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05.04.2023 | 05:40

BioNTech, BioNxt Solutions, Bayer – der große Wurf ist nur eine Frage der Zeit

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Bildquelle: pixabay.com

Die Biotech- und Pharmabranche befindet sich derzeit in einem ständigen Wandel, angetrieben durch die Einführung neuer Technologien und den Kampf gegen globale Gesundheitsprobleme. Die Herstellung von Medikamenten und Therapien zur Linderung von Krankheiten ist für die Gesundheit der Menschen von großem Wert. Vor dem Hintergrund, dass die Bevölkerung in den Industrienationen immer mehr altert, wird der Sektor auch in Zukunft von großer Bedeutung sein. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Erfindung fortschrittlicher Technologien zur Bekämpfung von Krankheiten wie Krebs, Alzheimer und Parkinson. Wir sehen uns heute drei Unternehmen aus dem Bereich Biotech und Pharma an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , Bionxt Solutions Inc. | CA0909741062 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017

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Inhaltsverzeichnis:


    BioNTech - strategische Kollaboration mit DualityBio

    Vergangene Woche waren die Blicke auf die Jahreszahlen von BioNTech gerichtet. Im 4. Quartal erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 4.278 Mio. EUR, verglichen mit 5.532 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Für das Geschäftsjahr 2022 belief sich der Gesamtumsatz auf 17.311 Mio. EUR, während es im Vorjahresvergleich noch 18.977 Mio. EUR waren. Der Nettogewinn betrug im 4. Quartal 2.279 Mio. EUR und für das gesamte Geschäftsjahr 9.434 Mio. EUR. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres belief sich der Nettogewinn auf 10.292 Mio. EUR.

    Was auffällt ist der deutliche Anstieg bei den Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E), die sich im Vergleich zum Vorjahresquartal fast verdoppelt haben. Doch die Zeiten der großen Umsätze und exorbitanten Gewinne ist erst einmal vorbei. BioNTech rechnet für 2023 mit Einnahmen in Höhe von etwa 5 Mrd. EUR, für F&E sind 2,5 Mrd. EUR vorgesehen. Am Ende soll der Nettogewinn bei rund 900 Mio. EUR liegen. Am 3. April konnte sich das Biotech-Unternehmen BioNTech von der chinesischen Biotech-Firma DualityBio exklusive globale Lizenzen für zwei potenzielle Krebsmedikamente sichern.

    Die Behandlungen zielen auf unterschiedliche Strukturen ab, die bei verschiedenen menschlichen Krebsarten vorkommen, und werden die klinische Onkologie-Pipeline von BioNTech ergänzen. Die Vereinbarung umfasst Vorauszahlungen in Höhe von 170 Mio. USD an DualityBio und potenzielle Meilenstein- und Lizenzzahlungen in Höhe von über 1,5 Mrd. USD sowie Tantiemen auf künftige Produktverkäufe. Die Gewinne werden investiert in die Zukunft des Unternehmens, das vor allem in der Onkologie den nächsten großen Wurf landen will. Die Meldung gab der Aktie Auftrieb, doch der Abwärtstrend wäre erst mit Schlusskursen oberhalb von 125,50 EUR gebrochen. Momentan kostet ein Anteilsschein 118,90 EUR.

    BioNxt Solutions – Rotigotin Pflaster vor klinischer Studie

    BioNxt Solutions Inc. ist ein Biotech-Unternehmen, das die Entwicklung innovativer Arzneimittelformulierungen, diagnostischer Tests und pharmazeutischer Wirkstoffe vorantreibt. Das Ziel ist es, kosteneffiziente Lösungen zur Verbesserung der Wirksamkeit und Sicherheit zu bieten. Die Lösungen umfassen die Entwicklung von präzisen und effektiven Medikamentenverabreichungssystemen, Schnelltests zur Erkennung von Infektionskrankheiten und Mundgesundheit sowie neuartige Wirkstoffe für neurologische Anwendungen. Im Februar veröffentlichte das Unternehmen Neuigkeiten zu seinem transdermalen Rotigotin-Pflaster für die Behandlung von Morbus Parkinson. Nach vielversprechenden In-vitro- und Ex-vivo-Ergebnissen plant das Unternehmen nun im zweiten Quartal 2023 eine klinische Pilotstudie am Menschen.

    Anfang März wurde eine Vereinbarung für eine klinische Studie zur Behandlung der Parkinson-Krankheit mit einem transdermalen Rotigotin-Pflaster unterzeichnet. Ziel der Studie ist die Bioverfügbarkeit und Hautverträglichkeit der neuen Formulierung im Vergleich zum Markenprodukt zu evaluieren. BioNxt hat auch mit der Herstellung von klinischen Mustern für die Studie begonnen und plant in Zukunft in-house Kapazitäten für die kommerzielle Herstellung zu entwickeln. Der globale Markt für transdermale Hautpflaster wurde im Jahr 2020 mit knapp 6,5 Mrd. USD bewertet und wird bis zum Jahr 2028 auf rund 20 Mrd. USD anwachsen, so die Schätzungen von Kuick Research, Pharmaceutical and Healthcare.

    Am 7. März hat das Unternehmen eine finale Vereinbarung über den Erwerb einer neuartigen Technologie zur Beschichtung und Verabreichung von Präzisionsarzneimitteln unterzeichnet. Das Unternehmen erweitert somit sein Know-how im Bereich der Arzneimittelverabreichung und strebt eine präzisere Wirkstofffreisetzung und eine besser kalkulierbare Dosierung von Wirkstoffen in oraler Darreichungsform an. Die Übertragung und Abtretung der Technologie erfolgt gegen eine Nettoumsatzbeteiligung von 6 %, die aber auf 3 % absinken kann sofern ein Pauschalbetrag von 2,5 Mio. USD gezahlt wird. Ende März wurde die erste Tranche der Privatplatzierung geschlossen, die gut 2 Mio. CAD in die Kassen gespült hat. Die Aktien wurden zu 0,50 CAD platziert. Zusätzlich gab es einen halben Warrant zu 0,75 CAD je Aktie. Das erklärt den Druck auf die Aktie, die aber noch immer bei 0,68 CAD notiert.

    Bayer – will in den USA durchstarten

    Während es bei Bayer aufgrund der Monsanto Übernahme noch immer Probleme im Crop Science- Bereich gibt sieht es im Pharma-Bereich deutlich besser aus. Am 2. März gab der Konzern bekannt, dass das globale klinische Entwicklungsprogramm für das bereits zugelassende Medikament Darolutamid bei Prostatakrebs erweitert werden soll. Die neue Phase-III-Studie namens ARASTEP, soll die Wirksamkeit des oralen Androgenrezeptor-Inhibitors Darolutamid plus Androgendeprivationstherapie untersuchen.

    Die Leverkusener wollen in diesem Jahr 1 Mrd. USD in die Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente in den USA investieren. Ziel ist es, den Umsatz des Unternehmens dort bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln. Dazu sollen selbst entwickelte Medikamente künftig eigenständig vermarktet werden, statt sich auf Partnerschaften mit US-Unternehmen zu verlassen. Als Vorbereitung auf diesen Schritt hat Bayer das Marketingteam in den letzten Jahren um rund 50% aufgestockt und will es auch weiter ausbauen.

    In Zukunft sollen mehr als 50 % aller Blockbuster Kandidaten, die mehr als die Hälfte des Spitzenumsatzpotenzials ausmachen, aus den USA stammen. Erfolg hatte der Konzern auch im Rechtsstreit mit Merck & Co. Der US-Konzern wollte die Haftungsrisiken im Zusammenhang mit dem asbestbelasteten Talkumpulver an Bayer weiterreichen, ist aber damit vorerst gescheitert. Die Aktie von Bayer hat rund um die 55 EUR Marke einen starken Support ausgebildet und notiert momentan bei 59,12 EUR. Seit der Bekanntgabe der Finanzzahlen für 2022 gab es insgesamt 7 Kauf-Empfehlungen mit Kurszielen zwischen 70 und 100 EUR.


    Um den Krankheiten der Menschheit Herr zu werden ist die Investitionsbereitschaft der Biotech- und Pharmabranche ein wichtiger Faktor. BioNTech hat eine große Pipeline in der Onkologie und hat globale Lizenzen für potenzielle Krebsmedikamente von DualityBio erworben. BioNxt Solutions startet eine klinische Studie mit einem transdermalen Rotigotin-Pflaster zur Behandlung von Morbus Parkinson. Bayer erweitert sein Entwicklungsprogramm von Darolutamid und plant in den USA selbst Fuß zu fassen.


    Interessenskonflikt

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    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

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    Nach mehreren Jahren, in denen der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer von einer Krise in die nächste stolperte, zeichnen sich nun Zeichen einer Erholung am Horizont ab. Während Bayer seinen langen und steinigen Weg aus der Krise beschreitet, richten sich die Augen der Investoren und Branchenkenner nun auch auf zwei andere spannende Biotech-Unternehmen: Defence Therapeutics und BioNTech. Beide Unternehmen, die in der Vergangenheit vor allem durch ihre revolutionären Ansätze in der Krebstherapie für Furore sorgten, könnten mit ihren vielversprechenden Onkologie-Pipelines in die Fußstapfen von Bayer treten und einen ähnlichen Weg aus der Ungewissheit in eine strahlende Zukunft beschreiten.

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