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16.08.2023 | 05:05

Covestro, Desert Gold Ventures, Barrick Gold – Das Warten auf den nächsten Schub

  • Gold
  • Silber
  • M&A
Bildquelle: pixabay.com

Obwohl Crash-Propheten seit Monaten den Finger heben und einen Crash bei den größten Aktienindizes wie Dow Jones, Nasdaq und DAX herbeischwören, eilen diese weiter von Hoch zu Hoch. Auf der anderen Seite korrigieren die für Krisen und als Inflationsschutz geeigneten Edelmetalle wie Gold und Silber. Dabei verbessern sich die Rahmenbedingungen weiter, was langfristig zu nachhaltig steigenden Notierungen führen sollte.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: COVESTRO AG O.N. | DE0006062144 , BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084

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Inhaltsverzeichnis:


    Covestro AG – Kurzfristige 20 % Chance

    Die Übernahme des Kunststoffkonzerns Covestro durch die Abu Dhabi National Oil ist noch nicht ad acta gelegt, ganz im Gegenteil. Wie der Wirtschaftssender Bloomberg unter Berufung auf Insiderinformationen berichtet, habe der arabische Energiegigant Adnoc ein mündliches Angebot vorgelegt, den Übernahmepreis von 57 EUR auf 60 EUR zu erhöhen, was einem Gesamtvolumen in Höhe von 11,6 Mrd. EUR entspricht.

    Aktuell notiert Covestro im Bereich von 48,20 EUR, deutlich unter der mutmaßlichen Offerte von Adnoc und erreicht nicht ganz den Höchstwert aus dem Juli, als der Preis nach einer vorherigen Erhöhung der Offerte durch Adnoc auf 50,72 EUR kletterte. Trotz der positiven Signale aus dem Markt ist noch unklar, wie Adnoc vorgehen wird. Insiderberichte deuten darauf hin, dass ein schriftliches Angebot über 60 EUR je Aktie folgen könnte. Beide Unternehmen haben sich jedoch dazu entschieden, sich zu dieser Angelegenheit nicht öffentlich zu äußern.

    Aus unserer Sicht ist aus strategischen Gesichtspunkten eine weitere Erhöhung des Angebots nicht unwahrscheinlich, da Adnoc seinen Fokus verstärkt auf das Chemiegeschäft richtet. Als Hauptakteur in der Ölversorgung der Vereinigten Arabischen Emirate verfolgt Adnoc ehrgeizige Investitionspläne im Volumen von 150 Mrd. USD, um seine globale Präsenz in den Sektoren Erdgas, Chemikalien und erneuerbare Energien zu stärken. Die Ölproduzenten am Persischen Golf sind im Allgemeinen bestrebt, ihre Abhängigkeit vom Rohölverkauf zu diversifizieren.

    Barrick Gold – Im Sog des Basispreises

    In Anbetracht der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stehen die Zeichen für steigende Edelmetallkurse eigentlich auf grün. Das Gros des Marktes erwartet, dass die Fed in der nächsten Sitzung zumindest eine Pause bei den Zinserhöhungen einlegen wird. Darüber hinaus könnte der Zinshike möglicherweise schon erreicht sein. Dennoch zeigen sich Gold und Silber schwach. Mit dem Rutsch unter die psychologisch wichtige Marke von 1.900 USD je Feinunze Gold könnte gar eine weitere kurzfristige Abwärtsbewegung eingeläutet werden.

    Parallel zum Basispreis tun sich auch die größten Goldproduzenten Newmont und Barrick Gold schwer, sich trotz guter Zahlen vom Gesamtmarktmarkt abzukoppeln. Barrick Gold verzeichnete im zweiten Quartal einen bereinigten Nettogewinn von 0,19 USD je Aktie. Der Free-Cash-Flow betrug 63 Mio. USD. Die Fördermenge belief sich auf etwas mehr als 1 Mio. Unzen, wobei die gesamten Kosten pro Unze nach 1.379 USD im ersten Quartal auf 1.355 USD je Unze sanken. Die Kupferausbeute erreichte 107 Millionen Pfund, verglichen mit 88 Millionen Pfund im ersten Quartal. Insbesondere die Lumwana Mine trug zur Steigerung der Kupferproduktion bei. Weiterhin teilte Barrick Gold mit, eine Dividende von 0,10 USD pro Aktie für das Quartal ausschütten zu wollen.

    In Sachen Übernahmen, hier äußerte sich CEO Mark Bristow gegenüber Bloomberg, lasse sich das Unternehmen trotz einer anziehenden M&A-Aktivität nicht unter Druck setzen. Vielmehr will Barrick seine bereits existierenden Partnerschaften, wie z. B. mit dem afrikanischen Staat Mali, erweitern. Hier sagte Bristow vor Medien, dass weiter in die Zukunft von Loulo-Gounkoto investiert werden soll.

    Desert Gold Ventures – Auf den Spuren der Major

    Ebenso in Mali hat sich das Explorationsunternehmen Desert Gold Ventures positioniert, das trotz eines Börsenwertes von nur 10 Mio. CAD eine beachtliche Präsenz zeigt. Das 440 km² umfassende SMSZ-Projekt, in der namensgebenden Senegal-Mali-Scherzone gelegen, lässt großes Potential erahnen. Nicht weit entfernt liegen bereits produzierende Minen großer Player wie Barrick Gold, Endeavour Mining und B2Gold. Zudem grenzt die Sadioka-Mine von Allied Gold direkt an die von Desert Gold Ventures explorierte Fläche.

    Bis heute sind in der Region über 23 Goldzonen aufgespürt worden, die auf ihre wirtschaftliche Ergiebigkeit hin untersucht werden sollen. Schon im Februar 2023 absolvierte das kanadische Unternehmen beeindruckende 445 Bohrungen mit einer Gesamtlänge von 2.067 m. Nun plant Desert Gold ein umfangreiches Bohrprogramm von etwa 30.000 m durchzuführen. Im Anschluss ist eine aktualisierte Ressourcenbewertung vorgesehen. Aktuelle Daten weisen auf angezeigte Mineralressourcen von 310.300 Unzen und abgeleitete Mineralressourcen von 769.200 Unzen Gold hin.

    Trotz der positiven Unternehmensentwicklung notiert die Desert Gold-Aktie seit Monaten seitwärts bei 0,05 CAD. Seit den Höchstständen, erreicht im August 2020 bei 0,33 CAD, steht ein Verlust von rund 85 % zu Buche. Positive Bohrergebnisse vorausgesetzt, könnte sich hier eine langfristige Kaufchance mit überproportionalen Gewinnpotenzial verbergen.


    Laut Brancheninsidern dürfte Adnoc bei Covestro das Übernahmeangebot noch einmal erhöhen. Barrick Gold kann sich der allgemeinen Korrektur im Goldsektor nicht entziehen. Desert Gold Ventures bietet langfristig großes Potenzial, der Titel ist jedoch aufgrund seiner Größe eher für spekulative Anleger geeignet.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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