Menü schließen




27.02.2024 | 05:10

BYD, Edison Lithium, Nikola – Elektromobilität weiter auf dem Vormarsch

  • Elektromobilität
  • Wasserstoff
  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Die Bundesregierung hat mit dem Stopp der Umweltprämie einen drastischen Rückgang der Neuzulassungen von Elektroautos in Deutschland verursacht. Nach knapp 55.000 mit Batterie betriebenen Fahrzeugen im Dezember sank die Zahl im ersten Monat des Jahres auf 22.500. Der prozentuale Anteil der Elektromobile an den gesamten Neuzulassungen stürzte laut dem ADAC unter Berufung auf Daten des Kraftfahrt-Bundesamts von 22,6 % auf 10,5 % ab. Deutlich positiver sieht dagegen die Lage außerhalb Deutschlands aus. In den USA wurden 2023 rund 1.120.000 Neuzulassungen registriert, ein Wachstum von 54 %. Der mit weitem Abstand größte Markt bleibt mit 6,66 Mio. verkauften Stromern China. Auch hier zeigt die Wachstumskurve mit 24 % weiter nach oben.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , Edison Lithium Corp | CA28103Q2080 , NIKOLA CORP. | US6541101050

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    BYD verdoppelt Aktienrückkäufe

    Das Kursniveau, so sieht es zumindest der chinesische Marktführer bei Elektroautomobilen, ist günstig für den Rückkauf eigener Aktie. Blickt man auf den aktuellen Aktienchart sowie die durchaus positiven Unternehmensmeldungen, könnte das Management von BYD richtig liegen. Seit dem Allzeithoch vom Juni 2022 halbierte sich der Kurs und notiert nahe an den Jahrestiefs aus den Jahren 2022 und 2023 bei 24,50 USD. Ein Rückfall unter die markante Unterstützung bei 21,90 USD würde ein scharfes Verkaufssignal bis in die Zone um 18 USD generieren.

    Der CEO von BYD, Wang Chuanfu, will nun gegen die laufende Talfahrt vorgehen und regte an, den Betrag der A-Aktien, die im Rahmen eines geplanten Rückkaufs erworben werden sollen, auf 56 Mio. USD zu erhöhen. Zudem berichteten heimische Medien, dass BYD ein Ziel von 4 Mio. verkaufte Einheiten für 2024 bekannt geben werde, wobei den Zulieferern eine höhere Absatzprognose von 4,2 Mio. gegeben wird, darunter 2 Mio. vollelektrische Fahrzeuge und 2,2 Millionen Plug-in-Hybrideinheiten.

    Im vergangenen Geschäftsjahr verkaufte das von Warren Buffett mitfinanzierte Unternehmen 3.024.417 Automobile. Die Steigerung will der Technologiekonzern vor allem dadurch erreichen, dass die Verkäufe von Modellen im unteren Preissegment angekurbelt werden sollen. So wurden bereits mit der Glory Edition für den Qin Plus, den Chaser 05 und den Dolphin günstigere Fahrzeuge an den Markt geführt, Ende des Monats sollen zudem aktualisierte Versionen für den Han und den Tang folgen.

    Edison Lithium – Antizyklischer Perlensammler

    Zum ersten Mal wurde im Jahr 2023 die Zahl von 10 Mio. mit Batterie betriebenen Neuwagen überschritten, der Weltmarktanteil kletterte auf 14 %. Geht es nach dem Statista Research Department soll es im Jahr 2030 weltweit 116 Mio. Elektrofahrzeuge geben. Im Vergleich zum Jahr 2020 würde dies eine Verzehnfachung bedeuten. Aktuell wird die Versorgung der Automobile von Lithium-Ionen-Batterien dominiert, das Interesse an Natrium-Ionen-Batterieformulierungen nimmt bei Automobilkonzernen jedoch deutlich zu und könnte langfristig zu einer Wachablösung führen. So experimentieren Großunternehmen wie Northvolt, Tesla oder BYD bereits mit Natrium-Ionen-Batterien, die zunächst für stationäre Anwendungen gedacht sind.

    Bestens positioniert, um als zukünftiger Rohstofflieferant für die Batterieindustrie zu fungieren, ist das Explorationsunternehmen Edison Lithium. Die Kanadier fokussieren sich auf die Beschaffung, Exploration und Erschließung von Kobalt-, Lithium-, Alkali- und anderen Energiemetallkonzessionen.
    Um von der steigenden Nachfrage nach Natrium-Ionen- Batterien zu profitieren, sicherte sich Edison Lithium bereits im vergangenen Jahr über ein Abkommen mit dem Projektgenerator Globex Mining eine Reihe von Konzessionsgebieten mit potenziellen Natriumsulfat Vorkommen in der kanadischen Provinz Saskatchewan.

    Im Gegenzug dazu will sich das Unternehmen von der Mehrheit seiner Lithium-Aktivitäten in Argentinien trennen, um zukünftig einen schärferen Fokus auf Nordamerika zu legen. Erst vor zwei Jahren erwarb Edison Lithium Resource Ventures S.A. für 1,80 Mio. CAD. Das Tochterunternehmen besitzt die Rechte an über 148.000 ha Lithiumsoleansprüchen im berühmten südamerikanischen Lithium-Dreieck. Ende des Jahres wurde ein Letter of Intent mit Meteor Energy geschlossen, die die Tochtergesellschaft Resource Ventures für 5 Mio. USD kaufen will, was eine Vervierfachung des Kaufpreises bedeuten würde. Zudem soll vor Vertragsschluss ein Tochterunternehmen entstehen, in das die Claims Pipanaco und einen der LEXI-Claims, rund 20 % des Gesamtportfolios, eingegliedert werden. Damit hat Edison weiterhin Lithiumvorkommen im breit gestreuten Portfolio. Demgegenüber liegt die Marktkapitalisierung von Edison Lithium bei gerade einmal 1,58 Mio. USD.

    Nikola – der nächste Anlauf

    Schafft der krisengebeutelte Hersteller von batterie- und wasserstoffbetriebenen LKW noch den Turnaround oder gehen schon vorher in der Zentrale in Salt Lake City im Bundesstaat Utah die Lichter aus? Zumindest besteht noch Hoffnung, wenn man auf die Zahlen des vierten Quartals blickt.
    Der Nettoverlust von Nikola verringerte sich auf 153,6 Mio. USD oder -0,14 USD je Aktie, im Vergleich zu -222,10 Mio. USD oder -0,46 USD pro Anteilsschein im Vorjahreszeitraum.

    Nach Anpassung für Sondereffekte belief sich der Verlust je Aktie auf -0,11 USD, womit dieser die durchschnittlichen Analystenschätzungen von -0,13 USD übertraf. Der Umsatz kletterte um 111,1 % auf noch immer niedrige 11,53 Mio. USD, blieb jedoch hinter den von prognostizierten 13,2 Mio. USD der Finanzexperten zurück. Die Produktion von LKW sank von 133 auf 42 Einheiten, während die Auslieferungen von 20 auf 35 LKW anstiegen.

    Das Unternehmen äußerte sich auch zum Rückruf von Gabelstaplern, der im August 2023 aufgrund von Problemen mit den Batterien angekündigt wurde. Es bleibt bei dem Plan, die ersten überarbeiteten Elektrostapler mit neuen Batteriepacks bis Ende des ersten Quartals an die Kunden auszuliefern. CEO Girsky erwartet, dass alle zurückgerufenen Stapler bis Ende des zweiten Quartals oder Anfang des dritten Quartals wieder bei den Endkundenflotten sein werden.

    Negativ interpretierten die Marktteilnehmer jedoch die Prognose, wodurch der Kurs der Nikola-Aktie im Anschluss in den roten Bereich absackte. So gingen Analysten von Erlösen in Höhe von 21 Mio. USD für das erste Quartal 2024 aus. Nikola prognostizierte dagegen Umsätze in der Größenordnung zwischen 12 und 14 Mio. USD.


    BYD setzt mit der Verdopplung des Rückkaufprogrammes ein Zeichen, um die Talfahrt der Aktie zu stoppen. Nikola konnte im abgelaufenen Geschäftsquartal seinen Nettoverlust verringern. Edison Lithium erweitert sein Portfolio um Natriumvorkommen, um seine Lieferkette für die Batterieindustrie zu erweitern.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 19.05.2026 | 05:00

    Probleme beim Wasserstoff-Netz: Was Linde und BASF von A.H.T. Syngas lernen können

    • Wasserstoff
    • dezentrale Energieversorgung
    • Industrie
    • Klimaziele

    Die „grüne“ Transformation der europäischen Chemieindustrie droht zu scheitern. Zwar genehmigte die Bundesnetzagentur das deutsche Wasserstoff-Kernnetz, welches zwischen 2025 und 2032 schrittweise auf 9.040 km Wasserstoffleitungen anwachsen soll, doch der tatsächliche Hochlauf der wichtigen Wasserstoff-Trasse gelingt nicht wie geplant. Ohne den schnellen Ausbau zentraler Pipelines ist die Transformation der Industrie jedoch kaum möglich. Während die Infrastruktur auf sich warten lässt, verschärft sich der regulatorische Druck durch die europäische RED-III-Richtlinie. Da es bei den großen Pipelines nicht vorangeht, sind energieintensive Industriekonzerne gezwungen, sich anderweitig aufzustellen. Dezentrale Lösungen bieten sich an. Das innovative Unternehmen A.H.T. Syngas könnte für Industrie und Investoren gleichermaßen interessant werden.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 19.05.2026 | 04:00

    Energierally 3.0 - Wasserstoff und Methan bestimmen den Kurs! Was ist los bei ITM Power, Zefiro Methane, Plug Power und Nel ASA

    • Energiwende
    • Wasserstoff
    • Methan
    • Öl- und Gas
    • Umweltschutz

    Die Börse ist heute alles andere als eine Einbahnstraße. Während sich die Probleme im Nahen Osten quasi direkt auf die Lieferketten der Chipindustrie ausgewirkt haben, blieben andere Segmente links liegen. Für Investoren wird die Selektion zur schwierigen Aufgabe, denn mittelfristig werden die Märkte das erhöhte Inflations- und Zinsniveau entsprechend bewerten müssen. Fast unbemerkt hat sich in den letzten Tagen ein alternatives Energie-Segment auf den Weg gemacht: Der Wasserstoff. Weg von Öl und hin zu anderen Themen, bringt auch hier endlich Liquidität an den Start. Ein großer Profiteur dieser Gemengelage ist Zefiro Methane. Hier ergeben sich die Gewinnpotenziale aus den jahrzehntelangen Verfehlungen der Ölexploration und Produktion. Der Clou an der aktuellen Auswahl: Alle Titel konnten in den letzten Wochen extrem zulegen. Der Rendite-Sieger heißt aber klar: Zefiro Methane. Und die Story steht erst am Anfang!

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 18.05.2026 | 04:00

    Wer jetzt nicht handelt – verliert! Scharfe Korrektur bei Siemens Energy, RE Royalties und Nel ASA im Steigflug

    • GreenTech
    • Energiewende
    • ESG
    • Klimaneutralität
    • Finanzierungsmodelle
    • Wasserstoff

    Die globale Energiewende steht zunehmend vor einem strukturellen Finanzierungsproblem. Während Regierungen weltweit ehrgeizige Dekarbonisierungsziele verkünden, steigen die Kapitalkosten dramatisch an. Höhere Zinsen, explodierende Staatsverschuldungen und eine schwächere Konjunktur verändern die Risikobewertung langfristiger Infrastrukturprojekte aber fundamental. Laut Analysen der International Energy Agency (IEA) müssten sich die weltweiten Investitionen in saubere Energien bis 2030 massiv beschleunigen, um die vereinbarten Klimaziele überhaupt annähernd erreichbar zu halten. Doch genau hier beginnt das Dilemma: Viele Staaten stoßen fiskalisch längst an ihre Belastungsgrenzen. In Europa, Nordamerika und Teilen Asiens wächst deshalb die Skepsis der Kapitalmärkte gegenüber hochsubventionierten Transformationsmodellen. Wir blicken über den Tellerrand der „Grünen Revolution“ – wo lassen sich noch ordentliche Renditen erwarten?

    Zum Kommentar