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24.06.2021 | 05:10

CureVac, Cardiol Therapeutics, Bayer – So geht es jetzt weiter

  • Biotechnologie
Bildquelle: pixabay.com

Biotechnologie hat außergewöhnlichen Einfluss auf unser Leben. Die Wahrnehmung und Wertschätzung der Zukunftsbranche des 21.Jahrhunderts ist durch den Wettlauf um die Impfstoffe gegen das Corona-Virus im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Dabei erfordert ein Investment in ein Biotechnologie-Startup Geduld und auch Risikobereitschaft. Das Risiko, dass ein Wirkstoff am Ende nicht funktioniert, wie das Beispiel CureVac zeigt, ist hoch. Demgegenüber steht jedoch die enorme Chance für Investoren, ihr eingesetztes Kapital bei erfolgreicher Zulassung zu vervielfachen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , CUREVAC N.V. O.N. | NL0015436031 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017

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Inhaltsverzeichnis:


    Sébastien Plouffe, CEO, Gründer und Director, Defence Therapeutics Inc.
    "[...] Darüber hinaus wird Defence die Entwicklung seiner Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC) und seiner Radiopharmazeutika-Programme fortsetzen, die derzeit zu den gefragtesten Produkten in der Pharmaindustrie gehören, in der es zu erheblichen Konsolidierungen und Übernahmen gekommen ist. [...]" Sébastien Plouffe, CEO, Gründer und Director, Defence Therapeutics Inc.

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    Erhebliches Blockbuster-Potenzial

    Seit März des vergangenen Jahres war Corona das vorherrschende Thema in unserem Alltag. Dagegen traten andere, schwerere Krankheiten in den Hintergrund. So ist wahrscheinlich wenigen bewusst, dass zirka 40% aller Todesfälle in den westlichen Ländern auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen sind. Cardiol Therapeutics hat sich genau auf diesen Milliardenmarkt festgelegt und zielt mit Fokus auf die Herstellung pharmazeutischer Cannabidiol (CBD)-Produkte und der Entwicklung innovativer Therapien für Herzerkrankungen, einschließlich akuter Herzmuskelentzündung und anderer Ursachen von Herzversagen. Der Wirkstoff CardiolRx, den man dem Patienten oral als auch subkutan verabreichen kann, durchlief bereits die Phase 1-Studie ohne Nebenwirkungen. Zudem wurde eine deutliche Verringerung der vorhandenen Entzündungen und eine Verbesserung der endothelialen Dysfunktion festgestellt.

    Nun steht die wichtige Phase II/III mit 422 Hochrisikopatienten an, die in Verbindung mit Covid-19 in ein Krankenhaus stationär eingeliefert wurden. Für die kostenintensive Forschungsarbeit wurden im Rahmen einer Kapitalerhöhung insgesamt 22 Mio. CAD vom Kapitalmarkt eingenommen. Die Platzierung war mehrfach überzeichnet und zeigt, welche Aufmerksamkeit Cardiol Therapeutics bereits am Kapitalmarkt genießt. Der Ausgabekurs lag bei 3,60 CAD je Aktie. Zudem stellte das kanadische Unternehmen kürzlich einen Antrag auf die Börsennotierung an der NASDAQ Capital Market.

    Aktuell notiert die Aktie bei 3,08 CAD. Die Analysten von GBC Research sehen in Cardiol Therapeutis einen klaren Kaufkandidaten und vergaben in der am 23.06. veröffentlichten Studie ein Kursziel von 15,77 CAD, was eine Verfünffachung des Kurses bedeuten würde. So sei Cardiol Therapeutics führend bei therapeutischen Versuchen mit Cannabidiol, um die großen Chancen bei entzündlichen Herzkrankheiten zu nutzen. Die Experten gehen von beträchtlichen kumulierten Gewinnen - rund 3 Mrd. CAD für die nächsten 10 Jahre - mit einer durchschnittlichen Marge von 85% aus.

    Äpfel mit Birnen verglichen?

    Das Drama ist hinlänglich bekannt. Lange nahm sich der Impfstoffhersteller CureVac für die Forschung an seinem Impfstoff der ersten Genaration, CVnCov, Zeit, um sich von der schnelleren Konkurrenz um BioNTech, AstraZeneca oder Moderna abzusetzen. Die Vorteile bei der Kühlung, der längeren Haltbarkeit oder weniger Nebenwirkungen waren dabei ersichtlich. Dann kam der Schock bei der Zwischenanalyse, die eine Wirksamkeit von lediglich 47% gegen eine Covid-19-Erkrankung „jeglichen Schweregrades“ ergab. Zwar wollen die Tübinger die Tests weiter fortführen und in den nächsten drei Wochen die Analyse der Daten aus der finalen Studienphase abschließen. Eine Wirksamkeit, die vergleichbar mit derer der Konkurrenz ist, würde jedoch an ein Wunder grenzen.

    Die längere Vorlaufzeit, die CureVac gegenüber anderen benötigte, fällt dem Unternehmen nun auf die Füße. So steht laut dem CEO, Franz-Werner Hass, das Vakzin zu Unrecht in der Kritik, da kein anderes Produkt an so vielen Virusvarianten, insgesamt 29, getestet wurde. Das ursprüngliche Virus, der Wildtyp, spielt dagegen kaum mehr eine Rolle. „Die Zahlen zur Wirksamkeit der anderen Impfstoffe sähen vermutlich anders aus, wenn man deren Studien zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt hätte.“

    Aus technischer Sicht könnte es nach dem Abschwung von 40% zu einer Bodenbildung auf niedrigem Niveau kommen. Nach dem Ausverkauf auf 47,12 USD folgte eine kurze Erholungsbewegung auf 68,36 USD, die jedoch durch weitere Verkäufe mit hohem Volumen gestoppt wurden. Gestern notierte der Kurs bei 58,10 USD, knapp über der Unterstützungszone bei 56,90 USD. Wenn diese reißt, wäre die 50 USD-Marke das Ziel. Sollten in den nächsten Wochen keine positiven Unternehmensmeldungen über die Ticker laufen, sehen wir auch das im letzten Jahr markierte Allzeit-Tief bei 43,0 USD in Gefahr.

    Bayer macht weiter

    Trotz des Rückschlages, will der Pharmakonzern Bayer seine Zusammenarbeit mit CureVac fortsetzen und die Tübinger in Sachen Logistik und Vertrieb unterstützen. Auch der geplante Aufbau einer Produktionsanlage für den Curevac-Impfstoff in Wuppertal wird vorangetrieben. Die Produktion soll Ende des Jahres anlaufen. Ab 2022 sollen dann dort 160 Mio. Impfdosen pro Jahr hergestellt werden.

    Positive Nachrichten kamen für die Leverkusener dagegen aus Asien. So hat das japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales das Mittel Verquvo zur Behandlung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz zugelassen. Das Medikament wurde in Zusammenarbeit mit dem US-Pharmariesen Merck & Co. entwickelt. Bayer-Pharma-Chef Stefan Oelrich rechnet für das Mittel mit einem Jahresspitzenumsatz von rund 1 Mrd. EUR, wobei die Erlöse zwischen den beiden Partnern geteilt werden.

    Dagegen drückt der Glyphosat-Prozess weiter auf den Kurs der Bayer-Aktie. So fand am Dienstagabend eine Anhörung im Berufungsverfahren zu einem der drei Glyphosat-Prozesse, die Bayer verloren hat, statt. In dieser kritisierte ein Richter den Anwalt der Bayer-Seite scharf für die im Zusammenhang mit der Anhörung eingereichten Unterlagen. Die Aktie des Pharmariesen fiel zeitweilig unter die wichtige Unterstützung von 50 EUR, konnte sich im Handelsverlauf jedoch erholen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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