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20.05.2022 | 04:44

Energie-Aktien: PlugPower, Saturn Oil + Gas, Nordex, Siemens Energy: Das Rennen um unsere Zukunft

  • GreenTech
  • Energie
  • Öl und Gas
Bildquelle: pixabay.com

Mit Blick auf die künftige Energieversorgung bleiben gerade in Europa große Fragezeichen. Denn die Abhängigkeit von Russland bleibt dauerhaft Thema in den Regierungs-Debatten. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen präsentierte einen Plan, um sich von fossilen Brennstoffen aus Russland zu lösen und die Energiewende zu beschleunigen. Um autark zu werden, muss die Europäische Union nach Einschätzung der EU-Kommission bis zum Jahr 2030 nahezu 300 Mrd. EUR investieren. Der Fokus der Anleger richtet sich derzeit sehr stark auf dieses Zukunftsthema. Welche Aktien bergen die größten Chancen?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

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Inhaltsverzeichnis:


    Nordex – Siemens Energy will Gamesa komplett übernehmen

    Die fatale Abhängigkeit Europas von russischen Energielieferungen heizt die politische Debatte über schnell umsetzbare Alternativen an. Nachdem die EU sowohl die Einsparziele von 9 auf 13% erhöhen möchte, soll nun auch der Anteil Erneuerbarer Energien bis 2030 von 40 auf 45% angehoben werden. Dazu benötigt es gewaltige Investitionen.

    Den stärksten Hebel sieht man derzeit bei Wind- und Solarenergie, denn deren Installation kann mit verfügbaren Technologien in 3bis 6 Jahren umgesetzt werden. Dazu passen auch die Pläne von Siemens Energy, die Problem-Tochter Gamesa nun gänzlich zu übernehmen und von der Börse zu nehmen. Denn bei der spanischen Windkraft-Tochter geben sich die verschiedensten Probleme derzeit die Klinke in die Hand. Die zunächst vom Handel ausgesetzte Aktie von Siemens Gamesa schnellte mit der News um 18% nach oben, auch die Siemens-Energy-Papiere legten in der abgelaufenen Woche rund 12% zu. Siemens Energy hält bereits gut zwei Drittel der Anteile an Siemens Gamesa, die nach dem Kurssprung nun auf einen Börsenwert von rund 10,6 Mrd. EUR kommt.

    Die Bewegung in der Branche scheint auch der völlig abgestraften Nordex wieder Luft unter den Flügeln zu verleihen. Im Zuge der großen Korrektur der Technologiewerte verlor auch der deutsche Greentech-Wert über 30%, jetzt springt der Kurs wieder an. Nordex hatte Ende Januar angekündigt, die Rotorblatt-Fertigung in Rostock Ende Juni einzustellen. Aktuell verhandelt man wegen dem Abbau von 600 Arbeitsplätzen mit dem Bundeswirtschaftsministerium. Eigentlich braucht der Standort Deutschland mehr Greentech statt weniger. Vielleicht hilft der große EU-Energiepakt hier weiter, höhere Kosten zugunsten schnellerer Produktion mit Subventionen zu kompensieren.

    Saturn Oil + Gas – Aufstieg in eine neue Liga

    Wenn es um die Energiesicherheit auf diesem Planeten geht, so hat die kanadische Saturn Oil + Gas die Zeichen der Zeit erkannt. Denn die fossilen Energieträger werden auch in den nächsten Jahrzehnten noch gefragt bleiben, vor allem wenn Russland als Kontraktpartner für die westliche Abnehmer wegfallen sollte. In Saskatchewan, dem Standort der Kandier geht es seit zwei Jahren richtig zur Sache. Nach einem transformatorischen Umbau der Gesellschaft pumpt man mittlerweile über 7.800 Barrel pro Tag (boe/d) aus dem Boden, die Fördermenge wird sich bis Jahresende sogar auf 8.800 Barrel (boe/d) hochschwingen. Parallel dazu steigt der frei verfügbare Cashflow immer weiter an. Investitionsseitig ist das vollständig finanzierte Bohrprogramm mit ca. 40 Nettobohrungen für 2022 zu etwa 32% abgeschlossen, wobei der Großteil der verbleibenden Bohraktivitäten im Juni wieder aufgenommen werden soll und bis Dezember läuft. Aufgrund der hohen Wirtschaftlichkeit der jüngsten Bohrprogramme hat der Vorstand von Saturn das Investitionsbudget für 2022 um 6 Mio. CAD erhöht.

    In Anbetracht des jüngsten Anstiegs der weltweiten Ölpreise erhöht Saturn auch die Ölpreisannahme für seine Referenzpreisprognose für WTI-Rohöl für 2022 von 75 auf 95 USD. Die revidierte Prognose für 2022 umfasst eine durchschnittliche Jahresproduktion im Bereich von 7.950 bis 8.350 boe/d, was einer jährlichen Produktionssteigerung von 17 bis 22% entspricht. Es wird erwartet, dass das EBITDA im Bereich von 90,0 bis 94,5 Mio. CAD liegen wird. Der freie Cashflow soll ebenfalls auf 29,4 bis 33,9 Mio. CAD steigen. Alles in allem führt dies zu einem Rückgang der prognostizierten Nettoverschuldung zum Jahresende 2022 auf 36,4 bis 42,0 Mio. CAD.

    Eine weithin missverstandene Größe ist das Hedging, also die terminliche Absicherung der Cashflows. Ein wichtiger Vergleich ist dabei der für 2022 erwartete Cashflow je Basisaktie von 2,48 CAD, der auch sehr nahe an dem erwarteten Absicherungsverlust von 2,47 CAD je Basisaktie liegt. Daraus ergibt sich, dass ohne Absicherungsverluste ein Gesamt-Cashflow je Aktie von 4,95 CAD prognostiziert würde. Nach der Absicherung werden die Saturn-Aktien also mit einem 1,1-fachen Cashflow-Multiplikator gehandelt, wobei die Lebensdauer der Reserven 19 Jahre beträgt und das Bohrinventar jahrzehntelang die Produktion aufrechterhalten kann. Man könnte also argumentieren, dass ein gut abgesicherter Cashflow pro Aktie einen höheren Multiplikator rechtfertigen würde und nicht einen, der deutlich unter dem Durchschnitt der Vergleichsunternehmen von 3 bis 4 liegt.

    Mit der neuen Guidance steigert Saturn noch einmal spürbar seinen Output für 2022, da die erhöhten Investitionen die prognostizierten und erwarteten Cashflows weiter nach oben verändern. Die aktuell vorliegenden Research-Studien von Beacon, Echelon, GBC Research und Velocity, die Cashflow-Multiple-Analysen und diskontierte Cashflows auf den heutigen Wert anwenden, kommen bereits zu fairen Kurszielen zwischen 7,00 und 13,12 CAD, der Kurs steht aber immer noch bei ca. 2,80 CAD. Anleger werden irgendwann erkennen, dass es in Nordamerika derzeit keine günstigere Ölaktie gibt.

    PlugPower – Der Platzhirsch zeigt Stärke

    Gut im Rennen der alternativen Energie-Unternehmen liegt der Wasserstoff-Spezialist PlugPower. Denn neben den Bekundungen der EU zu mehr Wasserstoff, ist die H2-Technologie schon länger fester Bestandteil des Investitionspakets von Joe Biden. So hat Plug Power im ersten Quartal seinen Umsatz bereits von 70,2 auf 140,8 Mio. USD ausdehnen können. Im Gesamtjahr sollen es nach einigen Revisionen durch die Analysehäuser nun knapp 920 Mio. USD sein, schon im Jahr 2024 stehen 2 Mrd. USD in den Planungen. Gewinnseitig könnte PlugPower der Sprinter unter den H2-Spezialisten sein, denn der Breakeven soll bereits in 2025 geschafft sein.

    Die aktuellen Meldungen unterstreichen den positiven Trend, denn der Wasserstoff-Konzern hat einen Auftrag für die Lieferung eines Elektrolyseurs mit einer Leistung von einem Gigawatt (GW) erhalten. Auftraggeber ist das Schweizer Wasserstoff-Unternehmen H2 Energy, das künftig in Dänemark grünen Wasserstoff herstellen will. Mithilfe von Ökostrom aus dänischen Offshore-Windkraftanlagen soll der Elektrolyseur jährlich bis zu 100.000 Tonnen grünen Wasserstoff herstellen können. Es soll die bisher größte Anlage zur grünen Wasserstoffherstellung der Welt sein, so die Berechnungen der Ingenieure.

    Die Aktie von PlugPower konnte sich dem allgemeinen Abwärtstrend an der NASDAQ nicht entziehen und sackte in nur sechs Wochen um weitere 50% ab. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis 2024e von 4 ist die Aktie nun nicht mehr überteuert, sieht man die Pole-Position im zukunftsträchtigen Wasserstoffgeschäft. Einsammeln!


    Die Energiemärkte sind angespannter denn je. Angesichts globaler Verzerrungen und lang vernachlässigter Investitionen während der Pandemie gibt es derzeit zu wenige Neuprojekte, um die hohe Nachfrage an den Weltmärkten zu decken. Hersteller von alternativen Energien sind weiterhin gefragt, aber auch Öl ist heute noch nicht wegzudenken. Der kanadische Förderer Saturn Oil + Gas ist bewertungsseitig viel zu billig, die Aktie könnte sich daher klammheimlich zum Shooting-Star entwickeln.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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