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07.08.2023 | 04:44

Wilde Zeiten – Quartalszahlen bewegen! Tupperware, Defence Therapeutics, PayPal und Amazon unter der Lupe!

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Bildquelle: pixabay.com

Nach einer ausgeprägten Sommer-Rally an den Börsen, kommt es Anfang August zu einzelnen Rücksetzern. Es darf daher nicht verwundern, dass die Reaktion auf Quartalszahlen auch mal heftiger ausfällt. Oftmals sind Werte einfach zu weit gelaufen und erfahren eine gesunde Konsolidierung. Bei Tupperware ist wohl das Gegenteil der Fall. Hier haben sich zu viele Spekulanten auf der Shortseite positioniert und es gab hoffnungsvolle Meldungen. Wir analysieren ein paar Highlights der letzten Woche.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , AMAZON.COM INC. DL-_01 | US0231351067 , PAYPAL HDGS INC.DL-_0001 | US70450Y1038 , TUPPERW.BRAND.CORP.DL-_01 | US8998961044

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Inhaltsverzeichnis:


    Dr. Aram Mangasarian, CEO, NOXXON Pharma N.V.
    "[...] nach Abschluss der Untersuchungen unseres Partners, besteht durch diese Vereinbarung die Möglichkeit einer starken Wertschöpfung für unser Unternehmen. [...]" Dr. Aram Mangasarian, CEO, NOXXON Pharma N.V.

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    PayPal versus Amazon – Gute Zahlen helfen nicht immer

    Obwohl der Online-Bezahldienstleister PayPal mit seinen Zahlen am oberen Band der eigenen Prognose landete, straften die Investoren das Unternehmen ab. Was war passiert? Paypal hat das vergangene Quartal mit einem Umsatzplus von 7 % auf 7,3 Mrd. USD abgeschlossen, der Gewinn stieg sogar um 19 % auf 1,29 Mrd. USD. Mittlerweile betreut das Unternehmen 431 Mio. Kunden, ein Plus von 2 Millionen zum Vorjahresquartal. Klingt alles ganz gut, Analysten beschwerten sich aber über die sinkende operative Marge um einen Prozentpunkt auf 21,5 %. Wie kleinlich!

    Wegen der schlechten Konjunkturlage musste man die Rückstellungen für Kredite an Händler erhöhen. Das wiegt doppelt schwer, da die Margen bei PayPal schon seit Längerem im Fokus der Experten stehen. Auch ein kleiner Aufschlag bei den Nutzerzahlen hilft letztlich nicht weiter, um die angeschlagene Stimmung zu heben. Die PayPal-Aktie verlor nach den Zahlen 14 % und liegt auch im 12-Monatsvergleich mit 40 % im Hintertreffen. Die 47 Analysten auf der Plattform Refinitiv Eikon sind dennoch hoffnungsvoll und erwarten im Schnitt ein Kursziel von 85,30 USD, ein Aufschlag von 36 % zum aktuellen Kurs von 62,80 USD. Wir finden das Unternehmen sehr interessant, denn auf dem aktuellen Niveau beträgt das 2024e KUV nur noch 1,8 und auch das KGV ist nun mit 9,5 auch nicht mehr zweistellig.

    Ganz anders die Reaktion bei Amazon. Der Online-Handelsriese hat durch die Bank sowohl seine eigenen als auch die Markterwartungen übertroffen, schrieb Analyst Eric Sheridan von Goldman Sachs. Amazon profitiert von der weltweiten Dynamik im Online-Geschäft, konnte seine operative Marge steigern und eine Stabilisierung des Umsatzwachstums in der Cloud-Sparte AWS erreichen. Das Kursplus seit Anfang des Jahres beläuft sich inzwischen auf rund 70 %. Mit "Top-Pick Buy" votiert Analyst Justin Post von Bank of America, die neuen Kursziele von 180 bzw. 174 USD der Analysten liegen leicht über dem Konsensus-Rating bei Refinitiv Eikon von 168,50 USD. Die positive Stimmung zum Online-Riesen dürfte sich wegen des guten Ausblicks wohl noch etwas erhöhen.

    Defence Therapeutics – Beschleunigung durch die Zusammenarbeit mit Okano

    Das kanadische Biotech-Unternehmen Defence Therapeutics (DTC) überzeugt seine Investoren derzeit mit guten Fortschritten in der Krebsforschung. So konnte der Kurs in 2023 bereits ordentlich zulegen, aktuell beträgt das Plus knapp 22 %. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht derzeit die Kooperation mit dem französischen Atom-Konzern Okano SA. Defence Therapeutics hat nun im Juli erfolgreich den ersten Meilenstein erreicht, der im Rahmen der Zusammenarbeit festgelegt wurde. Orano SA ist ein multinationales Unternehmen aus Frankreich, das Radio-Immunkonjugate der nächsten Generation unter Verwendung der intrazellulären Targeting-Technologie von Defence entwickelt.

    Der erste Meilenstein besteht in der Synthese des AccuTOX™-Peptids, das den DOTA-Chelator und den Azid-Anteil enthält. Der DOTA-Chelator wird zur Verkapselung des radioaktiven Moleküls verwendet, während der Azid-Anteil für die Antikörperanbindung mittels Click-Chemie eingesetzt wird. Die folgenden Schritte bestehen in der Synthese einer zweiten AccuTOX™-Variante, sowie der Konjugation der nicht spaltbaren AccuTOX™-Peptidvariante an den Herceptin-Antikörper (Trastuzumab). Hier dürfte es demnächst weitere gute Meldungen geben. Defence ist überzeugt, dass die Entwicklung neuartiger Therapien durch die Kombination der intrazellulären Targeting-Technologie mit krebsbekämpfenden Antikörpern eine höhere Spezifität und Selektivität aufweisen wird. Zudem erwartet man eine höhere therapeutische Wirksamkeit bei geringeren Nebenwirkungen.

    Das Unternehmen aus Vancouver strebt eine Notiz an der NASDAQ an. Damit erhält man besseren Zugang zu institutionellen Anlegern und kann sich so bis zur Produktreife besser refinanzieren. Die Aktie hat zuletzt wieder Aufmerksamkeit auf sich gezogen und nimmt nun die 2 EUR-Marke ins Visier. Mit einer Marktkapitalisierung von 85 Mio. USD ist die erforderliche Größe für ein NASDAQ-Listing bald erreicht. Noch ist Zeit zum Aufstocken.

    Im Performance-Vergleich zu den genannten NASDAQ-Werten Amazon, PayPal und Tupperware hatte die Defence-Aktie die Nase in den letzten 12 Monaten vorne. Quelle: Refinitiv Eikon vom 04.08.2023

    Tupperware – Die neue Meme-Aktie macht Kapriolen

    Völlig außer Rand und Band erscheint die Aktie des weltbekannten Herstellers von Aufbewahrungs-Tools Tupperware. Noch vor einigen Wochen wurde eine harte Restrukturierung des Unternehmens erwartet. Nun sind die Reddit-Anlegerscharen auf den Wert aufgesprungen. Das Phänomen „Meme-Aktie“ ist mittlerweile nicht mehr unbekannt. Meist sind es stark abverkaufte Werte mit hohem Short-Ratio, die in das Blickfeld der Spekulanten geraten.

    Bei Tupperware kam jetzt auch noch eine gute Meldung hinzu. Das Unternehmen konnte sich mit den finanzierenden Banken auf eine Reduzierung der Tilgungszahlungen und eine Verlängerung der Kredit-Fazilitäten von insgesamt ca. 350 Mio. USD bis ins Jahr 2025 einigen. Die kurzfristigen Schulden werden durch eine rollierende 21 Mio. USD-Linie abgefedert. Das verschafft ordentlich Luft. Die Finanzchefin Mariela Matute resümiert: „Ich bin zuversichtlich, dass diese Vereinbarung uns die finanzielle Flexibilität verschafft, um unsere kurzfristigen Turnaround-Bemühungen sowie unsere langfristige Strategie, eine globale Omnichannel-Verbrauchermarke zu schaffen, fortzuführen.“

    Mit einer Marktkapitalisierung von nur 212 Mio. USD wurden in den letzten 7 Tagen über 1 Mrd. Aktien des Unternehmens gehandelt, das ist ca. das 20-fache des ausstehenden Kapitals. Vom Tief bei etwa 0,60 USD am 19.07.2023 hat sich der Kurs bis Anfang August zwischenzeitlich verzehnfacht. Vielleicht kann das Unternehmen bei einem aktuellen Kurs von 4,70 USD sogar eine kleine Kapitalerhöhung platzieren, den Tupperware-Fan würde es freuen. Als Trader auf Schwarz oder Rot zu setzen ist natürlich möglich, erfordert aber eine konsequente Stop-Strategie. Ein Kasino-Papier für Spezialisten!


    Die Börse hat Monate des steilen Anstiegs hinter sich gebracht. Letzte Woche dann eine heftige Korrektur mit drehenden Volatilitäts-Indizes. Amazon und PayPal sind gute Standardwerte, Defence Therapeutics kommt in großen Schritten voran. Durch eine breite Streuung erreicht man sinkende Portfoliorisiken.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Bank – Das Kreditwesengesetz (KWG) regelt in Deutschland die erlaubten Geschäfte einer Bank.
    3. Kapitalerhöhung – Erhöhung des Eigenkapitals eines Unternehmens

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