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03.12.2021 | 04:44

BYD, Kleos Space, Airbus, Boeing – Das könnte wieder schief gehen!

  • Luftfahrt
  • Technologie
  • Big Data
Bildquelle: pixabay.com

Nun stehen die Staaten wieder kurz vor der Verschärfung aller bekannten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Die Touristik- und die Luftfahrtbranche sind davon immer stark betroffen. Der Investor kann dieses Thema umgehen. Denn wer sich auf technologische Errungenschaften konzentriert, die mit Luft- und Raumfahrt zu tun haben, kann an den steigenden Geschäftsvolumina in teilweise sehr disruptiven Bereichen profitieren. Als Beispiel wäre hier Big Data und die Sicherheitstechnik zu nennen. Das sind zwei boomende Sektoren, die so manches Oldschool-Geschäft zum Glühen bringen. Wir blicken auf verschieden gelaufene Werte aus dem Hightech-Sektor in 2021. Hier war die richtige Wahl eben Trumpf.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: KLEOS SPACE CDI/1/1 | AU0000015588 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , AIRBUS | NL0000235190 , BOEING CO. DL 5 | US0970231058

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Inhaltsverzeichnis:


    Alex Kent, Managing Director, Aspermont Limited
    "[...] Wir haben ein starkes Management-Team und alle von uns haben bei globalen Medien- und Technologieunternehmen gearbeitet, bevor sie sich für Aspermont entschieden haben. [...]" Alex Kent, Managing Director, Aspermont Limited

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    BYD – Auf einmal geht nach oben nichts mehr!

    Als Aufwärtsgarant an der Börse bekannt ist BYD „Build Your Dreams“ aus China. Das Industrie-Konglomerat ist besonders auf Batterie- und Energietechnik sowie elektrisch betriebene KFZ und Busse spezialisiert. Anleger des Unternehmens sind verwöhnt mit starken Kurszuwächsen, in 2021 waren es ganze 83% Plus. Nun ging das Management an den Kapitalmarkt und emittierte neue Aktien und das im November gleich zweimal.

    Im ersten Schritt wurden 50 Millionen neue Aktien an der HSX platziert. Durch die Ausgabe der neuen H-Aktien nahm das Unternehmen 13,74 Mrd. HKD ein, umgerechnet sind das 1,76 Mrd. EUR. Die Anteile wurden zum Preis von 276 HKD oder rund 35,4 EUR am Markt platziert. Mit dem Geld aus der Kapitalerhöhung will BYD neben der Aufstockung des Betriebskapitals auch die Rückzahlung verzinslicher Schulden gewährleisten. Nur wenige Tage danach kündigte BYD eine weitere Kapitalerhöhung an, die dieses Mal aber die hauseigene Automobilsparte betraf. Um 1,7 Mrd. USD will BYD das Kapital des Automobilbereichs erhöhen und damit das Gesamtkapital des Segments von 2,05 Mrd. USD auf 3,75 Mrd. USD steigern – das ist ein großer Schluck aus der Pulle. Nun kann BYD an seinen zukunftsgerichteten Produkten weiterarbeiten.

    An der Börse scheint sich die Aktie langsam den Kopf anzustoßen. Kein Wunder, bei der andauernden Verwässerung. Aus technischer Sicht ergeben sich erste Divergenzen, der Trend wackelt. Unser Tip: Gewinne bei rund 35 EUR mitnehmen und nach einer 30%-Korrektur neu einsteigen.

    Kleos Space S.A. – Das fliegende Auge

    Die Kleos Space S.A. (KSS) ist ein privates Luxemburger Hochtechnologieunternehmen im Segment der satellitengestützten Erdbeobachtung (Data as a Service oder kurz DaaS). Der weltweite EO (Earth Observation) - Markt kann Umsätze von ca. 4 Mrd. EUR auf sich ziehen, das Wachstum beträgt zwischen 5 und 7% pro Jahr, je nach Verfügbarkeit öffentlicher Budgets.

    Wesentliche Eckpunkte des Geschäftsmodells sind laut einer Studie von GBC Research sinkende Kosten für die Herstellung und den Start von Satelliten, gepaart mit einer steigenden Nachfrage nach schnelleren und präziseren Geolokalisierungsdaten. Im November 2020 startete Kleos ihren ersten 4-Satelliten-Cluster für die Bereitstellung von Hochfrequenzdaten für Endnutzer. Im Juni 2022 soll nun bereits das vierte Cluster in den Orbit geschickt werden. Das DaaS-Modell ist in seiner Bauweise sehr skalierbar, denn die Daten werden nur einmal erfasst und verarbeitet, aber viele Male weiterverkauft. Es gibt mehrere potenzielle Einnahmequellen, darunter unter anderem die maritime Industrie, die Strafverfolgung, die zivile Luftfahrt und investigative Aufträge von Versicherungen.

    Kleos verfügt über eine starke technologische Pipeline und hat bereits mehr als 220 Kunden auf der Wunschliste, von denen sich 100 in detaillierten Vertragsgesprächen befinden. Durch eine jüngst durchgeführte Kapitalerhöhung ist Kleos gut durchfinanziert, die Kundenanbindung in großem Stil umsetzen zu können. Der Datenspezialist könnte im Jahr 2022 nach Meinung der GBC-Experten sowohl profitabel sein als auch positiven freien Cashflow generieren und zwar drei Jahre früher als bisher erwartet. Immerhin bewegen sich die EBITDA-Margen bei etwa 70%, bei Mehrfachverkauf der Daten kann das schnell höchst interessant werden.

    Die aktuelle Marktkapitalisierung der Kleos-Aktie von gut 128 Mio. AUD ist nun groß genug, um von den relevanten Auftraggebern wahrgenommen zu werden. Der KSS-Kurs steht an der australischen Heimatbörse bei ca. 0,77 AUD, das sind umgerechnet 0,44 EUR. Für 2021 konnte bis jetzt ein Zuwachs von 19,5% erzielt werden. Das DCF gestützte GBC-Kursziel liegt bei 5 AUD oder umgerechnet 3,12 EUR. Selektiv zugreifen!

    Airbus SE versus Boeing – Kopf an Kopf Rennen in der Luft

    Wer in diesem Jahr in die Touristik- oder Luftfahrtbranche investiert hat, hatte sich für einen sehr schwierigen Sektor entschieden. Der europäische Flugzeugbauer Airbus SE kämpft immer noch mit den Folgen der Corona-Pandemie, kann aber wieder eine Erhöhung des Auftragseingangs vermelden. Kürzlich bestellte die ITA Airways bei Airbus 28 Flugzeuge, auch andere Airlines ordern wieder.

    In den Monaten Juli bis September ging der Umsatz allerdings um 6% auf 10,52 Mrd. EUR zurück, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Adjusted EBIT) sank um 19% auf 666 Mio. EUR. Immerhin kehrte man in die Pluszone zurück, denn unter dem Strich stand ein Ergebnis nach Steuern von 404 Mio. EUR, nach einem Verlust von 767 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum.

    Der US-Flugzeugbauer Boeing hat im dritten Quartal 85 Passagier- und Frachtjets an seine Kunden übergeben. Im bisherigen Jahresverlauf summieren sich die Auslieferungen auf 241 Maschinen, damit liegt der US-Konzern deutlich hinter seinem europäischen Rivalen Airbus. Dieser kam in den ersten neun Monaten des Jahres auf 424 fertiggestellte Maschinen und lieferte allein im September 40 Stück aus. Der einstige Boeing-Problemflieger 737 Max ist nun mit behördlichen Auflagen einer Rückkehr an den chinesischen Himmel ein Stück näher gekommen. In der Direktive der Civil Aviation Administration of China (CAAC) wird künftig geregelt, welche Software installiert werden darf. Vor rund einem Jahr haben die US-Behörden die Maschine wieder im Flugverkehr zugelassen.

    Der Kurs der Airbus-Aktie konnte bis Anfang Dezember rund 10% zulegen, hat aber vom Jahreshoch bei über 120 EUR schon wieder stark korrigiert. Die Boeing-Aktie hat sich im laufenden Jahr eigentlich nur seitwärts bewegt. Wer weit nach vorne blickt und den Experten vertraut, findet für Airbus ein 2024er KGV von geschätzten 15, bei Boeing ist selbiges eher bei 22 angesiedelt. Beide Werte hätten aber noch eine größere Durststrecke vor sich, wenn Fluggesellschaften abermals ihre Sitzplatzkontingente wegen der Pandemie senken müssten. Dann würden folglich auch nicht so viele Maschinen nachgeordert. In den Analystenschätzungen ist sicherlich viel Optimismus eingearbeitet.


    Die hier betrachteten Werte entstammen verschiedenen Technologiebranchen. BYD und Kleos schwimmen weiterhin oben auf der Welle, die Luftfahrt-Technologie insgesamt wartet aber nach wie vor auf das Corona-Ende und den wirklichen Neubeginn.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Kapitalerhöhung – Erhöhung des Eigenkapitals eines Unternehmens
    3. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.
    4. Software – Oberbegriff für unterschiedliche Arten von Programmen, die für den Betrieb von Computern notwendig sind.

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