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08.06.2021 | 04:20

Die Macht der digitalen Medien – AMC, ProSiebenSat. 1, Tencent, Aspermont

  • Medien
  • Technologie
Bildquelle: pixabay.com

Sell in May and go away…in 2021 hat es noch nicht funktioniert. Der Juni zeigt sich wettermäßig deutlich wärmer und die Märkte eilen von einem Alltime-High zum nächsten. Der DAX erreichte gestern mit 15.732 ein neues Verlaufshoch. Die Stimmung war gerade bei den Fahrzeugwerten herausragend. Leicht gebremst wurden die Exzesse allerdings bei AMC Entertainment. Nachdem das Unternehmen nun drei Kapitalerhöhungen platziert hat, kehrt etwas Ruhe ein. Wir befassen uns mit ein paar Sondersituationen in dieser fortgeschrittenen Haussebewegung.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: AU000000ASP3 , DE000PSM7770 , KYG875721634 , US00165C1045

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Inhaltsverzeichnis:


    AMC Entertainment – Was für ein Irrsinn!

    AMC stand letzte Woche wieder im Mittelpunkt einer weiteren Kaufwelle von Privatanlegern, die die Aktie in Foren wie Reddits „WallStreetBets“ diskutieren und dem Phänomen der „Meme-Aktie“ neues Leben einhauchen. GameStop hat es im Januar vorexerziert, wie man durch heiß gelaufene Foren mal schnell 1.600% zulegt. Der Kurs hat sich nach dem Hoch zwar wieder halbiert, notiert aber noch immer noch in schwindelerregender Höhe.

    Es sieht so aus, als wenn es bei AMC etwas anders laufen wird. Die Aktie von AMC stieg in der vergangenen Woche „nur noch“ um etwas mehr als 83%. Der Kinobetreiber ist in diesem Jahr bereits um 2.160% gestiegen, was einigen großen Institutionen nach den jüngst verfügbaren Daten von S3 Partners Papierverluste von fast 4 Mrd. USD beschert. Die hohe Volatilität in der Aktie macht selbst Optionshändlern das Leben schwer.

    Eine Reuters Analyse von Optionsdaten und Interviews mit Marktteilnehmern, darunter ein Wall Street-Banker und ein Fondsmanager mit einem Vermögen von 30 Mrd. USD zeigen, dass einige institutionelle Anleger komplexe Optionsgeschäfte eingegangen sind. Sie alle zielen darauf ab, dass die AMC-Aktie auch eines Tages mal wieder nach unten dreht. Normalerweise halten irrationale Bewegungen dieser Größenordnung nicht über längere Zeit an und einige professionelle Trader wetten dagegen.

    Die AMC-Unternehmensführung warnt mittlerweile vor der eigenen „stark überbewerteten Aktie“ und hat schon für über 1 Mrd. USD neue Aktien emittiert. Anbieter wie Melvin Capital verloren im Januar die Hälfte ihres investierten Vermögens mit GameStop-Shorts. Insgesamt belaufen sich die Verluste der Hedgefonds nach Daten des Forschungs- und Analyseunternehmens Ortex auf rund 11 Mrd. USD. Man darf gespannt sein, wohin dieser Irrsinn führen wird.

    ProSiebenSat. 1 – Weit gelaufen, wenig Phantasie

    Die ProSiebenSat.1 Media SE ist einer der führenden europäischen Medienkonzerne. Das Kerngeschäft besteht aus werbefinanziertem Free-TV, welches in rund 50 Millionen Haushalten in Deutschland, Österreich und der Schweiz empfangen wird. Mit 15 Free- und Pay-TV-Sendern ist das Unternehmen gut aufgestellt, um alle kommerziell relevanten Zielgruppen im deutschsprachigen Raum zu erreichen.

    ProSieben ist auf allen Digitalplattformen zu finden und steht in permanenter Konkurrenz zu RTL Luxemburg oder den Axel Springer Medien. Mit dem U21-Endspiel am Wochenende landete man mit bis zu 39% Marktanteil einen Hit zur Prime-Time. Der Kurs kam letzte Woche etwas unter die Räder, nachdem sich der Sender auf der Hauptversammlung skeptisch zu möglichen Fusionen geäußert hatte. Die Aktien verloren 5,5%, nach Abzug des Dividendenabschlags lag das Minus immer noch bei 3%. Stark interessiert an ProSieben ist der italienische Medienriese Mediaset, der als Großaktionär für eine engere Zusammenarbeit der beiden Medienhäuser plädiert.

    Charttechnisch sollte die Marke um 16,50 EUR eine solide Unterstützung bieten, nach oben müssen erst die 19 EUR überwunden werden bis es weiter geht. Derzeit drängt sich keine Handlung auf.

    Tencent – Wieder ein Börsengang in den USA

    Strategische Neuigkeiten gibt es auch von Tencent. Der chinesische Medien- und Softwaregigant präsentiert seinen nächsten Exit. Kanzhun Ltd., der Eigentümer der chinesischen Online-Rekrutierungsplattform Boss Zhipin, möchte bei seinem US-Börsengang bis zu 912 Mio. USD einnehmen und wagt den Schritt an den Markt zu einer Zeit, in der viele andere Unternehmen lieber an der Seitenlinie warten.

    Wenn das Unternehmen die Aktien am oberen Ende der Preisspanne unterbringen kann, wäre dies der zweitgrößte Börsengang eines chinesischen Unternehmens in den USA seit dem 947 Mio. USD-Börsengang der Softwarefirma Tuya Inc. im März. Eine Reihe chinesischer Firmen haben in letzter Zeit ihre Pläne für einen Börsengang in den USA auf Eis gelegt, da sich die Stimmung der Investoren gegenüber Wachstumsunternehmen v.a. aus Asien eingetrübt hat und die IPOs nicht mehr erfolgreich waren. Die Insurtech-Firma Waterdrop Inc. ist seit seinem Debüt Anfang Mai um 30% unter den Emissionspreis gefallen. Waterdrop war trotz Warnungen der chinesischen Regierung an der Börse gestartet, eine offizielle Untersuchung des Geschäftsmodells aus Peking wurde bereits angedroht.

    Die Tencent-Aktie kann die Bandbreite 60 bis 66 EUR derzeit nur mühevoll verteidigen. Ein charttechnisches Kaufsignal wartet an der 72 EUR-Marke, bei 55 EUR dürfte nach unten Schluss sein.

    Aspermont Ltd. – Starkes Wachstum in der Nutzerbasis

    Ein Spezialist in digitalen Inhalten und ihrer Vermarktung ist die Aspermont Ltd. aus Australien. Die Mediengruppe ist ein gut vernetzter Kapitalmarktbegleiter für viele Unternehmen aus der Rohstoffbranche. Aspermont verdient durch ständig steigende Werbeeinnahmen, die sich aus der wachsenden Nutzerbasis ergibt. Das ist Skalierung in Reinform, denn mit zunehmender Reichweite verteilen sich die eigenen Entwicklungs- und IT-Kosten auf immer mehr zahlende User. Derzeit beträgt der durchschnittliche Umsatz je Kunde (ARPU) ca. 1.000 USD pro Jahr.

    In den letzten Jahren hat Aspermont eine umfassende Restrukturierung auf allen Ebenen des Unternehmens vorgenommen - auf unternehmerischer, operativer und technologischer Ebene. Über 250.000 aktive User im Monat tummeln sich heute auf der Website, was in Summe 7,5 Mio. digitale Touchpoints erzeugt. Derzeit verfügt man im globalen Bergbausektor über etwa 4 Millionen aktive Nutzer, wobei 22% der Kunden aus Australien sind, aber nur überschaubare 7% aus Asien. Die Größe des noch nicht adressierten Marktes Asien zeigt enormes Potenzial für die nächsten Jahre.

    Aspermont beabsichtigt, in den nächsten Jahren neue Arten von Abonnements und Dienstleistungs-Plattformen einzuführen. Angesichts der Größe des bereits vorhandenen globalen Publikums könnte zum Beispiel allein die Echtzeitanalyse von Verhaltensdaten ein weiterer Expansionsschritt in die Welt von Big Data ermöglichen. Egal ob diese Daten selbst genutzt werden oder am Markt verkauft werden, ein zukunftsträchtiges Ertragsmodell erwächst aus beiden Betrachtungsebenen. Es ist auch beabsichtigt, eine digitale Finanzierungsplattform auf die Beine zu stellen.

    Die Aspermont Aktie ist mit einer Kapitalisierung von rund 67 Mio. AUD immer noch viel zu billig. Der Wert ist in Deutschland liquide handelbar und im Vergleich zu einigen NASDAQ-Datenriesen wie Palantier oder Qualtrics ein wahres Schnäppchen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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