Menü schließen




25.03.2022 | 05:08

Defense Metals, Hensoldt, Rheinmetall – Sonderkonjunktur für die Rüstungsindustrie

  • Seltene Erden
  • Rüstung
  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Durch den Krieg in der Ukraine bekommt die Rüstungsindustrie mehr Gewicht. Aber was steht im Vordergrund? Verteidigung, Abschreckung oder Angriffskrieg? Von höheren Rüstungsbudgets und Aufträgen profitierten die Anteilsscheine der Branchenvertreter zuletzt deutlich. Was man moralisch davon hält, steht auf einem anderen Blatt. Ganz nüchtern betrachtet, bereiten eine stärkere Nachfrage und Gewinnwachstum die Basis für höhere Aktienkurse.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: RHEINMETALL AG | DE0007030009 , HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005 , DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Defense Metals – Seltenerdmetalle für die Rüstung

    Neben der Elektromobilität und der Energiewende gibt es mit der Rüstungsindustrie einen weiteren Sektor, der einen hohen Bedarf an sogenannten Seltenerdmetallen („Seltene Erden“) besitzt. Dabei ist der Name irreführend. Die Vorkommen der 17 Seltenerdmetalle sind größer als die vieler anderer Metalle. Allerdings kommen diese nicht konzentriert alleine oder als Erze vor, sondern sind in Kombination und mit niedrigen Gehalten in Mineralien gebunden. Deswegen und auch aufgrund ähnlicher chemischer Eigenschaften ist ihre Trennung sehr arbeitsintensiv. China dominiert mit großem Abstand den Weltmarkt.

    Seltenerdmetalle kommen beispielsweise zur Produktion von Dauermagneten oder in Batteriespeichern zum Einsatz. Durch die sprunghafte Nachfrage im Zuge der Energiewende und Verwerfungen in der Lieferkette durch die weltweite Corona-Pandemie haben viele Länder die Abhängigkeit von China schmerzhaft zu spüren bekommen. Insbesondere bei der Rüstungsindustrie läuteten die Alarmglocken. Hier sind Seltenerdmetalle unabkömmlich, beispielsweise für Raketenlenksysteme, Radaranlagen oder die Satellitentechnologie.

    Um die Wiederaufnahme von Produktionsketten von Seltenerdmetallen in anderen Ländern wird gerungen. So hat die US-Regierung das amerikanische Unternehmen MP Metals mit rund 6,95 Mrd. USD gefördert, um ab 2022 die Raffination der in der einzigen in Nordamerika in Produktion befindlichen Mine gewonnenen Seltenerdoxide auf amerikanischem Boden wiederaufzunehmen.

    Ein weiterer Pionier, der sich speziell auf die Rüstungsindustrie ausrichtet, ist das kanadische Unternehmen Defense Metals. Deren in einer bekannten Bergbauregion in British Columbia gelegenes Wicheeda-Projekt hat nach einer vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung (Preliminary Economic Assessment, PEA) das Potenzial zu einer weltweit bedeutenden Lagerstätte für Seltenerdmetalle zu avancieren.

    So indizierte die im November 2021 veröffentlichte PEA einen Wert des Projekts (nach Steuern) von 516,5 Mio. CAD, bei einer Minenlebensdauer von 19 Jahren. Inzwischen hat das Unternehmen weitere Bohrergebnisse veröffentlicht, welche die Ressourcenschätzungen erhöhen und damit die Minenlebensdauer weiter verlängern und somit den Projektwert steigen lassen sollten. Die Gesellschaft besitzt mit 45 Mio. CAD eine überschaubare Marktkapitalisierung.

    Hensoldt – Deutscher Rüstungsspezialist im Börsenrausch

    Seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine am 24. Februar und der nachfolgenden Ankündigung der Bundesregierung, ein Sondervermögen von 100 Mrd. EUR für die Modernisierung der Bundeswehr zur Verfügung zu stellen, kennt der Kurs börsennotierter deutscher Rüstungsunternehmen nur noch eine Richtung: nordwärts.

    Ein bekannter Vertreter ist das aus der ehemaligen Radar-Sparte von Airbus entstandene Unternehmen Hensoldt, welches seinen Sitz in der bayrischen Landeshauptstadt München hat. Zwar setzten in der letzten Woche kurzfristig Gewinnmitnahmen ein, nun geht die Rallye aber weiter. In den letzten vier Wochen haben die Papiere bereits über 130% zulegen können.

    Als nächstes gilt es, die psychologisch wichtige Marke von 30 EUR dauerhaft zu überwinden. Analysten haben angesichts der sich abzeichnenden Auftragsflut ihre Prognosen angehoben. So zog JP Morgan das Kursziel auf Basis einer um bis zu 53% höheren Gewinnprognose für die Jahre 2023 bis 2025 von zuvor 22,50 EUR auf 30 EUR hoch und stufte die Aktie auf „Overweight“.

    Rheinmetall – Analysten sehen weiteres Kurspotenzial

    Der Düsseldorfer Hersteller von Munition und schwerem Kriegsgerät gilt als einer der größten möglichen Profiteure des vom Bund geplanten Sondervermögens. Dabei sieht sich der Konzern nach Aussage von CEO Armin Papperger gut für die kommende Auftragsflut gerüstet. Aktuell könne der Konzern ein Ausrüstungspaket im Wert von 42 Mrd. EUR an den Bund liefern. Dieses enthalte Munition, Hubschrauber sowie schwere Ketten- und Radpanzer.

    Neben dem sich abzeichnenden Gewinnwachstum dürfte für Anleger ein weiterer Faktor für ein Investment in Rüstungskonzerne sprechen: aktuell ist eine Diskussion entbrannt, ob Aktien von Herstellern von Kriegsgerät zukünftig als „nachhaltig“ eingestuft werden können. Die schwedische SEB Bank prescht hier schon vor und hat angekündigt, ab April das Investitionsverbot in Rüstungsunternehmen aufzuheben. Analysten zeigen sich von der Aktie der Düsseldorfer überzeugt. Die Bank of America formuliert ein Kursziel von 220 EUR, Warburg Research setzt die Zielzone mit 210 EUR ähnlich hoch an.


    Eine Investition in den Rüstungssektor ist eine moralische Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss. Aus ökonomischer Sicht sind hier in nächster Zeit gute Renditen möglich, Konzerne wie Hensoldt oder Rheinmetall gehören zu den Profiteuren. Aussichtsreich ist zudem Defense Metals. Die Kanadier haben das Potenzial, sich zu einem dringend benötigten Hersteller von Seltenerdmetallen zu entwickeln.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Bank – Das Kreditwesengesetz (KWG) regelt in Deutschland die erlaubten Geschäfte einer Bank.

    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 05.04.2024 | 04:45

    KI, Rüstung und Wasserstoff – Die explosive Mischung: Super Micro Computer, First Hydrogen und Renk Group

    • Rüstung
    • Verteidigung
    • Wasserstoff
    • Energiewende

    Nach einer ausgedehnten Rally an der NASDAQ, im DAX-40 und zuletzt beim Nikkei 225 setzen nun Branchen-Rotationen ein. Ob der KI-Sektor bereits gedreht hat, zeigt sich in den nächsten Wochen. Nur einmal in der Börsengeschichte gab es ein stärkeres erstes Quartal für eine bestimmte Branche. Es war der Wasserstoff-Hype im Übergang von 2020 auf 2021. Plug Power schaffte damals eine Verzwanzigfachung im Kurs. Kaum zu glauben, was liquiditätsverwöhnte Börsen leisten können. Nun sollten Anleger aber die Augen offenhalten, denn die Sektoren Künstliche Intelligenz und Rüstung sind ähnlich überinvestiert, wie die H2-Titel vor einigen Jahren. Die Zeit für Umschichtungen ist wohl gekommen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 25.03.2024 | 05:10

    Siemens Energy, Carbon Done Right Developments, Rheinmetall – Licht am Ende des Tunnels

    • Märkte
    • Rüstung
    • Emissionszertifikate
    • erneuerbare Energien

    Durch die globale Aufrüstung und die Zeitenwende sind Rüstungsaktien wie Rheinmetall oder Hensoldt aktuell der letzte Schrei an der Börse. Leider, so muss man es ausdrücken, wird dieser Trend wohl durch weiter steigende Aufträge in den nächsten Jahren anhalten. Dagegen findet ein weiteres elementares Thema, die Klimawende, zumindest an den Märkten, aktuell kaum Beachtung. Unternehmen der erneuerbaren Energien korrigieren seit Monaten, arbeiten aktuell jedoch vermehrt an der Bodenbildung. Langfristig bieten sich hierbei antizyklische Einstiegsgelegenheiten.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 19.03.2024 | 06:00

    Volkswagen, Defense Metals, Rheinmetall – Chinas Waffe im Tech-Rennen

    • Volkswagen
    • Defense Metals
    • Rheinmetall
    • Elektrofahrzeuge
    • Elektroauto
    • Verbrenner
    • Katalysator
    • Seltene Erden
    • Seltene Erden Oxid
    • Rüstung
    • Rüstungsindustrie
    • Boom

    Im Schatten globaler Machtrivalitäten spielen Seltene Erden eine entscheidende Rolle, nicht nur für die Rüstungsindustrie, sondern auch für den boomenden Markt der Elektrofahrzeuge und die Produktion von Katalysatoren in der Automobilindustrie. Diese Metalle sind das unsichtbare Rückgrat, das Hightech-Geräte antreibt, und sind somit von strategischer Bedeutung für Wirtschaft und Sicherheit weltweit. Die Dominanz Chinas in der Gewinnung und Verarbeitung solcher Ressourcen - illustriert durch Deng Xiaoping‘s Aussage „Der Nahe Osten hat Öl. China hat Seltene Erden.“ - wirft ein Licht auf potenzielle geopolitische Spannungen und unterstreicht die Bedeutung von Diversifizierung und Widerstandsfähigkeit der Lieferketten.

    Zum Kommentar