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25.06.2024 | 04:45

EM 2024 Achtelfinale – Sommermärchen auch an den Börsen? BYD, VW, Power Nickel und Rheinmetall vorzeitig qualifiziert

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Bildquelle: pixabay.com

Fußball war schon immer geeignet, die Massen etwas abzulenken. Menschen lieben den Sport, weil er selbst beim Zuschauen entspannt. Ein probates Mittel gegen die Multikrisen, die sich immer weiter in unser Gemüt schrauben. Zum Glück handeln die Aktienmärkte so weit oben, so dass sich die anbahnende Bankenkrise alla China und Japan medial nicht bis nach Europa durcharbeitet. Die EU-Finanzmärkte haben seit der Wahl ordentlich Federn gelassen, denn während die NASDAQ von Top zu Top eilt, legt der EuroStoxx eine fast unbemerkte 5 % Korrektur aufs Parkett, Frankreich sogar 10 %. Die EU-Spreads zu Bundesanleihen dehnen sich weiter aus, ein Szenario, dass seit 2008 vergessen schien. Und im Fußball geht Deutschland hoffnungsvoll ins Achtelfinale, auch unsere Aktienauswahl strotzt vor Stärke.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: VOLKSWAGEN AG ST O.N. | DE0007664005 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , Power Nickel Inc. | CA7393011092 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

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Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall – Millionen von Schuss sind zu liefern

    Die Bundeswehr hat bei Rheinmetall weitere Artilleriemunition im Wert von rund 8,5 Mrd. EUR in Auftrag gegeben. Das ist die größte Einzelorder in der Geschichte des Unternehmens. Zudem will das Verteidigungsministerium 105 brandneue Leopard 2A8-Panzer bestellen. Der Panzer wiegt etwa 66 t, kann eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h erreichen und hat eine Reichweite von 450 km. Diese Version beinhaltet auch Verbesserungen in der Mobilität und kann verschiedene Hindernisse überwinden, einschließlich vertikaler Barrieren und Gewässer bis zu 4 m Tiefe. Rheinmetall fungiert als wichtiger Zulieferer an den Hersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW).

    Der seit Juli 2023 bestehende Rahmenvertrag zwischen der Bundeswehr und Rheinmetall hatte einen Wert von rund 1,3 Mrd. EUR und wurde nun um sagenhafte 7,2 Mrd. EUR aufgestockt. Die Auslieferung soll ab Anfang 2025 erfolgen, wie Rheinmetall mitteilte. "Abnehmerin wird in erster Linie die Bundesrepublik Deutschland sein, die einen Teil der Lieferungen der Ukraine zur Verfügung stellen wird", sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Einige der Panzer sollen für die Brigade in Litauen bestimmt sein, sie soll die NATO-Ostflanke vor einem russischen Angriff schützen. Wie die Bestellungen bezahlt werden sollen, gab das Bundeswehr-Ausrüstungsamt bislang nicht bekannt, ein Haushaltsbudget gibt es dafür noch nicht.

    In Summe natürlich eine tolle News für die Düsseldorfer Rheinmetall und andere 20 Zulieferer. Rüstung ist wieder ganz oben auf – nach Jahrzehnten der Abrüstung. Zeitenwende daher auch für den Rheinmetall-Aktienkurs. Nach einer Überhitzungskorrektur bis 475 EUR ging es gestern wieder auf über 500 EUR nach oben. Das Allzeithoch von 570 EUR scheint aber noch eine Schussweite entfernt. Bleibt nur zu hoffen, dass die Düsseldorfer mittlerweile so gut aufgestellt sind, diese Auftragsflut zu bewältigen. Die Börse ist wohl eher skeptisch.

    Power Nickel – Die Polymetall-Liegenschaft startet durch

    Tristesse ist ein Fremdwort für den kanadischen Polymetall-Explorer Power-Nickel. Vervierfacht in nur drei Monaten – so lautet die Bilanz der Kursentwicklung unseres Top-Picks aus Quebec. Gesegnet mit der besten Bergbau-Jurisdiktion in Nordamerika geht es beim Projekt NISK mit großer Geschwindigkeit voran. Denn überraschend gute Bohrergebnisse könnten eine günstige Lösung für die weltweit kritische Metallknappheit darstellen. Denn in einem Umfeld größter geopolitischer Instabilität suchen industrielle Produzenten nach einer gesicherten Versorgung mit strategischen Metallen. Hier ist man fündig geworden.

    Laut vorliegender Ergebnisse beherbergt das Grundstück NISK zahlreiche hochgradige Abschnitte in den verschiedensten Industriemetallen und Gold. Power Nickel konzentriert sich nun auf die Erweiterung der historischen, hochgradigen Nickel-Kupfer-PGE-Mineralisierung mit einer Reihe von Bohrprogrammen. Interessant dürfte vor allem sein, was auf den Nachbargrundstücken zu finden ist. Durch die Partnerschaft mit dem Prozessor CVMR wird die Qualität des Nickelabsatzes deutlich erhöht. Das Schürfgebiet befindet sich in der Nähe des großen Umspannwerks Albanel von Quebec Hydro das von einer Wasserkraftleitung versorgt wird – eine nachhaltige Produktion mit „Net Zero“-Vorgaben ist daher möglich und wird im Minenaufbau umgesetzt.

    Power Nickel zeigt Muskeln. Seit der Bekanntgabe der Bohrergebnisse für NISK gibt es für den Kurs kein Halten mehr. Und wer gedacht hat 300 % ist schon genug, der hat sich erst mal getäuscht. Quelle: Refinitiv Eikon vom 24.06.2024

    Im Mai konnte sich Power Nickel den international anerkannten Geowissenschaftler und Polymetall-Spezialisten Dr. Steve Beresford als Sonderberater sichern. Seither gibt es für den Kurs kein Halten mehr. Vor einer Woche dann eine weitere Flow-Through-Platzierung im Volumen von 20 Mio. CAD bei 1,25 CAD ganze 90 % über dem gehandelten Kurs. Am vergangenen Freitag ging es dann mit hohem Volumen um 25 % auf 0,88 CAD nach oben. Der Grund: Kupfer-Legende Robert Friedland ist mit der letzten Kapitalerhöhung mit an Bord. Ist hier eine Übernahme im Busch?

    Einen ausführlichen Report hatten wir kürzlich auf www.researchanalyst.com veröffentlicht. Hier geht´s zur Analyse.

    BYD versus Volkswagen – Gekommen um zu bleiben

    Zuletzt eine Randnotiz zu den neuen Zollbeschlüssen der EU, welche voraussichtlich Anfang Juli in Kraft treten werden. Es betrifft vorerst die Elektro-KFZ von drei Herstellern, nämlich BYD, Geely und SAIC. Zu den ohnehin geltenden Zöllen von 10 % addieren sich nun Strafzölle zwischen 17,4 und 38,1 %. Die EU droht vorerst nur mit den neuen Zollgebühren. Minister Habeck ist vor Ort, um die Wogen zu glätten. Ob eine marktfreundliche Lösung erzielt werden kann? Fraglich.

    Das erfolgreichste Modell MG4 von Hersteller SAIC kostet inklusive neuer Zölle dann in der Ausstattung „Comfort“ rund 10.300 EUR mehr als ein vergleichbarer VW ID.3 in der „Pro“-Ausstattung. Sollten die chinesischen Modelle also nur durch ihren Preis überzeugen können, wäre dies für den angeschlagenen VW-Konzern tatsächlich ein Vorteil. Die große Beliebtheit der neuen Fahrzeuge liegt aber auch an der wachsenden Neugier der Konsumenten. Sie wollen testen, ob es Alternativen zu europäischen Herstellern gibt. So aggressiv wie BYD in Europa auch mit Bandenwerbung während der EM auftritt, lautet die Botschaft: “Wir sind gekommen, um zu bleiben.“ Wir sollten uns daher an die neuen Kühler-Symbole schon mal gewöhnen.

    Die Aktienkurse von BYD und VW sind ein perfektes Abbild der Situation, denn sie zeigen derzeit eine Rendite-Divergenz von fast 70 %. Denn während BYD nach einer kleinen Korrektur im 3-Jahreschart 12 % zulegen kann, verlieren die Wolfsburger ganze 54 %. Die Börse hat also längst entschieden, wer den Automobilmarkt der Zukunft beherrschen wird.


    Während Autoaktien wegen neuerlicher Handelskriege nur seitwärts tendieren, zieht Rheinmetall den größten Einzelauftrag der Unternehmensgeschichte an Land. Noch schneller geht es beim kanadischen Explorer Power Nickel voran. Seit die Liegenschaft NISK eingehender untersucht wird, legt der Aktienkurs regelrechte Sprünge aufs Parkett.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Anleger konnten die starke Korrektur von Rüstungswerten in den vergangenen Monaten nervös machen. Analysten strichen ihre Kursziele deutlich zusammen. Das Sentiment drehte ins Negative, die Fakten haben jedoch Bestand. Die geopolitischen Spannungen rund um den Globus nehmen zu, die Verteidigungsausgaben steigen auf Rekordniveaus und ein Ende der weltweiten Aufrüstung ist nicht in Sicht. Deshalb bietet die momentane Korrektur ein attraktives Einstiegsniveau. Dies gilt insbesondere für die Aktie von Almonty Industries. Jüngst sammelte der Wolfram-Produzent 800 Mio. USD frisches Kapital über eine Wandelanleihe ein. Damit können Anleger die wertsteigernde Akquisition von Assets und Unternehmen erwarten.

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