06.07.2026 | 04:00
Cloud KI Blockbuster- wer die Daten hat, regiert die Welt! 100 % mit SAP, ServiceNow, Aspermont, Deutsche Telekom und SpaceX
Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln! So fühlt sich das Wechselbad der aktuellen Achterbahnfahrt an der NASDAQ an. Waren es in den letzten Wochen die Traumzuwächse bei den Chip-Werten, die den Puls der Investoren antrieben, so thronen in dieser Woche die deutschen Rüstungs-Titel auf den Gewinnerlisten. Langsam geht auch die Korrektur der Cloudanbieter zu Ende, zumindest zeigen SAP und ServiceNow erste Regungen auf tiefem Niveau. Ebenso unter die Räder ist die Deutsche Telekom gekommen. Elon Musk will mit seiner SpaceX Starlink-Division in die Welt der Telkos vorstoßen. Das bereitet der Branche Sorgenfalten und sorgt für Abschläge bei den Titanen des Mobilfunks. Und dann wäre da noch die australische Aspermont, ein KI-getriebener Daten-Vermarkter und Investoren-Dienstleister aus dem Rohstoffbereich. Komplett gewandelt vom traditionellen Verlagshaus zum aggressiv wachsenden Partner des Bergbaus. Es lohnt sich genauer hinzusehen.
Lesezeit: ca. 6 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
ASPERMONT LTD. | AU000000ASP3 | ASX: ASP , SAP SE O.N. | DE0007164600 , SERVICENOW INC. DL-_001 | US81762P1021 , DT.TELEKOM AG NA | DE0005557508 , SPACE EXPLORATION TECHNOLOGIES CORP | US84615Q1031 | NASDAQ: SPCX
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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SAP und ServiceNow – Wann stoppt der Ausverkauf der Cloud-Aktien?
Die goldene Ära der Cloud-Aktien durchlebt derzeit eine schmerzhafte Zäsur, in der visionäre Narrative an den harten Klippen der Realität zerschellen. Branchengrößen wie SAP und ServiceNow erlebten mit Kurshalbierungen in den letzten 12 Monaten einen drastischen Abverkauf, der Anleger weltweit in tiefe Verunsicherung stürzt. Jahrelang pumpten Investoren Milliarden in die Software-Giganten, nun fordert der Markt anstelle von vagen Versprechungen messbare Umsatzdaten aus der Monetarisierung Künstlicher Intelligenz. Eine repräsentative Bitkom-Studie goss zusätzliches Öl ins Feuer, indem sie offenlegte, dass 85 % der heimischen Unternehmen die drückende Abhängigkeit von US-Cloud-Infrastrukturen durchbrechen wollen. Diese drohende Abkehr von transatlantischen Plattformen schürt Ängste vor einer weitreichenden technologischen Umwälzung im Softwaresektor, bringt allerdings auch SAP vor den Konkurrenten Oracle und ServiceNow wieder auf den Plan.
Trotz dieses rasanten Abwärtstrends verharren optimistische Analysten auf der Plattform LSEG fest in der Käuferrolle und werten den tiefen Sturz als überzogene Überreaktion des Marktes. Experten der DZ Bank halten für das deutsche Schwergewicht SAP an einer langfristig positiven Grundstimmung fest. Das mittlere 12-Monats-Kursziel für SAP pendelt sich bei robusten 218 EUR ein, was ein deutliches Comeback-Potenzial von über 60 % signalisiert. Auch für den US-Workflow-Spezialisten ServiceNow, der bis auf 80 USD durchgereicht wurde, zeichnen Marktbeobachter ein ermutigendes Zukunftsbild. Die Konsens-Prognosen für ServiceNow wurden zwar stark angepasst, fixieren den fairen Wert jedoch weiterhin stabil auf Ziele zwischen 125 und 160 USD, was den Konsens auf 143 USD setzt. 46 von 50 Experten halten den Daumen nach oben – was für eine rechtslastige Gauß-Kurve! Aber: Das fundamentale Geschäftsmodell der digitalen Prozessautomatisierung ist schließlich nicht über Nacht verschwunden. Wenn sich der dichte Staub an den Börsen erst einmal legt, dürften diese bereinigten Bewertungen das Fundament für die nächste Aufwärtswelle bilden.
Aspermont – Vom Fachverlag zum Intelligence-Spezialisten mit Skalierungspotenzial
Die australische Aspermont zählt zu den Unternehmen, die vom globalen Rohstoffboom stark profitieren können, ohne selbst Rohstoffe zu fördern. So hat sich der Digital-Profi in den vergangenen Jahren konsequent von einem traditionsreichen Fachverlag mit Wurzeln bis ins Jahr 1835 zu einem international tätigen Anbieter von Daten-, Intelligence- und Softwarelösungen für die Bergbau- und Rohstoffindustrie entwickelt. Was hier zählt ist der veritable Informationsvorsprung und die Verbreitung dieses Wissens! Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) gewinnen kritische Rohstoffe für Energiewende, Digitalisierung, Verteidigung und Hochtechnologie weiter an strategischer Bedeutung, während sich die globalen Lieferketten gleichzeitig auf immer weniger verlässliche Länder konzentrieren. Für Unternehmen wie Aspermont steigt damit der Wert belastbarer Marktinformationen, proprietärer Datenbanken und intelligenter Analysewerkzeuge erheblich.
Das Fundament der Gesellschaft bildet inzwischen ein äußerst robustes Abo-Geschäft mit mehr als 4.000 Unternehmenskunden in über 150 Ländern. Bemerkenswert ist dabei, dass die wiederkehrenden Subscriptions-Erlöse bereits 39 Quartale in Folge gewachsen sind und der durchschnittliche Umsatz pro Kunde seit 2016 jährlich um rund 17 % gesteigert werden konnte. Solche Kennzahlen sind typisch für skalierbare Software- und Datenunternehmen und sprechen für eine hohe Kundenbindung sowie eine zunehmende Preissetzungsmacht in einer klar definierten Nische. Mit dem operativen Abo-Cashflow finanziert sich gleichzeitig den Ausbau neuer Geschäftsfelder und reduziert die Abhängigkeit von konjunktursensitiven Einzelprojekten.
Offensichtlich gewinnt jetzt auch die Marketing- und Kommunikationsplattform Nexus deutlich an Dynamik. Im ersten Halbjahr 2026 übertraf der Geschäftsbereich bereits den Umsatz des gesamten Vorjahres und steigerte die Erlöse außerhalb des Abonnementgeschäfts um 41 %. Noch spannender erscheint jedoch der Aufbau der Data-&-Intelligence-Sparte rund um Mining IQ. Dort verbindet Aspermont sein über 190 Jahre aufgebautes Fachwissen mit aktuellen Marktdaten und Anwendungen künstlicher Intelligenz, um Unternehmenskunden wie z.B. Rio Tinto tiefgreifende Analysen und Entscheidungsgrundlagen bereitzustellen. Die letzten Finanzkennzahlen spiegeln den Fortschritt der Transformation wider. Im ersten Halbjahr erzielte Aspermont einen Umsatz von 7,48 Mio. AUD und einen Nettogewinn von rund 0,6 Mio. AUD. Gleichzeitig verbesserte sich der operative Cashflow gegenüber dem Vorquartal um rund 1,5 Mio. AUD. Vorsorglich verschob das Management den Zeitpunkt eines nachhaltig positiven operativen Cashflows auf die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2027, nachdem sich zwei Enterprise-Verträge mit einem Gesamtvolumen von über 1,5 Mio. AUD aufgrund längerer Entscheidungsprozesse verzögerten. Gleichzeitig werden Investitionen in die Data-&-Intelligence-Plattform bewusst vorgezogen, um bereits 2027 zusätzliche Erlösquellen zu erschließen und den technologischen Vorsprung weiter auszubauen.
Die Analysten von GBC bewerten diesen Wachstumspfad sehr optimistisch. Für das laufende Geschäftsjahr werden Umsätze von rund 16,9 Mio. AUD erwartet, die bis 2028 auf über 21 Mio. AUD steigen könnten. Parallel soll sich das EBITDA auf knapp 3 Mio. AUD verbessern. Gelingt es Aspermont, die wachsende Enterprise-Pipeline sowie die KI-gestützten Datenprodukte erfolgreich zu monetarisieren, dürfte sich die derzeitige Bewertung zunehmend an internationalen Software- und Datenanbietern orientieren und nicht mehr an einem klassischen Verlagshaus. Risikobewusste Anleger sollten ihr Portfolio um Aspermont erweitern, um beim nächsten Sprung dabei zu sein!
IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk hat den Unternehmensgründer und CEO Alex Kent zu den Perspektiven des laufenden Geschäftsjahres befragt. Hier geht´s zum Video...
Deutsche Telekom – SpaceX drängt in die Domäne der Telcos vor
Die traditionelle Vormachtstellung globaler Telekommunikationsriesen wie der Deutschen Telekom gerät durch den unaufhaltsamen Aufstieg von Satellitennetzwerken unter Druck. Allen voran drängt das Raumfahrtunternehmen SpaceX mit seinem Starlink-System aggressiv in das Kerngeschäft der klassischen Netzbetreiber vor. Während Mobilfunkkonzerne jahrzehntelang auf den teuren Ausbau von bodengebundener Infrastruktur wie Mobilfunkmasten und Glasfaserkabeln setzten, hebelt Elon Musks Satellitenkonstellation diese physischen Grenzen nun einfach aus dem Orbit aus. Durch die direkte Verbindung von Satelliten mit herkömmlichen Smartphones – dem sogenannten „Direct-to-Cell“-Dienst – positioniert sich SpaceX nicht mehr nur als Nischenanbieter für abgelegene Regionen, sondern als echter Mobilfunkkonkurrent.
Diese technologische Disruption ermöglicht eine lückenlose weltweite Netzabdeckung, die selbst in tiefen Tälern oder auf offener See funktioniert. Für etablierte Telcos bedeutet diese Entwicklung einen massiven Innovationsdruck, da sie den Verlust von Marktanteilen im lukrativen Daten- und Konnektivitätsgeschäft fürchten müssen. Um nicht den Anschluss zu verlieren, reagiert die Deutsche Telekom bereits mit strategischen Gegenmaßnahmen und testet eigene Kooperationen mit Satellitenbetreibern, um Hybridlösungen aus Mobilfunk und Weltraum-Internet anzubieten. Dennoch verschieben sich die Machtverhältnisse im Telekommunikationssektor unaufhaltsam zugunsten von Akteuren, die den Weltraum als neue Infrastrukturebene beherrschen. Am Ende dieses technologischen Wettlaufs könnten die klassischen Telekommunikationsanbieter zu bloßen Verwaltern lokaler Restnetze degradiert werden, wenn sie die Transformation zum Weltraumzeitalter verschlafen. Die Konzernperle T-Mobile US hat so in den letzten 12 Monaten bereits 23 % eingebüßt, wenig besser verlief es bei der Mutter mit gut 19 % Abschlag. Ein KGV 2026e von 11,5 samt 4,7 % Dividende stehen nun auf LSEG Refinitiv zu lesen, dazu 18 von 19 Experten die im Schnitt einen 12-Monats-Zielkurs von 37,46 EUR berechnen – gut 50 % Potenzial für die weltweite Nr. 4 unter den Telkos.

Die Börsen machen derzeit keine Gefangenen. Wer zu langsam ist verliert oder verpasst den Einstieg. Bei den Chipwerten stand der Zug unter Volldampf und legte dann eine Vollbremsung hin. Anders bei den KI-, Cloud- und Datenspezialisten. Diesen Aktien wird derzeit weniger zugetraut, das schafft aber günstige Einstiegsniveaus. Im operativen Aufwärtstrend befindet sich die australische Aspermont, hier rollt der Börsenzug gerade aus dem Bahnhof.
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