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09.08.2023 | 04:44

Clean Energy klar im Kaufmodus! Plug Power, Siemens Energy, RegenX Tech, Nordex – Saubere Renditen statt Summer Blues!

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Bildquelle: pixabay.com

Einfach wird die Energiewende nicht, das weiß man mittlerweile auch in Berlin. Wer gänzlich auf fossile Energieversorgung verzichten möchte, muss enorme Investitionen in die Zukunft tätigen. Alternative Technologien für die Energie-Erzeugung stehen zwar schon im Raum, die Umsetzung bis zur Netzanbindung ist aber kompliziert und erfordert Ressourcen. Leider stellt sich die erhoffte CO2-Einsparung erst nach über 15 Jahren Betriebszeit in etwa ein. Das erwartete positive Umwelt-Szenario liegt also auch in weiter Ferne. Ebenso ist sonnenklar, dass hochwertige und seltene Rohstoffe in eine Kreislaufwirtschaft übergeführt werden müssen, da ihre Verfügbarkeit nicht unendlich gegeben ist. Wo liegen die Chancen der Anleger im langen Prozess der energetischen Neuaufstellung?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , REGENX TECH CORP | CA75903N1096 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

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Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy versus Nordex – Qualitätsprobleme und Margendruck

    Siemens Energy und Nordex sind typische Vertreter des Sektors alternative Energien. Siemens ist dabei sehr breit aufgestellt, noch bis vor einigen Jahren waren die Münchener einer der größten Hersteller von Gasturbinen und damit Experten der gängigen Kraft-Wärme-Kopplung. Seitdem in Berlin jedoch eine Abkehr von der fossilen Energie stattfindet, baut Siemens Energy diese Großanlagen nur noch im Ausland. Richtige Probleme hat sich der Konzern mit der kostspieligen Übernahme des spanischen Windanlagenbauers Gamesa eingefangen. Ein grünes Projekt, das die Bilanz komplett verhagelt.

    Zuerst die gute Nachricht: Auf mittlerweile 14,9 Mrd. EUR sind die Auftragseingänge zum abgelaufenen 3. Geschäftsquartal gestiegen, was den Auftragsbestand auf den Rekordwert von 109 Mrd. EUR gehievt hat. Die als Zukunftstechnologie bezeichnete Windsparte der spanischen Tochter Siemens Gamesa trägt dabei einen guten Teil zur glänzenden Orderlage bei. Doch nun die schlechte Meldung: Siemens Energy wird wegen diesem Windgeschäft im laufenden Geschäftsjahr etwa 4,5 Mrd. EUR Verlust einfahren. Es gibt schlimme Konstruktionsmängel, die sogar bis zum Gesamtausfall und kompletten Austausch der Systeme führen. Die Kosten hierfür werden auf bis zu 1,6 Mrd. EUR taxiert. In den Offshore-Projekten kommt es zu Verzögerungen und Vertragsstrafen. Mit Lieferanten fehlerhafter Komponenten laufen Gespräche über Entschädigung. Bis zur endgültigen Klärung wird die Aktie wohl wenig von der Stelle kommen. Der Kurs ist nur noch 4 EUR von seinem Allzeit-Tief bei 10,25 EUR entfernt.

    Etwas besser schaut es beim Branchen-Wettbewerber Nordex aus. Zwar ringt der Windkraftanlagen-Hersteller ebenso wie Siemens mit den explodierenden Kosten, die Zahlen zum Halbjahr enthalten aber Lichtblicke. So stieg der Umsatz von 2,1 auf 2,8 Mrd. EUR und die installierte Leistung konnte sich von 1,9 auf 3,1 GW erhöhen. Immerhin verringerte sich der EBITDA-Verlust um rund 60 Mio. EUR auf jetzt 114,3 Mio. EUR, die Marge blieb dennoch mit -4,2 % im negativen Bereich. Wegen des guten Auftragseingangs ist der Nordex-Vorstand recht optimistisch, was das laufende Geschäftsjahr angeht: Der Umsatz soll zwischen 5,6 und 6,1 Mrd. EUR und die EBITDA-Marge könnte -2 bis +3 % erreichen, das strategische Mittelfristziel legte man mit +8 % fest. Beide Aktien bleiben langfristig interessant, haben aber noch einen Marathon zur Erreichung der Profitabilität vor sich.

    RegenX Tech – Ein guter Ansatz für die Kreislaufwirtschaft

    Wegen der zuletzt hohen Metallpreise haben sich die Inputkosten bei den Herstellern von Energieanlagen drastisch verteuert. Anhaltende geopolitische Konflikte und der fortwährende Handelsstreit mit China bedrohen die weltweiten Lieferketten. Sogenannte Greentech-Metalle sind aber gerade für die begehrten Wind- und Solaranlagen unabdingbar. Letztlich führt auch die hohe Dynamik im Bereich der E-Mobilität zu einem konstanten Anstieg im Rohstoff-Verbrauch. Heute weiß man, dass es ohne effiziente Recycling-Verfahren nicht gehen wird. Gerade Edelmetalle werden aufwendig durch belastende, chemische Prozesse gewonnen. Sie verbrauchen sich jedoch selten und sollten aus zu entsorgenden Altgeräten auch wieder effizient zurückgewonnen werden.

    Diesen Kreislaufgedanken verfolgt das kanadische Unternehmen RegenX Tech. Im Fokus stehen dabei Diesel-Katalysatoren, mit 67 % Anteil der weltweit betriebenen Kraftfahrzeuge ein Milliardenmarkt über alle Wertschöpfungsketten hinweg. Der Innovator aus Edmonton extrahiert aus verbrauchten Katalysatoren die seltenen Stoffe Palladium und Platin. Beide Metalle sind in dieselgetriebenen Fahrzeugen nicht mehr verzichtbar, denn die zulässigen Schadstoffgrenzwerte werden von vielen Regierungen aggressiv ins Visier genommen. Über 80 % der weltweiten Palladium-Produktion wird derzeit in Abgasreinigungsanlagen verbaut, davon werden bislang nur etwa 30 % rückgewonnen, der Rest landet immer noch auf Sonderdeponien.

    Im Vergleich zu anderen GreenTech-Unternehmen konnte RegenX Tech im Zeitraum der letzten 12 Monate eine schöne Outperformance zeigen. Plug Power muss noch ordentlich strampeln, um den Absturz seit 2021 zu egalisieren. Quelle: Refinitiv Eikon vom 26.06.2023

    Die von RegenX entwickelten Technologien sind modular konzipiert und sollen täglich bis zu 10 t Katalysator-Material verarbeiten können. Eine Pilotanlage wird derzeit mit Gebraucht-Katalysatoren des US-Partner Davis Recycling gefüttert. Der CO2-arme Verarbeitungsansatz verspricht weltweiten Erfolg, wenn die nötige Skalierung schnell umgesetzt werden kann. Das an der CSE gelistete Unternehmen hat 347 Mio. Aktien im Umlauf, die Marktkapitalisierung liegt bei etwa 33,5 Mio. CAD. Für Anleger passt der Wert als Beimischung gut in ein ESG-GreenTech-Portfolio.

    Plug Power – Höchstspannung vor den Quartalszahlen

    Höchste Spannung steht aus Übersee an: Plug Power, der Brennstoffzellen-Pionier liefert seine Q2-Zahlen heute nachbörslich. Von befragten Experten wird ein Verlust je Aktie von etwa 0,266 USD erwartet. Das wäre bereits eine sequentielle Verbesserung von etwa 30 % zum schwachen Q1-Ergebnis. Das Zittern vor den Zahlen ist anscheinend groß, denn schon seit zwei Wochen strauchelt der Kurs des GreenTech-Unternehmens.

    Immerhin konnte sich Plug Power bislang gut durch die Sammelklagen manövrieren, ohne großen Schadensersatz befürchten zu müssen. Der schillernde CEO Andy Marsh tut gut daran, seine zuletzt gemachten Versprechungen diesmal einzuhalten, besser noch: Zu übertreffen! Immerhin ist das Unternehmen noch mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 5 bewertet und erst in 2025 erwartet man den operativen Breakeven. Man sollte die Geduld der Investoren also nicht abermals überstrapazieren, sonst könnte die wichtige technische Unterstützung bei etwa 9,70 EUR fallen.

    Optimisten können freilich darauf setzen, dass der CEO diesmal viele neue Aufträge aus der ganzen Welt vorlegen kann. Denn erst jüngst sprach Wirtschaftsminister Robert Habeck vor der EU-Kommission von einem „Durchbruch“ bezüglich CO2-freier Energiebeschaffung in Europa. Plug Power unterhält seine Europa-Zentrale in Nordrhein-Westfalen und macht gut 50 % seiner Umsätze außerhalb der USA. Nachdem die Aktie gestern unter 11 USD gefallen ist, hält sie sich nur noch knapp über dem unteren Rand des Bollinger-Bandes. Die Wahrscheinlichkeit ist damit hoch, dass es bald zu einer technischen Gegenbewegung kommt.


    GreenTech bleibt ein guter Phantasiegeber für Anleger. Wo sonst, als in diesem Sektor sollte in den nächsten Jahren ähnlich großes Wachstum erwartet werden können. Nordex, Siemens Energy und Plug Power sind bekannte Vertreter und Standardwerte mit sehr unterschiedlichen Entwicklungen. Im Nebenwertebereich macht RegenX Tech mit modernen Recycling-Technologien von sich reden.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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