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09.06.2022 | 05:55

Aktien von Nel ASA, BP, BASF und Saturn Oil + Gas: Goldman bullish für Ölpreis

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Bildquelle: pixabay.com

Gute Nachrichten für Ölproduzenten wie BP, Exxon Mobile und Saturn Oil & Gas: Goldman Sachs hat die Prognosen für den Ölpreis angehoben und geht davon aus, dass die Preise weiterhin auf hohem Niveau bleiben werden. Das Preisziel für die Sorte Brent wurde von 125 USD auf 140 USD pro Barrel angehoben. Begründet wird dies mit ungelösten strukturellen Engpässen. Der Ölriese Exxon Mobil ist im Zuge der Meldung auf ein neues Allzeit-Hoch geschossen. Für Saturn Oil & Gas kommt eine Übernahme damit zur richtigen Zeit. Der kanadische Produzent will seine Produktion nochmals verdoppeln. Auch Nel dürfte profitieren, da die hohen Preise für fossile Energien den Wechsel auf Erneuerbare erleichtern. Für BASF ist die Goldman-Prognose allerdings eine Hiobsbotschaft, doch Analysten sehen erhebliches Kurspotenzial.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , BP PLC DZ/1 DL-_25 | DE0008618737 , Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832

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Inhaltsverzeichnis:


    Saturn Oil & Gas steigt mit Übernahme in neue Liga auf

    Nächster Paukenschlag bei Saturn Oil & Gas. Das kanadische Unternehmen will seine Produktion durch eine Übernahme nochmals um rund 50% steigern und würde damit in die Liga der führenden börsennotierten Leichtölproduzenten aufsteigen. Zudem werden deutliche Synergieeffekte erwartet. Konkret will man eine Ölproduktion im Gebiet Viking in West-Central Saskatchewan mit einer Fördermenge von ca. 4.000 Barrel am Tag (boe/d davon ca. 98% Leichtöl und Flüssigkeiten) für ca. 260 Mio. CAD übernehmen. Dies ist gepaart von einem hohen Netto-Cashflow sowie 140 neuen Grundstücken. Die Finanzierung wurde innerhalb weniger Tage gesichert. Es handelt sich hierbei um eine der attraktivsten Leichtöl-Ressourcengebiete in Nordamerika. Saturn ist bereits in Südost-Saskatchewan aktiv und kann entsprechend Synergien heben.

    Ein Report von researchanalyst.com sieht die Transaktion positiv - hier zur Einschätzung. Denn Saturn erhöht durch die Übernahme die Tagesförderleistung bei Volllast um mehr als 50% auf ca. 11.400 boe/d. Auf der Kostenseite sollen die Lizenzgebühren von ca. 15% auf 12% sinken und sich die Betriebsaufwendungen pro Boe um geschätzte 16% reduzieren. Zudem sind weitere Kosteneinsparungen in den Bereichen Transport-, Arbeits- und Prozessingkosten zu erwarten. „Die Wachstumsstrategie mache insbesondere aus diesem Blickwinkel Sinn“, so researchanalyst.com. Saturn erwartet, dass die Produktion von Viking mit 35 bis 40 Bohrungen pro Jahr auf einem Niveau von ca. 4.500 boe/d gehalten werden kann, was einen freien Cashflow von über 85 Mio. CAD pro Jahr mit Steigerungspotenzial beinhalten würde. Nach Abschluss der Transaktion werden auch die Analysten ihre Studien anpassen müssen. Inzwischen wird die Aktie von vier Researchhäusern gecovert und von allen zum Kauf empfohlen. Das Kursziel von GBC Research für die Saturn-Aktie lag vor der Übernahme bei 13,12 CAD bzw. umgerechnet 9,75 EUR - Studie als PDF. Derzeit notiert die Aktie bei 2 EUR.

    Nel: Wann kommt der Großauftrag?

    Von steigenden Preisen für fossile Energien profitiert auch die Erneuerbaren Energien Branche. Zum einen werden die in der Regel höheren Produktionskosten schneller wettbewerbsfähig. Zum anderen erhöht sich der Druck auf Regierungen, die Energiewende konsequent zu forcieren. Zu den Profiteuren gehört Nel ASA. Und die Aktie des norwegischen Wasserstoff-Spezialisten kann derzeit jede Unterstützung gebrauchen. Nach dem Einbruch auf 1,15 EUR im Mai kommt die Aktie nicht so richtig vom Fleck und notiert derzeit bei 1,40 EUR. Anfang 2021 waren es schonmal über 3 EUR. Auch der jüngste Auftrag hat der Aktie nicht zum Ausbruch verholfen. So hat die norwegische Metall-Raffinerie Glencore Nikkelverk bei Nel einen Elektrolyseur für grünen Wasserstoff geordert. Das alkalische Elektrolyseursystem soll Mitte kommenden Jahres errichtet werden, um künftig grünen Wasserstoff für die Produktion von Salzsäure zu liefern. Das Auftragsvolumen liegt bei 3 Mio. EUR. Damit warten Anleger weiterhin auf einen Großauftrag.

    BASF: Können die Rohstoff- und Energiepreise weitergegeben werden?

    Bei BASF wird man über die Ölpreis-Prognose von Goldman Sachs sicher nicht jubeln. Dafür ist das Geschäft zu energieintensiv. Zur Erinnerung: Bei der Diskussion um ein Gas-Embargo gegen Russland wurde BASF als der große Verlierer erwähnt. Der Chemiekonzern müsste mindestens Teile der deutschen Produktion stilllegen. Dies hätte deutliche Auswirkungen auf die gesamte deutsche Wirtschaft. Dieses Horror-Szenario hält Bernstein Research nicht davon ab, die BASF-Aktie zum Kauf zu empfehlen. Das Kursziel wurde am Montag sogar leicht von 87 auf 88 EUR angehoben. Die Analysten sind zuversichtlich, dass BASF auch 2022 die rasant steigenden Rohstoff- und Energiepreise an die Kunden weitergeben kann. Daher ist der Konzern aus Ludwigshafen neben Akzo Nobel der Favorit von Bernstein im Bereich der industriellen Chemiekonzerne. Die BASF-Aktie notiert derzeit knapp unter 53 EUR.


    Die Energiepreise halten Unternehmen und Kapitalmärkte in Atem. Öl-Produzenten wie Saturn Oil & Gas und Exxon verdienen sich derzeit eine goldene Nase. Wenn BASF die hohen Einkaufspreise tatsächlich weitergeben kann, ist die Aktie nicht teuer. Nel muss endlich einen Großauftrag melden.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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