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25.01.2022 | 04:44

Die Super-Batterie für Tesla kommt: Standard Lithium, Meta Materials, BASF

  • Lithium
  • Rohstoffe
  • Technologie
Bildquelle: pixabay.com

Die Rohstoff-Knappheit setzt sich auch in 2022 nahtlos fort. Ob E-Mobilität, Flugzeugtechnologie oder Erneuerbare Energien, so gut wie alle Hightech-Segmente der Industrie benötigen Rohstoffe und aufbereitete Materialien in immer größeren Mengen. Hersteller ringen um ihre Lieferketten, denn auch die Pandemie macht schwer zu schaffen. In den Minen gibt es krankheitsbedingte Ausfälle, angestrebte Liefermengen bleiben hinter der Planung zurück. Aufgrund der permanenten Auslastung bleibt auch wenig Zeit für die Exploration neuer Liegenschaften. Die Politik versucht über langfristige Lieferabkommen mit Partnerländern eine gewisse Planungssicherheit für die heimische Industrie zu schaffen. Wir stellen drei Aktien vor, die sich im aktuellen Umfeld gut präsentieren.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: Meta Materials Inc. | US59134N1046 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111

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Inhaltsverzeichnis:


    Standard Lithium – Es gibt jetzt erste Projektionen für den Start

    Standard Lithium macht wieder von sich reden! Zuerst der gigantische 2.000%-Hype, dann bis zur Jahreswende 2021/22 ein 50%-Einbruch. Die Spekulation wird nun aber wieder aufleben, denn es sind wohl erste Lithium-Umsätze zum Greifen nah. Das Unternehmen gab im Januar bekannt, dass bereits im dritten Quartal 2021 ein Durchbruch bei der Herstellung des kostbaren Batterierohstoffs gelungen ist. Angesichts des riesigen Marktpotenzials werden erste Erlöse nun schon in 2022 erwartet. Elon Musk hat die Versorgung mit dem weißen Metall oft als Flaschenhals bezeichnet, daher würden die Batterie-Hersteller eine Ausweitung des Lithium-Angebots begrüßen.

    Die in Kanada ansässige Standard Lithium Ltd. ist spezialisiert auf die Gewinnung und Erzeugung von Lithiumcarbonat in Sole-Pachtgebieten in Arkansas und Kalifornien. Das Vorzeigeprojekt des Unternehmens „El Dorado“ liegt im Süden von Arkansas, dort extrahiert man das Vorprodukt eines batteriefähigen Lithiums in einem 60.000 Hektar großen Sole-Gebiet – das entspricht zu etwa 2/3 der Fläche des Bundeslands Berlin.

    Aktuell gibt es griffige Projekt-Updates zur eigenen SiFT-Pilotanlage, denn es gelang erstmals Lithiumcarbonat in Batteriequalität zu produzieren. Der Reinheitsgrad erreichte erstaunliche 99,83%, dies ist im Gegensatz zu einem typischen Prozess in einer einzigen Kristallisationsstufe gelungen. Nun wurde ein bekanntes US-Ingenieur- und Bauunternehmen mit der Durchführung einer Front-End-Engineering- und Design-Studie (FEED) für die Finalisierung einer Produktionsanlage beauftragt.

    Bereits ab 2022 will Standard Lithium die Produktion in El Dorado in großen Schritten skalieren. Für das Geschäftsjahr 2021 stand bei Standard Lithium noch ein Minus beim EBITDA von 13,7 Mio. CAD zu Buche. Im laufenden Jahr will das Unternehmen schon die operative Gewinnschwelle erreichen. Mit einem aktuellen Preis von 8,10 CAD ist das Unternehmen mit rund 1,3 Mrd. CAD bewertet, das entspricht immerhin noch dem 16-fachen Planumsatz von 2023. Die Aktie ist derzeit stark unter Druck, charttechnisch könnte der Kurs noch in die Zone 5,25 bis 6,75 CAD fallen. Trotzdem: Standard Lithium ist einer der aussichtsreichsten Explorer auf dem Weg in die Produktion.

    Meta Materials – Hightech-Komponenten für Augmented-Reality-Brillen

    Die Aktie von Meta Materials (META®) bekam in 2021 viel Lob, aber auch Gegenwind zu spüren. Zuerst bewerteten die Aktionäre das große und aussichtsreiche Portfolio an Technologien und Patenten. Das Unternehmen machte sich sehr schnell als Experte auf dem Gebiet der Hightech-Materialien bekannt. Im kanadischen Nova Scotia produziert META® eine Reihe von hochfunktionalen Materialien und Nanokompositen für diverse hochtechnische Anwendungen. Die firmeneigene Technologieplattform umfasst dabei die drei Kernkompetenzen Holografie, Lithografie und drahtlose Sensorik mit starker IT-Vernetzung und Einbettung von künstlicher Intelligenz (KI).

    Der Entwickler von Hochleistungs-Funktionsmaterialien und Nanokompositen wird auf der Messe SPIE Photonics West 2022 vom 25. bis 27. Januar in San Francisco mit Stand Nr. 2161 im Moscone Center vertreten sein. META® wird dort eine Reihe von photonischen, elektrooptischen und elektromagnetischen Komponenten auf der ARfusion™-Technologieplattform für intelligente Augmented-Reality-Brillen vorführen und holoOPTIX™ SLANT demonstrieren, eine einzigartige Serie von leistungsstarken und kostengünstigen holografischen Notch-Filtern auf Basis der Bayfol® HX-Photopolymerchemie. Die Hightech-Produkte sollten guten Anklang finden.

    Im Zeitraum zwischen Mai und Juni 2021 gab es historische Umsätze in der Meta-Aktie, zum Jahreswechsel wurden immer noch 5-10 Mio. Aktien pro Tag gehandelt. Der Wert ist derzeit immer noch stärker unter Druck und sucht charttechnischen Halt, aktuell liegt der Kurs mit 1,75 USD nur knapp über Jahrestief. Dem Bericht zum 3. Quartal 2021 folgend, waren noch über 140 Mio. USD in der Kasse. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell etwa 486 Mio. USD. Im derzeitigen Umfeld braucht es wohl eine bessere Stimmung an der NASDAQ, bevor die Investoren wieder spekulativ einsteigen.

    BASF – Der Chemieriese probt den Wandel

    Die Aktie von BASF konnte einen satten Jahresstart hinlegen. Gleich in den ersten Wochen ging es um 6% nach oben. Gerade im Kontext nachhaltig produzierter Industriegüter, kommt den Vor-Produkten von BASF sehr viel Bedeutung zu. Gute Nachrichten gibt es aus dem Bereich Öl und Gas. Die ständige Verknappung von Erdgas hat die BASF-Mehrheitsbeteiligung Wintershall Dea zu einer strategischen Entscheidung bewegt. Die Öl- und Gastochter optimiert nach dem Zusammenschluss vor knapp drei Jahren ihr weltweites Förder- und Produktionsportfolio, man will sich künftig vor allem auf die Förderung von Erdgas konzentrieren. Nach den Veränderungen macht Erdgas dann rund 70% der weltweiten Energie-Produktion aus. Der Chef der BASF-Tochter, Mario Mehren, möchte emissionsärmer und nachhaltiger arbeiten: Daher konzentriert sich Wintershall Dea auf kohlenstoffeffizientes Geschäft.

    Zwar wolle man auch künftig Erdöl fördern, dabei will das Unternehmen sich aber auf ausgewählte Regionen und Projekte konzentrieren. Mit dem mexikanischen Öl- und Gaskonzern Vista einigte man sich über den Verkauf seines 50%-igen Anteils an den argentinischen Schieferöl-Blöcken Aguada Federal und Bandurria Norte. Der Transaktionswert beläuft sich auf 140 Mio. USD. Aus Brasilien zieht sich Wintershall Dea ebenfalls komplett zurück.

    Die BASF-Aktie ist derzeit einer der Highlights im DAX. Mit einem Kurs von 65,10 EUR eroberte der Chemieriese wieder das Niveau von Anfang 2020. Charttechnisch steht nun die 70 EUR-Marke im Visier. Neben einem Buchwert von über 40 EUR setzen Aktionäre auch auf die hohe Dividendenrendite von aktuell noch über 5%.


    Die Hightech-Industrie ist auf die Liefertreue der Vorprodukt-Lieferanten angewiesen. Die Nicht-Verfügbarkeit von Chips kann ganze Produktionslinien ausbremsen. Im Bereich E-Mobilität und Klimaschutz ist der Nachfragesog so hoch, dass Zulieferer wie BASF und Meta Materials auf vollen Auftragsbüchern sitzen, auch Standard Lithium steht schon bald bereit für seine Lithium-Förderung.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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