Menü schließen




19.06.2026 | 05:05

Diese Aktien liefern Shareholder Value: RE Royalties und Allianz ganz vorne, holt Gerresheimer weiter auf?

  • Royalties
  • Finanzierung
  • Beteiligung
  • Investments
  • Erneuerbare Energien
Bildquelle: pixabay.com

Das Shareholder Value Konzept findet am Kapitalmarkt breite Beachtung. Es geht um den Wert, den ein Unternehmen für seine Anteilseigner, die Aktionäre, schafft mit dem Ziel diesen zu maximieren. Strategische Entscheidungen, Investitionen und Übernahmen werden vor dem Hintergrund dieser Maxime getroffen. Erfolge lassen sich durch Kurssteigerungen, Dividenden und Aktienrückkäufe ablesen und durch Kennzahlen wie Gewinnwachstum, Eigenkapitalrendite und Free Cashflow messen. Dabei überwiegt ein langfristiger Ansatz, nicht die Quartalsdenke. RE Royalties geht mit einer Ankündigung aus dem Frühjahr den Weg zur Schaffung von Shareholder Value ganz konsequent, die Aktie hat das bereits positiv honoriert. Dennoch besteht weiter Luft nach oben. Als guter Kapital-Allokator zeichnet sich auch die Allianz aus. Gerresheimer ist hingegen mit seinen Plänen, den Unternehmenswert für Aktionäre zu steigern in den letzten zwei bis drei Jahren deutlich gescheitert. Mit dem Einstieg aktivistischer Investoren könnte sich das Bild jedoch bald wandeln. Was sollten Anleger beachten?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , ALLIANZ SE NA O.N. | DE0008404005 , GERRESHEIMER AG | DE000A0LD6E6

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    RE Royalties - Shareholder Value wird hier gelebt

    Die Kanadier haben das aus verschiedenen Branchen bekannte Royalty-Modell als Pionier in die Welt der Erneuerbaren Energien eingeführt. Die Gesellschaft vergibt Darlehen und erhält im Gegenzug ertragsabhängige Lizenzgebühren (Royalties) von privaten und börsennotierten Unternehmen in Form einer Umsatzbeteiligung. 2016 gegründet, besitzt das Unternehmen heute 121 Lizenzmodelle an Projekten in den Bereichen Solar, Wind, Wasser, Batteriespeicher, Energieeffizienz und erneuerbares Erdgas in Nordamerika, Südamerika und Asien.
    Somit erhalten Anteilseigner Zugang zu einem breit diversifizierten Portfolio über verschiedene Bereiche der grünen Energie hinweg und zudem geografisch gestreut. Zusätzlich fährt die Gesellschaft eine attraktive Ausschüttungspolitik. In den letzten Jahren erhielten Investoren jährlich eine Dividende von insgesamt 0,04 CAD, was einer Rendite von über 10 % entsprach.
    Auch wenn die Anteilsscheine in diesem Jahr bereits um die Hälfte auf 0,355 CAD zugelegt haben, so ist die Marktkapitalisierung mit 15 Mio. CAD immer noch sehr überschaubar. Angesichts des attraktiven Geschäftsmodells, des bewiesenen Wachstums und der großen Potenziale, ist die Bewertung offensichtlich in den Augen des Managements zu niedrig.
    Vor diesem Hintergrund leitete die Gesellschaft im Frühjahr eine strategische Überprüfung ein, um Möglichkeiten zur Steigerung des Unternehmenswerts zu prüfen. Dabei werden verschiedene Optionen bewertet, darunter ein möglicher Verkauf des Unternehmens sowie Maßnahmen zur Optimierung der Kapitalstruktur durch Eigen- oder Fremdkapitalfinanzierungen. Der Prozess ist ergebnisoffen und wird von PwC CF in der Rolle des strategischen Partners unterstützt.
    Mit der angekündigten Überprüfung will die Gesellschaft sicherstellen, strategisch optimal auf die nächste Wachstumsphase aufgestellt zu sein. Laut Unternehmensangaben sei die Projektpipeline mit Absichtserklärungen von rund 20 Mio. USD gut gefüllt. Zudem evaluiere man potenzielle Investitionen im Volumen von rund 200 Mio. USD.

    COO Peter Leighton erläuterte auf dem 19. International Investment Forum die Strategie von RE Royalties. Hier geht´s zum Video.

    https://youtu.be/5dQvcZkFR7E

    Allianz - Musterknabe

    Das Dax-Schwergewicht hat in der Vergangenheit merklichen Share Holder Value für seine Anteilseigner geschaffen. Die Aktie verdoppelte sich in den letzten drei Jahren, das Plus im laufenden Jahr fällt hingegen bescheiden aus. Zusätzlich werden Anteilseigner mit einer attraktiven Dividende von über 4 % entlohnt. Analysten halten den Titel auf dem aktuellen Niveau jedoch für ausreichend bewertet.
    Der breit diversifizierte Versicherungs- und Vermögensverwaltungskonzern liefert seit Jahren stabile Cashflows, wobei das Vermögensverwaltungsgeschäft der Renditehebel ist. Das Unternehmen ist mit einem Rekordergebnis ins laufende Geschäftsjahr gestartet. Beeindruckend ist zudem die führende Rolle beim Einsatz von KI. Allianz belegte beim Evident AI Index for Insurance 2026 den ersten Platz weltweit.
    Das Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 2,5 Mrd. EUR verläuft planmäßig. Jüngst wurde bekannt, dass die Allianz als führender Bieter für die Versicherungssparte von HSBC in Singapur gilt. Die Transaktion könnte einen Wert von bis zu 2 Mrd. USD besitzen.

    Gerresheimer – Aktivistische Investoren auf dem Vormarsch

    Ein Beispiel wie man Share Holder Value vernichtet ist hingegen der Verpackungsspezialist für die Pharmaindustrie. Noch bis zum Spätsommer 2024 wurden Kurse von 100 EUR und darüber aufgerufen. Dann folgte in der ersten Jahreshälfte 2025 der Versuch die Gesellschaft an Finanzinvestoren zu einem Kurs von 90 EUR zu verkaufen, was letztlich scheiterte. Danach wurde das Bild düster.
    Ein schwächelndes Geschäft mit Margen, die deutlich hinter den Niveaus der Wettbewerber zurückblieben und eine hohe Verschuldung waren eine Seite. Was jedoch wesentlich schwerer wog und die Aktie bis auf 15 EUR abstürzen ließ, waren mehrere Gewinnwarnungen und die Untersuchungen der Finanzaufsichtsbehörde Bafin. Dies beschädigte massiv das Investorenvertrauen.
    Seit dem Tiefpunkt haben sich die Anteilsscheine auf aktuell 25 EUR erholt, womit die Gesellschaft fast 900 Mio. EUR wert ist. Aber so ganz ist Gerresheimer noch nicht aus dem Schlamassel raus. Die Gesellschaft musste im Frühjahr die Veröffentlichung der Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr und für das erste Quartal sowie die Hauptversammlung verschieben.
    Das Unternehmen nennt laufende Untersuchungen und die komplexeren Arbeiten eines zweiten externen Wirtschaftsprüfers am Jahres- und Konzernabschluss sowie die Prüfung von Geschäftsvorgängen aus den Jahren 2024 und 2025 als Gründe. Die Veröffentlichung wurde für diesen Monat in Aussicht gestellt.
    Zudem versucht Gerresheimer aktuell die US-Tochter Centor zu veräußern, was die Kapitalstruktur noch in diesem Jahr deutlich verbessern würde. Zusätzlich konnte mit wichtigen Kreditgebern eine Fristverlängerung erreicht werden. Aktivistische Investoren nutzten die letzten Monate, um die Aktie einzusammeln. Laut neuesten Stimmrechtsmeldungen liegt deren Anteil nun bei knapp 17 %. Analysten halten derzeit die Anteilsscheine jedoch für überbewertet. Wer wird recht behalten?

    Fazit

    RE Royalties überprüft derzeit alle Optionen, um den Wert für Aktionäre zu steigern. Das sollte, auch bevor konkrete Entscheidungen bekannt werden, dem Aktienkurs weiterhin Schub verleihen. Das Geschäftsmodell ist für Aktionäre lukrativ und ermöglicht die Ausschüttung einer hohen Dividende. Die gut gefüllte Pipeline zeichnet Wachstum vor. Das Schwergewicht Allianz hat in der Vergangenheit bewiesen, Mehrwerte für Investoren zu generieren. Der Einstieg aktivistischer Investoren bei Gerresheimer ist ein gutes Signal. Die Aktie hat ihren Boden gefunden und in Richtung alter Hochs besteht noch deutlich Luft.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 19.06.2026 | 05:10

    Kupfer ist heiß! Power Metallic Mines laut Analysten mit fast 200 % Kurspotenzial, wie stark ist die Belastung für BMW und BYD?

    • Polymetallische Vorkommen
    • Kupfer
    • Rohstoffproduktion
    • Investments
    • Kupferpreisanstieg
    • Automobilbranche

    Immer mehr Studien warnen vor einem massiven Kupferengpass in der Zukunft. Dabei werden die Prognosen immer heikler, sodass die Einschätzung der International Energy Agency, dass bis 2030 eine Versorgungslücke von 5,9 Mio. Tonnen entsteht, schon konservativ erscheint. Der Aufbau einer Mine dauert 15 bis 20 Jahre. Die Angebotsseite kommt wegen der rasant gestiegenen Nachfrage nicht hinterher. Der Ausbau moderner Stromnetze, das rasante Wachstum der Rechenzentren, KI und die fortschreitende Elektromobilität verschärfen die Situation. Dies ist am Rekordpreisniveau des Industriemetalls bereits abzulesen. Während Autobauer wie BMW und BYD ächzen, befindet sich Power Metallic Mines auf der Gewinnerseite. Die Kanadier verfügen über eine der größten polymetallischen Lagerstätten Nordamerikas, welche sich durch hochgradige Kupfer-Mineralisierungen und eine erstklassige Metallurgie auszeichnet. Nach Einschätzung von Analysten könnten sich die Anteilsscheine in Zukunft fast verdreifachen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 18.06.2026 | 04:50

    Die Architekten der neuen Energiewirtschaft: Wie A.H.T. Syngas Technology, Verbio und E.ON von der Kreislaufwirtschaft und der Dekarbonisierung profitieren!

    • Energiewende
    • Klimaschutz
    • Dekarbonisierung
    • Kreislaufwirtschaft
    • Stromnetze
    • Biokraftstoffe
    • Synthesegas
    • Innovationen
    • Investments

    Lange Zeit wurde die Energiewende in erster Linie mit Solaranlagen, Windrädern und dem Ausstieg aus fossilen Energieträgern verbunden. Das Bild ist jedoch wesentlich komplexer und differenzierter. Industrie, Landwirtschaft, Kommunen und Energieversorger stehen vor der Aufgabe, Rohstoffe effizienter zu nutzen, Abfälle zu reduzieren, die CO2-Emissionen zu senken und dabei wirtschaftlich wettbewerbsfähig zu bleiben. Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz und die wirtschaftliche Nutzung von (regionalen) Reststoffen gewinnen an Bedeutung. An dieser Schnittstelle positioniert sich A.H.T. mit überzeugenden Antworten.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 15.06.2026 | 05:20

    Zefiro Methane vs. BP & Shell: Eine Branche, zwei Geschäftsmodelle – nur eines ist unabhängig vom Ölpreis

    • Zefiro Methane
    • BP
    • Shell
    • Methan
    • Methanmessungen
    • Emissionszertifikate
    • Bohrlochverschluss
    • Öl
    • Gas
    • Ölpreis
    • Erneuerbare Energien

    Trotz Spannungen im Nahen Osten fallen die Preise für Öl und Gas – ein scheinbares Paradox. Grund sind eine schwächelnde Weltkonjunktur und prall gefüllte Lager, die jede geopolitische Risikoprämie aktuell überkompensieren. Während klassische Energieriesen wie BP und Shell unter dem Preisverfall leiden, weil ihre Fördergewinne schrumpfen, agiert ein spezialisierter Anbieter völlig anders. Zefiro Methane verdient mit der Beseitigung von Methanemissionen aus alten Bohrlöchern. Das ist ein Geschäft, das von Klimaschutzgesetzen und nicht von Ölpreisen angetrieben wird. Genau dieser Gegensatz zwischen Zefiro Methane einerseits und den Ölmultis BP und Shell andererseits eröffnet Anlegern spannende Perspektiven.

    Zum Kommentar