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20.01.2025 | 05:10

Daimler Truck, First Hydrogen, Siemens Energy – Wasserstoff mit Rebound-Potential

  • Wasserstoff
  • Windenergie
  • Elektromobilität
Bildquelle: pixabay.com

Das Jahr 2024 war aus Börsensicht ein Jahr des Vergessens für Unternehmen aus dem Wasserstoff-Brennstoffzellen-Segment. Unternehmen wie Plug Power oder Nel Asa kamen unter die Räder und bauten die seit dem Corona-Tief aufgeblähten Mondbewertungen weiter ab. Dass die Wasserstoff-Technologie elementar für die Klimawende bleibt, steht außer Frage. Inzwischen drängen jedoch kleinere, innovative Mitstreiter in den Vordergrund, die bei der nächsten Aufwärtswelle überproportional profitieren könnten.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: Daimler Truck Holding AG | DE000DTR0013 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0

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Inhaltsverzeichnis:


    Bernd Krüper, President & Director, dynaCERT Inc.
    "[...] dynaCERT hat mit dem Gerät HydraGEN eine Lösung auf den Markt gebracht, die zur Nachrüstung von Dieselmotoren entwickelt wurde, um die Umwelt zu schützen und die zugleich wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt. [...]" Bernd Krüper, President & Director, dynaCERT Inc.

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    Daimler Truck – Der Gigant kauft

    Die Aktie des weltweit größten Nutzfahrzeug-Herstellers mit über 35 Hauptstandorten und rund 105.000 Beschäftigten setzt ihren Aufwärtstrend seit dem Tief Mitte September bei 29,61 EUR weiter fort. Seither bildete der Chart ein aufsteigendes Dreieck, das bei Überschreiten über den horizontalen Widerstand bei rund 40 EUR ein markantes Kaufsignal generieren könnte. Das nächste Ziel wäre dann bereits das Allzeithoch vom März des vergangenen Jahres bei 47,64 EUR.

    Im Jahr 2024 konnte Daimler Truck konzernweit 460.409 LKW und Busse absetzen, was einem Minus von rund 12 % entspricht. Im Bereich batterieelektrischer Einheiten konnte dagegen ein Wachstum von 17 % auf 4.035 Einheiten verzeichnet werden.

    Von Amazon erhielt Daimler Truck nun eine Bestellung von 200 Mercedes-Benz eActros 600, die der US-amerikanische E-Commerce-Gigant in seinem europäischen Logistiknetzwerk einsetzen will. Von der Gesamtzahl der bestellten LKW, die eine Reichweite von 500 km besitzen, sind etwa 140 für den Einsatz in Großbritannien und 50 in Deutschland vorgesehen. Derzeit verwendet Amazon in Europa 38 Elektro-LKW, die seit Beginn des Jahres in Betrieb sind. Zur Unterstützung der neuen LKW baut Amazon an seinen Standorten ein Netzwerk aus Schnellladestationen mit einer Kapazität von 360 Kilowatt auf, die eine Aufladung der Fahrzeuge von 20 auf 80 % in weniger als einer Stunde ermöglichen, was den gesetzlichen Ruhezeiten der Fahrer entspricht.

    First Hydrogen – Erweiterung der Angebotspalette

    Nach dem Abverkauf des vergangenen Jahres, die First Hydrogen-Aktie verlor im Zuge der allgemeinen Marktschwäche im Wasserstoff-Brennstoffzellensegment rund 80 % an Wert, bildet sich seit Wochen ein tragfähiger Boden im Bereich von 0,35 EUR. Optimistisch für eine Trendwende stimmt die Tatsache, dass sowohl der Relative Stärke-Index RSI als auch der MACD auf Wochenbasis bereits seit Monaten positive Divergenzen bilden.

    Beide Indikatoren lieferten zuletzt Kaufsignale. In Anbetracht der Pläne von First Hydrogen, das leichte Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie entwickelt, die mit einer einzigen Betankung 630 km erreichen, scheint ein Rebound eine Frage der Zeit.

    Demnach soll in Kanada eine Produktionsanlage für jährlich 25.000 Fahrzeuge und eine 35-MW-Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff aufgebaut werden. Zudem plant das Unternehmen die weitere Expansion nach Europa. Deutschland wurde als erster europäischer Markt gewählt, um den Brennstoffzellenantrieb in bestehende Fahrzeugplattformen eines großen deutschen Herstellers zu integrieren.

    Um das Ökosystem auszubauen und den Kunden ein 360 Grad „Hydrogen-as-a-Service“-Modell bereitzustellen, untersucht First Hydrogen zudem das Potential der Produktion von grünem Wasserstoff unter Verwendung von Strom, der mit kleinen modularen Kernreaktoren erzeugt wird.

    Balraj Mann, CEO von First Hydrogen, erläuterte: "Kernenergie bietet im Gegensatz zu Solar- oder Windenergie eine konstante Stromversorgung für die Wasserstoffproduktion. Die Kosten für Strom, der in einem SMR erzeugt wird, würden bei etwa 36 USD/MWh liegen. Große Technologiekonzerne haben die Notwendigkeit erkannt, sich für die absehbare Zukunft eine kostengünstige Energieversorgung zu sichern, und haben in letzter Zeit erhebliche Investitionen in Kernenergie getätigt."

    Siemens Energy – Ungemach droht

    Mit einer Jahresperformance von rund 330 % gehörten die Münchner im vergangenen Jahr zu den Überfliegern und auch die ersten Handelstage des neuen Jahres brachten weitere Höchststände bis auf ein Niveau von 55,26 EUR.

    Nach dem Lauf der letzten Wochen scheint die Aktie jedoch langsam eine Verschnaufpause einzulegen. Auf Wochenbasis liegt beim Relative Stärke Index RSI bereits eine Überkauftheit vor, was zumindest auf eine Konsolidierung hindeutet. Ein Rücksetzer sogar auf das Ausbruchsniveau bei 34,48 EUR, dem bisherigen Hoch aus dem Jahr 2021, wäre nicht unwahrscheinlich.

    Für Abgabedruck könnte die Meldung sorgen, die in der vergangenen Woche über die Ticker lief. Demnach mussten in Schweden 51 Windkraftanlagen des Typs Siemens Gamesa 5.X aufgrund eines Bruchs des Rotorblattes vorübergehend stillgelegt werden. Die unter der Marke Siemens Gamesa vertriebenen Anlagen, welche mittlerweile eine vollständig integrierte Tochtergesellschaft ist, sind bereits seit einiger Zeit für ihre Qualitätsprobleme bekannt.

    Bereits im Jahr 2023 musste Siemens Energy Rückstellungen in Milliardenhöhe aufbauen, um auf mögliche Nachbesserungen und Garantieansprüche im Hinblick auf Produkte von Siemens Gamesa, die 2020 vollständig übernommen wurde, reagieren zu können.


    Daimler Truck konnte eine Großorder vom E-Commerce-Giganten Amazon verbuchen. Siemens Energy musste 51 Windkraftanlagen in Schweden aufgrund von Qualitätsmängeln stoppen. First Hydrogen plant die Erweiterung seines „Hydrogen-as-a-Service“-Modells.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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