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06.07.2023 | 05:05

Batterierevolution in Deutschland: BYD, BASF, Altech Advanced Materials

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Bildquelle: BASF SE

Negativer Strompreis? Am vergangenen Wochenende war es mal wieder so weit. Zwischenzeitlich kostete eine Megawattstunde Strom -500 EUR. Schade, dass es keine großen Energiespeicher gibt – NOCH. Denn Altech Advanced Materials arbeitet gemeinsam mit dem Fraunhofer IKTS an der Batterie der nächsten Generation. Und zwar „Made in Germany“. Im laufenden Jahr steht der nächste Meilenstein an und die FAZ sieht bei der Aktie Luft nach oben. Keine Luft nach oben sehen Analysten bei der BASF-Aktie und empfehlen sie zum „Verkaufen“. Dabei hat der Dax-Konzern gerade eine Batteriefabrik in Betrieb genommen und die Nachfrage soll hoch sein. Von hoher Nachfrage profitiert auch BYD. Produzieren die Chinesen ihre E-Autos auch bald in Deutschland?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , Altech Advanced Materials AG | DE000A31C3Y4

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Inhaltsverzeichnis:


    Uwe Ahrens, Direktor, Altech Advanced Materials AG
    "[...] Silumina Anodes® ist ein keramisch beschichtetes Graphit/Silizium-Anodenverbundmaterial, das wir in Schwarze Pumpe, Sachsen, produzieren wollen. Hier wollen wir Herstellern von Batterien für E-Autos eine Anwendungsbereite Drop-In Technologie liefern, die günstig, leistungsstark und sicher ist. [...]" Uwe Ahrens, Direktor, Altech Advanced Materials AG

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    Altech: Negativen Strompreis endlich nutzen

    Die Zahl ist erschreckend: Allein im Jahr 2021 hat Deutschland Strom im Wert von 2,3 Mrd. EUR weggeworfen. Die Netze waren einfach voll. Mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energie nimmt diese Tendenz noch zu, denn Wind und Sonne produzieren Strom eben nicht kontinuierlich oder auf Knopfdruck. So ist auch derzeit ein Wechsel zwischen Stromimporten und Stromüberschüssen Alltag in Deutschland. Die Lösung sind effiziente Stromspeicher. Dann kann auch die Energiewende in Deutschland gelingen. Für den Einsatz als stationäre Netzspeicher arbeitet die börsennotierte Altech Advanced Materials an einer Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien. Gemeinsam mit dem Fraunhofer IKTS entwickelt das Unternehmen die CERENERGY® Natriumchlorid-Festkörperbatterie (SCSS). Diese basiert im Wesentlichen auf Kochsalz und Nickel. Die Vorteile sind zahlreich: Die Batterietechnologie verwendet Kochsalz und ist frei von kritischen Rohstoffen wie Lithium, Kobalt, Graphit und Kupfer. Stattdessen können alle benötigten Rohstoffe aus Europa bezogen werden. Außerdem punktet die Festkörperbatterie mit einer Lebensdauer von mehr als 15 Jahren ohne Performanceeinbußen sowie einer Feuer- und Explosionssicherheit.

    Das Potenzial für Altech ist riesig: Der globale Markt für Batterie-Energiespeichersysteme wird voraussichtlich von 4,4 Mrd. USD im Jahr 2022 auf 15,1 Mrd. USD im Jahr 2027 explodieren – Tendenz weiter steigend. Die Pilotanlage in Dresden steht und Prototypen sind entwickelt. Die Machbarkeitsstudie für die Massenproduktion soll noch im laufenden Jahr abgeschlossen werden. Parallel laufen die Vorbereitungen für die Serienfertigung in Sachsen. "Wir haben ein dynamisches und schnelles Projektteam aufgebaut, das Mitarbeiter von Altech, Fraunhofer und verschiedenen führenden deutschen Ingenieurbüros und Industrieunternehmen umfasst. Die Fortschritte, die wir in so kurzer Zeit bei den endgültigen Entwürfen des 60-kWh-Batteriepacks gemacht haben, sind hervorragend. Ich bin sehr zufrieden mit dem Fortschritt", sagt Uwe Ahrens, Vorstand Altech Advanced Materials. Die erste Produktionslinie soll über eine Produktionskapazität von 100 MWh verfügen. Dann soll das „Wegwerfen“ von Strom in Deutschland endlich ein Ende haben. „Alle großen Versorger planen Batterieparks im GW-Bereich“, sagte Uwe Ahrens auf einer Investorenkonferenz im Frühjahr.

    Die Aktie notiert derzeit bei 14,90 EUR auf Allzeithoch. Mit dem Sprung über die 15 EUR wäre der Weg nach oben offen. Als Small-Cap-Aktie gibt es zwar immer wieder Konsolidierungen, aber das Chart ist in einem Aufwärtstrend wie im Bilderbuch.

    BASF: Mit neuer Fabrik gegen Chinaabhängigkeit

    In Sachen Batterieproduktion tut sich in Deutschland noch mehr. Während Altech an der Batterie der nächsten Generation für große Energiespeicher arbeitet, hat BASF in Brandenburg die erste große Fabrik für Batteriekathoden in Europa in Betrieb genommen. Das Projekt hat rund 550 Mio. EUR gekostet und wurde mit 175 Mio. EUR gefördert. Die dort produzierten Kathoden sollen die große Abhängigkeit von China bei der Produktion von Lithium-Ionen-Akkus verringern. Die Qualität der Kathodenmaterialien sind für Ladegeschwindigkeit und Reichweite einer Batterie äußerst wichtig.

    BASF will in der neuen Fabrik Kathoden für 400.000 E-Autos im Jahr produzieren. Da man bereits für die nächsten zwei Jahre ausverkauft sei, wird mit Kunden über eine Erweiterung der Anlage gesprochen. Außerdem will BASF am Standort noch eine Prototypanlage für Batterierecycling errichten.

    Die Analysten der UBS beeindruckt die neue Fabrik nicht. Sie empfehlen die Aktie von BASF weiterhin mit „Verkaufen“. Das Kursziel wurde sogar von 43 EUR auf 40 EUR reduziert. Die Analysten erwarten im zweiten Halbjahr nur eine geringe Erholung der Nachfrage. Daher wurden die EBIT-Schätzungen reduziert. Für die bald veröffentlichten Q2-Zahlen ist die UBS ebenfalls pessimistisch. Die Analystenschätzungen der Bank liegen unter dem Konsens. BASF wird voraussichtlich am 28. Juli über das Q2 und das gesamte erste Halbjahr 2023 berichten.

    BYD: Produktion in Deutschland? Erst mal Brasilien

    Die Spekulationen, dass es in Deutschland bald einen neuen Produktionsstandort für E-Autos gibt, halten sich seit Wochen. Denn BYD wird als heißer Kandidat für den Kauf des Ford-Werks in Saarlouis gehandelt. Künftig könnten dort dann Modelle wie der ATTO 3 oder HAN des chinesischen E-Auto-Spezialisten vom Band laufen. Ob BYD tatsächlich das Werk übernimmt, ist nicht bekannt. Dass ein Käufer gefunden wurde, scheint jedoch fest zu stehen. So hat das Handelsblatt berichtet, dass Ford und die saarländische Regierung mit einem Interessenten eine konkrete Absichtserklärung unterschrieben haben. Um wen es sich handelt, ist noch nicht bekannt.

    Ob es sich um BYD handelt, werden wir früher oder später erfahren. Dass die Chinesen weltweit massiv investieren, ist bekannt. Die jüngste Investition findet derzeit in Brasilien statt. In dem größten Land Südamerikas investiert BYD über 620 Mio. USD. In einem gigantischen Komplex sollen gleich drei Fabriken entstehen: für E-Nutzfahrzeuge, E-Autos und Batteriekomponenten. "Dies ist ein äußerst wichtiger Moment für BYD in der Region Americas", sagt Stella Li, Executive Vice President CEO von BYD und CEO von BYD Americas. "Diese neuen Fabriken in Bahia werden Innovation und höchste technologische Standards bringen. Sie werden die Einführung und Beschleunigung der Elektromobilität im Lande ermöglichen, eine Schlüsselbewegung zur Bekämpfung des Klimawandels und zur wirklichen Verbesserung der Lebensqualität der Menschen."

    Auch operativ läuft es bei BYD rund. Für das zweite Quartal wurden Rekordverkäufe gemeldet. Demnach hat der chinesische Autobauer zwischen April und Juni insgesamt 700.244 Vollelektrische- und Hybrid-Fahrzeuge verkauft.


    Der Batterietechnik gehört die Zukunft – nicht nur im Auto. Die Entwicklung am deutschen Strommarkt zeigt, wie groß der Bedarf und die Chance für Stromspeicher sind. Altech scheint in einer sehr attraktiven Position zu sein, um davon in den kommenden Jahren zu profitieren. Die Aktie sieht vielversprechend aus. Auch BASF mischt im Batteriemarkt mit, aber bei einem Konzern ist dieser Bereich eben nur einer von vielen. Bei den weltweiten Milliardeninvestitionen von BYD entlang der Wertschöpfungskette der Elektromobilität kann einem schon schwindelig werden. Bisher sieht es nach einer Erfolgsstory aus.

    Die Batteriepacks von Altech sollen schon bald Windstrom speichern. Quelle: Altech Advanced Materials

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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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