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24.03.2022 | 05:10

BioNTech, Cardiol Therapeutics, Moderna – Neue Zielgruppen sollen Geschäft beleben

  • Biotechnologie
  • Impfung
  • Herzerkrankungen
Bildquelle: pixabay.com

Die Infektionszahlen befinden sich weiterhin auf Rekordniveau. So haben die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut 283.732 Neuinfektionen gemeldet, 21.139 Fälle mehr als vor einer Woche. Dagegen lahmt das Impftempo, der Impfstatus der Gesamtbevölkerung verändert sich nur marginal und bleibt bei 75,8% grundimmunisierten Personen. Kein geringerer als Bundeskanzler Scholz wirbt nun für eine allgemeine Impfpflicht, um einer drohenden weiteren Corona-Welle im Herbst entgegentreten zu können. Für die Impfstoffhersteller, deren Bewertungen ähnlich der Impfquoten in den vergangenen Wochen stark Federn lassen mussten, dürfte diese Botschaft Wasser auf die Mühlen bedeuten.

Lesezeit: ca. 2 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , MODERNA INC. DL-_0001 | US60770K1079 , CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006

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Inhaltsverzeichnis:


    Moderna für die Kleinsten

    Die Zielgruppe der Vakzin-Hersteller wird erneut erweitert. Moderna testet seinen Impfstoff derzeit an sechs Monate bis fünf Jahre alten Kindern. Erste Ergebnisse stimmen den Hersteller positiv. Die zweimalige Verabreichung des Präparats rufe robuste Antikörper-Spiegel hervor und sei dabei gut verträglich, teilte Moderna am Mittwoch mit. Vor Ansteckungen mit der Omikron-Variante schützt der Impfstoff den Daten zufolge ähnlich wie bei Erwachsenen eher schlecht, es habe aber keine schweren Krankheitsverläufe gegeben.
    Das Unternehmen wolle nun „so schnell wie möglich“ Zulassungsanträge für diese Altersgruppe bei der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA, der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA und anderen zuständigen Behörden einreichen.

    Die Zwischenergebnisse beruhen auf Daten von insgesamt 6.700 Kindern, wobei 4.200 zwischen 2 und 6 Jahre sowie 2.500 Kinder zwischen sechs Monaten und zwei Jahre alt waren. Unerwünschte Wirkungen seien mild oder moderat gewesen und häufiger nach der zweiten Dosis aufgetreten, etwa Fieber über 38 Grad. Todesfälle oder Entzündungen des Herzmuskels oder -beutels habe es nicht gegeben, auch keine schweren Entzündungsreaktionen.

    Teure Impfstoff-Hersteller

    Die Moderna-Aktie konnte sich nach einer starken Korrektur von 497,29 USD auf 124 USD etwas sammeln und notiert bei 180 USD, wobei für ein weiteres Hochlaufen eine breite Widerstandsfront dagegen steht. Fundamental ist die Aktie mit einem Börsenwert von 77,64 Mrd. USD immer noch sportlich bewertet.

    Auch beim Mainzer Impfstoffproduzenten BioNTech tut man sich trotz der starken Jahresergebnisse schwer mit den aktuellen Bewertungen und möglicher höherer Kursziele. So liegt der Börsenwert des deutschen Aushängeschildes bei 42,35 Mrd. USD. Ein Investment selbst auf aktuellem, korrigiertem Niveau drängt sich nach unserem Ermessen nicht auf.

    Herzmuskel-Entzündungen in Folge mRNA-Impfungen

    Eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung als Folge mRNA-Impfung ist laut Aussagen von Wissenschaftlern zwar selten, dennoch tritt diese immer wieder auf. Die ersten Fälle wurden im Frühjahr 2021 bekannt, später gab es auch Untersuchungen in den USA, die einen Zusammenhang herstellten zwischen einer Corona-Impfung und Myokarditis oder Perikarditis.

    Die Behandlung von Myokarditis gehört den zukünftigen Therapien von Cardiol Therapeutics. Vor dem Hintergrund, dass Myokarditis auch zu den Nebenwirkungen der aktuellen Impfkampagnen zählt, dürfte die Wissenschaft gespannt den Abschluss der klinischen Studien verfolgen. Was zusätzlich hinzukommt, ist, dass das Unternehmen aus Oakville in Kanada bei seinem Hauptprodukt CardiolRx auf eine gemäß cGMP pharmazeutisch hergestellte orale Cannabidiol-Rezeptur setzt, die aktuell im Rahmen einer klinischen Phase-II/III Studie bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder erheblichen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden. CEO David Elsley geht davon aus, dass diese Studie in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 abgeschlossen sein wird.

    Der Markt für Herzinsuffizienz hat im Jahr ein Gesamtvolumen von ca. 20 Mrd. USD und über 26 Mio. Menschen der westlichen Welt werden wegen dieser Erkrankungen dauerhaft behandelt. Cardiol Therapeutics ist mit einer Kapitalerhöhung in Höhe von 50 Mio. USD, die im vierten Quartal des vergangenen Jahres vonstatten ging, mindestens für die nächsten 24 Monate durchfinanziert. Dabei ist das Unternehmen gerade einmal mit einer Marktkapitalisierung in Höhe von 86,81 Mio. EUR bewertet. Sollten die Studiendaten in der zweiten Jahreshälfte positive Ergebnisse liefern, dürften Cardiol Flügel wachsen. Aktuell liegt der Aktienkurs bei 1,81 CAD oder umgerechnet 1,31 EUR. Die Analysten von GBC Research sehen bereits jetzt in dem Titel einen Tenbagger und vergaben in ihrer letzten Studie ein Kursziel von 17,49 CAD.


    Trotz neuer Rekorde bei den Infektionszahlen sinkt die Impfbereitschaft nicht nur in Deutschland. Die bereits ambitioniert bewerteten Vakzin-Hersteller Moderna oder BioNTech sind auch auf aktuellem Niveau keine Schnäppchen. Dagegen sehen Analysten bei Cardiol Therapeutics nicht weniger als einen Verzehnfacher.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Kapitalerhöhung – Erhöhung des Eigenkapitals eines Unternehmens
    3. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

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