2027. Eine staatliche Kreditgarantie über 1,66 Mrd. USD ermöglicht Bauprojekte für Verflüssigungsanlagen. Es scheint, als bräuchte das Unternehmen diese Hilfe dringender denn je. Richtig rund läuft es bei Plug Power trotz der Achtungserfolge nicht.

    dynaCERT: HydraGEN macht Diesel sauberer

    Während traditionelle Wasserstoff-Unternehmen kämpfen müssen, geht die kanadische Gesellschaft dynaCERT einen völlig anderen Weg. dynaCERT setzt auf seine Nachrüsttechnologie HydraGEN, die bestehende Dieselmotoren nicht ersetzt, sondern optimiert. Durch die Elektrolyse von destilliertem Wasser erzeugt das System direkt im Fahrzeug reinen Wasserstoff sowie Sauerstoff. Über den Ansaugtrakt gelangt das Gasgemisch in die Zylinder. Dort erhöht der Wasserstoff die Flammgeschwindigkeit und verbessert das Verbrennungsverhalten des konventionellen Kraftstoffs spürbar. Praxistests lieferten bereits überzeugende Ergebnisse in den Bereichen Effizienz und Nachhaltigkeit. Mit seiner Technologie adressiert dynaCERT vor allem schwere Bergbaufahrzeuge, Logistikflotten und stationäre Generatoren, für die batterieelektrische Antriebe kurzfristig keine bezahlbare Option sind.

    dynaCERT macht Diesel grüner - Aktie in Warteposition.

    Über spezialisierte Vertriebspartner wie H2 Tek gelang dem Junior der Sprung in den Praxiseinsatz bei internationalen Rohstoffgiganten. So kaufte ein großer internationaler Bergbaukonzern bereits 2022 vier Hochleistungseinheiten der Serie HG6C für einen 4,5-Megawatt-Dieselgenerator im kanadischen Voisey's Bay. Das Geschäftsmodell stützt sich neben dem Verkauf der Nachrüstsätze auf die Verwertung verifizierter Kohlendioxid-Gutschriften. Nach Prüfung erhielt dynaCERT von der Standardisierungsorganisation Verra das offizielle Siegel für seine CO2-Abrechnungsmethodik. Über die hauseigene Telematiksoftware HydraLytica erfassen Flottenbetreiber die tatsächliche Kraftstoffersparnis lückenlos und wandeln reduzierte Emissionen in handelbare Carbon Credits um. Das schafft für Minenbetreiber einen zusätzlichen finanziellen Anreiz, um dynaCERTs HydraGEN-Technologie einzusetzen.

    dynaCERT mit ersten Erfolgen – was macht die Aktie?

    Neben den Feldversuchen im Bergbau treibt dynaCERT weltweite Vertriebspartnerschaften voran, um Aufträge zu generieren. Kontrakte in Südamerika und Projekte in Vietnam sollen dem Unternehmen neue Absatzkanäle eröffnen. Für die Aktie von dynaCERT kommt es darauf an, dass das Unternehmen diese Kontakte in intensive Geschäftsbeziehungen und Großaufträge überführen kann. Investoren sollten den Newsflow seitens des Unternehmens daher genau beobachten. Die aktuell hohen Energiepreise und der wachsende Transformationsdruck in der Industrie können für dynaCERT zu einer handfesten Chance werden. Das Unternehmen befindet sich angesichts der aktuellen Marktkapitalisierung von nur rund 60 Mio. CAD in einer spannenden Phase.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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    • dynaCERT
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    • Wasserstoff
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    • Dieselmotor
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    • Emissionen
    • CO2-Zertifikate
    • grüner Wasserstoff

    Die Ära des grünen Wasserstoffs hat ihre viel gescholtene Phase der Ankündigungen und Übertreibungen endgültig hinter sich gelassen. Konkrete Milliarden-Investitionen in Elektrolyseure, Pipelines und Speicher katapultieren den Sektor 2026 in die Realwirtschaft und damit auch in den Fokus von Anlegern, die mehr als nur politische Absichtserklärungen sehen wollen. Während sich die Produktionskosten für grünen Wasserstoff verbessern und die Nachfrage aus der Industrie massiv anzieht, stehen nun jene Unternehmen im Mittelpunkt, die diese Wertschöpfungskette technologisch beherrschen. Wir sehen uns daher heute den norwegischen Elektrolyse-Spezialist Nel ASA, den kanadischen Emissionsreduzierer dynaCERT und den US-amerikanischen Systemintegrator Plug Power an.

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