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19.04.2022 | 04:44

Zeitenwende: Varta, Altech Advanced Materials, BYD, NIO – Batterie statt Öl und Gas!

  • e-Mobilität
  • Batterie
  • Metalle
Bildquelle: pixabay.com

Die Ukraine-Krise macht eine gefährliche Abhängigkeit so richtig transparent. Mitteleuropa hängt am Energie-Tropf Russlands. Da lässt sich nicht groß mit Sanktionen drohen, wenn der Öl- und Gasriese zugleich Hauptlieferant am längeren Hebel sitzt. Für die Grundversorgung unserer Bevölkerung ist jegliche Veränderung der deutsch-russischen Beziehungen solange dramatisch, wie wir es nicht schaffen, Alternativen aufzubauen. Das kann natürlich jetzt nicht in wenigen Monaten geschehen, sondern umfasst einen Investitions-Zyklus der nächsten 5 bis 10 Jahre. Für den kommenden Winter schon wird es daher kritisch. Was die Heizung und Fernwärme heute gefährdet, hat die Automobil-Industrie längst erkannt. Weg von den fossilen Brennstoffen – hin zur Batterie! Nur wer kann sie bauen?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A2LQUJ6 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061

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Inhaltsverzeichnis:


    Terry Lynch, CEO, Power Nickel
    "[...] Nickel profitiert also gleich doppelt: Erstens von der wachsenden Bedeutung innerhalb von Batterien und zweitens von der allgemein wachsenden Nachfrage nach derartigen Speichern. [...]" Terry Lynch, CEO, Power Nickel

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    Varta – Hohe Erwartungen der Automobil-Industrie

    Kein deutsches Unternehmen aus der Batteriebranche steht derzeit so im Fokus wie die Varta AG aus Ellwangen. Neben mehreren Enttäuschungen wegen überzogener Wachstumserwartungen war der Varta-Kurs in den letzten 6 Monaten nach unten durchgereicht worden. Wahrscheinlich drückten auch die noch zu vagen Aussagen zur neuen Superbatterie für die E-Mobilität.

    Zuletzt hatte Varta verkündet, die V4Drive-Technologie auf den Gesamtmarkt der batterieelektrischen Fahrzeuge auszudehnen, also auch größere Formate herstellen zu wollen. Varta sah die neue Powerzelle primär in elektrischen Sportwagen und anderen Premiumfahrzeugen eingesetzt. So sollte die sogenannte 21700-Zelle innerhalb von nur 6 Minuten aufgeladen und selbst bei extrem tiefen Temperaturen noch leistungsfähig sein. Als erster Kunde war Porsche kolportiert worden. Die Märkte haben hier noch die Liefer-Vision 2023/24 verinnerlicht, das ist aus heutiger Sicht noch ziemlich weit in der Zukunft.

    Jetzt legt Varta in der E-Offensive aber nochmal deutlich nach. Um den Ausbau der Lithium-Ionen-Produktionskapazitäten zu finanzieren, hat sich der Batteriehersteller ein Darlehen in Höhe von 250 Mio. EUR zu sehr günstigen Konditionen gesichert. Anleger reagierten dennoch relativ unbeeindruckt, man war wahrscheinlich davon ausgegangen, dass Varta sein Forschungsprogramm aus dem eigenen Cashflow finanzieren kann. Die Varta-Aktie war zuletzt mehrfach an der Rückeroberung der 100-EUR-Marke gescheitert und hat in den vergangenen Tagen nun abermals auf 86 EUR korrigiert. Eine Bodenbildung könnte im Bereich 82 bis 85 EUR dennoch gelingen, dazu müssten aber auch die Indizes oben bleiben. Weiterhin nur beobachten!

    Altech Advanced Materials – Pilotanlage für Beschichtungsmaterialien im Aufbau

    In Heidelberg schickt sich das deutsche Unternehmen Altech Advanced Materials AG (kurz AAM) an, neuartiges Beschichtungsmaterial für Anodenbatterien zu entwickeln. Das Management von AAM geht dabei davon aus, dass E-Fahrzeuge aufgrund des technologischen Fortschritts bald günstiger sein werden, als herkömmliche Verbrenner. Eine gute Nachricht für den angespannten Mobilitätsmarkt, denn die langfristige Substitution von fossilen Brennstoffen scheint nun auch industrieseitig beschleunigt zu werden.

    Wenn man den Aussagen des AAM-Managements folgt, gibt es riesiges Potenzial, in den nächsten Jahren eine deutliche Leistungs-Steigerung bei Energiespeichern zu erreichen. Dreh- und Angelpunkt für den Erfolg der E-Autos werden dabei die Punkte Ladezeit- und Infrastruktur, Reichweite und Haltbarkeit sein. Die Zielrichtung der eigenen AAM-Forschungsbemühungen ist die Verbesserung der Kathoden-Eigenschaften mit einer gewünschten Erhöhung der Leistungsdichte, Betriebssicherheit und einer Verlängerung der Lebensdauer.

    AAM hat für seine Pilotanlage für Batterie-Beschichtungsmaterialien nun einen Engineering-Vertrag mit der Küttner GmbH aus Sachsen abgeschlossen. Küttner wird mit der Detailplanung beginnen, Knackpunkt könnte in der Beschaffung derzeit jedoch der angespannte Zuliefermarkt für die nötigen Komponenten sein. Gerade im Hightech-Bereich tritt das Lieferkettenproblem extrem zu Tage. Nach Fertigstellung ist die Anlage für die Produktion von 120 kg beschichtetem Batterieanodenmaterial pro Tag ausgelegt, dass dann den Batterieherstellern zu Testzwecken zur Verfügung gestellt werden kann. Die Machbarkeitsstudie für das Gesamtprojekt wird parallel umgesetzt. Hier dürfte es im laufenden Jahr noch einige Neuigkeiten geben.

    Aktuell sind bei den gängigen Herstellern maximale E-Reichweiten von 500km erwerbbar, deswegen braucht das gesamte Segment disruptive Technologiesprünge. Wie bei Varta, befinden sich die Anleger deshalb auch bei der AAM-Aktie eher in einer Warteposition, bis bahnbrechende News anstehen. Spekulativ ist die Aktie aber trotzdem interessant, denn Stücke unter 1 EUR gibt es selten.

    BYD versus NIO – Wer hat die Nase vorn?

    Der E-Mobilitätsmarkt setzt in 2022 zum Sprung an. Dies belegen die Absatzahlen für den Monat März, in dem der chinesische Hersteller BYD erstmals mehr als 100.000 E-Fahrzeuge inklusive Plug-In Hybride verkauft hat, viermal so viele wie im Vorjahr. Um die nachgefragten Mengen auch ausliefern zu können, wurde nun am 15. April das fünfte Werk des chinesischen Elektroautoherstellers im Industriepark von Fuzhou offiziell eröffnet. Die neue Fabrik ist für eine Jahresproduktion von etwa 200.000 Fahrzeugen mit alternativen Antrieben ausgelegt und hat eine Gesamtinvestition von knapp 2,2 Mrd. EUR verschlungen. Darüber hinaus kündigte BYD auch den Bau einer neuen Batteriefabrik vor Ort an, um von den internationalen Zulieferern unabhängig zu bleiben.

    Auch NIO liegt auf dem Markt für batterieelektrische Premiumfahrzeuge (BEV) in China weiterhin deutlich vor den deutschen Luxusmarken. Bei hochpreisigen High-End-BEV-Fahrzeugen mit Verkaufspreisen über 47.000 USD, verkaufte der Platzhirsch Tesla im März 39.353 Einheiten und bleibt damit dominant. Gleich auf Platz 2 folgte aber NIO mit einem Absatz von 9.829 Einheiten. Dies ist doppelt so hoch als der Gesamtabsatz von BMW, Mercedes-Benz und Audi, die es nur auf 4.438 ausgelieferte Fahrzeuge brachten. Bei den durchschnittlichen Verkaufspreisen liegt NIO weiterhin zwischen Mercedes-Benz und BMW. Der Schlüssel, um weiterhin Anteile zu ergattern, könnte nun in einem völlig neuen Produktportfolio liegen, das im laufenden Jahr auf den Markt kommt.

    Im direkten Vergleich hat die BYD-Aktie die Nase klar vorne, denn sie konnte in den letzten 12 Monaten ganze 48% zulegen. Anders die NIO-Aktie, denn nach der schnellen Verzehnfachung Ende 2020 ging es dann konstant nach unten, aktuell verliert der Wert in 12 Monaten immerhin 39%. BYD macht auch schon Milliardengewinne, NIO wird hingegen erst in 2024 die Gewinnschwelle erreichen. Charttechnisch arbeitet BYD derzeit noch am Aufwärtstrend und NIO versucht eine tragfähige Bodenbildung. Interessant sind damit beide Werte, die spekulative NIO hat sicherlich den höheren Hebel. Unser Fazit: BYD halten, NIO beobachten!


    Die Rohstoffknappheit und Lieferkettenthematik schlägt voll auf die Automobilbranche durch. Ungeachtet der Energieproduktion, bieten die E-Mobilitäts-Produzenten immerhin den mittelfristigen Ausstieg aus dem Verbrennersegment. Dazu braucht es aber leistungsfähige Energiespeicher. Varta und Altech Advanced Materials können hier einiges bewegen, was die Aktien dann sicher beflügelt.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

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    • Akku
    • Batterie
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    • Molybdän

    Im Jahr 2021 wurden weltweit 79.000t Wolfram aus den bestehenden Minen abgebaut. 2015 lag die Produktion noch bei 89.400t. Man könnte meinen, dass die Nachfrage zurückgegangen ist und daher die Produktion zurückgefahren wurde, doch das Gegenteil ist der Fall. Laut dem Bericht des British Geological Survey wird die Nachfrage pro Jahr zwischen 3 und 7% steigen und schon bald das verfügbare Angebot übersteigen. Aber nun könnte die Nachfrage kurzfristig deutlich ansteigen, denn Forscher des US Energieministeriums DOE haben einen Weg gefunden, Elektroautos in 15 Minuten aufzuladen. Dazu wird als Kathodenmaterial eine Molybdän Wolfram Niobat Legierung anstelle Graphit verwendet. Wir sehen uns daher drei Unternehmen rund um das Thema Wolfram an.

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