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19.05.2021 | 22:10

BYD, Saturn Oil & Gas, Everfuel – Transformation am Ölmarkt

  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Klimawende, erneuerbare Energien, Elektromobilität. Das sind die Themen, die neben Corona aktuell die Headlines der hiesigen Gazetten besetzen. Dabei vergisst man, dass 2020 noch mehr als 75% der globalen Energieversorgung durch Kohle, Öl und Gas gedeckt wurden. Durch die wiederauflebende Wirtschaft nach der Pandemie steigt die Nachfrage nach dem schwarzen Gold enorm. JP Morgan sah bereits im vergangenen Jahr den Beginn eines neuen „Öl-Superzyklus“, der den Preis auf knapp 200 USD je Barrel befördern könnte. Ein Fest für die Produzenten.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: CA80412L1076 , US05606L1008 , DK0061414711

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Inhaltsverzeichnis:


    Die Gewinner der Krise

    Der Crash im vergangenen Jahr, als das Barrel Rohöl kurzfristig unter 20 USD kostete, war auf eine stark gesunkene Nachfrage aufgrund der weltweiten Lockdowns und der massiven Lagerüberhänge auf der Angebotsseite zurückzuführen. Diese sind laut der International Energy Agency (IEA) bereits vollständig aufgebraucht. Nun steigt durch die Lockerungen die Nachfrage vor allem in China und den USA extrem an. Über Nacht standen die meisten Ölproduzenten im vergangenen Jahr vor einer schier unlösbaren Aufgabe. Um die Existenz zu retten, wurden die Produktionen auf ein Minimum heruntergefahren. Wer rechtzeitig reagieren konnte, sicherte seine Produktion durch Hedging ab. Viele Ölproduzenten kamen in Schieflage, einige überlebten die Krise nicht. Da es in einer Krise nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner gibt, nutzten finanzstarke Unternehmen die Schwäche und übernahmen Konkurrenten oder Objekte zum Schleuderpreis.

    Aufstieg in neue Liga

    Eine Übernahme wie aus dem Lehrbuch lieferte in der vergangenen Woche das Unternehmen Saturn Oil & Gas, das in der Provinz Saskatchewan in Kanada nach Öl bohrt. Monate lang lief die Due Dilligence-Prüfung und die Suche nach einem geeigneten, viel größeren Projekt. John Jeffrey, CEO von Saturn Oil & Gas, plante Übernahmen, die zur Strategie von Saturn Oil & Gas passen würden und sowohl Umsatz, als auch Cash Flow sofort spürbar skalieren sollen. Nun ging der Traum des Managers aus vielerlei Hinsicht in Erfüllung. Für knapp 102 Mio. CAD übernahmen die Kanadier Vermögenswerten im Gebiet Oxbow im südöstlichen Saskatchewan, einem der wirtschaftlich besten Gebiete in Nordamerika. Der Kaufpreis des rund etwa 280.000 netto Acres großen Gebietes liegt bei im Branchenvergleich fast unglaublichen 1,4 x Cash-Flow bzw. nur rund 14.000 CAD pro fließendem BOE. Die Konkurrenz in der jüngeren Vergangenheit legte deutlich mehr als 30.000 CAD pro fließendem BOE auf den Tisch.

    Enormes Aufholpotenzial

    Dadurch wird die Öl- und Gasproduktion um mehr als 2.000 % steigen, die PDP-Reserven erhöhen sich im Vergleich zu den Reserven des Unternehmens zum Jahresende 2020 um satte 1.300 %. In knapp 2 Jahren sollen die Kredite komplett abbezahlt sein. Verzehnfachen wird sich die tägliche Produktion auf nunmehr 7.500 BOE/Tag der aktuell produzierten Fördermengen. Aufgrund dessen, dass die Produktion bereits jetzt zu 85% auf aktuellem Preisniveau für vier Jahre abgesichert wurde, spült das neue Projekt 65-70 Mio. CAD Netto-Betriebseinnahmen jährlich in die Kassen von Saturn. Für die nächsten drei Jahre identifizierte das Unternehmen zudem das Potenzial zur Generierung jährlichen freien Cash-Flows durch die Optimierung von mehr als 500 vorhanden Bohrlöchern.

    Durch diese Akquisition transformiert sich Saturn Oil & Gas zu einem bedeutenden Player am nordamerikanischen Leichtölmarkt. Der günstige Kaufpreis und die enormen Skaleneffekte spiegeln sich aktuell noch nicht in der Bewertung wider. So steigt die Aktienanzahl lediglich um rund das Doppelte, während sich die Produktion verzehnfacht. Kurse zwischen 0,40 CAD und 0,50 CAD wären im Vergleich zur Peer-Group angemessen.

    Bodenbildung läuft

    Starke Kursverluste musste dagegen das chinesische Elektroautounternehmen BYD hinnehmen. Nun arbeitet der Chart des von Warren Buffett unterstützten Unternehmens an einer Bodenbildung im Bereich um 16 EUR. Fundamental konnten die Chinesen bereits bei den April-Absatzzahlen glänzen und sogar Tesla überholen. Im April verkaufte BYD 16.114 BEV (+62 % gegenüber dem April 2020, aber 1,1 % weniger als im März. Dazu kamen noch 8.920 Plug-in-Hybride, was somit zu einem NEV-Absatz von 25.662 elektrifizierten Fahrzeugen führt. Das sind 97,5 % mehr als im April 2020 und 6 % mehr als im März 2021.

    Jüngst wurde zudem eine historische Marke vermeldet. So wurde die Produktion von einer Million elektrifizierter Automobile bekanntgegeben. Ebenfalls wurde die bereits verkündete Expansion nach Europa näher erläutert. So stehen die ersten 100 Einheiten für die Auslieferung nach Oslo für das dritte Quartal bereit. Bis Ende des Jahres sollen insgesamt 1.500 Tang SUVs nach Norwegen geliefert werden.

    Everfuel mit weiterem Auftrag

    Ebenfalls nach Oslo liefert das aus einem Spin-Off der Mutter Nel Asa entstandene Unternehmen Everfuel. Allerdings nicht Tangs und HANs, sondern zunächst 100 Toyota Mirai Wasserstofftaxis. So wurde eine Kooperationsvereinbarung mit Cabonline, dem größten Taxiunternehmen in Skandinavien, bekanntgegeben. Aktuell kämpft der marktenge Wert mit der wichtigen Unterstützungslinie bei 6,50 EUR. Ein Durchbruch nach unten könnte noch einmal das IPO-Niveau bei 4 EUR angreifen. Wir raten hier derzeit von einem Einstieg ab.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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