Menü schließen




18.03.2025 | 06:00

Bayer, Vidac Pharma, BioNTech – Geld verdienen mit Biotech- und Pharma-Innovationen

  • Bayer
  • Vidac Pharma
  • BioNTech
  • Agrar
  • Pharma
  • Biotech
  • Rechtsstreitigkeiten
  • Onkologie
  • Wirkstoffentwicklung
  • Arzneimittelforschung
  • Immunonkologie
  • mRNA
Bildquelle: pixabay.com

Immer mehr Investoren setzen auf Unternehmen, die traditionelle Therapiepfade verlassen, um Krebs, chronische Entzündungen oder Ernährungsprobleme neu zu denken. Während einige Konzerne ihre Bilanzen durch Schuldenberge und Patentabläufe kämpfen, entwickeln andere im Stillen Technologien, die den metabolischen Code von Krankheiten knacken. Ob Anti-Aging-Tests aus Speichelproben, mRNA-basierte Krebs-Cocktails oder Wirkstoffe, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden – die Börse belohnt jene, die Forschungserfolge mit strategischer Risikobereitschaft verbinden. Doch welche Unternehmen haben das Zeug die Blockbuster von morgen zu entwickeln? Wir sehen uns drei Unternehmen genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Bayer - finanzielle Weichenstellung in turbulentem Umfeld

    Der Pharma- und Agrarriese Bayer navigiert durch ein strategisch entscheidendes Jahr. Nachdem das Unternehmen 2024 seine angepassten Ziele erreichte, steht 2025 im Zeichen des Übergangs. Der Umsatz soll stagnieren, während Gewinn und Free Cash Flow voraussichtlich sinken. CEO Bill Anderson betont die Bedeutung dieses „Schlüsseljahres“ für die Konsolidierung. Die Nettofinanzverschuldung liegt bei 32,6 Mrd. EUR und konnte im vergangenen Jahr um 5,4 % reduziert werden. Kurzfristige Belastungen wie die geplante Aktienemission und eine Dividendenkürzung auf 0,11 EUR je Aktie spiegeln aber die Herausforderungen wider. Ab 2026 rechnet der Konzern mit spürbarer Erholung, gestützt auf Effizienzprogramme und Schuldenabbau.

    In der Crop-Science-Division zielt ein Fünf-Jahres-Plan auf eine EBITDA-Marge von über 20 % bis 2029. Geplant sind Portfoliooptimierungen, innovationsgetriebene Umsatzsteigerungen von 3,5 Mrd. EUR und Kosteneinsparungen in Produktion und Vertrieb. Parallel treibt die Pharmasparte ihr Wachstum voran. Medikamente wie Nubeqa und Kerendia sollen 2025 gemeinsam rund 2,5 Mrd. EUR Umsatz generieren, ergänzt durch Markteinführungen wie das Herzmittel Beyonttra. Ab 2027 wird hier wieder ein Umsatzplus erwartet. Kritisch bleibt die Patentablösung des Gerinnungshemmers Xarelto, die weiterhin auf die Margen drückt.

    Neben operativen Hürden lasten die Roundup-Klagen auf Bayer. Das Unternehmen strebt eine deutliche Risikoreduzierung bis Ende 2026 an. Parallel sorgt eine Kooperation mit dem Biotech-Unternehmen Hurdle für Aufsehen. Der gemeinsam entwickelte Speicheltest InflammAge misst chronische Entzündungen als Biomarker für Alterungsprozesse. Die nicht-invasive Methode könnte präventive Gesundheitslösungen revolutionieren und langfristig neue Märkte erschließen. Für Investoren bleibt Bayer ein Mix aus kurzfristiger Volatilität und langfristigem Potenzial. Die Aktie steht aktuell bei 23,62 EUR.

    Vidac Pharma - neue Hoffnung in der Krebsforschung

    Vidac Pharma hat auf dem Ersten Pädiatrischen Hirntumor-Forschungstreffen in Jerusalem Aufmerksamkeit erregt. Dr. Max Herzberg, CEO des Unternehmens, präsentierte dort Daten zum Wirkstoffkandidaten VDA-1102, der im Rahmen eines Sonderprogramms bei einem 5-jährigen Patienten erfolgreich die Blut-Hirn-Schranke durchdrang. „Dies ist ein bedeutender Meilenstein, der neue Möglichkeiten für bahnbrechende Therapien zur Behandlung von Hirnerkrankungen eröffnet“, betonte Herzberg. Die Fähigkeit, therapeutische Konzentrationen im Tumor zu erreichen, könnte die Behandlung aggressiver Hirnerkrankungen revolutionieren und das nicht nur bei Kindern.

    Das Unternehmen treibt parallel die Entwicklung von 2 Wirkstoffkandidaten voran. Am weitesten fortgeschritten ist VDA-1102, der bereits eine 1. Phase-2b-Studie bei Hautkrebsarten wie aktinische Keratose (AK) erfolgreich durchlaufen hat und bereit ist für eine weitere Phase-2b. Darüber hinaus wird der Wirkstoff in einer Phase 2 Studie an kutanes T-Zell-Lymphom (CTCL) getestet. VDA-1275, ein systemisch wirkendes Präparat gegen solide Tumore, befindet sich in präklinischen Studien und kann dort bereits einige Erfolge vorweisen. Beide Kandidaten zielen darauf ab, den Warburg-Effekt – eine Stoffwechselanomalie in Krebszellen – umzukehren. 2024 sicherte sich Vidac erweiterten Patentschutz in den USA, der Anwendungen bei Prostata-, Bauchspeicheldrüsen- und weiteren Krebsarten abdeckt. Die Kombination aus präzisionsmedizinischem Ansatz und breitem IP-Portfolio stärkt die Wettbewerbsposition.

    Für die Zukunft hat sich Vidac Pharma als Schlüsselpartner für die Entwicklung kombinierter Krebstherapien positioniert. Präklinische Daten zeigen synergistische Effekte von VDA-1275 mit gängigen Chemotherapeutika, was das Interesse großer Pharmaunternehmen wecken könnte. Zudem plant das Unternehmen ab dem 3. Quartal 2025 erste klinische Studien für den systemischen Wirkstoffkandidaten. Mit Fokus auf „First-in-Class“-Therapien und der Ausweitung auf weitere Indikationen – darunter auch seltene Krebsformen – könnte Vidac langfristig neue Behandlungsstandards setzen. Die strategische Ausrichtung auf ungedeckte medizinische Bedürfnisse unterstreicht das Potenzial, zum Vorreiter in der metabolischen Onkologie zu avancieren. Aktuell notiert die Aktie bei 0,57 EUR.

    BioNTech - zwischen Umsatzdruck und Innovationsschub

    BioNTech blickt auf ein ambivalentes Jahr 2024 zurück. Der Umsatz sank auf 2,8 Mrd. EUR, ein Minus von 28 % gegenüber 2023, getrieben von rückläufigen COVID-19-Impfstoffverkäufen und Abschreibungen des Partners Pfizer. Der Nettoverlust belief sich auf 665 Mio. EUR und dennoch verfügt das Unternehmen mit 17,4 Mrd. EUR über solide Liquidität. Für 2025 erwartet BioNTech einen Umsatz von 1,7 bis 2,2 Mrd. EUR, was unter den Analystenschätzungen liegt. Der Fokus des Unternehmens liegt auf der Transformation zum Onkologie-Spezialisten und die Pipeline ist gut gefüllt.

    Die Übernahme des chinesischen Biotech-Unternehmens Biotheus im Februar 2025 markiert einen Meilenstein. BioNTech sicherte sich globale Rechte am bispezifischen Antikörper BNT327, der in Phase-3-Studien gegen Lungen- und Brustkrebs getestet wird. Mit über 20 laufenden Phase-2/3-Studien und dem Ziel, bis 2026 erstmals ein Onkologie-Produkt zu vermarkten, setzt das Unternehmen auf Kombinationstherapien aus mRNA-basierten Immuntherapien und Antikörpern. Die Integration von Biotheus stärkt zudem die Produktionskapazitäten in Asien.

    2025 könnte entscheidend für das Unternehmen werden. Zahlreiche klinische Daten, darunter Updates zu BNT327 und mRNA-Therapien, sollen zeigen, dass die Pipeline großes Potenzial hat. Trotz sinkender COVID-19-Erlöse investiert BioNTech weiter massiv in Forschung und Entwicklung, für die 2025 zwischen 2,6 und 2,8 Mrd. EUR eingeplant sind. Die Kombination aus Antikörpern und mRNA-Technologie könnte langfristig Wettbewerbsvorteile sichern. Für Investoren bleibt die Frage, ob die vielversprechende Onkologie-Strategie auch in kommerziellen Produkten mündet – und wann sich dies im Kurs widerspiegelt. Die Aktie ist an einer wichtigen Unterstützung bei 89,80 EUR angekommen und kostet derzeit 90,60 EUR.


    Bayer stemmt sich mit Partnerschaften wie der InflammAge-Diagnostik gegen sein Image als Klagen-Konzern und zeigt, wie Tradition durch Biotech-Kooperationen Zukunftsfähigkeit erhält. Vidac Pharma hingegen beweist, dass kleine Player mit neuen Therapieansätzen – etwa der Überwindung der Blut-Hirn-Schranke – Großes bewegen können, selbst wenn die Börse diese Durchbrüche noch nicht eingepreist hat. BioNTech will die mRNA-Erfolgsgeschichte neu schreiben. Statt Impfstoffe liefert der Pionier nun Krebs-Cocktails, die trotz sinkender COVID-Erlöse Hoffnung schüren.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Armin Schulz

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 12.10.2026 | 05:15

    Nicht verpassen! Krebsmedizin und Comeback-Chancen: Vidac Pharma, Bayer und Evotec im Trendcheck!

    • Onkologie
    • Krebstherapie
    • Pharma
    • Biotechnologie
    • Klinische Studien
    • Innovationen

    Neue Krebstherapien zielen auf medizinische Durchbrüche ab. Für Anleger ist jedoch entscheidend, wann sich Fortschritte auch in steigenden Börsenkursen widerspiegeln. Vidac Pharma befindet sich in einer sehr spannenden Unternehmensphase. Die Gesellschaft wartet auf entscheidende Studiendaten, die den innovativen Ansatz in Bezug auf den Krebszellstoffwechsel untermauern und einen Meilenstein markieren könnten. Bayer baut sein Onkologiegeschäft aus, muss sich jedoch gleichzeitig einer Reihe von Herausforderungen stellen. Evotec muss beweisen, dass sich Forschung, Technologieplattformen und strategische Partnerschaften profitabel vermarkten lassen und verlorenes Anlegervertrauen zurückgewinnen. Welche Fortschritte könnten nun zu einer Neubewertung führen?

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 09.10.2026 | 04:45

    Wer hat die Formel für die Abnehmspritze 2.0? Überholen BioNxt Solutions und Merck jetzt Novo Nordisk und Eli Lilly? Was macht BioNTech?

    • Biotechnologie
    • Medikamente
    • Medizin
    • Pharma
    • Generika
    • Innovationen
    • Investments

    Der Boom bei Medikamenten gegen Übergewicht schafft innerhalb der Pharmabranche einen Milliardenmarkt mit einem Volumen von 100 Mrd. USD jährlich. Novo Nordisk und Eli Lilly kämpfen hier um die Vorherrschaft. Auch Merck mischt mit, allerdings steht der Darmstädter Konzern noch am Anfang. BioNxt Solutions will bewährte Wirkstoffe mit einem auflösbaren Film verabreichen und adressiert bei vergleichsweise geringem Risiko ein enormes Potenzial. Bei BioNTech entscheidet ein üppiges Liquiditätspolster darüber, wie viel Zeit der Konzern für seinen nächsten Wachstumsschub hat. Wo steckt die größte Börsenchance?

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 09.10.2026 | 04:00

    BioTech-Rally 2027: Patente, Blockbuster und Biosimilars! Im Fokus stehen Bayer, Formycon, Evotec und Novo Nordisk

    • Biotechnologie
    • Pharma
    • Medikamente
    • Wirkstoffentwicklung
    • LifeScience

    Der Sturm im Pharma-Sektor nimmt weiter Fahrt auf! Auslaufende Patente und laborierende Gesundheits-Systeme bringen alte Margen-Blockbuster ins Wanken, denn gesellschaftliche Veränderungen und die Sparzwänge der Regierungen rütteln am Grundgerüst kostspieliger Pharma-Entwicklungen. Laufen dann auch noch Patente aus, beginnt für viele Nachahmer ein Wettlauf mit der Zeit. Denn die Marktanteile sortieren sich neu und läuten eine neue Ära des Wachstums ein. Mitten in dieser dynamischen Rallye positionieren sich vier bekannte Branchenvertreter an unterschiedlichen Fronten, um von den Marktverschiebungen zu profitieren. Der Leverkusener Pharmariese Bayer kämpft sich nach schwierigen Jahren mit einer runderneuerten Pipeline zurück. Auf der Beschleunigungsspur findet man auch die deutsche Biosimilar-Hoffnung aus München, erste Produkte sind bereits auf dem Markt. Beim Hamburger Wirkstoffforscher Evotec wird immer noch restrukturiert, hier liegen die Trigger in der hochmodernen, KI-gestützten Multivalenz-Plattform. Der dänische Gigant Novo Nordisk reitet derweil unaufhaltsam weiter auf der weltweiten Adipositas- und Diabetes-Welle und treibt die nächste Generation seiner Megaseller voran. Analysten haben es nicht leicht, aber für Investoren bieten sich viele Chancen.

    Zum Kommentar