19.06.2026 | 05:10
American Lithium, Rock Tech Lithium, Uranium Energy –Ohne diese Rohstoffe steht die Energiewende still
Der globale Wettlauf um technologische Vorherrschaft, Energiesicherheit und künstliche Intelligenz verschärft den Kampf um kritische Rohstoffe. Lithium gilt als unverzichtbarer Baustein für Batterien, Elektromobilität und Energiespeicher, während Uran durch den Boom von Rechenzentren und den weltweiten Ausbau der Kernenergie zunehmend an Bedeutung gewinnt. Regierungen fördern den Aufbau unabhängiger Lieferketten, Investitionen in strategische Rohstoffprojekte nehmen rasant zu. Besonders interessant sind Unternehmen, die sich frühzeitig aussichtsreiche Vorkommen sichern, Verarbeitungskapazitäten aufbauen oder von staatlichen Förderprogrammen profitieren.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Stefan Feulner
ISIN:
AMERICAN LITHIUM | CA0272592092 , ROCK TECH LITHIUM | CA77273P2017 , URANIUM ENERGY DL-_001 | US9168961038
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Stefan Feulner
Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.
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American Lithium - perfekter Mix
American Lithium rückt zunehmend in den Fokus der internationalen Rohstoffpolitik. Der kanadische Entwickler verfügt mit Falchani in Peru über eines der größten Hartgestein-Lithiumprojekte der Welt und mit Macusani über das mächtigste unerschlossene Uranprojekt Lateinamerikas. Beide Rohstoffe gelten als unverzichtbar für Elektromobilität, Energiespeicher, Rechenzentren und die weltweite Energiewende. Damit besetzt das Unternehmen gleich auf mehrere strategische Zukunftsmärkte.
Rückenwind erhält American Lithium aus Peru selbst. Die Regierung hat Lithium und Uran per Dekret offiziell als kritische und strategische Rohstoffe von nationaler Bedeutung eingestuft. Gleichzeitig sollen beide eine zentrale Rolle bei der Entwicklung einer emissionsarmen Energieversorgung, moderner Infrastruktur und intelligenter Städte spielen. Für American Lithium ist dies ein wichtiger politischer Meilenstein, da sich die beiden Vorzeigeprojekte Falchani und Macusani in einer Region befinden, die über außergewöhnliche Vorkommen dieser Schlüsselrohstoffe verfügt.
Die Attraktivität der Projekte wird durch bereits abgeschlossene wirtschaftliche Erstbewertungen sowie umfangreiche Ressourcen untermauert. Besonders Falchani hebt sich durch seine Größe und den zusätzlich enthaltenen strategischen Rohstoff Cäsium hervor. Macusani wiederum könnte von der weltweit steigenden Nachfrage nach Uran profitieren, da zahlreiche Staaten den Ausbau der Kernenergie forcieren, um Versorgungssicherheit und Klimaziele miteinander zu verbinden.
Auch in den USA gewinnt American Lithium an Bedeutung. Das Unternehmen wurde jüngst in das Defense Industrial Base Consortium (DIBC) aufgenommen, eine Initiative des US-Verteidigungsministeriums zur Stärkung strategischer Lieferketten. Die Mitgliedschaft eröffnet Zugang zu Förderprogrammen, Industriepartnerschaften und potenziellen Finanzierungsmöglichkeiten. Gleichzeitig unterstreicht sie die strategische Relevanz des TLC-Lithiumprojekts in Nevada für die amerikanische Rohstoffversorgung.
Mit zwei der weltweit größten Lithiumprojekte, einem bedeutenden Uranasset und wachsender politischer Unterstützung auf beiden Seiten des amerikanischen Kontinents ist American Lithium in einer aussichtsreichen Position. Die Kombination aus kritischen Rohstoffen, fortgeschrittenen Projekten und geopolitischer Bedeutung könnte dem Unternehmen langfristig erhebliches Wertsteigerungspotenzial eröffnen.
Rock Tech Lithium – Euphorische Analysten
Rock Tech Lithium verfolgt ein integriertes „Mine-to-Converter“-Modell und besetzt damit eine Schlüsselposition in der westlichen Batteriewertschöpfungskette. Das Unternehmen entwickelt nicht nur eigene Lithiumressourcen in Kanada, sondern baut gleichzeitig Konverteranlagen in Deutschland und Kanada auf, um Lithiumhydroxid für die Batterieindustrie zu produzieren.
Angesichts der wachsenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, Energiespeichern und einer unabhängigen Rohstoffversorgung in Europa und Nordamerika sehen Analysten darin einen strategischen Wettbewerbsvorteil. Zusätzlichen Rückenwind liefert die Anerkennung des Konverters in Guben als strategisches Projekt im Rahmen des EU Critical Raw Materials Act.
Die Analysten von First Berlin bewerten die jüngsten Entwicklungen als wichtigen Wendepunkt für Rock Tech. Besonders die Fortschritte beim zweiten Lithiumkonverter in Red Rock, Ontario, hätten die Investitionsstory deutlich gestärkt. Ausschlaggebend dafür seien die Partnerschaft mit Siemens sowie die geplante Beteiligung des Infrastrukturinvestors BMI, der bis zu 200 Mio. CAD in das Projekt investieren könnte.
Aus Sicht von First Berlin besitzt Red Rock das Potenzial, sich zu einem Vorzeigeprojekt für die nordamerikanische Lithiumverarbeitung zu entwickeln. Siemens bringt dabei nicht nur industrielle Kompetenz und Digitalisierungstechnologien ein, sondern könnte sich künftig sogar finanziell beteiligen. Da das kanadische Projekt weitgehend auf den bereits entwickelten Plänen des Konverters in Guben basiert, erwarten die Experten eine schnellere und kostengünstigere Fertigstellung der endgültigen Machbarkeitsstudie.
Besonders positiv wird die geplante Finanzierung bewertet. Für die nächsten Entwicklungsschritte soll eine nicht verwässernde Finanzierung von bis zu 30 Mio. CAD bereitgestellt werden. Darüber hinaus sieht das geplante General-Partner-/Limited-Partner-Modell vor, dass Rock Tech künftig Managementgebühren und Lizenzzahlungen generieren kann, während externe Investoren einen Großteil des Kapitals bereitstellen.
Vor diesem Hintergrund hat First Berlin in der aktuellen Studie erstmals auch den Red-Rock-Konverter in sein Bewertungsmodell aufgenommen. Die Analysten gehen nun davon aus, dass sowohl Guben als auch Red Rock Ende 2028 die Produktion aufnehmen könnten. Entsprechend wurde das Kursziel von 2,40 CAD auf 3,90 CAD angehoben. Das Anlageurteil lautet weiterhin „Kaufen“. Zum aktuellen Kursniveau bei 0,88 CAD ergibt sich ein Potenzial von annähernd 345 %.
Uranium Energy – Verlust durch strategischen Lageraufbau
Auch der Rohstoff Uran ist entscheidend für den steigenden Energiebedarf der voranschreitenden Technologien. Uranium Energy konnte allerdings als führender Uran-Förderer im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 keine Erlöse aus dem operativen Geschäft erzielen. Dies führte zu einem Fehlbetrag von 52,3 Mio. USD. Betrachtet man die ersten neun Monate des laufenden Jahres, sanken die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 66,8 auf 20,2 Mio. USD. Ursächlich für das negative Ergebnis sind primär Ausgaben für die Erschließung neuer Förderstätten. Zudem erhöhten sich die kurzfristigen Förderaufwendungen im vergangenen Jahresviertel auf 54,61 USD pro Pfund Uran.
Gründe hierfür waren höhere Steuerabgaben sowie zeitliche Verschiebungen bei behördlichen Zulassungsverfahren. Demgegenüber steht eine stabile Kapitalausstattung. Das Unternehmen weist keinerlei Verbindlichkeiten auf und verfügt über liquide Mittel im Wert von 794 Mio. USD, wovon 488 Mio. USD direkte Barmittel sind. Die gesamten Vermögenswerte belaufen sich auf über 1,5 Mrd. USD.
Die Unternehmensführung hat sich im abgelaufenen Quartal bewusst gegen Verkäufe am Spotmarkt entschieden, um den eigenen physischen Rohstoffbestand aufzubauen. Aktuell lagert der Konzern knapp 1,5 Mio. Pfund Uran mit einem Gegenwert von etwa 127 Mio. USD. Es bestehen keine festen Preisbindungen für zukünftige Lieferungen. Durch dieses Vorgehen möchte der Konzern bei einer möglichen Verknappung des globalen Angebots direkt von steigenden Marktpreisen profitieren. Operativ hat das Unternehmen die Förderung auf dem Projekt Burke Hollow aufgenommen, dem umfangreichsten In-Situ-Recovery-Projekt in den Vereinigten Staaten der vergangenen zehn Jahre. Darüber hinaus wurden die notwendigen Lizenzen für zusätzliche Anlagen auf dem Gelände der Christensen Ranch erteilt.
Nach Bekanntgabe des fehlenden Umsatzes verlor der Aktienkurs vorbörslich zunächst rund 5 % an Wert. Die Finanzexperten von H.C. Wainwright bewerten das Vorgehen des Managements jedoch positiv. Sie bestätigen ihre Kaufempfehlung mit einem Zielwert von 26,75 USD, befürworten den Verzicht auf kurzfristige Verkäufe und erwarten zukünftig sinkende Förderkosten.
American Lithium vereint mit Lithium, Uran und dem strategisch wichtigen TLC-Projekt in den USA gleich mehrere Zukunftsthemen und könnte von staatlicher Unterstützung sowie dem globalen Bedarf an kritischen Rohstoffen überdurchschnittlich profitieren. Rock Tech Lithium entwickelt sich mit seinem integrierten „Mine-to-Converter“-Ansatz zu einem wichtigen Baustein der westlichen Batterielieferkette, wobei Analysten insbesondere dem Red-Rock-Projekt und der Partnerschaft mit Siemens enormes Aufwärtspotenzial zutrauen. Uranium Energy setzt auf den langfristigen Uran-Bullenmarkt, baut konsequent Produktionskapazitäten und physische Bestände aus und dürfte bei einer weiteren Verknappung des Angebots von steigenden Uranpreisen besonders stark profitieren.
Interessenskonflikt
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